Mülheim: 2 Wassertürme, die es in sich haben!

Schon mal in der größten, begehbaren Kamera der Welt gewesen? Wenn nicht, dann auf nach Mülheim an der Ruhr. Der Broicher Wasserturm beherbergt das Museum Camera Obscura mit dieser einzigartigen Möglichkeit. Nicht weit davon entfernt befindet sich ein weiterer Wasserturm mit einem Museum, bei dem sich alles um das Thema Wasser dreht.

 

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Camera Obscura – Als der Film noch nicht lief

Timetunnel für mich: Wir fahren am Mülheimer Ringlokshuppen vorbei und parken unterhalb beim Broicher Wasserturm. Hier war ich früher oft am Wochenende unterwegs: Party und chillen (auch wenn wir das damals noch nicht so bezeichnet haben). Lang ist es her. Wo man sich einst mit Freunden auf einen Wein traf, gibt es heute ein außergewöhnliches Museum: Die Camera Obscura.
Es gab eine Zeit vor Handy und Youtube, weit vor TV und Stummfilm. Wie wurden vor vielen Jahren Bilder festgehalten? Wie lernten Bilder Laufen? Antworten zu diesen Fragen wollen Janett und ich auf unserem gemeinsamen Sonntagsausflug in Mülheim an der Ruhr entdecken.
Wir checken am Empfang mit der Ruhr.Topcard ein und werden sogleich herzlich von Dr. Jörg Schmitz begrüßt und per Fahrstuhl in die oberste Ebene gebracht. Wir haben Glück und sind genau zur nächsten Einführung angekommen. Oben angekommen umgibt uns eine seltsam Akustik-Umgebung. Über uns wölbt sich die Kuppel des Wasserturms. In der einen Ecke des Raum ist es fast still. In der anderen hört man das leiseste Rascheln in hoher Lautstärke von einer anderen Ecke des Saals. Dr. Schmitz erklärt uns dieses Phänomen und nicht nur das, mit Witz und Esprit lauschen wir gebannt seinem Vortrag und tauchen ein in die Vorgeschichte des Films. Obwohl Vortrag nicht der passende Begriff ist. Dr. Schmitz bezieht sein Publikum aktiv ein. Wir dürfen eine Lochkamera selbst erkunden und probieren praktisch aus, wie wir als Babys alles auf dem Kopf gesehen haben. Zum Abschluss seines Vortrag dürfen wir an den runden Tisch im Saal treten. Nichtssagend, denke ich mir, bis er plötzlich einen Zauberknopf drückt.

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Eine Lucke am höchsten Punkt der Kuppel öffnet sich. Das Projekt „Stalking 3.0“ kann beginnen! Wir stehen in der größten begehbaren Kamera der Welt! Über verschiedene Linsen von Carl Zeiss Jena wird die Wirklichkeit von Draußen vor uns auf den Tisch projeziert – ein echtes Highlight! Gestochen scharf, ich würde sagen „Mega-HD“, werden Bilder außerhalb des Wasserturms auf dem Tisch Wirklichkeit. Fliegen an den Nummerschildern oder gar die Blätter der Bäume aus weiter Entfernung sind klar erkennbar. Und da Jörg Schmitz ein echter Mülheimer Jung ist, sehen wir nicht nur unsere Umgebung, sondern bekommen gleich Stadtgeschichte mitgeliefert. Ein Erlebnis, welches Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet!
Ist das Wetter von der Sicht am Tag Eures Besuches für die größte begehbare Kamera der Welt nicht möglich, so gibt es Schlechtwettergutscheine vom Museum: Freier Eintritt für einen erneuten Museumsbesuch.
Dieses Einstiegserlebnis in der Camera Obscura verdauen Janett und ich mit leckerem Kuchen und Kaffee im Erdgeschosss des Hauses im angrenzenden, kleinen Biergarten. Während Janett und Herr Schmitz sich austauschen, welche Camera Obscura Häuser sie sonst noch auf der Welt besucht haben, staune ich nur, dass es von den begehbaren Häusern noch mehr gibt. Frisch gestärkt laufen wir wieder in die zweite Etage.

 

Hier setzt man den Museumsgang von oben nach unten fort, so ist die Entwicklung der Technik aufgebaut. Wir wandeln an einzelnen Exponaten vorbei und freuen uns auf jeden Knopfdruck und die Möglichkeit des Ausprobierens. Mitmach-Museen haben für mich immer einen besonderen Reiz. Die Camera Obscura in Mülheim wird darüber hinaus sehr liebevoll betreut und bietet eine Menge Extras und Service. Wir gehen ganz begeistert und ich werde sicherlich wieder kommen.

 

Weiter gehts zum zweiten, besonderen Wasserturm in Mülheim, der es in sich hat:

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Aquarius: Wasser marsch! 

„Du hast den Alarmknopf gedrückt!!“, sagt Janett. „Hab ich nicht!“, antworte ich etwas trotzig und recke mein Kinn leicht nach oben. Oder hab ich doch? Es piepst einmal kurz, doch dann setzt sich der Aufzug in Bewegung. Noch mal Glück gehabt. Der Knöpfe „oberste Ebene“ und Alarm liegen schon sehr dicht beieinander ;-)
So beginnt unser gemeinsamer Ausflug im Aquarius in Mülheim an der Ruhr. Als Ex-Mülheimerin – oder Mölmsche Kind wie man hier sagt – gehört der Wasserturm an der Burgstraße zum Stadtbild dazu, um genau zu sein, seit über 100 Jahren. Ich muss allerdings gestehen, dass ich den Turm bisher nur von Außen gesehen habe. Es wurde mal Zeit den Turm von Innen zu besichtigen.
Wir fahren in die oberste Ebene und bestaunen den Ausblick auf 35 Meter Höhe. Die Auswirkungen des Unwetters der letzten Tage sieht man deutlich. Wenn das Wetter schön ist, kann man hier bis zum Duisburger Hafen schauen. Wir sehen vor uns die Ruhr und ihre Auffangbecken gleich in der Nachbarschaft und das Schloss Styrum zu Füßen des Turms.

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500.000 Liter Wasser wurden einst im Wasserbehälter gespeichert. Wie so ein Wasserturm funktionierte erfahren Janett und ich an den ersten Stationen. Am Eingang erhält man eine Chipkarte, die in verschiedenen Terminals gesteckt werden kann, um weitere Informationen zu erhalten.
Wenn wir schon hoch gefahren sind, können wir wenigstens herunter laufen, denken wir uns und pendeln in luftigen Höhen und Eisentreppe außerhalb des Wasserturms eine Etage tiefer.

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Ein Rundgang führt uns durch das alte Gebäude und wir erfahren Wissenswertes rund um das Wasser. Je tiefer wir kommen, so moderner werden die Exponate.

Wer sich einmal rund um das Thema Wasser informieren möchte, ist hier genau richtig. Das Spektrum ist vielfältig: Vom Badesee, über Trinkwassergewinnung, bis hin zur Industriegeschichte.

 

Links und weitere Infos in Kürze:

  • Aquarius
    Öffnungszeiten: Außer Montags 10 – 18 Uhr, Einlass bis 17 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 4 €, Kinder 3 €, es gibt Ermäßigungen; mit der Ruhr.Topcard ist der Eintritt kostenfrei

Zeitfenster: Je nach Aufenthalt an den einzelnen Stationen ca 1.5 bis 2 Stunden

 

Eintrittspreise: Erwachsene 4,50 €, Kinder 3,50 €, es gibt Familienkarten und reduzierte Eintrittspreise; mit der Ruhr.Topcard ist der Eintritt kostenfrei

Offenlegung: Die Ruhr.Topcard wird mir vom Ruhr.Tourismus zur Verfügung gestellt. Lieben Dank dafür. Meine Meinung bleibt die eigene.

5 Kommentare

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  4. Bin ich wirklich so ne Schimpfetante ? :D
    War auf jeden Fall ganz toll mit dir, die grummelige Bedienung und „hochwertige“ Currywurst hinterm Wassetturm hast du ja ganz vergessen ;)

    • Nein bist Du natürlich nicht! :-)
      Ich fand es auch toll mit Dir und freue mich schon auf unseren nächsten gemeinsamen Ausflug!
      Die Story zur Currywurst a la Ruhrpott überlasse ich Dir :-)

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