Lust auf Genuss? 8 Kulinarik-Tipps für das Bergische Land

Kulinarik Bergisches Land

Lust auf Genuss heißt im Bergischen Gaumenfreuden zwischen Tradition und wunderschöner Natur. Auf meinem Trip ins Bergische Land gab es viel zu erleben und ganz besondere Kulinarik-Highlights: Deftiger Genuss in urigen Gasthäusern, Leckereien aus der Region wie zu Omas Zeiten und kulinarische Genüsse im edlem Ambiente und hohem Niveau. Wer ins Bergische Land fährt, sollte unbedingt auch Zeit für eine kulinarische Reise einplanen – und etwas Platz im Gürtel lassen ;-)

Von Ballebäuschen, Bomböschen und Bergischem Schmandfladen

Gemütlichkeit und Gastfreundschaft mit besonderem Flair empfängt mich im Ballbäuschen. Seit über 25 Jahren betreibt Familie Allmann das originelle Restaurant im Oberbergischen. Bei einem Kaffee auf der schönen Terrasse plausche ich ein wenig mit der waschechten Kölnerin Marlies Allmann und schaue verwundert auf, als ich Pferdehufe in unmittelbarer Nähe höre.

Terrasse mit bergischem, gemütlichem Charme

Terrasse mit bergischen, gemütlichen Charme

Auch Pferde sind im Ballebäuschen herzlich Willommen

Auch Pferde sind im Ballebäuschen herzlich Willkommen

Neben einem Parkplatz für Fahrräder gibt es eine Haltestation für Pferde mit Wasserstelle. Das habe ich so noch nie erlebt! In der Nähe vom Ballebäuschen befindet sich der Pferdehof Gut Hahnenseifen. Reiter sind gern zu Gast in dem gemütlichen Restaurant und können bei Ihrer Tour durch Reichshof entspannt mit Ross und Reiter rasten.
Das Ballebäuschen ist mehr als ein Restaurant – es ist ein Ausruhort für alle. Direkt am Panoramasteig gelegen, treffen viele Wanderer ein. Rustikal kann man auf der Terrasse oder in der sehr gemütlichen Brotzeitstube einkehren. Sollte einmal Ruhetag sein, gibt es für Wanderer immer die Möglichkeit, sich an einer Trinkstelle vor dem Haus zu erfrischen – hier ist wirklich an alles gedacht!
Kulinarik wird darüber hinaus groß geschrieben und ist facettenreich: Auf der Speisekarte lese ich Köstlichkeiten mit regionalen Produkten, klassischen Gerichte und Genuss der gehobenen Gastronomie. Ich probiere einen Bergischen Schmandfladen und genieße auf Hefeteig selbstgemachte Wildberger Salami in Harmonie mit saurer Sahne und köstlichen Gewürzen.

Leckerer Bergischer Schmandfladen mit selbstgemachter Salami aus der Region

Leckerei: Bergischer Schmandfladen mit selbst gemachter Salami aus der Region

„Woher der Restaurantname Ballebäuschen kommt?“, frage ich mich und erhalte von Marlies mit kölsch-bergischem Lächeln die Antwort, dass Ballebäuschen ein Symbol für Gemütlichkeit, Lebensfreude und Wohlbefinden ist. Das gab es nicht jeden Tag und zwischendurch, sondern dieses Gebäck gab es nur, wenn man mit der Familie heimelig zusammen saß. Früher gab es Ballebäuschen – auch Bomböschen genannt – fast in jedem bergischen Haushalt. Heute sind sie leider fast in Vergessenheit geraten. Ein Rezept zu der „Omi aller Muffin-Backwaren“ findet Ihr auf der Website des Restaurants.

Ein origineller Name für ein originelles Restaurant, wie ich finde. Schade, dass Reichshof nicht ganz „umme Ecke“ für mich liegt, ich würde hier gern öfter einkehren.

Hotel und Restaurant Wißkirchen

In der Nähe vom Altenberger Dom liegt fußläufig das Restaurant und Hotel Wißkirchen. Richtung Parkplatz, kurz unter der Unterführung durch, entdecke ich das typisch bergische Fachwerkhaus. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert und war ursprünglich eine Ziegelei, dann mal ein Sägewerk und in den 50ern Jahren befand sich hier eine Poststelle. Heute gibt es bergische, rustikale Küche sowie Slowfood und ein besonderes Augenmerk auf regionale Produkte.

Kulinarik Genuss Bergisches Land

Hotel Wißkirchen im typisch bergischem Stil: schwarz-grün-weiß

Mir fällt auf, dass im Bergischen die Küche in einem Restaurant viel Abwechslung unter einem Dach bietet. Ob man von einer Wanderung kommt oder edel schlemmen mag: Snack, rustikale Mahlzeit oder gehobene Speisen sind häufig in einem Restaurant „alles unter einem Hut“ möglich.
Markus Wißkirchen wollte als Sohn des Domorganisten in Altenberg bleiben und schafft seit 2001 mit seinem Hotel und Restaurant einen Wohlfühlort mit leckerer Küche. Quasi als Dienstleister der Region stellt er noch mehr auf die Beine: 365 Tage im Jahr ist geöffnet. Es gibt Taxitouren für Wanderer mit Hol- und Bringservice. Mit einzigartigen Mottotouren wird die heimische Landwirtschaft vorgestellt und ein kulinarisches Erlebnisevent durchgeführt. An so einer Planwagenfahrt muss ich unbedingt einmal teilnehmen. Entweder zu einer Genuss-Krimi-Fahrt oder einer Picknicktour, bei der verschiedene Bauernhöfe der Region angesteuert werden, man selbst alles frisch erntet und nachher gemeinsam kocht. Mehr Infos und Buchungsmöglichkeit zu solchen Touren erfragt Ihr am besten beim Hotel oder beim Bergischen Land an.

In Wißkirchens Küche wird fast alles selbst gemacht. Ich darf einen Blick in die Küche werfen, koste himmlisches Basilikumparfait frisch aus der Eismaschine – ein neues Rezept von Kevin Braun. Als Newcomer in Wißkirchens Küche sammelt er selbst zu Hause ausgefallene Kräuter und lässt sich gern extravagante Gerichte einfallen. Im Abi mit Kunst als Leistungskurs reizt ihn besonders das Kreative beim Kochen: „Jeder Gast isst zuerst mit den Augen, dann mit der Nase und dann mit dem Gefühl der Konsistenz auf der Zunge.“, berichtet Kevin mir, als ich sein neues Eis probiere und ich zustimmend nicke und genieße.

Stefan Keltzenberg, der stellvertretende Küchenchef des Hauses, bereitet gerade eine frische Forelle auf Altenberger Art zu. „Koch ist kein Beruf, sondern Berufung.“, ist sein Credo, während er mit Leidenschaft frische, regionale Gerichte zaubert und mir verrät, dass er schon als Kind bei Mama am liebsten in der Küche war.
Eine Reservierung im Wißkirchen ist ratsam. Schon zur Mittagszeit war im Biergarten kaum mehr ein Platz zu ergattern.

Rasten im Grünen, mitten in der Stadt

Mitten in Solingen liegt an der Wupper die Schleifermühle Balkhauser Kotten. Fernab von Hektik plätschert ruhig die Wupper vor sich hin. Im alten Fachwerkhaus befindet sich ein Schleiferhandwerkmuseum. Der Eintritt ist frei. Es ist kein Café, aber eine Rast kann mit Kaffee und Kuchen eingenommen werden. Ein Tisch steht vor dem historischen Haus und die Cafeteria ist klein. Dafür kann man im umgebenden Gelände prima auf dem Rasen entspannen. An manchen Tagen werden Grünkohl- oder Waffeltage angeboten. Näheres erfahrt Ihr auf der Website des Balkhauser Kottens.

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Evergreen: Die Bergische Kaffeetafel

Wohl der heißeste Exportschlager aus dem Bergischen Land: Die Bergische Kaffeetafel. Wer kennt Sie nicht? Stilecht gibt es Kaffee aus der Dröppelminna und dazu Schwarz- und Graubrot, Herzhaftes wie Schinken und Käse, süße Brotauftrsiche wie Rübenkraut und nicht zu vergessen die Bergischen Waffeln mit heißen Kirschen, Sahne und Milchreis mit Zimt und Zucker. Ihr seht, die Bergische Kaffeetafel ist reichhaltig und Ihr solltet Zeit und Hunger mitbringen. Zum Abschluss gibt es einen kräftigen Bergischen Korn oder Obstler als Verdauungshilfe.
Was die Amerikaner Brunch tauften, gab es schon längst im Bergischen Land. Denn nicht nur zur Kaffeezeit kann man diese Tafel genießen, inzwischen bieten viele Cafés und Restaurants die lokale Spezialität auch schon zum Frühstück an. Eine Reservierung ist ratsam. Bei meinem letzten Besuch in Solingen habe ich die Bergische Kaffeetafel im Café Zum Rittersturz mit 50ziger Jahre Ambiente und Panoramaterrasse mit Blick auf Unterberg genossen. Wo Ihr noch perfekt diese zünftige Mahlzeit genießen könnt, listet Das Bergische nach Regionen auf.

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Brotbacken auf Gut Hungenbach

Traditionell wie zu Omas Zeiten kann man auf Gut Hungenbach in Kürten mit einem Bäckermeister gemeinsam Brotbacken oder beim Backen zuschauen. In einem historischem Backes wird in einem Holzofen leckeres Brot gezaubert. Teige werden nach alten Rezepten und mit regionalen Zutaten hergestellt. Die gesamte Anlage des Gutshofes besteht aus vielen Fachwerkhäusern, die aus verschiedenen Orten abgebaut und extra hier wieder aufgebaut wurden – Bilderbuchflair vergangener Zeiten! Da schmeckt die Brotzeit gleich doppelt so gut.

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Kochkünstler mit Stern

Im Spatzenhof gibt es Landhausküche und Gourmetgenuss unter einem Dach. Eine aufgefallene und besondere Gaumenfreude erwartete mich bei meinem Besuch. Die Aromaküche zaubert Philpp Wolter hauptsächlich aus regionalen Produkten. Er hat eigens einen Kräutergarten am Spatzenhof angelegt, für den nur Gewächse aus der Umgebung angepflanzt werden. Für eine Reise durch die ausgezeichnete Küche werden verschiedene Menüs angeboten. Ein Besuch lohnt für Kaffee und Kuchen auf der Terrasse, einem leckeren Essen im Stil der bergischen Landhausküche oder für ein Dinner mit exklusivem Genuss der Sterneküche. Einen ausführlichen Bericht inkl. einer Nacht im Hotel findet Ihr hier.

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Eine Mühle mit spirituellem Charme

Bei dem Himmlischen Hotel auf VOX waren sie schon dabei: Die Rengser Mühle in Bergneustadt. Nördlich von Siegen, zwischen Gummersbach und Olpe liegt das Kleinod. Entlang schöner, kurviger Strecke fahre ich durch eine wunderschöne Landschaft: Seen, Wasser und Wald. Gar nicht so weit von meiner Heimat ticken die Uhren hier anders. Bergische Gastlichkeit empfängt mich, als ich mich im Gartenlokal der Mühle niederlasse. Es ist urig und idyllisch. Während das Wasser der Mühle plätschert, kann ich mich bei der großen Auswahl auf der Speisekarte nicht so recht entscheiden. Es werden ebenfalls viele vegetarische Gerichte angeboten.
1542 ist die Rengser Mühle erstmals erwähnt und verstrahlt heute noch eine sehr gemütliche Atmosphäre. In 5. Generation führt Maik Vormstein mit seiner Frau Stefanie die Mühle seit 2002 mit einer wirklich ausgefallenen Atmosphäre mit spirituellem  Wind: Überall entdecke ich Edelsteine und Kristalle.

Die Küche hat ebenfalls eine besondere Note. Es gibt viele fleischlose Gerichte. Das Essen wird nicht in Sahne & Co „ertränkt“, sondern ursprünglich und gesünder zubereitet. Das Frühstück war mein persönliches Highlight: So liebevoll zubereitet! Frisches Brot lächelt mich aus der Holzmühlenschaufel an. Kein Buffet erwartet mich, sondern ein eigens für mich auf dem Tisch angerichtetes Frühstück. So kann man einfach nur wunderbar in den Tag starten! Es gibt nichts, was es nicht gibt und dazu leckeren Tee und selbstgemachte Marmeladen.

Frühstück in der urigen Mühlenstube

Frühstück in der urigen Mühlenstube

Bauernkäse direkt vom Hof

Meine Auszeit im Bergischen Land neigt sich leider dem Ende entgegen. Kurz vor Heimkehr kehre ich ins Rusticus in Witzhelden ein. Ich habe ein Faible für Hof- und Landcafés. Im vorgelagertem Hofladen kaufe ich für zu Hause leckere Produkte aus der Landkäserei. Das macht Lust auf noch mehr Käse.
Leider hat der Regen an diesem Abend alles fest im Griff. Es ist gut gefüllt und ich ergattere mir noch einen gemütlichen Holztisch vor dem Lehmofen in der Stube. Im 250 Jahre alten Fachwerkhaus ist seit 2003 ein rustikales Hofcafe eingerichtet. Ich bestelle mir eine Käseplatte, koste mich durch verschiedene Arten und lasse meine Kulinarikreise ins Bergische Land stilvoll ausklingen.

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Käseplatte vom bergischen Bauernhof

Kulinarik Bergisches Land

Große Käseauswahl aus heimischer Herstellung

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Auch im Rusticus zu bekommen: Bergischer Zwieback

 

Offenlegung: Meine Reise ins Bergische Land wurde unterstützt vom Tourismus NRW e.V., Bergisches Land Tourismus Marketing e.V. und der Naturarena Bergisches Land GmbH. Ganz herzlichen Dank für die tollen Erlebnisse. Meine Meinung bleibt wie immer die eigene.
Wenn Ihr mehr zu Ausflugszielen und Genuss in NRW wissen wollt, folgt im Socialweb dem Hashtag #DeinNRW.

 

10 Kommentare

  1. Sieh mal an

    Hallo Vielweib,
    eben im Radio hast du statt Balkhauser Kotten von einem Salzhauser Kotten (oder ähnlich) gesprochen.
    ;-)

  2. Pingback: Ein Tag in Wuppertal: Bergische Landpartie und schwebende Stadtführung -

  3. Pingback: Regionale Spezialitäten: Neues "Food-Reise-Projekt" ist mit Stadt.Boks gestartet -

  4. Wow, was für ein toller Blog!! Gerade entdeckt und ich bin begeistert. Toll, dass mal jemand das verbindet, was auch mir wichtig ist: Reisen im und um unser Land und gute Einkehrmöglichkeiten.
    Ich habe einmal mehrere Jahre im Oberbergischen gelebt, aber kenne nicht eine deiner Empfehlungen. Meine Schwester lebt dort immer noch. Wenn ich sie das nächste Mal besuche werden wir sicher einen deiner Tipps verfolgen.
    Lieber Gruß Silke

  5. Super Tipps sind dabei und für uns ein Grund uns endlich einmal näher mit dem Bergischen Land zu beschäftigen. So nah vor der eigenen Haustüre, aber immer noch unentdeckt! PS. Die Käseplatte sieht großartig aus!

  6. Pingback: Vielweib on Tour im Finale der besten Foodblogs Deutschlands - Kategorie: Kulinarische Events und Reisen - vielweib on tour

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