So weit die Füße tragen – Oder: Mein 1. Mal ITB

ITB 2016, Berlin, #ITB2016, 'ITB50, Reiseblog, Erfahrungsbericht

Urlaub für einen Messebesuch nehmen? Die Frage hätte ich vor Jahren mit einem eindeutigen Nein beantwortet. Aber wo sonst bekommt man geballt so viele Reiseinspirationen und Kontakte wie auf der ITB? Mein Blog besteht seit über fünf Jahren und ich war noch nie dort. Das sollte sich dieses Jahr ändern. Also raus aus der „Slow-Travel“-Komfortzone und rein ins Getümmel reiselustiger Menschen nach Berlin.

Vorbereitung ist alles – und ITB ist nicht Cebit

Vor Jahren war ich dienstlich häufig auf der Cebit und dachte, kennt man eine große Messe, kennt man alle. Weit gefehlt! Während man zwischen den Terminen auf der Cebit beim Wandel durch die Hallen durchaus noch spontan einen Termin bekommt, ist das auf der ITB selten der Fall. Halbstündig getaktet sind die Ansprechpartner eng eingebunden. Mit einem „Hallo hier bin ich und würde mich über ein Gespräch freuen.“ kommt man nicht weit und es wäre zudem unhöflich. Andere Messe, andere Sitten.
Reiseblogger sind gut vernetzt und so war ich dankbar, dass ich im Vorfeld reichlich Informationen erhalten habe: 1. Mache Termine, 2. Plane reichlich Zeit für den Fußmarsch zwischen den Terminen ein. Das Gelände ist riesig! Ja, es gibt Shuttlebusse auf dem Areal. Zum Schluss habe ich auch die Routen für sämtliche Ober- und Untergeschosse verstanden (die ITB findet nicht nur ebenerdig statt). Den Bus habe ich allerdings nur im Terminnotfall genutzt. Zum einen entdeckt man tolle Reiseinspirationen wenn man durch die Hallen streift. Zum anderen trifft man bekannte Gesichter wieder und lernt hinter so manchem digitalen Account endlich die netten Menschen kennen.
Glaubt man der ITB-Pressemeldung, legt ein Besucher durchschnittlich einen Fußmarsch von 14,2 km pro Tag auf dem Messegelände zurück. Gefühlt hatte ich mindestens das Doppelte wenn nicht das Dreifache auf der Uhr – aber: Es war toll!

Für mich spannende Reiseimpulse

Die ITB erschlägt mich. Über 10.000 Aussteller aus 180 Ländern stellen aus, eine Auswahl fällt schwer, die Zeit ist knapp. Luxembourg, Niederlande, Portugal, Frankreich, Belgien und natürlich Deutschland waren meine Favoriten auf der Messe. Voller Leidenschaft habe ich Berichten aus der jeweiligen Heimat gelauscht, Spannendes erfahren und gesehen. Letztlich war die Zeit immer zu kurz. Die Gespräche sind dicht getaktet. Gern hätte ich mir noch viel mehr angeschaut und noch mehr Kontakte geknüpft.

NRW – Heimatliebe die verbindet

Nicht nur seit dem ich für dieses Jahr als NRW-Blogger-Botschafterin unterwegs bin schlägt mein Herz für Nordrhein-Westfalen. NRW ist ein wunderbares Reiseland und bietet für jeden Geschmack etwas. So vielfältig war auch der Messebereich, wo sich die NRW-Regionen präsentierten: Den Aachener Dom kenne ich bisher nur von außen, birgt allerdings so manche Geheimnisse oder wusstest Ihr, dass in einer Domtür des Teufels Daumen steckt? Köln bietet die umfangreichste Popart-Sammlung von Europa. Direkt vor meiner Haustüre am Niederrhein ist das größte Rastgebiet arktischer Wildgänse in Westeuropa und im Münsterland sind sogar Wildpferde beheimatet. Im Bergischen kann man 1600 Meter über den Baumwipfeln spazieren gehen und – auch passend für mich – bei den Bergischen Dreien gibt es Radwege ohne Steigung. Und das sind nur einige Ausflugs- und Reisetipps aus meiner Heimat. DeinNRW hat zur ITB Entdeckergeheimnisse in einem gesondertem Storify zusammengestellt – anschauen lohnt sich.

Azoren – Portugal erleben

Meine Reise zu den Azoren gehört zu meinen schönsten Mittelstreckereisezielen und ist leider schon viel zu lang her. Im Gespräch mit den Experten von Pura Comm habe ich Reiseerlebnisse wieder auffrischen können und erfahren, dass meine Woche für die schöne Inselgruppe eindeutig zu wenig war. Auch die Region um Lissabon und der Algarve scheint wunderbar für eine Reise zu sein. Portugal kombiniert für mich perfekt Naturerlebnisse und Tradition.

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Frankreich – Vielfältiges und sehr genussvolles Reiseland

Der französischen Sprache nicht mächtig, war Frankreich lange nicht auf meiner Reisewunschliste. Nach der Medientournee von Atout France und meiner letzten Reise in die Normandie weiß ich, dass das ein Fehler war. Ich liebäugle besonders mit den Regionen Elsass und Auvergne. Genuss, historische Städte und ausgefallene Roadtrips haben es mir angetan.

Städtetouren: Es müssen nicht immer Metropolen sein

Denkt man an Städtetouren, denkt man oft an Großstädte. Sicher haben diese Metropolen auch ihren Reiz. Kleinere, eher unbekannte Orte locken mich besonders. Auf der ITB habe ich von außergewöhnlichen Käutergärten und kulinarischen Besonderheiten bei Bingen am Rhein erfahren, faszinierende Eindrücke in die Museumswelten in Bremerhaven bekommen und mich von Mechelen in Flandern verzaubern lassen. Belgien kann nicht nur Schokolade, sondern birgt auch Geheimnisse zur Bierbraukunst und verwunschen gelegenen Jugendstil-Klöstern. Ich hätte gleich meine Tasche packen können!
Übrigens: Wer Städtetouren mag, wird die neue Hotellinie von Lindner interessant finden. Das Konzept geht neue Wege. Me and all soll im Sommer starten und in zentraler Citylage keine Hotellinie von der Stange sondern authentisch zur Region sein. Alles unter dem Motto: Check in and chill out.

RLP – Gastlandschaften auch auf der ITB

Rheinland-Pfalz lockt mich immer wieder – und nicht, weil ich eine Wandersmaid bin. Genuss, Ausspannen, Wellness, tolle Landschaften, schöne Roadtrips und vieles mehr hat das benachbarte Bundesland zu bieten. Auf der ITB sind wir mit einer 360-Grad-Brille durch das Bundesland gehüpft. Auch virtuell ist RLP beeindruckend. Auf der Hängebrücke im Hunsrück war es abenteuerlich. Leider verpasse ich in diesem Jahr wieder das Frühlingserwachen der Kirschblüten auf dem Mandelpfad. Dafür reizt mich in diesem Jahr das Weltkulturerbe in der Kaiserstadt mit moderner Technik.

Netzwerken und entspannen

Eines ist klar: Wandelt man durch die Hallen, kommt der Spaßfaktor nicht zu kurz. Dazu trifft man überall bekannte und neue Gesichter. Beim Bloggertreffen auf dem NRW-Stand gab es ein Büdchen zum kommenden 1. Tag der Trinkhallen, bestens geeignet als Fotowand. Beim Abend #pimpyourlunchbox der Deutschen Bahn und Chefkoch hieß es ran an die Kochtöpfe. Mein letzter ITB-Abend war ein gemütliches Zusammensein in kleiner Runde mit Reisewahnsinn, Fernwehyvi, Claudi um die Welt und den WalzingMäurers – der Abend war aus dem Rahmen fallend lustig und schön!
Jetzt, wo meine Füße sich erholt haben, sag ich gern: Wann bald wieder? ;-)

Roundup: Noch mehr ITB-Eindrücke

Am Wochenende öffnet sich die ITB jeweils nach den Fachbesuchertagen für alle. Wer noch mehr Eindrücke der diesjährigen ITB nachlesen möchte, findet hier weitere Berichte. Jeder Reiseblogger hat seinen speziellen Fokus und nimmt ganz andere Reiseimpluse mit:
Janett von Teilzeitreisender: Auf der Jagd nach dem ITB-Maskottchen & die Reisetrends 2016
Sabine von Geckofootsteps: ITB 2016 – So war’s!
Tanja von Reiseaufnahmen: 
ITB 2016 Fazit oder die dreitägige Weltreise in Berlin
Anja von Travel on Toast: 
Reisemesse ITB Berlin: Urlaubsziele, Reiseblog Awards & Blogger Treffen
Tanja von Spaness: 
Wie Leben und Reisen wir in der Zukunft?
Monika von Travelworldonline: ITB Tipps für Reiseblogger
Sophie von BerlinFreckles: Am Ende sind es immer Begegnungen… (Meine ITB Berlin 2016)

 

6 Kommentare

  1. Hallo Tanja,

    eine schöne Zusammenfassung der ITB. Ich habe es dieses Jahr kaum geschafft, einmal in jeder Halle zu sein. In den meisten bin ich einfach nur einmal durchgelaufen auf dem Weg zu verschiedenen Terminen. So viele Kilometer habe ich schon lange nichtmehr innerhalb von drei Tagen zurückgelegt. ;)

    Ich habe übrigens selbst noch einen Bericht über die ITB 2016 geschrieben. Meine Ansichten sind vielleicht ein wenig spezieller, weil sie nur auf ein Land ausgerichtet sind: die Türkei.

    http://www.tuerkeireiseblog.de/tuerkei-news-von-der-reisemesse-itb-2016-in-berlin/

    Immerhin ist das Land in den letzten Jahren doch mit 5 Mio. deutschen Touristen, eines der Urlaubsländer der Deutschen gewesen. Dieses Jahr wird es leider doch sehr anderes ausschauen.

    Ich habe in meinem Artikel eine Zusammenfassung der Gespräche mit Hoteliers, Reiseveranstaltern, etc. geschrieben und einen Aublick auf die Situation im Sommer 2016.

    lg Thomas

  2. Wir gehen nächstes Jahr auf die ITB, da muss ich noch schauen, wie wir am besten vorgehen, um so viel wie möglich daraus zu machen. Danke für die gute Übersicht.

  3. Letztes Jahr waren wir das erste Mal auf der ITB und hatten keinerlei Termine. Trotzdem hatten wir 70 Gespräche. Auch wenn es nicht immer der richtige Ansprechpartner war, so haben wir doch einiges erfahren können und manchmal haben wir die Visitenkarte der richtigen Ansprechpartner bekommen und konnten dann gezielt Kontakt aufnehmen. Viele Leute stehen alleine hinter ihrem Stand und freuen sich über ein Gespräch. Und auch wenn die Region vielleicht nicht auf der Liste stand, vielleicht ergibt sich ja was völlig neues. Und die Hallen sind so bunt und so vielfältig; da macht es Spaß, sie einfach zu durchstreifen und sich inspirieren zu lassen. Also auch ohne Termine ist die ITB eine Reise wert. Immerhin trifft man ja auch Kollegen und alte Bekannte.

    • Gut zu wissen. Ich hatte einen anderen Eindruck. Vielleicht sollte ich dann das nächste Jahr mutiger bei meinen Streifzügen sein. Bei diesjährigen Spontananfragen hatte es bei mir leider nicht geklappt. Danke für Deinen Hinweis.

  4. Pingback: ITB 2016 – So war’s! - Reiseblog Gecko Footsteps

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