Keramikmalerei in Düsseldorf: Von Kindheitserinnerungen, Kreativität und Eigenlob

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Lust auf eine kreative Abendgestaltung mit Freundinnen? Lust, bei einem Tee oder Sekt Keramik selbst zu bemalen und den Künstler in Dir zu entdecken? Dann seid Ihr im Eigenlob in Düsseldorf genau richtig. Das Keramikatelier umfasst über 180 verschiedene Keramikformen. Von Teller, Figuren, Schalen, Tassen gibt es eine große Auswahl, was Ihr selbst mit über 50 Farben verschönern könnt. Mit optimalen Öffnungszeiten kann man abends oder sonntags seiner Kreativität freien Lauf lassen. Für NRWler oder Düsseldorf-Reisende ist der Besuch des Eigenlobs perfekt für eine schöpferische Auszeit.

Aller Angfang ist…

Stolz war ich. Vorsichtig und mit bedacht wie einen Schatz trug ich sie nach Hause. Es war ein Geschenk für meine Mutter: Meine erste selbst getöpferte Tasse! Ich war davon überzeugt, dass es die schönste Tasse der Welt ist. Und so können nur Mütter mit Liebe in ihren Augen schauen, als meine Mama das Kunstwerk enthüllte. Aus braunem Ton getöpfert war sie etwas klein geraten, an der einen Seite kürzer als auf der anderen. Mit gesprenkelter Glasur habe ich sie verschönert. Es machte eigentlich auch nichts, dass die Tasse eine leichte Schieflage hatte und beim Abstellen wackelte.  Es stellte sich heraus, dass sie undicht war und nicht befüllt werden konnte. All das war egal, denn es war meine erste eigens kreierte Tontasse und sicher die schönste Tasse auf der Welt. Ich war davon überzeugt, dass es das schönste Geschenk war, was meine Mutter je erhalten hatte. So lächelte sie jedenfalls und überschüttete mich mit Lob, dass mich Achtjährige gleich mehrere Zentimeter wachsen lies.
Das alles ist jetzt über 35 Jahre her und ich hatte diese Geschichte ganz vergessen. Vergessen bis vor über einem Jahr, als meine Mutter kurz vor Rückkehr nach Deutschland verstorben war und ich zwischen den Umzugskartons saß, die meine Mutter wenige Wochen zuvor noch gepackt hatte. Mein Vater musste jetzt alleine in die Wohnung einziehen und ich räumte die Geschirrkartons aus. Ganz unten in einem Karton entdeckte ich besagte Tasse. Inzwischen fehlte der Henkel, aber meine Mutti hatte sie nicht weggeworfen, sondern all die Jahre aufbewahrt. „Wir waren schon immer stolz auf Dich, was Du gemacht hast.“, sagte mein Vater, der mich beobachtet hatte und sich ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen konnte.

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Was damals modern war ist heute wieder in

Szenenwechsel. Töpfern war damals in den Siebzigern so hipp und trendy wie heute Cupcake backen und Upcycling. Alles kommt irgendwie wieder – merke ich jetzt im Alter. Ja, meine Jugendjahre sind vorbei. Damals hatte ich mit stolz geschwellter Brust sogar noch einen Töpferkurs für Fortgeschrittene gebucht. Meine gebastelten Teelichter, Tassen und Teller wurden allerdings nicht schöner. Mit dieser Erkenntnis suchte ich mir damals ein neues Hobby, verlor aber nie ganz das Interesse an kreativen Dingen. Als ich im Internet über das Eigenlob stolperte, landete der Link gleich in meiner Todoliste und schlummerte dort, bis Ulrike vom Blog Zypresse unterwegs von ihrem Erlebnis des Keramikbemalens in Düsseldorf berichtete. Einen Termin für uns Mädels zu bekommen, war gar nicht so einfach. Viele Wochen im voraus ist das Eigenlob abends ausgebucht. Ihr solltet rechtzeitig einen Tisch für Euch reservieren. Die Wartezeit lohnt sich!

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Rohlinge stehen für die Hobbykünstlerinnen bereit

Keramikmalerei mitten in Düsseldorf

Dass die Keramikmalerei mitten in Düsseldorf liegt, ist wörtlich zu nehmen. Genau genommen mitten in einem Wohngebiet. So gern ich auch mit dem Auto anreise, so verzweifelt war ich an dem Abend meines Besuchs im Eigenlob. Tut das nicht! Reist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Das Eigenlob liegt dafür sehr günstig. Fast war ich bei meiner über 20 Minuten andauernden Parkplatzsuche so weit, den Abend sausen zu lassen und wieder nach Hause zu fahren. Hätte der Parkplatzgott dann nicht plötzlich Mitleid gehabt und einen Anwohner dazu bewegt, sein Gefährt zu bewegen und mir mit Dudu Platz zu machen.

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Die Auswahl fällt schwer…

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Mit meinen Erinnerungen an undichte Tassen, schiefe Teelichter und krumme Aschenbecher bin ich froh, dass mir beim Betreten des Eigenlobs viele fertige Keramiken entgegen lachen. Das mühevolle „Tondesignen“ entfällt. Zuvor hatte ich mich auf der Website schon für eine Teekanne entschieden, die ich nie und nimmer mit meinen eigenen Händen hätte selbst töpfern können. Die große Auswahl an Geschirr lässt mich an meiner Vorentscheidung zweifeln. Ich entdecke wundervolle Schalen, Dekoteller und Tassen. Eindeutig muss ich wiederkommen. Alles auf einmal geht halt nicht.

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Hier fertigt Heike schon ein Foto für das Vorher-Nachher-Bild

Uli und Heike haben schon ihre Keramikauswahl getroffen, sitzen am Tisch gemütlich beim Sekt und plaudern über die Farbauswahl. Ich dagegen bin überfordert von den Möglichkeiten. Während Heike sich schon genau vorher überlegt hatte, was sie heute bemalen möchte, bin ich rat- und planlos.
Selbstbedienung ist das Motto im Eigenlob, das heißt aber nicht, dass man alleine gelassen wird. Mit Profiberatung erhalten wir Informationen zu Techniken und Farben. Sehen die Farben auf dem Rohling eher blass aus, so entfachen sie ihre volle Pracht nach dem Brennvorgang.

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Das Was-andere-machen-ist-viel-schöner-Syndrom

Wieder gibt es etwas zu entscheiden: Was male ich wie? Um mich herum wird schon grundiert und für Muster abgeklebt. Ich dagegen lasse mich jetzt treiben. Ich tue fast so, als ob Farb- und Musterwahl eine Lebensentscheidung ist, maßregele ich mich selbst und schalte auf Entspannungsmodus. Keine Entscheidungen mehr, einfach machen. Irgendwie füllt sich das Muster auf der Kanne vor mir. Nicht symmetrisch – einfach nach Lust und Laune! Und das macht Spaß.

Während wir die Pinsel schwingen, plaudern wir über Reisen und was Mädchen sonst für wichtige Themen haben. Dabei trinken wir Tee und Sekt. Die Zeit vergeht wie im Flug. Viel zu schnell ist die Kanne fertig. Mit Blick auf die Uhr reicht die Zeit leider nicht mehr für ein neues Projekt. Ich wandle durch das Eigenlob und schaue, was an anderen Tischen kunstvoll gefertigt bzw. bemalt wurde. Da wurden Stempel verwendet, künstlerisch selbst bemalt und an einem Tisch blubbert es seltsam, was mich neugierig macht. In einem Glas mit Farbe wird mit einem Strohhalm Blasen erzeugt. Die farbigen Luftblasen werden danach kunstvoll auf eine riesige Schale gelegt, zerplatzen und erstellen auf diese Weise ein faszinierendes Farbmuster. Das hätte ich eher wissen müssen. Es sieht genial aus und spätestens hier fällt meine Entscheidung fürs Wiederkommen und neue Projekte nehmen im Kopf Gestalt an.

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Fertig bemalt und noch vor der finalen Grundglasur und Brennvorgang

Mit wehmütigem Blick auf meine Kanne verabschiede ich mich aus dem Eigenlob. Eine Woche muss ich noch warten, dann können wir unsere noch zu brennenden Kunstwerke abholen und uns sicher bald für den nächsten Mädelsabend hier verabreden!

Und so sieht das schöne Stück fertig aus:

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4 Kommentare

  1. Christiane

    hübsch ist sie geworden und danke für den Tipp. Ein schönes Wochenende mit viel Zeit für einen leckeren Tee wünsche ich Dir.

  2. Oh ja, das war ein sehr schöner Abend. Uns, d.h. der Nichte und mir hat es mit Euch auch viel Spaß gemacht! Und auch wir sind ganz stolz auf unsere Ergebnisse (und was die Empfängerin dazu meint werde ich in der kommenden Woche erleben dürfen).

    Und wann gehen wir mal wieder?

    • Ich fand es auch toll. Danke für Deinen Anstoß den Besuch endlich in die Tat umzusetzen. Freu mich, wenn wir bald wieder gehen.

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