Farbtöne von Grau

…wer mich und meinen Kleidungsstil kennt, weiß, dass oftmals Schwarz Farbe genug ist. Das war aber nicht der Grund, mir das Buch Shades of Grey – Geheimes Verlangen zu kaufen. Vielmehr: Warum ereifern
sich die Medien so über das Buch? Warum liest man so viel darüber? Warum kaufen so viele das Buch und warum stürmt es innerhalb kurzer Zeit die Bestsellerlisten? Glaubt man der Zeit, so wurde kein Buch in den ersten Wochen öfter verkauft als dieses. Kontrovers wird über das Buch berichtet, wobei es mich überhaupt wundert, dass dieses Buch (weil literarisch kein Meisterwerk) so heiß in einschlägigen Medien diskutiert wird. Von Softporno ist zu lesen, ja es wird sogar diskutiert, dass durch den enthaltenen SM-Teil des Buches die „Frauenquote“ in Frage gestellt wird, da bei diesen Verkaufszahlen anscheinend „Frau“ insgeheim auf devotes Unterwerfen steht und sich anscheinend nach dem alten Rollenbild sehnt…

Also entweder kam das Buch genau zur richtigen Sommerpause der Medien auf den Markt oder in deutschen Schlafzimmern ist es besonders langweilig…

Worum geht es überhaupt in diesem Buch?
Frau trifft Mann – das ungefähr bis Seite 100. Mit einem klassischem Setting werden alle Klischees bedient, die frau liebt: Konsalik trifft Pretty Woman. Er, der reiche, gut aussehende Multimillionär trifft unerfahrene, hübsche Studentin. Wünschen wir Frauen uns nicht alle den Ritter der Landstraße auf dem weißen Pferd, der uns das Leben und die Liebe zeigt? Mädels, Hand aufs Herz: spätestens seit dem letzten Bullen muss auch der Männerwelt klar sein: Wir wollen ausnahmslos Mick Brisgau. Und das aus gutem Grund…

Soweit der Start der klassischen „Liebesgeschichte“ von Mr. Grey und Anastasie Steel (ja auch die Namensgebung der Protagonisten erfüllt jedes Klischee). Der weitere Verlauf des Romans lässt sich einfach beschreiben: Es reihen sich Höhepunkte an Höhepunkte: im Bett, im Badezimmer, im Bootshaus, auf dem Schreibtisch usw.

Wer über SM etwas im Buch lesen möchte, wird nur bei 2 – 3 Stellen fündig. Doch also kein Softporno mit „fesselnder“ Geschichte? Ich glaube, das liegt im Auge des jeweiligen Lesers…

Mal unabhängig von der ganzen Mediendiskussion und Kritiken, es muss ja einen Grund geben, warum sich gerade dieses „Meisterwerk“ so gut verkauft.
Der Schreibstil ist einfach und wirklich kein literarisches Meisterwerk. Es liest sich so weg, ist leichte Kost. Alle reden über das Buch, jeder zerreißt es.
Entweder, weil hier ein Aufhebens gemacht wird, um (guten) Sex, der normal ist, aber als außergewöhnlich „verkauft“ wird, oder weil das Buch nicht den literarischen Ansprüchen genügt und ganze neue Perspektiven von Sex in „Grautönen“ beschreibt und deutsche Schlafzimmer in Aufruhr versetzt.
Zu welcher Gruppe ich gehöre, überlasse ich dem Leser ;-)

Wer nicht lesen mag, kann auf den Film warten (Hier kommt dann auch die Bild zu ihrer Schlagzeile). Und selbstredend gibt es nach dem ersten Teil des Buches, noch ein zweites…und ein drittes…und wer weiß, vielleicht auch ein viertes? Wir wissen ja, wie es sich mit den gut verkauften Dingen des Lebens verhält.

Und nur – und nur allein –  aus dem Grund, um zu erfahren, wie die Liebeseschichte von A. Steel und C. Grey weiter geht, werde ich mir gleich den zweiten Teil der Buchserie kaufen.

Ach ja, und wer weiß, wo sich Mr. Grey gerade aufhält: meine E-Mailadresse findet sich hier im Blog ;-)

 

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