Mal wieder cachen in der Homezone

IMG_4689Was man durchs Geocaching nicht so alles entdeckt. Jetzt wohne ich schon einige Jahre in Krefeld, doch gestern entdeckte Fleckchen waren mir größtenteils völlig unbekannt. Uerdingen am Rhein hat sicherlich mehr Industriecharme als landschaftliche Idylle, doch hat auch dies für mich einen Reiz.

 

 

Was ich nicht wusste, dass es so viele Lost Places direkt vor der Haustüre gibt. Die Caches selbst lagen alle vor oder an den LPs, was dem „Cachegefühl“ aber keinen Abbruch nahm.

Das alte Klärwerk in Uerdingen wurde beispielsweise um 1908 erbaut und das Gelände ist frei zugängig. Im Jugenstil erbaut wirkt es eher wie ein altes Herrenhaus mit liebe zum Bau als ein altes Klärwerk. Ende der 60er Jahre wurde der Betrieb eingestellt. Danach wurde es als Töpferei benutzt, steht nun seit etlichen Jahren leer. Seit 1984 steht der Bau unter Denkmalschutz. Über 850 qm vergammeln inzwischen vor sich hin. Bäume und Gebüsche wachsen über das Anwesen. Seit mehr als 15 (!) Jahren versucht die Stadt Krefeld das Gebäude zu verkaufen.
Ende 2012 drehte der Regisseur und Grimme-Preisträger Nikolaus Geyrhalter im denkmalgeschützten Gemäuer. Das Gebäude war Hauptdarsteller seines Films „Nirgendwo“. Laut Dezember-Meldung der WZ soll evtl. nun hier bald ein Musikinternat entstehen.

Das vor 100 Jahren an der Uerdinger Werft das (Geschäfts-)Leben pulsierte, lässt sich an manchen Stellen nur erahnen. Auch heute finden sich dort noch eine Vielzahl von Industrieunternehmen, vor 100 Jahren gabs allerdings dort mehr Arbeitsplätze als Uerdingen männliche Einwohner hatte. Schlendert man heute am Rheinufer entlang, so findet man viele verlassene, alte, zerfallene Industriebauten und Villen, die auf das ehemalige geschäftliche Hafentreiben schließen lassen.

Etwas abseits vom Rhein liegt der Brempter Hof mit seinen Ursprüngen aus dem 14 Jahrhundert. Auch hier ist leider inzwischen ein Lost Place vorzufinden. Die Stadt Krefeld sucht einen Käufer für das Anliegen (Expose).

Alles in allem war der gestrige Geocaching-Tag eine interessante Reise in die Vergangenheit – und das so nach vor der Haustüre. Rhein mit Weltststadtflair, gemütliche Ecken zum Verweilen und Seelebaumelnlassen, morbider Industriecharme und sogar tanzenden Mücken um diese Jahreszeit.

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5 Kommentare

  1. Pingback: Podcast VUSDL006: Smalltalk mit Ralf | Vom (Un)Sinn des Lebens

    • Der Cache dort ist eher normal, allerdings fand ich das Gelände ganz interessant und vor allem unbekannt.

      Den Zwischenlink hab ich mal lieber zur „Sicherheit“ als Plugin eingebaut…

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