Potsdam in wenigen Stunden

Sicherlich wird man Potsdam mit einer Stippvisite nicht gerecht. Als einst ehemalige Residenzstadt Preußens hat Potsdam viel zu bieten. Viele Schloss- und Parkanlagen bis hin zum UFA-Filmstudio Babelsberg. Leider blieb nur wenig Zeit bei meinem letzten Potsdamaufenthalt, dennoch konnte man mit wenig Zeit einiges entdecken.

Zum Abendessen kehrten wir zum Alten Stadtwächter ein. Das Restaurant ist mitten in Potsdam und zentral gelegen (an der Schoppenhauer Straße hält auch direkt die Straßenbahn am Luisenplatz). Nachts zuvor bin ich aus der Steiermark heimgekehrt. So möchte es der Zufall, dass ich einen Abend später hier das Restaurants des Grazer Kochs zu Abend aß. Das Essen und das Ambiente ist zünftig. Nettes Feature der Webseite des Restaurants: Ähnlich wie Google Earth kann man einen virtuellen 360°-Spaziergang durch die Räumlichkeiten online begehen.

Man speist hier in historischen Gemäuern. 1722 wurde hier in Potsdam die Stadtmauer gebaut. Nicht, wie man denken könnte, um Feinde abzuwehren, sondern um königliche Soldaten an der Flucht zu hindern! Das Haus, welches quasi direkt in die Stadtmauer integriert wurde, diente Unterkunft und „Wechselstelle“ für Pferde der Postkutschen. Darüber hinaus nutzten Stadtwächter, durch die Nähe der „Akzisemauer„, die Örtlichkeit als Zollstation.

nachtwaechter_potsdamPassend zum Ambiente und Namen der Lokalität starteten wir von hier aus bei einbrechender Dunkelheit eine Stadtführung mit dem Nachtwächter.  Fotos sind sicherlich schlecht bei einer Nachtführung zu machen, doch blieb tagsüber keine Zeit. Zudem hat eine Nachtführung ein besonderes, eigenes Ambiente. Im Schein der Laterne mit Kerzenlicht taucht man in die Geschichte einer fremden Stadt ein… Man streift durch historische Orte, lernt etwas über den Beruf des Nachtwächters und erkundet unbekannte Gassen. Die Führung war toll. Der Nachtwächter schaffte es immer wieder mit Geschichten vom ehemaligen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und seinem Sohn zu überraschen. Mit lebendigen Geschichten des Nachtwächters lies sich förmlich das Leben und Treiben der Langen Kerls erahnen, ob sogleich ein langer Kerl aus dem Haus spazieren würde.
Tagsüber soll das Holländische Viertel ein Publikumsmagnet sein. Auf Streifzug mit dem Nachtwächter hatte man den Eindruck, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Mir hat die Tour sehr gut gefallen und ich kann sie empfehlen. Eine offene Tour ist möglich  oder eine gesonderte Tour kann gebucht werden. Neben festes Schuhwerk sollte man Bedenken, dass es kleine und große Runden gibt. Ich fand die kleine Runde von mehr als 6 km durchaus ausreichend. Und bei kalten Tagen mit eiskaltem Ostwind sollte man an ein Mützchen denken. Die vielen geraden Straßen bescheren einem sehr kalte Ohren. Und das empfanden nicht nur wir Mädchen ;-)

mercure_ptsdam_aussenUm so mehr freute ich mich auf das warme Hotelzimmer. Direkt neben dem Stadtschloss  liegt das Mercure. Von außen eher als großer Klotz hat man von oben einen tollen Blick auf Potsdam. Vielleicht gibt es größere Zimmer, meines war allerdings eher…sagen wir: Der Hoteldesigner gewinnt einen Preis für platzsparendes Design. Quasi Dusche und WC fast „in einem Modul“ hatte ich noch nie ;-) Leider hatte ich auch erst am nächsten Tag verstanden, wie man die ständig zugige Klimaanlage ausstellt und das Fenster öffnen kann. 4 Sterne halte ich für übertrieben. Allerdings liegt das Hotel zentral (auch Nähe Hauptbahnhof). Für eine Nacht mit Frühstück im Einzelzimmer für ca 70€ aber ok.

Die Stippvisite Potsdam war sehr kurz, man sollte für diese Stadt mehr Zeit einplanen. Die Nachtwächterführung kann ich für andere Kurzreisende sehr empfehlen – auch wenn die Stadt an sich noch eine große Baustelle ist…
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1 Kommentare

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