Welcher eBook-Reader ist zu empfehlen?

Kindle PaperwhiteDer Urlaub naht und Viele verbringen vermehrt Zeit mit Lesen. Spätestens vor dem Kofferpacken und den Überlegungen, welche schweren Bücher mit in den Koffer (oder doch ins Handgepäck) sollen, taucht die Frage nach dem Sinn eines eBooks-Readers auf. 

Als Kindlenutzerin haben mich in den letzten Tagen Kollegen aus dem Büro und Bekanntenkreis immer wieder gefragt: „Lohnt sich ein eBook-Reader?“, „Macht es Spaß, damit zu lesen?“ „Welchen eBook-Reader würdest Du empfehlen?“. Die ersten beiden Fragen kann wohl jeder nur für sich selbst beantworten. Das ist schon eine Frage der Philosophie.

Aber welchen eBook-Reader würde ich empfehlen?

Ich habe mich in den letzten Wochen mal durch den eBook-Bestand von Bekannten „getoucht“, mal gehört, was sie zu Ihrem Gerät sagen und selbst gefühlt, wie es sich anfühlt und in den eigenen Händen hält.

Tolino Shine (bei Stiftung Warentest der Preis-Leistungs-Sieger) kostet 100 € und liegt für mich ganz gut in der Hand. Touchscreen und Hintergrundbeleuchtung vorhanden. WLAN-tauglich und mit Telekom auch mit Hotspot und Datencloud.  Der Tolino ist einen Zentimeter länger als das Kindle Paperwhite, was ich unpraktisch finde. Das Tolino fasst sich für mich nicht so gut an wie das Kindle Paperwhite. Da würde ich die 30 € mehr ausgeben.

Der Kobo Glo ist für mich da schon wesentlich interessanter. Mit ca 130 € preisgleich mit dem Paperwhite, aber: mit dem Kobo Glo können OnLeihen benutzt werden und ich bin unabhängig in der Buchshopwahl. Qualitativ fand ich ihn gut, auch war das Touchscreen und die Hintergrundbeleuchtung gut (letzteres allerdings für mich einen Tick schlechter als beim Kindle). Er ist in verschiedenen Fabren erhältlich – auch wenn ich nicht gerade pink wählen würde ;-) Das Verwalten fand ich eingängig, ebenso wie die Menüführung. Der Speicher ist sogar erweiterbar.  Das Händling ist ok. Die Außenmaße – im Vergleich zum Paperwhite – sind ähnlich: ca 1 cm ist es kleiner, aber gleich dick.

Das einfache „Tastenkindle“ könnte man als Einsteigermodell betrachten. Es kommt natürlich nicht an die zuvor dargestellten Modelle heran, kostet aktuell aber auch nur 69 €. Der „normale“ Kindle kann auch in der Sonne gelesen werden. Ich finde das Preis-Leistungsverhältnis gut. Zudem teilte man mir einen eindeutigen Urlaubsvorteil mit: Liegt man am Strand und hält das Kindle wie ein Buch einhändig über den Kopf in die Sonne, während man auf seiner Sonnenliege liegt, kann das Blättern per Touchscreen nur mit der zweiten Hand erledigt werden. Bekannte von mir schwören daher auf die einfache Kindlevariante für den Urlaub: einhändig über Kopf gelesen lässt sich per Klick schnell und einfach umblättern ;-)

Ich habe mir den Kindle Paperwhite gekauft und bin damit zufrieden. In der aktuellen Ausgabe 06/13 Stiftung Warentest ist das Kindle Paperwhite als Testsieger hervorgegangen. Keiner ließe sich so leicht bedienen und besitzt eine so hochwertige Technik, so Stiftung Warentest. Auch hält der Aku ewig lange, dass man fast seinen Jahresurlaub durchweg lesen kann.
Kurzum: Ich bin mit dem Kindle Paperwhite zufrieden. Aber: Kindle-Leser sitzen auch ein Stück im goldenen Käfig. eBooks auf dem Kindle lesen, heißt ausnahmslos seine Bücher bei Amazon zu beziehen. Das Kindle liest nur eBooks mit der Dateiendung .mobi bzw .azw. Man kauft zwar die Bücher nicht teurer (Buchpreisbindung), allerdings kann der Kindle-Leser keine Bücher von OnLeihen lesen. Das finde ich persönlich sehr schade. Noch hat zwar unsere regionale Bücherei online nicht meinen (Thriller)Lesestoff, doch ich bin davon überzeugt, dass das Online-Leihgebot in Zukunft ausgeweitet wird.
Ist man Amazon-Prime-Kunde, hat man zwar auch Zugriff auf eine Buchausleihe, aber ganz ehrlich: Hier finden sich für mich oft nur alte Schätzchen oder unredigierte Bücher…oder keine Bücher nach meinem Geschmack.
Trotz aller Vorteile des Kindle Paperwhite: Wer flexibel beim Buchshop sein möchte und ggf. Online Bücher ausleihen mag, sollte nicht einen Kindle wählen.

Den Sony eBook-Reader hatte ich noch nicht in den Händen. Der Sony PRS-T2 belegt im Vergleich bei Stiftung Warentest Platz 5 mit dem Urteil „gut“ und soll bauähnlich mit dem Paperwhite sein. Frau Kesro hat zum Sony gebloggt.

Zurück zur Eingangsfrage: Welchen eBook-Reader würde ich empfehlen? Stand heute, würde ich zum Kindle Paperwhite und zum Kobo Glo tendieren (Der Trend soll ja zum Zweitgerät gehen ;-). Als Einsteiger und Ab-und-zu-Gerät rate ich zum günstigen Kindle. Der Tolino hat mich im Vergleich nicht ganz überzeugt, wenn es auch kein schlechtes Gerät ist. Der Sony soll gut sein, aber den habe ich persönlich noch nicht testen können.
Selbstverständlich sind alle beschriebenen Eindrücke subjektv.

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8 Kommentare

  1. Mädchenpapa

    Hallihallo,

    also wir haben noch den Kobo Touch. Leider ohne Hintergrundbeleuchtung.
    Aber der nächste Reader wird garantiert einer mit sein. Gerade wenn es etwas schummerig wird oder wenn es zu hell ist wie z.B. auf der Terrasse, dann wäre das nämlich nicht schlecht.

    Wir haben das auch schon mal aufgeschrieben: http://www.bodehase.de/archiv/ein-ebook-reader-mit-hintergrundbeleuchtung-382.html

    Aber auf jeden Fall hat der Ebook-Reader seinen festen Platz bei uns in der Familie gefunden. :-)

    Lieben Gruß
    Der Mädchenpapa

  2. Ich besitze einen einfachen Kindle (den mit den Tasten) und bin sehr zufrieden damit. Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher wie lange, meine Arbeit seit Weihnachten 2011. Damals mehr als Verlegensheitswunsch, möchte ich ihn nicht missen.

    Meine Frau hat den Kindle Touch seit Sommer letzten Jahres und sie ist auch sehr zufrieden. Mir gefällt dort die Firmware,da diese seit dem letzten Update tatsächlich die Buchcover auch in den Bibliotheken anzeigt. Dieses Update ist auf dem normalen Kindle noch nicht angekommen. Evtl. ist dies ja auch gar nicht geplant…

    Natürlich lesen wir auch normale Bücher. Und ich würde auch nicht davor zurückschrecken, mir noch einen extra Reader zu kaufen, um Onleihen o.ö. nutzen zu können.

    Heiko

    • Danke für Dein Feedback. Den Tasten-Kindle fand ich auch gar nicht so schlecht, vor allem bei dem aktuellen Preis von 70€.
      Der Fire ist eher iPadersatz, oder? Das schöne an meinem Kindle finde ich, dass die Seiten sich wie echte Buchseiten lesen. Ich mag daher auf dem iPad auch keine Bücher lesen.
      Blog doch mal über den Fire ;-) Liebe Grüße, Tanja

      • Habe doch gar keinen Fire (steht das oben irgendwo?) ;-)

        Aber:

        Ja ein Kindle Fire ist kein ebook-Reader, sondern ein im Amazon-Kosmos gefanges Tablet. D.h. ohne Google-Play-Store usw.

        Darüberhinaus, hat ein Kindle Fire eben KEIN eINK-Display und verliert somit genau den Charme, den du ansprichst: es liest sich eben nicht wie ein echtes Buch…

        Heiko

  3. Hallo Tanja,

    schade, dass Du den Sony noch nicht testen konntest. Ich hätte gern mal Deine Meinung nach einer Langzeitnutzung erfahren.
    Vor einiger Zeit stand ich selbst vor dem Problem einen eBook Reader zu kaufen und habe viel gelesen, probiert und getestet und bin zum Schluss beim Sony hängen geblieben. Es war damals noch der PRS-T1 aber den Kauf habe ich bisher nicht bereut. Ausschlaggebend war, dass ich mit diesem Gerät alle gängigen Formate lesen kann und somit nicht an einen Shop oder Hersteller gebunden bin.
    Das Problem mit der Hintergrundbeleuchtung stellte sich damals nicht, da das Feature kein Standard war. Eine Hülle mit Leuchte dran erfüllt auch seinen Zweck. Der integrierte Speicher von 2 GB reicht bisher vollkommen aus und notfalls kann man per SDCard erweitern. Zusammen mit Calibre zur Verwaltung der Bücher ist der Sony für mich unschlagbar. Das Nachfolgemodell, den PRS-T2, habe ich zu Weihnachten verschenkt und bisher kam da auch nur Gutes.
    Ehrlich gesagt kann ich das Statement von Frau Kreso nicht so wirklich nachvollziehen.

    LG
    Andreas

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