Fazit der einwöchigen Azorenreise auf São Miguel

Es war ein traumhafter Urlaub! Wenig Tourismus, unberührte Natur und grandiose Landschaften. Dabei gibt es auf der Insel eine Infrastruktur, die komfortables Reisen mit dem Mietwagen auf der Insel ermöglicht. Was will man mehr? – Eine statt zwei Wochen! Auch wenn die Insel klein und überschaubar ist, war für mich eine Woche zu kurz. Mehr Zeit zum intensiveren Erkunden und verweilen an diesem schönem Fleckchen Erde wäre toll gewesen.

Hier ein paar Eindrücke in Stichpunkten und Links zu allen Blogartikeln unseres Azorenurlaubs 2013:

Azorianer:

  • unheimlich freundlich und zuvorkommend
  • selbst im entlegensten Winkel der Insel wurden wir, ohne der portugiesischen Sprache mächtig zu sein, freundlich empfangen
  • Man kann teilweise englisch. Wer wie wir kein Portugiesisch spricht kommt auch mit Händen und Füßen weiter.

Verkehr:

  • Einheimische lieben die Langsamkeit. So fahren Sie auch ;-)
  • Spritpreise sind niedrig – siehe Preise
  • Die Hauptverkehrsstraßen sind generell gut ausgebaut
  • Je kleiner der Ort, so kleiner und kurvenreicher die Straßen
  • Schlaglöcher oder unbefahrbare Straßen haben wir dennoch nicht entdecken können – dafür aber eine ganz schön enge Straße ;-)
  • Leihwagen: Wir haben über das Reisebüro bei Sunnycars gebucht. Es war günstiger als direkt auf der Insel am Flughafen oder im Hotel für eine Woche zu buchen

Picknick:

  • Das liebste Hobby der Arizoianer! Fast alle paar Meter gibt es einen Picknickplatz – meistens mit grandioser Aussicht.
  • Die Benutzung ist frei, ebenso ist zumeist Holz vorhanden, das ebenfalls kostenlos genutzt werden kann. Oft ist auch Wasser dort vorhanden. Nur Toiletten haben wir selten an den Picknickplätzen gefunden. Dennoch: Unheimlich sauber war alles.

Einkaufen:

  • viele Orte haben einen kleinen Laden
  • in größeren Dörfern gab es sogar auch Supermärkte
  • Apotheken hatten auch Sonntags auf

Preise:

  • Lebensmittel sind deutlich günstiger als in Deutschland. Ein Tante-Emma-Laden-Einkauf in Ribeira Quente beispielsweise: Hier kosteten Lebensmittel für ein ganzes Picknick mit Brot, regionalem Wein, Käse und Getränken und Keksen für kommende Ausflüge nicht mal 10 €.
  • Unterschiedlich sind die Preise in Restaurants und Cafes: Befindet man sich im Hotel oder „touristischem Gebiet“ liegen die Preise auf gleichem Niveau wie in Deutschland. Für einen Kaffee oder Cappuccino im Hafen von Vila Franca Do Campo oder in der Fischerkneipe in Ribeira Quente zahlten wir max 1 €, meist sogar darunter.
  • Obwohl man sich auf einer Insel befindet waren die Spritpreise deutlich günstiger und mit 20 – 30 cent unter unseren Preisen. Auch wenn die Insel nicht groß ist, sollte man die Tankanzeige im Auge behalten – nicht jeder Ort bietet eine Zapfsäule. Und: Zeit mitbringen. Tankt man an einer kleinen Tankstelle, so gehen Gespräche mit Bekannten und Verwandten des Tankwarts oder „Tankfrau“ vor ;-)
Nachtrag/Neuerung
Nachtrag bzw. Neuerung: Schaut bitte einmal unten in die Kommentare. Die Preise müssen sich inzwischen nach oben entwickelt haben. Dieser Artikel hier stammt aus 2013. Ich muss unbedingt mal wieder auf die schöne Insel. Dann kann ich auch selbst wieder neuen Input auch zum Thema Preis & Co liefern. Ein detaillierteres Roadbook zum Mullerthaltrail findet Ihr auf der Luxemburg-Website.

Baden:

  • Wir haben tolle Strände und sehr schöne Küstenabschnitte entdeckt
  • Der Sand selbst ist sehr feinsandig und glitzert gräulich (Sonnenbrille nicht vergessen! ;-)
  • Benutzung der Strände ist generell kostenfrei
  • Viele Orte haben zudem noch Naturschwimmbecken (oder beeindruckend angelegt wie in Lagoa)
  • An manchen Stränden sind sogar kostenfreie Duschen, Umkleiden und WCs vorhanden – auch hier wieder alles sehr sauber und gepflegt

Temperaturen und das Wetter:

  • Wir waren vom 11. – 18. September 2013 auf den Azoren. Wir hatten nur eine Regenschauer von 5 Minuten. Täglich kaum ein Hauch von Sprühregen für ca. 1 Minute – das war der Regen, der aus den Bergen kurz zu uns herüber geweht wurde ;-)
  • Sonne und Wolken wechseln sich rasch ab. Die Wolken hängen sehr tief. Fast hat es den Anschein, man kann sie greifen. Die Sonne brennt kaum, wenn sie scheint. Auch ist es nicht schwül. Insgesamt war das Wetter sehr angenehm!
  • Die Temperaturen waren bei rund 25°C – an der Südküste auch gern mal 27°C, am Morgen in den Bergen bei Wolken auch zeitweise bei 19°C. Es wärmte sich dann aber immer schnell auf.
  • In der ganzen Woche hatten wir nur einen Tag, an dem die Sonne sich erst zum Abend blicken lies. Unter 23 Grad war es an diesem Tag dennoch nicht.

Geocaching:

  • Eine PQ zur Insel ergab über 400 Caches – eine beeindruckende Anzahl für die kleine Insel, wie ich finde. Wer möchte, kann also von Morgens bis Abends hier dem Hobby frönen. Wir haben es langsam angehen lassen. Zum einen waren wir beide urlaubsreif, zum anderen kam mir irgendwie ein gebrochenes Fingerlenk und gestauchte Hand dazwischen ;-)
  • Manche „Punkte“ sind leicht zu erfahren, manche 1/1er Caches haben es aber auch in sich.
  • Earthcaches gibt es in Hülle und Fülle – wäre bei dieser Insel allerdings auch ein Wunder wenn nicht.
  • Viele Aussichtspunkte haben Caches. Man sollte eine Auswahl der schönsten Stellen vorher herausuchen.
  • Es gibt sogar auch Powertrails – haben wir aber nicht gemacht.
  • Es gibt erstaunlich viele größere Dosen. Filmdosen waren bei unseren Caches eher die Minderheit.
  • Ein außergewöhnliches Final hatten wir nur ein einziges Mal. Hier zählt noch mehr, dass ein Cache an einem besonderen Ort liegt.

Die Blogartikel zur Reise im Überblick:

Azoren wir kommen! – Was wir uns vor der Reise vorgenommen hatten
Tour in den Osten der Insel
Von Traumstränden, Kühen und Teeplantagen
Azoren: Zwischen heißen Quellen und kaltem Nebel
Auf den Azoren kocht der Teufel?
Die engste Straße der Welt gibt es nur auf den Azoren!

 

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13 Kommentare

  1. Silke Bäuerle

    Ich muss deinen Blog korrigieren: die Preise sind auf den Azoren nicht mehr günstiger als hier. Benzin kostet 1,40 Euro/l, Tomaten im Supermarkt mit schlechter Qualität 2,50 Euro/kg, importierte Waren haben Hammerpreise so z.B. eine Flasche Syoss Shampoo ca. 6 Euro, einheimische Produkte kosten etwa so viel wie hier.

    • Danke für Deinen Hinweis. Ich nehme das oben im Artikel auf. Ich muss unbedingt mal wieder hin. ich fand den Urlaub traumhaft.
      Ist es auch in den abgelegenen Stellen (da waren wir häufig) auch teurer geworden?

  2. Hey Tanja,
    wir waren auch auf den Azoren und fanden es wunderbar. Sao Miguel ist ein toller Anfang. Und du hast recht, die Azorianer sind super freundlich und lieben das picknicken – schon allein dafür muss man sie lieben:)

    Wir hatten gute zwei Wochen und haben Inselhopping gemacht. Auf Flores konnten wir super entspannen, so weit weg von allem.
    Auf Faial fand ich das Casa da Cha richtig klasse. Dort gibt es unzählige Teesorten, super leckeren Kuchen und man sitzt im fast schon tropischen Garten mehr als relaxt.

    Kannst ja mal bei auf PASSENGER X vorbeischauen, da habe ich meine 19 Tipps zusammengestellt.
    http://passenger-x.de/reisen/europa/portugal/highlights-azoren/

    Da wir Azorenurlauber ja meist zu Wiederholungstätern werden, kannst du davon sicher den ein oder anderen das nächste mal ausprobieren:)
    Liebe Grüße
    Nicole

  3. Gernot Borchers

    Hallo,
    ein toller Blog ist das hier. Ich plane mit meiner Bande (Frau und dann 16-jährigen Sohn) ab 1.Juli. 2017 mal für ca. 2Wochen dort hin zu fliegen. Kannst Du mir mal schreiben, wo Du gebucht hast? Reisebüro oder online?
    Danke und schönen Dank schonmal
    Gernot aus Bremen

    • Lieber Gernot, danke für Dein Feedback. Das klingt nach einem tollem Urlaub. Möchte auch bald unbedingt wieder auf die Azoren – ein tolles Fleckchen.
      Damals hatten wie die Azoren ausnahmesweise über das Reisebüro gebucht. Das lag aber daran, dass ich Meilen für den Flug verwenden wollte, meine Mitreisende den Flug normal zahlen musste, wir aber den gleichen Flug haben wollten. Ontop kam noch, dass wir 2 Einzelzimmer haben wollten. All das ging damals noch besser über ein Reisebüro. Heute wäre so eine Buchung online auch kein Problem mehr.
      Wir waren nur eine Woche auf Sao Miguel. Ich würde überlegen, ob Ihr bei 2 Wochen Urlaub vielleicht noch eine weitere Azoreninsel besucht? Sao Miguel ist relativ klein. Wir hatten dennoch viel Spaß und unheimlich viel schönes erlebt. Von Düsseldorf werden inzwischen weitere Direktflüge angeboten, auch zu anderen Inseln.
      Persönlich würde ich eine Onlinebuchung vor Reisebüro vorziehen – auch wenn es mehr Zeit fürs Stöbern kostet, aber für mich ist das quasi auch schon immer etwas Urlaubsvorbereitung ;-) Nach meiner Erfahrung habe ich online schönere und auch günstigere Unterkünfte gefunden und den Flug, den man bucht bleibt soweit bestehen und wird nicht von einem Reiseveranstalter o.ä. umgebucht. Wobei die Azorenflugzeiten eh relativ fix sind.
      Auch das Auto haben wir direkt von zu Hause ausgebucht und nur am Flughafen in Empfang genommen. Die Straßen sind alle soweit top.
      Solltet Ihr eine Fewo in Betracht ziehen: Es gibt ausreichend Supermärkte und Einkaufsmöglichkeiten.
      Viel Spaß wünsche ich Euch, würde mich freuen, weiter von Euch und Euren Urlaubsplänen zu hören.
      LG Tanja

  4. Hallo die Damen,

    herzlichen Dank für eure Informationen. Meine Reise nach São Miguel beginnt in vier Tagen – und ich freue mich schon wie Bolle.
    Viele Grüße,
    Alex

    • Die Damen? Noch schreibe ich hier alleine ;-))
      Viel Spaß auf den Azoren, da beneide ich Dich. Es ist eine tolle Insel. Und bei dem jetzigen Herbstwetter hier sicher doppelt ein Genuss. Lass es Dir gut gehen, liebe Grüße, Tanja

  5. Pingback: Wohin verreisen im Oktober? Tipps, Reiselinks und mehr

  6. Hallo Tanja,

    ich stöbere gerade auf reiseblogs nach Infos zu den Azoren und bin auch über deine berichte gestolpert. Du sagts 6 Tage waren dir zu kurz. Ich hatte nun mit 7,5 Tagen geplant. Wir sind mit Kind unterwegs, lange Wanderungen fallen daher aus. Eigentlich wollen wir „nur“ relaxen, surfen, baden,Ausflüge machen, Wale beobachten und in hübschen Orten verweilen und zwar nur auf Sao Miguel. Hältst du die Zeit dafür auch zu kurz? Was hättets du mit mehr Zeit noch angestellt?
    Danke und liebe Grüße
    Eva

    • Hallo Eva, wir waren jeden Tag unterwegs, somit war die Verlängerung auch zum puren Relaxen gemeint. Optimal wäre es für mich gewesen, einen Tag etwas zu unternehmen, einen tag auszuspannen ;-)
      Was ich leider nicht gemacht habe: Wale beobachten. Leider hatte ich mir auf der Insel zwei Finger gebrochen und konnte daher nicht auf so eine schöne Bootstour gehen. Soll aber fantastisch sein.
      Im Hotel haben wir noch Reisende aus Norwegen getroffen, die vorher auf den anderen Inseln waren. Auch die hätte ich gern erlebt.
      Kurzum: Sicher reichen knappe 8 Tage – ich wäre nur gern im Paradies etwas länger geblieben ;-)
      Liebe Grüße,
      Tanja

      • Liebe Tanja,

        vielen Dank für deine Einschätzung. Azoren sind nun gebucht und wir freuen uns wahnsinnig.
        Diese mal leider nur Sao Miguel, beim nächsten Mal dan Inselhopping.
        Liebe Grüße
        Eva

  7. Pingback: Podcast VUSDL 014 - Reise auf die Azoren | Vom (Un)Sinn des LebensVom (Un)Sinn des Lebens

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