Das grün-schwarze Gold: Wie wird eigentlich steirisches Kernöl gemacht?

Steirisches Kernöl ist das I-Tüpfelchem auf dem Salat und fast jeder Steirer macht Salat, Suppen und Saucen mit echtem, steirischen Kürbiskernöl an – ein Genuss und Gaumenfreude! Doch wo kommt das besondere Öl her und wie wird es hergestellt? Hier ein Ausflugstipp zum Genießen.

 

Die Berghofer Mühle
An der malerischen Raab gelegen, inmitten der sanften Hügellandschaft der Südoststeiermark befindet sich die Mühle Berghofer. Als ich auf den Hof fahre, begrüßen mich Blumen einladend. Kleine Ruheoasen sind auf dem Areal der Mühle eingebettet, eine Miniaturmühle plätschert zwischen einer Blumenpracht. Bänke laden zum Verweilen ein.

 

Die Mühle blickt auf eine lange Familientradition zurück: Seit sechs Jahren ist die Mühle in Berghofer Hand. Heute ist es eine reine Weiberwirtschaft, wie mir Frau Berghofer bei der Führung lächelnd mitteilt. Sie und ihre drei Schwestern haben das Zepter in der Hand und führen die Öl- und Getreidemühlen an diesem schönen Fleckchen der Steiermark.

 

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Handwerk mit Tradition: Führung durch die Ölmühle
Wir starten unsere Führung mit dem Schaukraftwerk direkt neben der Mühle. Ursprünglich stammt die Mühle aus dem 12. Jahrhundert. Seit 1845 ist sie im Familienbesitz. Vor der Ölmühle setzen wir uns auf Bänke und ich bekomme eine Menge Anschauungsmaterial. Kernöl ist nämlich nicht gleich Kernöl. Seit mehr als 100 Jahren pressen die steirischen Mühlen das grüne Gold aus den Kürbiskernkernen. Es gibt über 500 verschiedene Arten von Kürbissen erfahre ich, doch nur der typisch gelb-grüne Ölkürbis – auch Pepo genannt –  ist das Ausgangsprodukt für diese einzigartige und unverkennbare Ölspezialität, für die es einen Herkunftsschutz gibt. Für einen Liter des grün-schwarzen Goldes werden sage und schreibe 2,5 kg schalenlose Kürbiskerne genötigt. Diese wiederum gewinnt man aus 30-40 Kürbissen. Ich bin beeindruckt. 

Ob ich weiß, was eine steirische Ölkuh wäre? Ich lächele lieb und oute mich, dass ich jetzt das erste Mal von diesem Namen gehört habe. Dachte ich schon, mir kommt etwas Tierisches entgegen, so sehe ich nun eine Holzbank und erfahre, wie müßig die Kerngewinnung früher gewesen ist. Heute werden die Kerne moderner aus dem Fruchtfleisch des Kürbis geschält, doch wird in der Berghofer Mühle auch heute noch Tradition ganz groß geschrieben. Wie damals wird das steirische Kernöl gewonnen. Wir betreten den Pressraum und schon umgibt mich ein wohliger, warmer Geruch von nussigem Kernöl.

Der „Herr der Ölmühlen“ arbeitet an der heißen Presspfanne, während um uns herum der Motor rattert und die alte Steinmühle und Pressen vorantreibt. Auf das Fingerspitzengefühl des Ölexperten kommt es an, dass das steirische Kernöl zu einem besonderen Genuss wird.

Die Kunst des Müllers
In der Berghofer Mühle kann man darüber hinaus noch eine Getreidemühle besichtigen. In einem Rundgang erfahre ich mehr über die Dinkel-, Roggen, und Weizenproduktion.

Zum Ende der Führung genießen wir mit steirischem Brot das Kernöl und es ist wirklich ein Genuss für den Gaumen! Gut, dass es hier einen Mühlenshop gibt. Gierig kaufe ich Kürbiskernpesto und ein paar Schokosnacks ein. Ja, es gibt nämlich auch Kürbiskerne in Schokoladen getränkt in göttlichen Geschmacksrichtungen. Selbstredend waren die Mitbringsel alles Geschenke. Nicht! ;-)

 

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Informationen und Links in Kürze zur Erlebnis-Mühle:

  • Berghofer Mühle
  • Mit Voranmeldung sind Führungen für Einzelpersonen möglich an jedem Mittwoch um 10.00 Uhr und 11.00 Uhr, Freitag um 14.00 Uhr und Samstag um 10.00 Uhr 
  • Die Führung der Ölmühle dauert ca 45 – 60 Minuten; Eintritt 3 € pro Person, mit der Genusscard ist der Eintritt frei
  • Führung durch beide Mühlen dauert ca 90 Minuten; Eintritt 5 € pro Person, mit der Genusscard ist der Eintritt frei

 

Offenlegung: Ich wurde vom Tourismusbüro des steirischen Thermenlandes zu dieser Führung eingeladen. Lieben Dank dafür. Meine Meinung bleibt natürlich die eigene.

 

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3 Kommentare

  1. Shosh3000

    Lauwarmer Kartoffelsalat mit gerösteten Kürbiskernen und Kürbiskernöl sieht etwas merkwürdig aus, ist aber extrem lecker und unbedingt zu empfehlen. Natürlich mit Brühe gemacht und nicht mit Mayo.

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