Steyl – Frühlingserwachen im Klosterdorf an der Maas

Noch ist es frisch, doch der blaue Himmel verspricht ein erster, sonniger Tag nach dem Winter zu werden. Ich mag es, in die Niederlande zu reisen. Schon direkt nach der Grenzüberquerung lachen mir schwarz-weiß geringelte Ampeln entgegen, die Häuser haben selten Gardinen und alles sieht etwas andersartig aus. So nah der Heimat und doch so unterschiedlich. Genau das macht für mich einen Ausflug in die benachbarte Provinz Limburg gleich zu einem besonderen Erlebnis. Es ist der erste Frühlingstag des Jahres und ich bin auf dem Weg nach Steyl. Das Verdeck ist geöffnet und ich genieße die ersten Sonnenstrahlen. Alle wollen sie heute raus, die Sonne genießen und den ersten Kaffee unter freiem Himmel genießen. Wir sind frühlingsausgehungert. Dennoch ist es hier nicht überfüllt und gemächlich wird das schöne Wetter genossen. Steyl ist genau genommen ein Stadtteil von Venlo, ist allerdings eher ein beschauliches Kloster-Dorf mit rund 4000 Einwohnern.

Heike hat mir diesen Insidertipp gegeben, als ich Reiseblogger nach ihren Heimatliebe-Tipps gefragt hatte. Ohne diesen Tipp von Heike wäre ich wohl nie in Steyl gelandet und hätte nicht so einen schönen Frühlingsstart erlebt. Es ist herrlich unaufregend hier – und genau das ist der Charme des Dorfs. Ein Parkplatz war schnell gefunden und mit meiner neuen Kamera bewaffnet streife ich durch den Ort.

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St. Michaelstraat, Bildmitte Arnold-Janssen-Denkmal

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Café/Restaurant am Veerweg, führt zur Maasfähre

Auf Frühlingssuche im botanischen Garten

Nähe der Maas und dem Kloster, befindet sich ein botanischer Garten. An diesem ersten Märzwochenende ist noch nicht viel Grün zu bewundern und der Jochumshof ist noch nicht voll gerüstet, dennoch blitzen hier und da erste Frühlingsboten. Perfekt für ein erstes Shooting mit meiner neuen Canon 700D. Wir zwei müssen erst noch Freunde werden, aber es macht Spaß, mit der neuen Kamera zu experimentieren – und auch die Welt mal von Bodennähe zu erkunden (Ich hörte, das machen gute Fotografen so ;-))

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Älteste Teile des Gartens stammen aus 1799. Pater Peter Jochum wollte mit diesem Garten die Biologie der Ausbildung im Kloster unterstützen. Aus allen Teilen der Welt brachten die Missionare Pflanzensamen mit nach Steyl. Vom Kräuterbeet bis zum botanischen Garten finden sich hier Pflanzen – selbst ein großer Mammutbaum. Ich setze mich auf eine kleine Bank am Weg und genieße die Sonne. Zaghaft sind erste Vögel zu hören. Ansonsten umgibt mich himmlische Ruhe.

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Wenn der Frühling weitere Schritte unternommen hat, werde ich auf jeden Fall erneut diese Oase besuchen. Klein aber fein ist der Jochumshof. Zum jetzigen Frühlingsstart war noch wenig an Botanik vorhanden. Das dazugehörige Café habe ich leider erst zu spät entdeckt und muss ich ebenfalls unbedingt zu einem späteren Zeitpunkt besuchen. Wie im Garten soll sich hier allerlei aus nah und fern wieder finden: Einrichtung aus dem 1800 der Niederlande, italienische Kaffeebar,  Tische aus Indien uvm.

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Kulinarischer Höhepunkt: Die örtliche Friture

Laut Heike soll es in der Steyler Friture die leckersten Fritten der Provinz Limburg geben. Ich werde also quasi genötigt, einen Test für Euch durchzuführen. Und weil ich gerade dabei war, gab es köstliche Bitterballen in Erdnusssoße gleich dazu. Für das Gewissen und den Durst genieße ich dazu ein „Spa“-Wässerchen. Zünftig mit Plastiktablett zockel ich auf den Vorplatz der Friture und ergatter auf der Terrasse trotz des schönen Wetters sogar noch ein Plätzchen mit Maas-Blick und geselle mich zu anderen Besuchern an den Tisch. Es war köstlich! Heike hatte Recht behalten. Wenn Ihr Steyl besucht, haltet also immer noch ein bisschen Hunger parat, damit Ihr auch hier einkehren könnt!

Immer der Maas entlang

Knapp 900 km lang ist die Maas und durchfließt Belgien, Frankreich und die Niederlande. Der niederländische Abschnitt der Maas ist für die Großschifffahrt ausgebaut und so kann es passieren, dass nichtsahnend auch bei der eher schmalen Maasstelle bei Steyl ein dicker Dampfer passiert.

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Ich spaziere etwas den Fluss entlang. Richtung Aalsbeck kann man dem Schiffstreiben bei Schleusen zuschauen, wie ich nachher bei einem Plausch erfahre. Ich laufe ein Stück Richtung Tegelen und genieße die Ruhe der vorbei fahrenden Schiffe und freue mich über die Vögel in den Flussauen, die langsam wieder zu uns zurückkehren.

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Fährmann, setz über!

Ich liebe das Wasser, Böötchenfahren und insbesondere Fährfahrten. In Steyl setzt eine Fähre nach Baarlo über. Dudu bleibt heute ausnahmsweise auf Land und ich setze ohne ihn über. Eine gute Wahl, wie sich nachher herausstellte. Dank umsichtiger Autofahrer küssten bei der Abfahrt dann doch einige Autos die Stoßstange des anderen… Da war ich mit 20 Cent je Überfahrt als Fussgänger doch gut bedient ;-)
Die Überfahrt geht für mich – wie immer – viel zu schnell. Ich genieße vor dem Übersetzen das Treiben der Fährgäste und schaue gebannt zu, wie die Fähre Schiffe „umschifft“ und über einen Seilzug an einer Boje befestigt sich den Weg über die Maas immer wieder erneut bahnt.

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Autofähre Steyl – Baarlo (je nach Saison oder Wochentag von 8 bis 20 Uhr im Betrieb)

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Langsam färbt die Wintersonne alles in cremefarbendes Licht. Beste Zeit noch bei einem Kaffee zu entspannen.

Koffie verkeerd mit Blick auf die Maas

Direkt am Fähranleger in Baarlo liegt das D‘ Herren. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Maas und kann auf der Terrasse oder vom überdachten Winterkarten etwas erhöht prima seinen Milchkaffee oder eben Koffie verkeerd genießen.

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Kloster und Museum

Eigentlich ist Steyl bekannt für seine drei Kloster, der zweistöckigen Doppelkirche und dem Missionsmuseum, in dem aus mehreren Jahrhunderten „Mitbringsel“ der missionarischen Tätigkeit ausgestellt sind. Mein Hunger nach Sonne war heute allerdings zu groß, dass ich auf gar keinen Fall innen etwas erleben wollte. Ein Museums- und Kirchbesuch sollen sich allerdings lohnen und ich werde es nachholen. So blieb es heute nur bei Außenansichten – aber auch die waren besonders schön!

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Missionshaus St. Michael und Doppelkirche

 

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5 Kommentare

  1. Pingback: Wo Limburg herrlich unaufregend und unspekatkulär ist - vielweib on tour

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