Das Frankenland: Zwischen Bierkultur und prunkvollem Barock

Neugierig lausche ich dem Gespräch meiner Sitznachbarn im Zug. „Franken ist nicht Bayern, da sind wir Franken eigen!“, verkündet der ältere Mann seinem Gegenüber. Ich denke an Köln und Düsseldorf und schmunzle etwas in mich hinein. Dass das Frankenland nicht gleich Bayern ist, war mir zuvor nicht wirklich bewusst. Eigentlich recherchiere ich zu meinen Reisezielen vorher online oder bin vorab mit einem Reiseführer ausgestattet. Diese „Trockenübungen“ sind für mich Genuss und Reisevorfreude zugleich. Bei meinem Frankenland-Wochenendtrip war ich allerdings etwas ahnungslos, was ich alles im Frankenland entdecken kann. Nicht immer bleibt Zeit für Reisevorbereitungen. So sitze ich im Zug und lausche dem älteren Mann, der sich auf hochdeutsch bemüht, uns seine Heimat in schillernden Ausführungen zu beschreiben. Seine Augen leuchten bei den spannenden Beschreibungen und ich verpasse fast meinen Ausstieg.
Meine Entdeckertour durchs Frankenland führt mich durch barocke Schönheiten, mittelalterliches Bilderbuchflair . Es gibt herausragende Kunstschätze. Ich erfahre, dass es in Oberfranken die höchste Brauerreidichte der Welt gibt, bester Wein in traditionellen Bocksbeutelflaschen serviert und überhaupt Genuss ganz groß geschrieben wird. Für Euch hier meine sieben Tipps für eine Reise ins Frankenland:

Bamberger Altstadt

Bamberger Altstadt

Stadtführung mal anders: Zeitreise in Bamberg

„Das wird doch nicht unser Stadtführer sein?“, denke ich mir und beobachte den Mann der mit watschelnden Schritt in barocker Robe auf uns zu gelaufen kommt. Puder im Gesicht und eine Perücke auf dem Kopf. Kein Zweifel, das ist er. Als Freiherr stellt er sich vor. Während er unsere Damenrunde laut nach der edlen Herkunft fragt, schaue ich mich verstohlen um. Fußgänger bleiben stehen, beobachten uns und zücken Ihre Fotoapparate, um das Schauspiel für sich festzuhalten. Stadtführungen mit Kostümierten mag ich nicht besonders. Das fühlt sich für mich an, als ob mir ein Schild umgehängt wurde: „Hallo, schaut her: Ich bin ein Tourist!“. Während ich diesen Gedanken nachhänge, laufen wir auch schon los und unser Freiherr geht ganz in seiner Rolle auf. Gekonnt mit schauspielerischen Fähigkeiten berichtet er aus seiner Zeit, als ob es gestern gewesen wäre. Mit Witz und Charme entführt er uns in seine Welt und ich finde doch Gefallen an dieser besonderen Führung.

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Gebannt lausche ich den Geschichten zum Alten Rathaus. Eines der bedeutendsten Bauwerke Bambergs und ehemaliges Wahrzeichen der Herrschaftsgrenze als Trennung zwischen der bürgerlichen Innenstadt und bischöflichem Areal. Gierig lauschen wir den Ausführungen unseres Stadtführers, wie er uns die Entwicklung der Umgestaltung vom „schäbigen“ Mittelalter in die barocke Glitzerwelt künstlerisch und sehr humorvoll schildert. Da wackelt die Perücke, Zuschauer werden mit einbezogen, und die Mimik ist eines echten Freiherrn würdig – ganz klar: Das ist seine Bühne…und wir genießen sie.

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Im Rathaus der mittelalterlichen Kaiserresidenz befindet sich die größte Prozellanansammlung Europas und auch hier gibt es spannende Geschichten von unserem Stadtführer. Bei dem ersten Sonnenstrahlen des Jahres zieht es uns aber wieder schnell nach draußen. Die Bamberger Altstadt ist Weltkulturerbe und trägt diese Auszeichnung zurecht. Bilderbuchflair vergangener Zeiten an jeder Ecke, mit jedem Haus. Es ist, als ob die Vergangenheit in Bamberg zum Leben erwacht. Wo man hinschaut erblicken wir denkmalgeschützte Häuser.

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Der Charme des Mittelalters liegt über der Stadt und konkurriert mit barocker Prachtkultur.  Wir flanieren gemeinsam zur alten Hofhaltung, der einstigen Wohnstätte der Bischöfe, genießen vom Rosengarten den Blick auf die Dächer von Bamberg. Im Sommer soll sich zur Blütezeit ein Besuch besonders lohnen. Auch der Duft soll für die Weiblichkeit sehr betörend sein, erfahren wir. Der Bamberger Dom ist ein beeindruckendes Bauwerk und sollte mit reichlich Zeit erkundet werden.

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Bamberg ist auf sieben Hügeln erbaut und wird auch als Rom Frankens bezeichnet. Besonders hat es mir klein Venedig angetan. Die Inselstadt mitten in Bamberg an der Regnitz ist eine ehemalige Fischersiedlung. Fachwerkhäuser schmiegen sich hier eng aneinander und winzige Gärten zieren die Häuser. Als Schandfleck hat man zur Barockzeit diese mittelalterlichen Häuser angesehen. Um so erfreulicher ist es, dass sie bis heute erhalten geblieben sind.
War ich eingangs skeptisch mit einem Freiherr die Stadt zu erkunden, um so begeisterter war ich danach. Mein Tipp: Unbedingt in Bamberg so eine Themenführung genießen!

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Neben Sightseeing auch Zeit für eine Shoppingtour einplanen

Nach der Stadtführung erkunde ich auf eigene Faust Bamberg. Der Frühling beginnt. Überall öffnen Straßencafés, Betriebsamkeit herrscht in den gemütlichen Gassen. Ich lasse mich treiben, pendle zwischen Sightseeing und Shopping. Dabei ist mir ein Haus besonders aufgefallen: Das Mohrenhaus an der oberen Brücke von 1444 beherbergt heute ein Einkaufsparadies für schöne Dinge. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Als es noch keine Hausnummern gab, zierten Figuren etlicher Art die Häuserwände. Einst war im Mohrenhaus eine Apotheke. Liebevoll restauriert finden sich heute in den Schränken von damals nicht mehr Zahnpasta und Schnupfpulver, sondern köstliche Teesorten und mehr. Ihr könnt Euch denken, dass ich nicht ohne Einkaufstasche das Haus verlassen konnte ;-)

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Die Hauptstadt des Bieres genießen

Verdursten muss man in Bamberg nicht: Neun eigenständige Braustätten, zwei Handelsmälzereien und eine eigene Brauereimaschinenfabrik weist die Stadt auf. Bayern und Bier gehört irgendwie zusammen, im oberfränkischen Bamberg wird allem noch die Krone aufgesetzt. Den ersten Bierausschank gab es in Bamberg 1093. Nach dem Motto der Benediktiner sollte hier jeder täglich sein Quantum Bier erhalten. Das zog sich durch die ganze Geschichte. 1818 brauten in allein in der Stadt Bamberg 65 Brauereien über 40.000 hl Bier. Bier sicherte über Jahrhunderte die Lebensgrundlage vieler Bamberger.

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Während wir im Rheinland auch nicht gerade an Bierarmut leiden, übertrifft im Frankenland die Bierkultur alles. Ich bin nicht die Bierkennerin, allerdings hat mich die Geschmacksvielfalt beeindruckt. Wir kehren in die Gasthausbrauerei Ambräusianum am Fuße des Kaiserdoms ein. Bei der Auswahl, weiß ich gar nicht, was ich wählen soll. Während meine Begleiterinnen gleich eine kleine Bierprobe (mädelsgerecht 0,1) zu unserer Brotzeit bestellen, probiere ich das ausgefallene Rauchbier. Eigenwillig und stark im Geschmack, aber mir hat es köstlich zum Gerupften geschmeckt. Gerupfter ist übrigens nichts anderes als Obatzter. Aber das darf man im Frankenland nicht sagen. Das wäre so, als wenn man in Köln statt Kölsch Altbier bestellen würde – oder so ähnlich ;-)

Wie der Adel speisen

Weniger zünftig, aber dafür adelig edel ist mein nächster Frankenland-Tipp für Euch: Nicht weit von Bamberg liegt Schloss Reichmannsdorf. In Schlüsselfeld und abgeschiedener Ruhe des Frankenlandes könnt Ihr nicht nur prima entspannen, sondern auch ein festliches Abendessen mit barocken Ambiente genießen. Im Gewölbekeller von Schloss Reichmannsdorf werden wir mit klassischer Musik begrüßt. Überall stehen Kerzen und erleuchten stimmungsvoll den Raum. Felsen und altes Gemäuer schaffen eine besondere Atmosphäre. Die Türe am Eingang hat niemand vergessen, sondern zeigt uns heute unsere Speisekarte des Abends an.

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Unsere Speisekarte des Abends

Unsere Speisekarte des Abends

Die Ernährung bei einem Festessen zur Barockzeit ist sicher nicht nachahmungswürdig. Stark gewürzt wurde damals, erfahren wir vom Küchenchef, auch um verdorbene Lebensmittel im Geschmack zu verbessern. Hier gibt es für uns nur erlesene Speisen, typisch für den Barock auf opulenten, bunten Service. Mit der ein oder anderen „Barock-Anekdote“ wird uns köstlicher Wein in Bocksbeutelflaschen gereicht und dazu edelste Speisen aufgefahren. Ich fühle mich ein wenig wie eine kleine Prinzessin. Wir plauschen über unsere Eindrücke des Tages und genießen alle die raffiniert angerichteten Speisen. Dazu knistern die Kerzen, schimmern sanft und die Musik untermalt passend die wunderbare Stimmung. Für Genießer und Genussmenschen auf jeden Fall meine Empfehlung für dieses barocke Abendessen mit Schlossambiente! Mehr Details gibt es nächsten Monat dazu in einem Gastartikel von mir bei Teilzeitreisen.

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Schatzssuche im Schloss

Neben sehr gutem Essen bietet das Lindner Hotel im Schloss Reichmannsdorf noch zwei weitere Erlebnisse für eine Entdeckertour im Frankenland an. Das von Johann Dietzenhofer 1714 erbaute Sommerschloss liegt nicht nur direkt neben dem Hotel, sondern beherbergt auch schöne barocke Räume, die in einer individuellen Schlossführung entdeckt werden können. Wir schauen uns die Seminarräume an. Begeistert bleibe ich in der Bibliothek stehen und kann gar nicht glauben, dass hier die Schätze nicht weg gesperrt wurden. Verzaubert lese ich die Buchrücken, kann die alte Zeit einatmen.

Das Flair begeistert mich. Der ehemalige Familiensitz der zu Schrottenbergs erwacht zum Leben. Es hat den Anschein, als ob der ehemalige Schlossbesitzer jeden Moment den Flur betritt.

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Neben der Schlossführung kann auch eine Schatzsuche gebucht werden. Es gilt Aufgaben zu lösen, um das Schloss eigenständig zu entdecken. Manchmal sind die Rätsel kniffelig. Ein Schlossspaß der besonderen Art – auch für Kinder möglich und ein Erlebnis!

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Wer es sportlich mag…

Barock wäre genau meine Zeit! Körperlich betrachtet wäre ich wohl „Germanys Topmodel of the past“. Die Kurven und üppigen Füllungen wären schon mal vorhanden ;-) Sport ist nicht so meines, doch im Frankenland habe ich auch das mal versucht.
Das Frankenland bietet nicht nur (Bier)Kultur und Geschichte, man kann seinen Urlaub auch in der Natur im Steigerwald oder bei der ein oder anderen Sportart abrunden. Das Spaß und Sport mal zusammen passt, hätte ich auch nicht gedacht ;-) Wer auf seinem Kurztrip im Frankenland auch gern „halb-sportlich“ unterwegs ist, dem empfehle ich einen Golfschnupperkurs zu machen.  Handycap: Spaß gemacht – lautete mein Fazit nach meiner kleinen Trainingseinheit, über die ich bereits im Teilzeitreisen-Blog berichtet habe und auch für Elfen und Sportlegastheniker wie mich sehr zu empfehlen ist!

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Die „Lustgrotte“ erleben… – alles eine Frage vom Schein und Sein

Während wir das Schloss Weissenstein umrunden, bin ich beeindruckt, wie gut es erhalten ist. Das Schloss ist seit 300 Jahren in Familienbesitz und wurde durch Kriege nie zerstört. Dieses Schloss in Pommersfelden ist ein Glanzstück des fränkischen Barocks und diente schon mehrfach als Filmkulisse. „Heute fährt man dicke Autos, früher baute man sich prunkvolle Schlösser.“, hören wir von unserer Führung. An der Ecke des Wirtschaftsgebäudes des Schlosses bleiben wir stehen. Während ich mich noch Frage, ob es schon damals Fusch am Bau gab, wird uns erklärt, dass versteckte Gebäudeteile funktional einfach gebaut wurden. Häuserfassaden, die für andere sichtbar waren, umso prunkvoller.

Foto: © Gemeinnützige Stiftung Schloss Weißenstein

Foto: © Gemeinnützige Stiftung Schloss Weißenstein

Wie Schloss Reichmannsdorf ist das Prachtstück Schloss Weissenstein auch vom Architekten Johann Dientzenhofer erschaffen. Die wahren Schätze liegen aber im Innern des Barockbaus. Für mich völlig unerwartet, bewundere ich die majestätische Innenausstattung. Wir betreten die Muschelgrotte und ich bleibe verzückt vor so viel Kitsch stehen. So etwas habe ich noch nie gesehen! Als Empfangsraum und Zugang zum Garten gedacht, stehe ich in einer anderen Welt. Das Foto bringt es leider nicht so herüber, wie es überall funkelt und mit welcher Liebe zum Detail die Wände der Grotte gestaltet wurden.

Foto: © Gemeinnützige Stiftung Schloss Weißenstein

Muschelgrotte – Foto: © Gemeinnützige Stiftung Schloss Weissenstein

Es gibt kleine Brunnen, an denen sich die Damen damals abkühlten. Der Hausherr Lothar Franz von Schönborn hat sich zudem etwas ganz Besonderes hier einfallen lassen: Extra eingebaute kleine, versteckte Wasserbrunnen arbeiteten auf Knopfdruck wie Wasserpistolen und sorgten dafür, dass die Damen verschreckt ihr Kleid hoben und einen Blick auf ihre Fesseln den Herren boten – im Barockzeitalter höchst erotisch und eine besondere Sinnesfreude. Die Herren wussten zu leben ;-)

Jeder weitere Raum, den wir betreten, hält eine weitere Überraschung bereit. Der Spiegelsaal ist das älteste in Deutschland erhaltene Spiegelkabinett und nicht weniger imposant wie der prunkvolle Mamorsaal. Wir flanieren weiter und ich fühle mich in diesen Räumen ganz klein, bestaune die barocke Baukunst und bleibe verdutzt stehen. War das da nicht eben ein echter Rubens, der da hing? Ich trete näher und entdecke noch mehr Bilder von unschätzbarem Wert: Dürer, van Dyck und weitere große Künstler entdecke ich. Im Schloss Weissenstein befindet sich die bedeutendste deutsche Sammlung von Barockgemälden in privater Hand. Eine Kunstsammlung, die sich sehen lassen kann. Das Frankenland bietet eine Menge Schätze – mehr Schein als Sein stimmt aus heutiger Sicht wohl nicht mehr. Unbedingt bei Eurem Besuch im Frankenland hier einen Kulturstopp einlegen!

 

Weitere Frankenland-Impressionen:

Infos kompakt:

Bamberg

  • Die Stadt Bamberg bietet viele verschiedene Stadtführungen an: Von Geschichtenerzählern, Barockführung über Bierführungen bis hin zu einer Kinderstadtralley. Die Erlebnisse sind einzeln oder auch als Gruppe buchbar. Wer lieber alles auf eigene Faust erkunden mag, kann sich an der Touristeninformation auch einen iGuide ausleihen. Die gesamte Altstadt von Bamberg ist Weltkulturerbe und bietet eine Menge Sehenswürdigkeiten.
  • Das Mohrenhaus als Shoppingtipp für Teegenießer und schöne Dinge findet Ihr an der Oberen Brücke 14, ganz in der Nähe vom Alten Rathaus Bambergs.
  • Eine kleine Bierverkostung könnt Ihr prima im Ambräusianum erleben.

Schloss Reichmannsdorf, Lindner Hotel & Resorts

Schloss Weissenstein, Pommersfelde

  • Schloss Weissenstein in Pommersfelden ist vom 1.4. bis 31.10. täglich von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Führungen finden stündlich statt. Neben eine Schlossführung können auch Sonderführung zur Architektur oder Gemäldekunst gebucht werden. Der Schlosspark ist ganzjährig geöffnet.

Offenlegung: Ich wurde von Lindner Hotels & Resorts zu einer Pressereise zum Schloss Reichmannsdorf eingeladen. Herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt die eigene.

Fotohinweise: In Bayern ist Fotografieren von Bauwerken nicht ohne Weiteres erlaubt. Genaue Informationen findet Ihr auf der Webseite der Bayrischen Schlösserverwaltung. Bamberg hat viel mehr zu bieten als hier in Fotos dargestellt. Da hilft nur eines: Hinfahren! Es lohnt sich auf jeden Fall diese schöne Stadt im Frankenland selbst zu erkunden. Fotos in diesem Blogartikel sind von der Stadt Bamberg genehmigt. Vielen Dank an Lindner Hotels & Resorts für die Bemühungen zu diesen Fotofreigaben.

Im Schloss Weissenstein darf nicht fotografiert werden. Ich danke der gemeinnützigen Stiftung des Schloss Weissensteins für die Fotos und Genehmigung zur Verwendung.

 

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8 Kommentare

  1. Jetzt musste ich doch auch noch deinen Artikel über meine Heimatstadt lesen… ach, ein bisschen schade, dass du ausgerechnet im Ambräusianum warst und das Rauchbier nicht in einer der beiden traditionellen Rauchbierbrauereien Schlenkerla (gleich nebenan) und Spezial (zwischen Altstadt und Bahnhof) probiert hast. Ein gaaaanz anderes Geschmackserlebnis. Und eigentlich auch vom Ambiente ein völlig anderes Erlebnis, nämlich wirklich fränkisch-bambergerisch-authentisch, während ich eigentlich keinen Einheimischen kenne, der noch ins Ambräusianum ginge.

    Kleiner Hinweis zu „Klein Venedig“. Der Name bezieht sich nicht auf die Inselstadt an sich. Die ist sehr viel größer. Es geht bei „Klein Venedig“ wirklich NUR um die eine Häuserzeile direkt am Wasser.

    • Danke für den Kommentar und das Wissen einer Kennerin! :-)
      Der Artikel ist schon viele Jahre alt. Ich sollte noch einmal hin und neu erleben und verkosten ;-)

    • Finde ich persönlich nicht. Ich mag die Altstadtkerne und ob in Franken, tiefem Bayern oder am Main – ich empfinde es als sehr unterschiedliche Urlaubswelten.

    • Überhaupt nicht! Da wäre zum einen die Lage der Städte, die völlig anders ist: Bamberg ist vom Fluss geprägt, der in mehreren Armen durch die Stadt fährt, Rothenburg liegt hoch über dem Flusstal.

      Zudem ist Bambergs mittelalterlicher Baubestand barockisiert worden. Das heißt, die Fassaden der Fachwerkhäuser wurden verputzt. In Rothenburg liegt das Fachwerk blank.
      Und dann kommt die eigentliche Sache dazu: Bamberg blieb im zweiten Weltkrieg unzerstört, Rothenburg wurde stark zerstört, aber danach wieder aufgebaut – allerdings nur nach außen mittelalterlich. Im Inneren sind die Häuser nach Nachkriegsstandards angelegt. Im Gegensatz zu Bamberg, wo die Häuser auch hinter den (barocken) Fassaden noch mittelalterlich sind.

      Abgesehen davon liegen beide Städte nicht (historisch) in Bayern.

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