Städtereise durch Mechelen: Mit „Bier in Frauenhänden“ auf Entdeckertour

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Hand aufs Herz: Wer von Euch kennt Mechelen oder hat Mechelen als Ziel für eine Städtereise im Visier? Richtig. Mir war bis vor wenigen Monaten die Stadt in Flandern auch nicht wirklich bekannt. Noch weniger hatte ich auf dem Schirm, dass man in Mechelen einen phantastischen Wochenendurlaub und Städtereise verbringen kann – und das auch noch im Zeichen einer ausgefallenen Genusstour! “Bier in Frauenhänden” heißt das Programm und ist ein Erlebnisführer durch die flämische Stadt Mechelen. Das machte mich neugierig und wollte ich unbedingt ausprobieren.

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Start der Städtereise: Entspannung auf dem Schiff

Das Boot schaukelt leicht. Die Abendsonne wärmt angenehm meine Haut. Ich lehne mich zurück und koste den Augenblick. Vom gegenüberliegenden Ufer dringt belgisches Stimmengewirr an mein Ohr. Am Vismarkt trifft man sich zum Feierabendbierchen und startet ins Wochenende. Ich blinzle durch die Augen, genieße den Anblick, wie die Sonne die Backsteine der umliegenden Häuser in warmes Licht taucht. Zu lang war der Regen der letzten Sommertage. Das ist eine Städtereise wie ich sie mag. Ich sitze auf einem kleinen Elektroboot auf der Dijle und warte auf Abfahrt zur Stadterkundung von Mechelen. Bin ich fremd in einer Stadt, starte ich gern mit einer Bus- oder Bootstour, um einen ersten Überblick zu erhalten.

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Bootstour auf der Dijle in Mechelen

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Das Wahrzeichen der Stadt ist von überall zu sehen, hier mit dem Vismarkt im Vordergrund.

Vor wenigen Minuten erst angereist, muss ich gedanklich erst einmal auf Urlaubsmodus umschalten. Getränke gibt es an Bord leider nicht zu kaufen. Während ich überlege, noch einmal vom Bord zum nahegelegenden Supermarkt zu laufen, kommen weitere Gäste. Mitarbeiter einer regionalen Möbelfirma schlüpfen für ihren Betriebsausflug einer nach dem anderen an Bord. Schnell kommen wir ins Gespräch. Als wir ablegen, startet von Band eine mehrsprachige Erläuterung zu den Sehenswürdigkeiten, die wir passieren. Meine “Möbeljungs” weihen mich aber schon vorher über Sehenswertes ein und erläutern mir ausführlich weitere Geschichten, die die Kurzinformation nicht her gibt. Zwischen deutsch, niederländisch und englisch klappt die Unterhaltung bestens und ich bin herzerwärmt, wie gastfreundlich man in Flandern ist. Und das liegt nicht daran, dass man mir wie selbstverständlich einen Maneblusser reicht und mir zuprostet.

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Wir tuckern auf der Dijle zwischen den beiden Schleusen und umrunden fast die Altstadt. Gut 45 Minuten dauert eine Rundfahrt. Von mir aus hätte ich noch viel länger so weiterschippern können.
Nach der Fahrt setze ich mich ans Ufer und krame aus meiner Handtasche den Reiseführer vom Tourismusverband Mechelen. “Bier in Frauenhänden” – jetzt wird es Zeit für eine genussvolle Stadtentdeckung.

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Sightseeing mal anders: Was genau ist der Erlebnisführer “Bier in Frauenhänden”?

Jungs, Ihr dürft auftatmen. Bier in Frauenhänden schließt Euch vom Biergenuss nicht aus – im Gegenteil. Dieser Erlebnisführer entführt in die (Bier)Geschichte von Mechelen. Auf eigene Faust entdeckt man die historische Altstadt und kombiniert sein individuelles Städte-Sightseeing mit genussvollen Momenten. Das Ganze muss man sich jetzt nicht so vorstellen, dass man von Brauhaus zu Brauhaus und durch Kneipen zieht. Mit Stil und Eleganz taucht man in die alte Biertradition Mechelens ein, lernt die Stadt auf ganz besondere Weise mit allen Sinnen kennen. Starke Frauen haben über Jahrhunderte großen Einfluss auf Mechelen gehabt und bilden ein Kernstück der Reise “Bier in Frauenhänden”. Das Programm umfasst einen Erlebnisführer mit Hintergrundinformationen und einen sogenannten Probierplan. Auf dem befindet sich darüber hinaus ein Stadtplan inklusive Markierungen mit Tipps für ausgefallene kulinarische Genüsse – alles im Fokus des Bieres versteht sich. Den eingezeichneten Rundweg halte ich bei meiner Wochenendreise nach Mechelen nicht ein, sondern laufe viel mehr Zickzack und schaue, wonach mir gerade ist. Mit dem kleinen besonderen Reiseführer bin ich bestens unterwegs informiert und weiß genau, wo ich meine nächste Kostprobe einnehmen kann.

Mechelen wird auch als Weltstadt mit Charme im Hosentaschenformat bezeichnet. Sehr treffendes Bild, wie ich finde. Die Wege sind kurz, die Erlebnisse beim Sightseeing jedoch genauso spannend und interessant wie von großen Weltstadt-Schwestern. Ich mag es, wenn die Stadt zudem nicht überlaufen ist und einen eigenen besonderen Charme behalten hat. 

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Was man in Mechelen alles entdecken kann

Das Wahrzeichen von Mechelen: Sint-Rombouts-Turm

Kommen wir zum Wahrzeichen von Mechelen und zu einem Geständnis: Der St.-Rombouts-Turm. Ihn kann man überall in der Stadt sehen und er eignet sich als Anhaltspunkt zur Orientierung. Oben gibt es einen Skywalk – und ich? Ich war nicht oben! Peinlich, aber wahr. Freitags war ich zu spät, Samstag hatte ich es verschoben, weil es zu diesig war. Schließlich wollte ich gut Fotos machen, wenn ich schon 538 Stufen bis in 100 Meter Höhe erklimme. Also Sonntag, das hatte ich mir dann fest vorgenommen, egal wie das Wetter werden würde. Innerlich auf für mich sportliche Aktivitäten eingestellt stand ich am Sonntag vor verschlossenen Türen. Das passiert mir als Reiseblogger! Vorheriger Blick in die Reisebroschüre hätte es mir verraten. Also schaut bei Eurem Besuch vorab auf die Öffnungs- und Einlasszeiten. Mir bleibt also als Impression nur der Bericht von Ingo, der Film aus Mechelen und bei einem nächsten Besuch den historischen Turm zu erklimmen, denn es lohnt sich. Der Turm wurde nie vollendet, birgt eine Menge Geschichten und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Statue Margarete von Österreich

Spaziert man durch Mechelen, fallen immer wieder Frauen auf und man entdeckt ihren Einfluss auf die Stadt quer durch die Geschichte. Von der Arbeiterin, der Gläubigen bis hin zur Fürstin prägten Frauen die Stadt. Auf dem Weg zum Grote Markt entdecke ich die große Statue von Margarete von Österreich. Durch Untertunnelung des Platzes für ein Parkhaus wurde sie in den letzten Jahren auf den Schoenmarkt verlegt. In Nachbarschaft zum Sint-Rombouts-Turm merkt man gar nicht die Umsiedelung, es sieht passend majestätisch aus.

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Margarete hatte für damalige Zeiten ein bewegendes „Männerleben“. Bis zu ihrem 24. Lebensjahr war sie bereits drei mal verheiratet. Der erste ließ sie sitzen, die anderen beiden starben. Nach dem Tod des dritten Ehemanns beschloss Margarete, nicht mehr zu heiraten und voll und ganz sich ihrem Neffen Karl, dem späteren Kaiser Karl V., zu widmen. Sie hatte viel Einfluss und war eine starke Frau. Unter ihr als Statthalterin erlebte Mechelen goldene Zeiten, die leider nach ihrem Tod und Umzug des habsburgischem Hof nach Brüssel endeten.

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Bei der Krankenstraat beginnt das Brauereiviertel Het Anker

Das Herzstück: Die Brauerei Het Anker 

Auch hier haben Frauen ihre Finger im Spiel, bis heute prägen sie das Unternehmen. Die Rede ist vom Het Anker, der einzig noch übrig gebliebenen Brauerei in Mechelen. Im Mittelalter haben nicht Männer, sondern wir Frauen das Bier gebraut. Das war einer der Hauptaufgaben einer Hausfrau, denn das Wasser war damals oft zu verschmutzt als das es trinkbar gewesen wäre. In Mechelen haben Beginen beim alten Krankenhaus Bier gebraut und dazu ein kleines Imperium aufgebaut. Die 1369 gegründete Brauerei ist eine der ältesten Belgiens und wurde durch das Bier „Gouden Carolus“ weltberühmt. Heute befindet sich an diesem Ort die historische Brauerei Het Anker – auch heute noch in Frauenhänden!

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Passend nach dem Frühstück buche ich mich für eine Führung in der alten Brauerei ein. In einer kleinen Gruppe starten wir im Innenhof und dem Außengelände. Im Brauhaus selbst dominieren drei Kupferkessel im Brauereisaal. So groß hatte ich sie mir gar nicht vorgestellt. Wir halten an einem Tisch mit vielen kleinen Gläsern und nun verstehe ich endlich, was hinter dem Deutschen Reinheitsgebot von Bieren steht und warum mir belgisches Bier so besonders gut schmeckt.

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Während deutsches Bier nur Hopfen, Malz und Wasser – seit dem 17. Jahrhundert auch Hefe – beinhalten darf, nimmt man es in Belgien mit dem Reinheitsgebot nicht so genau bzw. muss sich daran nicht halten. Vor uns stehen Koriander, Sternanis, Orangen-, Zitronenschalen und viele weitere Gewürze, Früchte und Kräuter. Wir dürfen alle einmal schnuppern und raten, was genau sich in den Gläsern verbirgt. Lecker riecht es. Die Vielfalt der Zutaten werden in geheimen Rezepturen zu unterschiedlichen Bieren gebraut. Das ist es also, was das geschmacksintensive Bier ausmacht.
Wir laufen weiter durch die Räume, steigen Etage um Etage nach oben. Die Führung macht Spaß, ist mit dem ein und anderen Anekdötchen verbunden. Meine Mitbesucher kommen aus den Niederlanden und zwischen deutsch und niederländisch erfahre ich viel Wissenswertes zur Brauereikunst, was ich vorher noch nicht wusste.

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Beim Aufstieg im Brauhaus Het Anker hat man einen schönen Blick über die Dächer von Mechelen

Wie ich vorher auch noch nie richtig das Abseits beim Fußball verstanden habe, war mir der Unterschied zwischen obergärig und untergärig nie wirklich klar. Unser Brauereiführer ist geduldig mit mir und beantwortet mir alle Fragen, erläutert mir die Unterschiede von Pils bis hin zum Braunbier. Wir erleben Schritt für Schritt den Brauprozess von heute und damals. Interessant auch, wie das Bier abgekühlt und Hefe zugegeben wird und die Gärung beginnt.

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So viel Wissensinput macht Durst. Zum Abschluss der Führung setzen wir uns gesellig in der Gaststätte im Brauhaus zusammen und dürfen Het Anker Biere verkosten. So früh habe ich glaube ich noch nie zum Glas gegriffen, aber das Bier schmeckt wunderbar. Das helle Gouden Carolus Tripel sagt mir mehr zu als das dunkle, intensivere Ambrio. Das Tripel wurde ursprünglich für Ritter des Ordens Goldenen Vlies gebraut. Es ist stärker, etwas würzig, dennoch erfrischend mit einem Hauch von Kamille und Apfelsinenschalen. Das ich einmal so über Bier schreiben würde, hätte ich nicht gedacht. Im edlen Glas vor mir ist der Biergenuss mit einer Weinprobe vergleichbar. Das Ambrio ist seit 1421 noch unverändert in seiner Rezeptur und mit 8% sogar leichter als das Tripel mit 9%. Mein absoluter Favorit der Biere ist allerdings das Stadtbier Maneblusser. Dazu erzähle ich Euch später bei meinen Genusstipps etwas zur spannenden Geschichte zur Namensgebung.

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Beginenhöfe

Die Lebensweise der Beginen finde ich faszinierend. Ab dem 12. Jahrhundert breiteten sich Beginen von Holland über Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz aus. Ohne Ordensgelübde und christlicher Klausur lebten die Frauen zusammen und setzten sich stark gegen die männlich dominante Kirche durch. Es herrschte durch die Kriege Frauenüberschuss und alleine zu leben war damals unmöglich. Klöster nahmen darüber hinaus meist nur begüterte Damen oder den Adel auf. So wurde die Idee von Wohngemeinschaften – den Beginenhöfen – geboren. Religös aber ehelos gestalteten sie ihr Leben und damit auch oftmals ihrer Stadt mit.  Beginen waren Selbstversorgerinnen: Auch in Mechelen gab es in den Beginenhöfen eine Bäckerei, eine Brauerei, ein Hospital, eine Kirche und eine Bleichwiese. Diese Frauen spielten auch für die Wirtschaft von Mechelen eine wichtige Rolle.

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Mechelen, Flandern, Belgien, Städtereise, Städtetour, ReiseblogIch bummle durch die Gassen des kleinen und großen Beginenhofes. Zur Blütezeit wohnten hier an die 1800 Frauen. Etwas heimeliger habe ich mir den kleinen Hof vorgestellt, bin allerdings beeindruckt vom großen Beginenhof, der sich über viele Straßenzüge erstreckt. Leider ist die Beginenkirche im Umbau bei meinem Besuch und geschlossen. Wenn Ihr in Mechelen seid, werft unbedingt einen Blick hinein. Sie soll sehr feminin mit Kunst und in Pastellfarben gestaltet sein. Sie gehört zum Weltkulturerbe und ein prachtvoll geschmücktes Barockgebäude.

Der Dijle Pfad

Flüsse üben auf mich stets eine besondere Anziehungskraft aus. Ich liebe es, eine Bootstour zu unternehmen oder mit einem Getränk aufs Wasser zu schauen. In Mechelen kann man sogar über das Wasser gehen. Eine schwimmende Brücke ist der Dijle Pfad und erstreckt sich von der Haverwerf bis zum Botanischen Garten. Man kann gemütlich über das Ponton flanieren und schöne Stadtansichten gewinnen.

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Über das Wasser laufen: Auf dem Dijlepfad Mechelen erkunden

Paläste der beiden Margareten

In Mechelen gab es drei burgundische Paläste auf einem Quadratkilometer in der Altstadt. Während heute nur noch die Überreste des Palastes der Margarete von York zu sehen sind, strahlt der Palast der Statthalterin Margarete von Österreich noch in vollem Glanz. OK, bei meinem Besuch leider eingerüstet und in der Renovierung. Da hatte ich bei meiner Besuchszeit in Mechelen leider nicht so viel Glück. In den Palast kommt man allerdings auch nach Abbau der Gerüste nicht, denn dieser erste Renaissancebau der gesamten Niederlande wird heute als Gerichtsgebäude genutzt.
Ich umrunde den alten Prachtbau und suche nach dem Eingang des Gartens. Ihn kann man öffentlich besuchen. Er soll ein Kleinod und traumhaft angelegt sein. Aber auch hier stehe ich vor verschlossener Pforte. Aufgrund erhöhter aktueller Terrorwarnung in Belgien ist aus Sicherheitsgründen der Garten geschlossen. Dafür entdecke ich einen anderen malerisch angelegten Garten:

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Innenhof der Wandteppichmanufaktur De Wit

Der Garten der königlichen Manufaktur De Wit

Durch Zufall entdecke ich einen wunderschönen Garten. Die Tür ist geöffnet und ich spähe vorsichtig hinein. Während ich noch überlege, ob ein Zutritt erlaubt ist, werde ich freundlich gefragt, ob ich auch an der Führung teilnehmen möchte. Hinter mir steht ein lächelnder Mann der weltberühmten Wandteppichmanufaktur De Wit, wie er sich mir vorstellt. Ich verneine und auch hier begegnet mir flämische Freundlichkeit. Er müsse eh noch auf seine Gruppe warten, führt mich in den Garten zur Bank und wir plaudern ein wenig über die in der Manufaktur befindlichen Wandteppiche. Seine Augen leuchten vor Leidenschaft, als er mir von der Sammlung hinter den alten Gemäuern erzählt. Als seine Gruppe kommt, rät er mir, noch ein wenig im Garten zu verweilen und die Stille zu genießen. Das ist ein außergewöhnlicher Ort, sagt er zur Verabschiedung und ich bleibe wahrlich eine lange Zeit sitzen und genieße beim Plätschern des Brunnens diesen anheimelnden Innenhof.

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Acht historische Kirchen

Ich kenne keine Stadt, die so viele unterschiedliche und faszinierende Kirchen auf nahegelegenem Raum hat. Acht Kirchen bereichern die Altstadt und neben dem Sint Rombouts Kirche und der prachtvollen Beginenkirche lohnt sich ein Blick und Besuch der weiteren Gotteshäuser. In der St. Johanneskirche könnt Ihr einen echten Rubens bewundern. In der St.-Peter-und-Paulkirche soll es so viele Beichtstühle geben, weil sie direkt neben dem Viehmarkt lag, auf dem hemmungslos gelogen und betrogen wurde. Der wahre Grund ist jedoch, dass die reiche Kirche mit vielen Reliquien einst eine Wallfahrtskirche war. So manche Anekdote lässt mich schmunzeln.
Die Basilika Unsere Liebe Frau von Hanswijk bietet einen spektakulären Kuppelbau und hinter den Kulissen auch so manche Überraschung. Sparmaßnahmen waren damals schon gefragt: Erst nach dem Krieg entdeckte man, dass Reliefs nicht aus Sandstein gemeißelt wurden, sondern aus Gips waren. Ihr merkt, die Kirchenbesuche in Mechelen lohnen sich und geben eine Menge Geschichten und spannende Zeitreise her. Wer mag, kann an einer gesonderten Führung teilnehmen. Wollt Ihr auf eigene Faust Mechelens Gotteshäuser erkunden, plant die Nachmittage ein, vormittags sind die Kirchen meistens geschlossen. 

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St.-Peter-und-Paulkirche Nähe des Palastes von Margarete von Österreich mit vielen Beichtstühlen

Genussvolle Entdeckungen in Mechelen: Kulinarische Bier-Highlights 

Bier im Eisformat

Ich sitze am Ufer der Dijle und blättere durch den Probierplan im Buch von „Bier in Frauenhänden“. Ein Eis wäre jetzt nicht schlecht, denke ich mir. Schon einmal Biersahneeis probiert? Ich nicht und das hätte ich auch zu gern, stelle allerdings fest, dass Noen und Ijsatelier Appassionato schon um 18 Uhr schließen und ich zu spät dran bin. Das muss ich unbedingt nachholen und kaufe mir stattdessen in der Eisdiele am Vismarkt ein veganes Veilcheneis. Lecker!

Tapas

Das Leben in Mechelen spielt sich draußen ab. Kein Platz ist mehr in einen der zahlreichen Cafés und Bars am Vismarkt zu bekommen. Auch die alte Brauerei Lamot am gegenüberliegenden Ufer ist gut besucht. Auf der Mauer sitzend schaue ich mir mit dem Eis das Treiben an. Mit dem Erlebnisreiseführer bahne ich mir einen Weg durch schöne Gassen bis zum Grote Markt. Shopping ist übrigens auch eine Alternative, Mechelen zu erkunden. Viele schöne Geschäfte säumen die Straßen und sind hübsch in historisch alten Häusern.

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Der Grote Markt ist ein Eldorado für Genießer. Straßencafés, moderne Bistros, historische Kneipen – hier gibt es alles und noch viel mehr. Fast überfordert mich das Angebot. Lieber in ein historisches Haus mit (Bier)Geschichte? Ich horche in mich und entscheide mich für Tapas. Der Probierplan rät mir, ins gut besuchte Sava einzukehren und zu einer Käseplatte oder Tapas das Gouden Carolus Classic zu kosten. Die Kombination war vorzüglich und schmeckt beim Zuschauen des Treibens auf dem Platz doppelt so gut.

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Maneblusser

Ob es auch an den Frauen liegt, dass Bier in Belgien nicht aus großen Humpen sondern stilvoll und elegant anmutend aus einer Art Weinglas getrunken wird? Ich weiß es nicht, genieße aber jeden Tropfen des Hopfengetränks dadurch genussvoller. Ein Bier hat es mir schon bei der Brauereibesichtigung angetan: Das Maneblusser ist leicht, fruchtig in der Note und bei der Schwüle richtig erfrischend. Ausschließlich belgischer Hopfen wird gebraut und mit Zitrone abgeschmeckt. Stellt Euch jetzt aber nicht ein hipster Biermix im Geschmack darunter vor. Der Biergeschmack überwiegt eindeutig. Dieses Stadtbier schmeckt mir so gut, dass ich vor Heimkehr erneut zur Brauerei fahre und mein Auto reichlich mit dem Gerstensaft befülle. Zu schade, dass es dieses Bier nicht bei uns gibt.
Woher der außergewöhnliche Name des Bieres kommt? Das Bier an sich gibt es erst seit 2009, aber die Namensgebung hat Geschichte: Maneblusser heißt übersetzt Mondlöscher und geht auf eine Nebelnacht im Jahr 1687 zurück. Der Mond ließ den Sint-Rombouts-Turm in der besagten Nacht blutrot erschimmern. Ein angetrunkener Mann dachte, es brennt und schrie die Mechelener Anwohner zusammen. Notglocken wurden geläutet und Bewohner rannten mit Wassereimern zum Löschen bereit aus ihren Häusern. Als sie an der Kirche ankamen, lichtete sich der Nebel, der Mond leuchtete klar und die Glut war verschwunden. In Flandern tragen seitdem die Mechelener den Spitznamen Mondlöscher.

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Das Stadtbier der Mondlöscher

Bäckereien 

Die Geschichte des Mondlöschers setzt sich in einer weiteren Köstlichkeit fort: In der traditionsreichen Bäckerei Vanderbeek gibt es aus Schokolade Maneblussertjes (leckere halbmonde aus Schokolade) und bei Matthijs schmackaften Plätzchen und Schokolade zum Wahrzeichen der Stadt.

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Champagnerbier

Pommes gehen ja immer – und in Belgien erst Recht. Nach stilechtem Genuss entscheide ich mich zum Nachtisch für ein Champagnerbier im Honoloeloe. Ebenfalls auf dem Grote Markt liegt das Honoloeloe mit ausführlicher Bierkarte und vielen weiteren Gerichten, die immer einen Tick anders sind.

Schockaert Kaaswinkel

Vorbei an den schönen Geschäften entdecke ich einen Käseladen. Im Genussführer lese ich, dass es im Schockart Kaaswinkel einige Käsesorten gibt, die mit unterschiedlichen Bieren zubereitet werden. Der Käseladen hat eine über 100jährige Tradition. Es werden Verkostungsabende angeboten, allerdings nicht zu meiner Besuchszeit. Schaut bei Interesse vorher auf die Website des Kaaswinkels. Bei der schwülen Gewitterwärme ist leider für mich nicht an Einkauf und Mitnahme zu denken. Durch Zufall lese ich, dass in der Het Anker Brasserie eine Schockart-Bierkäseplatte angeboten wird. Passend dazu genieße ich ein Maneblusser. So lässt es sich gut leben.

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Foodpairing mit Beertasting im Grooten Wolsack 

Das man verschiedene Weine zu verschiedenen Gerichten und Gängen genießt, sind wir gewohnt. Dass es selbiges auch für Bier gibt, war mir neu. Leider war ich an meinem letzten Abend zu spät dran für einen Platz in Innenbereich des Grooten Wolsacks. Außen gibt es nur weiter hinten eine überdachte Terrasse, unter der ich zum einen alleine hätte sitzen müssen, zum anderen sich die gesamte Tageshitze staute. Ich entschied mich gegen den Wolsack, was ein Fehler war. Nicht nur dass nachher das Gewitter von oben auf uns niederging und eine Überdachung sicherlich prima gewesen wäre. Nein, ich habe auch ein besonderes Foodpairing und Beertasting verpasst. Zu jedem Gerichte – sogar zum Dessert – passt ein Bier. Sofie Vanrafelghem ist Biersommelier im Wolsack und berät ausgiebig mit einer großen Auswahl an Bieren. Auf jeden Fall solltet Ihr – wie ich das nächste Mal – unbedingt vorher einen Tisch reservieren.

Lord Nelson und das rote Bier

Gleich nebenan liegt das Grand Café Lord Nelson. Ein bisschen enttäuscht setze ich mich auf die Terrasse und traure etwas dem Biersommeliererlebnis hinter her. Das Team von Lord Nelson wartet allerdings mit ähnlichen Geschützen auf. Ausgiebig und geduldig werden mir Biere erklärt und auch Tipps zu Speisen gegeben. Über Twitter erfahre ich auf meine Posts, dass ich unbedingt mal ein Kirschbier, ein sog. süßes Kriek probieren soll. Als Starter war das Bier göttlich, wenn auch zum Hauptgang etwas süß – auf jeden Fall mein zweites Lieblingsbier aus Belgien. Wird Zeit, dass ich wieder Nachschub vom köstlichen, importierten Gerstensaft besorge. Meine Vorräte sind inzwischen auf „Verschenk-Bestand“ zusammengeschrumpft.

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Bier, welches jede Frau lieben wird

Bierpralinen im Monas Toast & Tea

Die Lunchbar Monas Toast & Tea hat leider nicht am Abend geöffnet, lädt allerdings mit viel Gemütlichkeit aber zum Verweilen ein. Das Beste: Hier gibt es köstlichen Tee! Wwr seine Teatime ausgefallen mag, gönnt sich zum Abschluss eine Bierpraline. Hört sich ungewöhnlich an? Ist es! Allerdings auch ein Genuss!

Mechelen ist für mich auf jeden Fall eine Stadt zum Wiederkommen. Das Beschauliche und zugleich Weltmännische hat mich begeistert. Eine Stadt der Gegensätze, vor allem aber mit viel Charme und Herz! Die Idee mit einem ausgefallenen Kulinarikführer Städtbesucher auf Sightseeing und Genussreise zu schicken, hat mich verzückt – ich hoffe, das macht Schule.

Weitere Bilder aus Mechelen

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Wissenswertes für Eure Tour durch Mechelen

  • Erlebnisführer Bier in Frauenhänden
  • Bootsfahrt
    •  Webseiten: bootjesinmechelen.be und Tourismus Mechelen
    • Preise: 6,40 Euro Erwachsene, 4,50 Euro Kinder, Kinder bis 3 Jahre frei
    • Abfahrtzeiten: Stehen am Steg angeschlagen
    • Dauer: ca. 50 Minuten
    • Abfahrtsort der Rundfahrt: Fußgängerbrücke zwischen dem Fischmarkt (Vismarkt) und der Haverwerf
  • Sint-Rombouts-Turm
    •  Webseite: toerisme.mechelen.be
    • Preise: 8 Euro Erwachsene, 3 Euro Kinder, Ermäßigungen für Gruppen und Familien möglich (siehe Website)
    • Öffnungszeiten: Wochentags von 13 Uhr bis 18 Uhr, Einlass bis 16.40 Uhr. Samstag 10Uhr bis 18Uhr, Einlass bis 16.40 Uhr
    •  St.-Rombouts-Turm, Onder den Toren 12, 2800 Mechelen
  • Brauerei Het Anker
    •  Webseite: www.hetanker.be
    • Preise für eine Führung: 8 Euro Erwachsene
    • Führungen: Zeiten am besten der Seite von Mechelen entnehmen. Für eine deutschsprachige Führung am besten vorher Kontakt aufnehmen.
  • Hoteltipps
    Während meiner Wochenendreise nach Mechelen habe ich im Hotel Elisabeth gewohnt. Zentral und dennoch ruhig gelegen, bietet es auch Parkplätze für Euer Auto. Ruft dafür vorher beim Hotel an. Man erhält einen Code für den Zugang in die Tiefgarage. Das Gebäude hat eine bewegte Vergangenheit. Einst Krankenhaus wurde es in der Vergangenheit zuvor als Internat genutzt. Die Zimmer sind modern eingerichtet, das Bad war großzügig.
    Ganz außergewöhnlich übernachtet Ihr im Paters Hof. Leider waren zu meinem Wochenende die Zimmer schon ausgebucht. Die Themenzimmer locken mich allerdings sehr – und wann hat man schon mal die Möglichkeit in einer echten Kirche zu übernachten?
    Weitere Übernachtungstipps
  • Noch mehr in Mechelen erleben:
    Ob Botanischer Garten, eine ausgefallene Kirchentour oder Glockenspielkultur. Es gibt noch viel mehr in Mechelen zu entdecken. Mehr Infos findet Ihr auf der Website von VisitFlanders und Tourismus Mechelen.
    Von dem herausragenden Ursulineninternet, wo die Zeit in den 20ziger Jahren stehen geblieben ist, berichte ich Euch bald in einem gesondertem Artikel.

 

OffenlegungIch habe meine Reise auf Einladung von VisitFlanders unternommen. Meine Meinung bleibt wie immer die eigene.

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12 Kommentare

  1. Liebe Tanja, ich habe dein Blog gefunden, weil meine alte Schulfreundin Heike deinen Beitrag über Speyer auf FB geteilt hat. In Mechelen habe ich 4 Jahre gearbeitet, davon auch 1 Jahr dort gelebt (aber nur in der Woche) und 3 Jahre in Antwerpen – das du dir übrigens auch unbedingt mal vornehmen solltest! Sehr schöner Beitrag – da sieht man mal wieder, wie wenig man eine Stadt erkundet, wenn man dort lebt. Für mich war vieles neu!
    Vielleicht magst du auch mal auf meinem Blog vorbeischauen, auch wenn es kein Reiseblog ist. Und vielleicht setzt du dann ja Lüneburg auf deine Liste für den nächsten Städtetripp.

    • Liebe Ruth, freue mich, dass Du meinen Blog gefunden hast und er Dir gefällt. Mechelen war eine großartige Stadt, schön, dass Du auch neue Impulse gefunden hast. Antwerpen und auch Lüneburg wollte ich nächstes Jahr machen :-) Wenn Du Tipps hast, immer gern her damit! Das würde mich freuen. Ich stöbere auch gern in Deinem Blog. LG Tanja

  2. Mechelen scheint ja genau meine Stadt zu sein, als Bier-Freundin. Die hatte ich gar nicht auf dem Radar, als ich vor einigen Jahren durch Belgien gereist bin. Danke für den Tipp!

  3. Hand aufs Herz: ich! Als ich in Diepenbeek an der Uni war gehörte Mechelen zum Kulturprogramm : ) Aber ich kann mich nur an wenig erinnern. Wunderschöne Bilder Tanja. Was für eine Stadt! Viel schöner als die überfullten „großen“ Must-sees. Und von uns aus betrachtet ja eigentlich gleich um die Ecke. Danke für die Inspiration! Liebe Grüße, Jutta

  4. Christiane

    PS. das Grab von Margarete von Östereich an der Seite ihres Mannes Philibert habe ich übrigens bei einer Südfrankreichreise in Bourg en Bresse gesehen. Dort wurde sie nach ihrem Tod und der ersten Bestattung in Brügge in der Klosterkirche des Klosters Brou 1532 beigesetzt.

  5. Christiane

    Toller Bericht, liebe Tanja. die Fotos sind wunderschön und die Stadt erinnert mich ein wenig an Lüttich, wo wir vor zwei Jahren waren. Nächste Woche wollen wir, wenn es klappt, nach Spa und dann werde ich mal belgische Biere probieren. Du hast es so schön beschrieben und da bekommt man richtig Lust auf ein leckeres Bier und Pommes. Mechelen ist aber auch so bestimmt mal eine Reise wert und kommt auf die to do Liste. Herzliche Grüße und bin weiterhin auf herrliche Reiseberichte von Dir gespannt.
    Christiane

  6. Liebe Tanja,

    vielen Dank für diesen tollen Reisebericht über meine Heimat. Es freut mich immer RIESIG zu hören, wenn jemand Belgien besucht und mit solch einer Begeisterung wie du wieder zurück kehrt. Ich habe während meiner Kindheit sehr viel Zeit in Mechelen und Umgebung bei meiner Familie verbracht.

    Ich habe in deinem Bericht Dinge über Mechelen gelesen, die ich noch nicht wusste 😃 echt super 👍
    (Ich fand es auch schon bei Snapchat toll „mit dir“ Mechelen zu erkunden)

    Wenn dir Mechelen so gut gefallen hat sind „Gent“ und „Brugge“ ebenfalls zwei tolle Adressen für dich 😉 und natürlich mein Geburtsort „Eupen“ mit der Weser-Talsperre und dem Hohen Venn quasi direkt vor der Haustüre.

    So genug Belgien Promotion für heute … 😂 … wenn du noch Tipps brauchst, ich bin deine Adresse.

    Viele liebe Grüße,
    Chris 😋

    • Das freut mich sehr lieber Chris, besonders weil es Deine Heimat ist <3
      Ich bin so begeistert, dass ich auf jeden Fall bald wieder nach Belgien reisen werde. Danke schon mal für Deine Tipps. Ich werde weiter stöbern und planen ;-)
      Liebe Grüße, Tanja

  7. Hallo Tanja,

    der Bericht ist wirklich ganz toll geschrieben und macht richtig Lust auf einen Besuch in dieser schönen Stadt. Ich denke, das werden sich meine Süße und ich unbedingt mal selbst angucken (müssen).

    Ganz lieben Dank für die Eindrücke und viele Grüße, nebst einem herzlichen Prost,
    Martin

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