Sightseeing einmal anders: Mit dem Fahrradtaxi auf Genießertour durch Zwolle

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„Das mache ich nicht! Auf gar keinen Fall!“, schoss es mir durch den Kopf, als ich die Email zur Planung meines Wochenendes in den niederländischen Hansestädten las. Dabei schüttelte ich wild mit dem Kopf. Ich war zu einer Fahrradtaxitour durch Zwolle eingeladen. Ich, das Vielweib, wo der Name nicht von ungefähr kommt. Nein, das konnte ich keinem Menschen antun, mich mit meinem Astralkörper auf dem Rücksitz stundenlang durch Zwolle mit einem Fahrrad zu kutschieren.
Dann hab ich mich doch überreden lassen… Und warum das genau die richtige Entscheidung war und mir einen perfekten Nachmittag im malerischen Zwolle bescherte, lest Ihr hier.

Junger Mann mit starken Muskeln gesucht

Der Blogname „Vielweib“ ist Programm meines Lebens. Einen Großteil meines extremen Übergewichtes ist krankheitsbedingt, allerdings auch ein wesentlicher Teil der Liebe zum Genießen geschuldet. Als ich die Einladung zur Fahrradtaxifahrt durch Zwolle ausschlug, war mir die Vorstellung, dass mich jemand mit eigener Muskelkraft durch eine Stadt fahren sollte, unangenehm. Mir wurde versichert, dass Fahrradtaxen eigentlich für zwei Menschen ausgelegt sind und der Fahrer auch ein e-Bike zur Unterstützung hat. So sagte ich zu, stand dann vor dem Termin am Hotel letztlich doch ängstlich, was der Taxifahrer sagen würde, wenn er mich – „sein Paket des Tages“ – sehen würde.
Kevin lachte mir entgegen und meine Ängste wurden etwas kleiner. Statt Muskelpaket erwartete mich ein normaler, junger Mann. Ich gab ihm die letzte Möglichkeit zum Ausstieg seiner Tour, aber er half mir beim Einsteigen und versicherte mir, dass das kein Problem sei. Ruckelnd setzt sich mein persönlicher Fahrradtaxifahrer mit mir in Bewegung. Am Straßenende tritt er kräftig in die Pedale und beginnt zu der körperlichen Tätigkeit auch noch, mir die Geschichte der Stadt zu erläutern. Respekt, ich hätte keinen Atem mehr gehabt. Langsam beginne ich, mich zu entspannen und genieße die Fahrt. So eine außergewöhnliche Stadtführung hatte ich noch nie. Und nicht nur das Fahrradtaxi ist eine Besonderheit, auch die Tour: Es gibt einen Genießernachmittag im historischem Zwolle:

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Über eine kleine Brücke, vorbei am Museum de Fundatie, radeln wir in die Altstadt

De Stadsbakker: Zu Besuch beim Stadtbäcker

Unser erster Stopp: Der Stadtbäcker. Es gibt keine Parkplatzsuche, ich darf einfach aussteigen. Im de Stadsbakker mischt sich Moderne mit Backtradition. Alles sieht appetitlich aus. Aus der dahinter liegenden Backstube duftet es phantastisch. Der Bäcker hat schon viele Auszeichnungen in den Niederlanden gewonnen und bietet eine große Auswahl an Broten und Gebäck. Zwei junge Mädchen begrüßen mich freundlich und winken mich nach hinten in die Backstube. Sie sind ganz aufgeregt und wir verständigen uns auf englisch, holländisch und zur Not mit Händen und Füßen.

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Ausgezeichneter Bäcker mitten in Zwolles Altstadt

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Außergewöhnliche Brote bietet der niederländische Bäcker in Zwolle: De Stadsbakker

Stolz legen sie unterschiedliche Backwaren vor mir aus. Mit gutem Mittagessen aus Kampen habe ich noch keinen Hunger, muss aber die so gut aussehenden Brote auf jeden Fall probieren. Ich gebe zu, dass ich Brotbackkunst nicht gerade mit den Niederlanden verbinden würde. Das mir sonst so bekannte fluffige Weißbrot genieße ich zwar bei jedem Hollandurlaub mit ordentlich Hagelslaag, aber wirklich gutes Brot hätte ich nicht erwartet. Vor mir liegen Backartikel, die nicht nur zum Anbeißen aussehen, sondern auch wirklich phantastisch schmecken: Ein Stadtbrot mit Sauerteig (!) ist ein Verkaufsschlager, dazu ein köstliches Rosmarin Focaccia und ebenfalls das Brot mit Oliven und Gewürzen überzeugt mich. Arend hat mit seinem Team wirklich eine hervorragende Bäckerei in Zwolle eröffnet.

Het Zwolse Balletjeshuis: Berühmte Süßigkeiten mit Geheimrezept

Kevin wartet mit seinem Fahrradtaxi vor der Ladentür auf mich. Kaum eingestiegen, tritt er wieder in die Pedale. Wir fahren durch die Stadt, wo sonst nur Fußgänger und „normale“ Radfahrer passieren dürfen. Immer wieder gibt es Stadtgeschichten für mich, gepaart mit Einkaufstipps für den nächsten Tag. Während bei uns derzeit über den verkaufsoffenen Sonntag als timeout entschieden wurde, genießen die Holländer diese Zusatzshoppingmöglichkeit.

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Weiter gehts durch Zwolles Altstadt

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Fahrräder sind in Zwolle keine Mangelware

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Neben den Einkaufsstraßen gibt es traumhafte, verschlungene Gassen

Über kleine Nebengassen, die der sonnige Oktobertag in weiches Licht taucht und romantisch die alten Backsteine zum Leuchten bringt, führt mich mein Fahrradtaxi tiefer in Zwolles Altstadt.
Das Zwolse Balletjeshuis ist eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Im Keller des historischen Gebäudes aus dem Jahr 1668 werden seit 1845 berühmte Süßigkeiten mit dem Namen „Zwolse Balletjes“ nach einem jahrhundertealten Geheimrezept hergestellt. Das muss ich mir natürlich genauer anschauen. 

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Seit 1668 Kaufmannsladen in Zwolle werden seit 1845 in der Bäckerei Bonbons hergestellt

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Genussvolle Zeitreise: Jeden Montag werden hier die Bonbons nach altem Geheimrezept noch selbst hergestellt

Der Laden ist noch wie im Jahr 1845 eingerichtet und lässt mein Herz höher schlagen. Snoepjes ist das niederländische Wort für Süßigkeiten und die werden noch jeden Montag nach alter Tradition in Kupferkesseln über offenem Feuer und Geheimrezept im Keller des Hauses mit viel Liebe hergestellt. Erwarte ich beim Wort Ballertje runde Bonbons, so bin ich überrascht, dass die Snoepjes alle Formen haben, nur nicht rund. Von der freundlichen Bedienung erfahre ich, dass Balletje im frühen Zwoller Dialekt für Bonbons steht.
Wie viele Kinderaugen dieser Laden schon zum Leuchten gebracht hat? Ich schaue mich um und suche ausreichend Mitbringsel aus. Wie es sich gehört, bekomme ich meine Bonbons in Tüten verpackt. Interessant sind die tiefschwarzen Balletjes. Das sind keine Lakritzbonbons, erfahre ich von der Bonbonkünstlerin, das sind die ursprünglichsten Balletjes, die hier im Haus erfunden wurden. Pitch werden sie genannt und waren heiß begehrt in einer Zeit, wo in Holland noch keine Zuckerrüben angebaut wurden, Zucker noch purer Luxus war und Zucker als Neuigkeit über Suriname in die Hansestädte importiert wurde. Das teure Handelsgut landete im Keller von J. van der Kolk und wurde quasi als Vorbote des Zuckerwürfel erfunden. Damals gab es keinen Zucker für Tee und Kaffee. Man lutschte einen Pitch bei dem Genuss eines Heißgetränkes und süßte somit den Tee oder Kaffee. War die Tasse leer, wurde der angelutschte Ballertje-Pitch auf die Untertasse gelegt und wartete auf eine weitere Verwendung bei der nächsten Tasse.

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Stilecht verpackt: Ballertjes aus Zwolle

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Durch Gassen und Einkaufsstraßen führt mich mein ortskundiges Fahrradtaxi

Ein Engel aus Glas

Wir fahren zum Marktplatz und wir stehen vor einem Engel aus Glas. Der Künstler Herman Lamers hat dieses 3,5 Meter hohe Kunstwerk aus 350 Schichten Glas geschaffen. Der Glasengel soll den Schutzengel Michael darstellen und ist Schutzpatron von Zwolle, berichtet mir mein netter Taxifahrer. Nähe des Groten Marktes liegt das Engelwinkelcafé in Zwolle und sieht sehr einladend aus. Damit wir unsere Schlemmertour durch Zwolle während der Öffnungszeiten noch schaffen, müssen wir leider weiterfahren. Bei meinem nächsten Zwollebesuch werde ich unbedingt dort einkehren und himmlisch genießen. Im Blog von nicesherztanzt hatte ich zum Café bereits gelesen.

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Die Manufaktur des Im- und Exports: Das Hanzehuis

Kusmi Tee, Nürnberger Lebkuchen, Lübecker Marzipan und viel mehr altbekannte Marken entdecke ich im Hanzehuis in Zwolle. Hier besinnt man sich besonders auf alte hanseatische Kaufmanns- und Städtebundtraditionen und bezieht seine Waren nur aus den Hansestädten Europas. Genussprodukte erster Güte von rund 100 alten Traditionsfirmen sind ausgestellt. 

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Produkte von über 100 Traditionsfirmen aus ganz Europa

Hansestadt-Feeling garantiert

Inzwischen muss ich vorsichtig in mein Fahrradtaxi einsteigen. Immer mehr Einkäufe häufen sich in unserem Gefährt. Mein Reiseführer steuert das Taxi weiter durch die Altstadt, vorbei an zahlreichen Cafés, Bars und Geschäften. Überall entdecke ich Zeugen der Geschichte: Alte Brücken, ein Stück Stadtmauer und besonders schöne Häuser mit fantastischen Giebeln und alten Fassaden. Ein offenes Museum ist Zwolle und die Niederländer verstehen es, die Geschichte lebendig werden zu lassen. Hier ist nichts abgezäunt, im Gegenteil: Die Stadtmauer wird von Freunden für einen Plausch eingenommen. Während die Boote sich in den Kanal schmiegen, trifft man sich auf ein Gespräch am Ufer oder lässt alleine mit einem Blick auf die schöne Heimat die Seele baumeln. Ich bin begeistert und genieße die Fahrradtour.

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Alte Stadtmauer von Zwolle

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De Librije’s Winkel – Shopping beim 3-Sterne-Koch

Wir nähern uns dem Norden des Ortes und verlassen kurz die alte Festungsstadt. Unser nächstes Ziel ist de Librije’s Winkel. Während der R8 vom Hof rollt, fahre ich mit meinem neuen Freund im Fahrradtaxi stilecht vor. Der Koch Johnnie Boer führt das 3-Sterne-Restaurant De Librije. Angegliedert befindet sich ein umwerfender Laden für Genussliebhaber: Im Librije’s Winkel gibt es ausgesuchte kulinarische Produkte, die der Küchenmeister auch in seinem Restaurant verwendet. Über einen grauen, schweren Teppich und metallener Tür betrete ich den Genusstempel.

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Mit meiner Fotoausrüstung und Stadterkundungs-Outfit fühle ich mich etwas underdressed, als ich in Empfang genommen werde. Eine nette Dame mit freundlichem Lächeln führt mich weiter in den Genusstempel. Gedanklich rechne ich, wie viel Zeit ich hier verbringen darf, denn an jeder Ecke entdecke ich etwas Originelles: Essig, eingelegtes Gemüse, Marmelade, untypische Senfsorten und Gewürze. Ich schnuppere mich durch eigens zusammengestellte Gewürzkompostionen, lasse mich beraten und kaufe reichlich ein. Wer weiß, wann ich wiederkommen kann? Persönlich finde ich die Produkte sehr günstig, bei einem 3-Sterne-Niveau dachte ich, dass auch die Preise im Geschäft höher liegen würden.

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Es gibt Weingummi aus echtem Wein, leckere Pasten und Dips, die zu Hause schnöde Paprikastreifen in Delikatessen verwandeln. Jede freie Fläche im Rucksack fülle ich mit meinen Einkäufen und bin froh, dass ich meine Hanzestedentour mit dem Auto gemacht habe.
Übrigens, im Librije kann man auch nett übernachten.

Es wird frisch auf dem Fahrrad mit Kevin, wenn er nur strampelt und ich mich faul auf dem Rücksitz ausstrecke. Dafür taucht der letzte Oktobertag Zwolle in ein atemberaubendes Licht. Ich mag es, wenn die Sonne sich im Herbst auf dem Wasser spiegelt, die alten Backsteine der Hansestadt in sanfte Töne taucht.

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Meine Sightseeingtour nähert sich langsam dem Ende entgegen. Ein vorletztes Mal steige ich auf den Drahtesel auf und lasse mich von Kevin wieder in den Altstadtkern fahren. Bevor er mich am Marktplatz absetzt, möchte er mir noch eine seltene Extravaganz von Zwolle zeigen.

Waanders In de Broeren – der schönste Buchladen Hollands

Wir biegen um die Ecke und stehen vor einer Kirche. Die alte Bauernkirche aus dem Jahre 1446 befindet sich mitten im Herzen von Zwolle. Wie in Bielefeld und Maastricht baute man das alte Gemäuer in Zwolle um. Wurde hier einst gebetet, betritt man nun das heilige Haus, um in einem Buchladen zu stöbern, Kultur zu erleben oder Kaffee in der Brasserie zu genießen.
Waanders in de Broeren ist ein Anziehungsmagnet. Ich bahne mir einen Weg durch in Büchern stöbernde Menschen. Weiter hinten wird gelacht und unter den edel schimmernden Kirchenfenstern ein Kaffee mit Freunden getrunken.

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Auch wer keine Bücher liest, sollte sich diese Kirche des ehemaligen Klosters nicht entgehen lassen. Es gibt eine Abteilung für Schreibwarenartikel (in der man mich schon hätte parken können), eine Touristeninfo und einen großen Ausstellungsbereich zur Geschichte. Passt bei Eurem Rundgang auf, wohin Ihr wandelt, es gibt auch Geheimnisse zu entdecken, wenn sich plötzlich auf dem Boden das Milchglas lüftet und sich darunter Gebeine befinden…

Kevin fährt mich zurück zum gläsernen Engel auf dem Marktplatz. Hier endet meine außergewöhnliche Sightseeingtour durch Zwolle. Das war ein tolles Erlebnis. Am Markt schließen leider gerade die Läden und Cafés, aber in der Hoofdwacht ist ein Tisch für mich reserviert. Davon und von weiteren Gastrotipps erzähle ich Euch in einem nächsten Blogbericht.

Extratipp für Dein Zwolle-Sightseeing: Museum Fundatie

Am Museum Fundatie sind wir zum Start meiner Fahrradtaxitour nur kurz vorbei gefahren. Nicht nur von außen ist das neoklassizistische ehemalige Gerichtsgebäude auffällig. Eine Ausstellungsbesuch sei lohnenswert, legt mir Kevin ans Herz.

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Das Museum Fundatie befindet sich im altem Gerichtsgebäude Zwolles

Am nächsten Tag bin ich überrascht, wie viele Niederländer zum Museum strömen. Der vorgelagerte Parkplatz ist klein und man darf nur eine Stunde parken. Ich konnte zum Glück mein Auto beim Hotel stehen lassen. Parken am Emmawijk ist ratsam.
Blickfang des Museums ist der ellipsenförmige Aufbau, die ‚Art Cloud‘, die man immer wieder im Ort durch die Häusergassen durchschimmern sieht. Der ufoähnliche Aufbau wurde 2012/13 erweitert, um noch mehr Kunst den Besuchern bieten zu können. Der Stil ist sehr modern, als ich das Museum betrete. Das Ambiente hat was. Mit seiner Kühle und Gradlinigkeit wirken die Ausstellungsstücke und Bilder noch intensiver auf mich.

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Ein Besuch ist für jeden möglich. Es gibt Aufzüge und es können sogar Rollstühle ausgeliehen werden. Beim Checkin bemerke ich, dass viele Dauerkartenbesitzer hier ihren Sonntagsausflug genießen. Die Dauerausstellung mit über 11.000 Objekten bietet eine Menge Sehenswertes. Ergänzt werden regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen, die man mit den vielen Exponaten durchaus mehrfach besuchen kann. Für die Kunstkenner unter meinen Lesern: Vom 1. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 präsentiert das Museum de Fundatie Zwolle die Ausstellung „Siehe, der Mensch“. In 100 Werken von u. a. Kokoschka, Brancusi, Schad, Picasso, Nussbaum, Bacon, Goldin, Trecartin, Dumas, Richter und Rauch zeichnet „Siehe, der Mensch“ nach, wie Künstler sich im vergangenen Jahrhundert der scheinbar einfachen und übersichtlichen Form des Porträts bedienten, um den Reichtum und die Komplexität der modernen Welt zu untersuchen. „Siehe, der Mensch“ wurde vom Kunstkritiker Hans den Hartog Jager zusammengestellt. Er hat in der Vergangenheit auch die Ausstellungen „Mehr Licht“ (2011) und „Mehr Macht“ (2014) organisiert.
Das Museum Fundatie bietet Führungen an. Für die Pause zwischendurch gibt es ein Museumscafé. Mich reizt besonders der obere Aufbau des Hauses und mit letzten Blick auf Kunstwerke und besondere Stadtansichten auf Zwolle endet leider hier meine Hansestädtenreise. Es war toll – und ich komme wieder!

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Kunst in der Kuppel

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Den Ausblick künstlerisch genießen

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Blick auf Zwolle durch die künstlerische Art Cloud von innen

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Stadtansichten mal anders

Wie Du auch zu Deiner Fahrradtaxifahrt in Zwolle kommst

Die Fahrradtaxen könnt Ihr als Strecke oder Rundtour buchen. Wenn Ihr Glück habt, findet Ihr direkt am Bahnhof wartende Fietstaxen. Eine Reservierung lohnt immer. Wer nicht nur von A nach B will, kann eine der Themenfahrten des Anbieters buchen. Meine Genießertour hat mir super gut gefallen. Neben den Genuss-Stationen gab es eine Menge über Zwolles Geschichte zu erfahren und Tipps zur weiteren Erkundigung der Stadt.
Wer nicht so viel shoppen möchte wie ich, kommt ca. mit einer Stunde mit dieser besonderen Stadtführung aus. Je nach Tour kostet das persönliche Fahrradtaxi 20 bis 30 Euro, was ich unschlagbar günstig finde. Entsprechend großzügig fiel mein Trinkgeld aus, vor allem bei den Anstrengungen, mich zwei Stunden durch die Gegend zu kutschieren. Neben meiner Tour gibt es noch eine ausgearbeitet Geschmackstour. Das könnte mir das nächste Mal gefallen.
Ebenfalls toll: Die Fahrradtaxen sind barrierefrei und können auch für Menschen im Rollstuhl und anderen Behinderungen gebucht werden.

 

Offenlegung: Zu meiner Reise zu den Hansestädten wurde ich vom Hanzesteden Marketing und dem Niederländischen Büro für Tourismus & Convention (NBTC) eingeladen. Ganz herzlichen Dank dafür. Danke für die tolle Organisation und die Möglichkeit, diese schöne Region zu entdecken! Meine Meinung bleibt wie immer die eigene.

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7 Kommentare

  1. Christiane

    danke für den wieder so tollen und ausführlichen Bericht. Auch die Fotos sprechen für sich. Teilweise erinnern sie mich an Papenburg. Liebe Grüße und noch einen schönen Restadvent
    Christiane.

  2. aaaawww, da hüpft mein herz! ich muss unbedingt noch mal zurück nach zwolle. die meisten deiner anlaufstellen hab ich nur im vorbeiradeln gesehen und der museumsbesuch steht auch noch aus. danke, daß du uns auf deiner geniesserrunde durch zwolle mitgenommen hast …

    • Ich hatte bei Dir im Blog vor meiner Reise schon das Café Engel entdeckt – das kommt bei meiner nächsten Fahrt nach Zwolle aufs Programm :-)

  3. So tolle Bilder, liebe Tanja. Und so schön geschrieben. Die Niederlande sind echt immer eine Reise wert. Und das es dort auch so schöne Hansestädte gibt, habe ich vor Deiner Reise gar nicht gewusst. Habe ich das erste Mal gehört, als Du davon auf Facebook gepostet hast. Hach. Ich will auch los.

    Danke für den schönen Artikel.
    Liebe Grüße, Heike

    • Danke Dir liebe Heike. Auch mir waren die holländischen Hansestädte nicht bekannt bis vor kurzem. Kampen und Zwolle kommen wieder auf mein Reiseprogramm, dazu möchte ich demnächst (vielleicht als Cabriotour) noch weitere Städte des historischen Verbundes erkunden.

  4. Was für ein Glück nicht nur für Dich, sondern insbesondere auch für uns Leser, dass Du doch ins Fahrradtaxi eingestiegen bist😊. Zwolle – oft gehört, aber nie dagewesen. Ab jetzt steht’s aber mit weit oben auf der To-Travel-Liste, zumal es gar nicht so weit weg ist (wohne ebenfalls in Krefeld ;-).
    Schöne Geschäfte hast du für uns gefunden, ich mag den holländischen Einrichtungsstil Altes und Neues zu kombinieren, mich fasziniert es, wie sie Gebäude umfunktionieren (hier, wie in Maastricht, Kirche zu Buchladen, gerne auch ehemalige Metzgereien, Friseurläden, Bäckereien oder wie in Maastricht eine ehemalige Feuerwehrwache zu Cafés und Restaurants usw.) und die vielen kleinen Gassen, in denen es in jeder Ecke was zu entdecken gibt.
    Vielen Dank, dass Du uns teilhaben läßt an Deinen Touren!

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