Wolfenbüttel – Ein Genuss für Augen, Gaumen und Ohren

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Ich stehe an der Ampel. Die Stadt ist voll. Nur im Schneckentempo geht es vorwärts. Gedankenverloren beobachte ich, wie Jogger im Park neben mir zum Abend ihre Runden drehen. Irgendwoher ertönt Musik und eine Art Paukenschlag. Ich rolle wieder ein Stück weiter in meiner Ampelschlange und dann sehe ich es: Auf dem Balkon des Lessing Theaters rudern rot gekleidete Menschen wie auf einem Galionsschiff, so wie man sie von den Römern her kennt. Mit jedem Paukenschlag folgt ein Ruderschlag. Was ist los in Wolfenbüttel? Unten steht eine Menschentraube, beobachtet das Schauspiel und klatscht. Noch ein Stück rutsche ich in meiner Warteschlange vor. Ein Kleintransporter vor mir nimmt mir fast die Sicht. Auf einmal wird die Warterei vor der Ampel spannend und ich hoffe, dass sie nicht so schnell auf grün umschlägt. Die Musik wird lauter, die Paukenschläger und das virtuelle Rudern auf dem Theaterbalkon schneller. Grün. So ein Mist, denke ich mir und fahre im Schneckentempo um die Kurve, um noch so viel wie möglich von dem seltsamen Schauspiel aus dem Augenwinkel zu erhaschen. Wolfenbüttel ist anders! Was für ein skurriler und gleichzeitig schöner Auftakt zu meiner Wochenendreise! Das macht mir noch mehr Lust auf die Lessingstadt Wolfenbüttel.

Erst später erfahre ich, was es mit dem Schauspiel im wahrsten Sinne des Wortes auf sich hatte: Das Lessing Theater in Wolfenbüttel bietet nicht nur gute Aufführungen an, sondern lädt auch ein zum Mitmachen und Ausprobieren. Ich war Zeuge einer Aufführung von einer Laienspielgruppe, die einmal hinter die Kulissen schauen und sich selbst am Theater probieren wollen. Theater Aktiv nennt sich das Programm und zeigt mir wieder, was man als Stadt alles auf die Beine stellen und erleben kann. Solche Angebote sind mir aus meiner Region leider nicht bekannt.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Viele Bauepochen lassen sich in Wolfenbüttel heute noch bewundern

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Shopping mit Fachwerkcharme

Wolfenbüttel hat noch mehr zu bieten, was ich bei einem beschaulichen Wochenende gar nicht schaffen konnte. Mit diesem Artikel nehme ich Euch mit auf einen versonnen Bummel durch Wolfenbüttel mit genussvollen Highlights fürs Auge, den Gaumen und auch für die Ohren:

Fachwerk, Fachwerk und noch mal Fachwerk

Wie ich Euch in meinem Harzvorlandartikel schon verraten habe, bin ich durch die tollen Fotos der Fachwerkhäuser von den Meurers auf Wolfenbüttel aufmerksam geworden. Vorher wusste ich nicht einmal, wo diese Stadt liegt – ein Fehler! Heute wandle ich selbst durch die Straßen und Gassen, vergesse die Zeit und genieße die vielen Fachwerkhäuser. Bei uns sind diese ausschließlich in weiß-schwarz gehalten, in Wolfenbüttel schimmern die Fachwerkhäuser in zartem mint, blau und gelb. Wären die Autos und Fahrräder nicht, meine ich, die Zeit wäre stehen geblieben. Ein schönes Haus nach dem anderen schmiegt sich aneinander.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Der Stadtkern bietet auf jeder Straße eine Menge idyllischer Fachwerkhäuser

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Verträumte Gassen wie vor hunderten von Jahren

Es gibt öffentliche Stadtführungen durch den historischen Ortskern. Ich genieße die Stadt verbunden mit einem Einkaufsbummel. Ich habe noch nie so viele Fachwerkhäuser auf einmal gesehen und gerate in einen Fotografierrausch, an jeder Ecke und Biegung gibt es Neues zu entdecken.
Wisst Ihr eigentlich, warum die Fenster in einem Fachwerkhaus nur nach außen aufgehen? Meistens schlossen die Fenster bündig zur Hauswand ab. Tobte der Wind, presste er die Läden fest in den Rahmen und dichtete so mehr ab. Dies und noch mehr Geschichten erfahrt ihr in den Führungen.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Kein einheitliches schwarzweiß: Wolfenbüttels Fachwerk kann bunt!

An einer kleinen Brücke muss ich schmunzeln, als ich dort sogenannte Liebesschlösser entdecke. Der Trend aus Köln (hier sieht man vor lauter Schloss die Deutzer Brücke kaum) scheint auch hier vereinzelt angekommen zu sein. Klein Venedig heißt diese Region in Wolfenbüttel und hat für mich viel Ähnlichkeit mit Colmar – nur kleiner und schnuckeliger ist es hier. Was heute ein Platz für Verliebte ist, ist zugleich auch Zeitzeuge des einstigen Grachtensystems aus dem 16. Jahrhundert, welches damals Wolfenbüttel durchzog. Gepaart mit den Blumen ein wahrer Genuss für die Augen und Seele.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Ein Platz für Verliebte…

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Malerisches „Klein Venedig“ mitten in Wolfenbüttel

Wo Indien und Lessing sich die Hand geben: Treccino – Rösterei & Caffeebar

Wenige Meter hinter „Klein Venedig“ biege ich links ab. Eigentlich könnt Ihr Eurer Nase folgen, wenn es Rösttage sind. Mein Ziel: Den besten Kaffee von Wolfenbüttel genießen. Ich habe Glück und erwische bei schönem Wetter den noch letzten freien Tisch vor dem Treccino. Mit Ausblick auf Fachwerkhäuser genieße ich einen leckeren Cappuccino. „Kaffee ist unsere Leidenschaft“ heißt das Motto von Treccino und das schmeckt man auch. Mein Kaffee schmeckt mir phantastisch, ohne Säure, mild, leicht malzig und süß. Ein Mal pro Woche wird im Haus selbst geröstet. Dabei verwenden die Experten ausschließlich sortenreine Arabica Rohkaffees. Außerdem wird – wie ich auch schon in der Pfalz lernen konnte – auf Langzeitröstung gesetzt, statt den Kaffee schnell und mit höherer Hitze zu verarbeiten. Besonders gut schmecken mir auch die beiden Lessing-Kaffee-Sorten, die extra für Wolfenbüttel gemischt werden und auch nur hier zu kaufen gibt. 

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Nah von „Klein Venedig“ gibt es den für mich besten Kaffee von Wolfenbüttel

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Cappuccino mit Bohnen aus Indien Monsooned Malabar – ein Gedicht!

Ich könnte noch mehr Kaffee probieren, doch zum einen schließen am Samstag die Geschäfte schon früh zwischen 14 und 16 Uhr. Zum anderen sind 3 Kaffees schon für mich als Teetrinkerin an Koffein und der heutigen Sonne wohl ein Maximum. Selbstredend kaufe ich eine wunderschöne Tasse (mein Tick auf Reisen) und decke mich mit Kaffee ein. Die Mitbringsel und mein Eigenbedarf war schnell verbraucht. Ich habe mir inzwischen eine Mahlmaschine gekauft, genieße somit die Bohnen frisch gemahlen – ein Gedicht sage ich Euch. So leerte sich der Kaffee schnell dem Ende entgegen. Auf Treccino gibt es zwar (noch) keinen Onlineshop, aber gegen Vorkasse kann gern bestellt werden. Aktuell warte ich heiß auf die neue Lieferung. Meine Tipps: Lessing Falk und Indien Monsooned Malabar. Einen Besuch und eine Einkaufstour bester Bohnen kann ich Euch sehr empfehlen!

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Um stets frischen Kaffee zu haben, rösten Monika Steinig mit ihrem Mann einmal in der Woche frischen Rohkaffee in ihrem Laden

Nordseeflair am Rande von Wolfenbüttel: Sylter Eismanufaktur

Meine Anreise nach Wolfenbüttel hat leider länger gedauert als erwartet. Letztlich aber kein Wunder, wenn man unseren NRW-Feier-Brückentag nutzt, während andere Bundesländer wie Niedersachen arbeiten gehen. Es war heiß, so heiß, dass selbst im Cabrio der Fahrtwind eher einem Fön statt einer Erfrischung glich. Mit Blick auf die Uhr habe ich noch etwas Zeit und kehre in die viel gelobte Eisdiele am Rande der Stadt ein: Die Sylter Eismanufaktur. Die Schlange reicht fast bis zur Straße. Jeder Platz auf der Terrasse ist besetzt. Ich hole mir, während ich warte, Appetit von den Eisbechern auf den Tischen und stehe dann doch letztlich vor der Theke mit dem großem Fragezeichen: „Was nehme ich denn?“

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

In der Sylter Eismanufaktur wird wert auf regionale Produkte gelegt und alles selbst gemacht

In der Sylter Eismanufaktur wird jedes Eis nämlich per Hand hergestellt und das schmeckt man auch. Es werden viele regionale Produkte verwendet und auf künstliche Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und Ei verzichtet. Neben klassischen Sorten reizen mich Eiskugeln in den Geschmacksrichtungen Salzkaramel, Apfel-Holunder und Tinkabohne. Die Toppings und Saucen sind ebenfalls alle selbst hergestellt, dass mich die Erdbeersauce besonders anlacht. Es schmeckt wunderbar! Schade, dass wir so eine Eisdiele bei uns nicht in der Nähe haben.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Das Hofcafé in der Klosterstraße

Frühstückskultur in Wolfenbüttel

Ich bin froh, dass ich in Wolfenbüttel eine Ferienwohnung habe. Als ich den Frühstücksartikel im echtlessig-Blog lese, läuft mir nicht nur das Wasser im Mund zusammen, sondern ich vermute, dass die Wolfenbüttler ihre Frühstückskultur lieben. Die Tipps im Blogartikel sind unterschiedlich. Mir gefällt das Hofcafé besonders gut. Ich bin spät dran mit meinem Samstagsbesuch. Jeder Platz ist besetzt, das Brunch in vollem Gange. Eine Tischreservierung ist am Wochenende nötig. Leider ist der Garten und die Terrasse bei heutigem Regen nicht nutzbar. Dafür lässt es sich drinnen sehr gemütlich an. Neben leckerem Kaffee gibt es lose Teesorten, die in einem Sieb im Glas gereicht werden. So etwas freut mich immer sehr, guter Teegenuss ist außerhalb selten und am Morgen für einen perfekten Start für mich unabdingbar. Um mich herum erfreuen sich jung und alt am Frühstück. Während neben mir ein Buch gelesen wird, kämpft weiter vorne eine junge Familie, die Kinder in Schach zu halten. Zwischen Trubel und Ruhe ein schönes Café.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Das Hofcafé in der Klosterstraße in Wolfenbüttel erreicht man über den zweiten Hauseingang

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Bei schönem Wetter lockt ein Platz im Hinterhof

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Milchkaffee und Brunch schmecken einmalig

Grillen mit fremden Freunden: Besuch in der Gemüsescheune

Wenn ich es nicht empfohlen bekommen hätte, wäre ich vorbeigefahren. Wenn ich es nicht gesucht hätte, hätte ich es nicht gefunden. Die Rede ist von der Gemüsescheune. Ein Platz zum Einkaufen denkt man, stimmt – aber jeden Freitag verwandelt sich die Gemüsescheune als Hotspot von Wolfenbüttel und schafft ein besonderes Genusserlebnis! Ich parke mein Auto und sehe schon von weitem viele Fahrräder vor dem Scheuneneingang stehen. Musik dringt aus der Einfahrt. Irgendwie ist hier alles anders, als ich es mir von einer Gemüsescheune vorstelle.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Pöligs Scheune: Gemüse direkt vom Erzeuger

Die Rede ist von Pöligs Gemüsescheune. Im Alten Weg in Wolfenbüttel betreibt der 51jährige Hans Pölig seit 17 Jahren eine Scheune, in der frisches Gemüse direkt vom Erzeuger eingekauft werden kann. Seit über 30 Jahren ist er Gärtner. Seine Produkte sind nicht „Bio“, aber so gut wie nicht gespritzt oder behandelt. Früher war Wolfenbüttel eine Gärnterstadt, berichtet mir Hans. Über 150 Gärtner gab es nach dem Krieg, heute gibt es nur noch zwei. In Konkurrenz mit den Supermärkten muss man sich etwas einfallen lassen und so kam dem Gärtner die Idee der Scheune in den Sinn. Damit aber nicht genug. Seit einigen Jahren lohnt sich der Freitagseinkauf doppelt: Bei Pöligs wird der Hofverkauf ausgebaut. Es gibt frisches Brot, Fisch, einen Weinhändler und vieles mehr. Dazu kann man gleich vor Ort einen Wein oder Bierchen trinken und sich ein leckeres Würstchen oder Schnitzel grillen lassen.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Frisch gegrillt – lecker auf der besonderen Grillparty in der Gemüsescheune

Ab 16 Uhr bis open End findet bei Hans die besondere Gartenparty statt. Ich bemerke, wie viele Wolfenbütteler sich mit einem Hallo begrüßen. Hier kennt man sich und Fremde wie ich mischen sich einfach darunter. Jeder ist willkommen. Das hat Charme. Ich komme schnell mit Besuchern ins Gespräch. Die Schlange beim Grill ist lang, der Grillmaster etwas umständlich. Aber das stört hier niemanden. Dann dauert es halt etwas länger. Gemeinsam warten wir auf unser Grillgut, stoßen auf den schönen Tag an und genießen das Leben. Es ist wie eine große Grillparty unter fremden Freunden und ich genieße es in vollen Zügen.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Grillparty mit fremden Freunden – Gemüsescheune Pöligs

Hans ist froh, dass die Nachbarn sein Konzept mitmachen. Alle paar Wochen findet Livemusik statt. Das Programm findet Ihr auf seiner Webseite.
Da ich noch etwas in Wolfenbüttel verweile, lohnt leider kein Einkauf der frischen Gemüsesorten für die heimische Küche. Witzig finde ich aber das Ampelsystem von Hans zum Einkauf seiner Produkte: Im Internet kann man nachschauen, welche Sorten im Programm sind (Rot = nicht verfügbar, gelb = geht bald los, grün = in der Scheune vorrätig).
Inzwischen hat seine Lebensgefährtin auf dem Gelände auch ein Café eröffnet. Auf dem Heuboden der Scheune kann man es sich im Café Verum richtig gut gehen lassen.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Kuba – Eine Firma aus Wolfenbüttel mit Tradition

Töne aus vergangenen Zeiten – Das Kuba Tonmöbelmuseum

Schon mal von Gerhard Kubetschek gehört? Ich nicht – und doch ist ihm und seiner Firma ein ganzes Museum gewidmet. Sein Lebenswerk könnte man „zur rechten Zeit am rechten Ort mit der passenden Idee“ zusammenfassen und ist beispielhaft für das Wirtschaftswunder in Deutschland. Als Vertriebener gründete der findige Unternehmer 1948 die Tonmöbelfirma Kuba Imperial in Wolfenbüttel. Während die heutige Jugend mit Spotify groß wird, war Musik und Fernsehen in den Nachkriegsjahren erst langsam ein Genuss für alle. Die Geräte waren teuer, nicht jeder konnte es sich leisten. Deutschland war im Aufbruch. Den Krieg vergessend hörte man Musik, wollte feiern und sich vergnügen. Der kleine Handwerksbetrieb von Kubetschek stellte zunächst nur Möbel für die neuen Geräte her. Später kaufte der Firmeninhaber selbst Radios, Plattenspieler und Fernseher ein und verkaufte nicht nur Chassis sondern Anlagen mit komplettem Inhalt.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Das erste Tonmöbel aus dem Hause Kuba (Baujahr 1949)

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Schellackplatten – der Sound alter Zeiten

Bereits nach einem Jahr schreibt seine Firma einen Umsatz von 1 Mio. DM. Im Jahre 1950 verzeichnete Kuba über 100 Mitarbeiter und verfügte über 12 unterschiedliche Produkte. Ich bekomme eine Sonderführung von Herrn Erdmann im Museum und damit eine persönliche Zeitreise. Die Brotdosen, wie die ersten Tonmöbel auch hießen, kosteten mit 300 DM ein Monatsgehalt – hinzu kamen noch Plattenspieler und Radio. Der Abverkauf war dennoch reißend.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Im Tonmöbelmuseum gibt es eine Zeitreise in die heimische Geschichte

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

UKW – die einzige Frequenz, die den Deutschen nach dem Krieg zugesprochen wurde

Mein persönlicher Museumsführer ist gelernter Ingenieur der Nachrichtentechnik und gibt mir Nachhilfe zu Physik und Tontechnik. UKW war damals die einzige Sendefrequenz, die nach dem Krieg den Deutschen zugesprochen wurde. Letztlich ein Glücksfall, da bei 100 Megaherz eine gute Qualität gesendet werden konnte.
Im Wirtschaftswunderland stieg der Luxus. Man wollte die Pracht und den Hörgenuss nicht nur selbst genießen, sondern vor allem auch zeigen. Die Tonmöbel wurden größer und ausgefallener. Da gab es automatische Gimmicks und durchaus Möbeleinbauten wie Sektkühler und mehr. Detaillierter könnt Ihr es auch im obigen Film sehen.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Elektrische Raffinessen wurden mit der Zeit immer mehr eingebaut

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Musik und Sekt gehören doch irgendwie zusammen, oder?

Ein Prunkstück von Kuba Tonmöbel und auch Bestandteil des Museums ist der Komet, ein Tonmöbel der Luxusklasse. Ursprünglich als Messe-Hingucker gebaut, erfreute sich das Einzelstück so hoher Beliebtheit, dass Komet in Serie gefertigt wurde. Highlight waren die damals brandneuen, drahtgebundenen Fernbedienungen. Heute kostet ein Komet rund 30.000 Euro.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Komet – ein Highlight mit drahtgebundener Fernbedienung

Auf Erfolgskurs beschäftigte die Firma rund 4.000 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten. Auf der Höhe der Zeit verkaufte Gerhard Kubetschek seine Firma 1966 für 80 Mio. DM. Alles richtig gemacht würde ich sagen. Leider überlebte die Firma nicht bis heute.

La Domenica – Essen wie bei Mama (und Papa)

Im Leibnizhaus gibt es einen besonderen Italiener. Francesco Scaccianoce und seine Familie verwöhnen ihre Gäste im Restaurant La Domenica. Es ist heiß, als ich im Domenica einkehre und bin froh, einen letzten Tisch im Garten zu ergattern. Ohne Reservierung ist man auch hier am Wochenende chancenlos – zu bekannt ist die gute Küche des Hauses.
Als ich Burrata auf der Vorspeisenkarte entdecke, bin ich verzückt. Diesen italienischen Frischkäse gibt es für mich viel zu selten auf der Speisekarte. Überwiegend aus Kuhmilch hergestellt ähnelt Burrata Mozzarella, schmeckt aber weicher und feiner.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Köstlicher Burrata im La Domenica

Ein weiteres Vorspeisen-Highlight bewundere ich auf dem Nachbarteller: Hausgemachte Nudeln mit frischem Trüffel und Parmesan.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Der Trüffel wird frisch am Tisch gerieben und duftet köstlich

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Hausgemachte Nudeln mit frischem Trüffel und Parmesan

Als Hauptspeise wähle ich mediterranen Tintenfisch – ebenfalls köstlich! Noch bevor das Sommergewitter über uns hereinbricht, rutschen wir näher unter dem Schirm zusammen. Leider nützt das nichts. Das Regenwasser schüttet wie aus Kübeln und wir fliehen ins Restaurant. Wer nur Pizza und Pasta essen möchte, ist hier nicht wirklich richtig. Francesco Scaccianoce versteht sich als Botschafter der guten italienischen Küche. Seine empfohlenen Weine runden den Genuss ab. Vegetarier werden übrigens auch im La Domenica glücklich. 

Städtetour mit Ferienwohnung statt Hotel

Üblicherweise übernachte ich auf Städtetouren in einem Hotel. In Wolfenbüttel hatte ich eine tolle Ferienwohnung. Ruhig gelegen konnte ich die Abende wunderbar ausklingen lassen, hatte meine Ruhe und konnte mir zum Start in den Tag einen leckeren Tee und Kaffee kochen. Anschließend ausgiebig ein nettes Café in der Stadt zum Frühstück erkunden.
Parterre und modern eingerichtet ist die Ferienwohnung „Unter den Kastanien“. 30 qm im Stadtteil Linden waren nur für mich. Ab 35 Euro können bis zu zwei Gäste hier wohnen. Wenn Ihr auch Lust auf beschriebene Genusserlebnisse für Augen, Gaumen und Ohren in Wolfenbüttel habt, ist diese Bleibe perfekt geeignet.

Wolfenbuettel, Wolfenbüttel

Ab 35 Euro pro Nacht ist diese schöne Ferienwohnung für 2 Personen eine tolle Bleibe

 

Offenlegung: Meine Reise wurde unterstützt vom Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus der LESSINGSTADT WOLFENBÜTTEL. Herzlichen Dank dafür. Meine Meinung im Blogbericht bleibt davon unbeeinflusst. Für den Post wurde ich nicht bezahlt.

Hinweis: Die Reise verlief mit dem Hashtag #echtlessig – darunter findet Ihr auf Twitter noch weitere Inspirationen von anderen Reisen und Angeboten. Darüber hinaus betreibt Wolfenbüttel aktiv  zwei Blogs, die ich persönlich super finde. Schaut daher auch mal bei aboutcities.de und vor allem bei echtlessig.de vorbei.

Außerdem findet Ihr noch schöne Artikel und Reiseinspirationen bei:

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10 Kommentare

  1. Liebe Tanja,
    ich komme aus dem Landkreis Wolfenbüttel und wenn ich Wolfenbüttel nicht schon kennen würde, dann würde ich jetzt nach deinem Beitrag bestimmt hinfahren. Sehr schön und liebevoll geschrieben und die Bilder sind sehr stimmig.

    Liebe Grüße

  2. Peter Krauskopf

    Liebe Tanja,
    und wir waren vergangenes Jahr in Quedlinburg und wären sicherlich auch nach Wolfenbüttel gefahren wenn … ja wenn wir das gewußt hätten. Danke für Deinen wunderschönen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Peter

    • Danke Dir lieber Peter für Dein Feedback. Ich bin selbst immer wieder überrascht, welche tollen Ecken es in Deutschland zu entdecken gibt.

  3. Liebe Tanja,
    was Du immer für schöne Orte entdeckst. Danke an Achim und Monika, das sie Dich zu dieser Reise inspiriert haben.
    Ich bin da ganz bei Dir, ich hatte den Namen „Wolfenbüttel“ schon einmal gehört, aber wenn Du mich ins Auto gesetzt hättest und gesagt hättest: „Fahr mal nach Wolfenbüttel“. Ich hätte Dich irritiert angeschaut.
    Jetzt bin ich auch ganz verliebt in die Bilder der schönen Fachwerkhäuser. Ich mag so etwas auch sehr.
    Vielen Dank für die Inspiration uns die schönen Bilder.
    Liebe Grüße, Heike

  4. Liebe Tanja,

    Es ist ein Genuss für Herz und Augen, Deine Erlebnisse zu lesen. Wir lieben unsere Stadt und sind stolz und dankbar, dass sie Dir so gut gefällt.

    Auf bald <3,
    Björn

    • Danke, dass ich Wolfenbüttel so erleben durfte. Es war mir ein Fest – und sicher war ich nicht das letzte Mal dort.
      LG und auf bald,
      Tanja

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