Freizeitkarten: Wie Du mit der Luxemburg Card günstig ein ganzes Land entdecken kannst

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Freizeitkarten – oft sind sie gar nicht bekannt, dabei ermöglichen sie vielerorts günstig seinen Urlaub zu gestalten. Luxemburg ist grundsätzlich kein günstiges Reiseland. Mit der Luxembourg Card gibt es allerdings sehr attraktive Urlaubserlebnisse für kleines Geld. So viele vergünstigte und freie Urlaubserlebnisse gibt es sonst selten in einer Freizeitkarte vereint.

Kompakt die wichtigsten Infos zur Karte

PreiseWo erhältlich?Was ist inklusive?Öffentlicher NahverkehrFür wen?Besonderheiten & Hinweise
Konditionen Einzelperson Familienkarte
(2 bis 5 Personen)
1 Tag 13 € 28 €
2 Tage 20 € 48 €
3 Tage 28 € 68 €

Dies sind die Preise für 2017. Stets aktuelle Informationen findet Ihr auf der Luxembourg Website.

Die Freizeitkarte für Luxemburg gibt es an vielen Verkaufsstellen im gesamten Land.

Vorab kann die Luxembourg Card auch online bestellt werden. Die Zustellung erfolgt per Einschreiben mit der Post. Die Sendezeit sollte natürlich entsprechend einkalkuliert werden.

Neben de öffentlichem Nahverkehr im gesamten Land könnt Ihr mit der Luxembourg Card über 72 Museen und Sehenswürdigkeiten kostenfrei erkunden. Darüber hinaus gibt es bei vielen Angeboten 10 bis 30% Nachlass auf Eintrittsgelder. Eine aktuelle Auflistung, welche Museen und Sehenswürdigkeiten dabei sind, findet Ihr zum einen auf der Luxembourg-Website.

Mehr als „nur Museen“: Die Freizeitkarte umfasst nicht nur Vergünstigungen zu Museen. Im Angebot dabei sind verschiedene Freizeitaktivitäten wie Bootsfahrten auf der Mosel, Barfusswanderungen, Rundfahrt in einem Solarboot oder Fahrverleihstationen, Abenteuerparks oder Erlebnisse rund um regionale Produkte Luxemburgs. Das Programm in vielschichtig.

Katalog: Darüber hinaus gibt es für jedes Jahr eine umfangreiche Broschüre, die Euch alle freien Freizeitaktivitäten näher erläutern.
Es gibt über Luxembourg nicht viele Reiseführer. Die Broschüre lege ich Euch auch ans Herz für die Reiseplanung – da findet Ihr eine Menge an Sehenswertem.

App: Die Luxembourg Card gibt es kostenfrei als App sowohl für iOS im Appstore als auch die Androidenwelt im Googleplaystrore. Zum einen dient die App als Reiseführer vor Ort, hilft vor Ort naheliegende Sehenswürdigkeiten zu finden und gibt eine Menge Hintergrundinfos. Offlinenutzung ist möglich.

Neben freien Eintritt in über 72 Museen und Sehenswürdigkeiten kann die Luxembourg Card für öffentliche Verkehrsmittel im gesamten Land genutzt werden (2. Klasse (ÖPNV) im Großherzogtum Luxemburg).

Lohnenswert ist die Karte vor allem, wenn man den öffentlichen Nahverkehr in Luxembourg Stadt oder dem gesamten Land mitnutzen möchte. Da sind die Preise unschlagbar günstig. Die Luxembourg Card ist mehr als ein Citypass.

Ansonsten ist die Card eine Rechnung wert: Was wollt Ihr besuchen? Was kostet der Eintritt ohne Karte und was mit dieser Freizeitkarte? Da Eintrittsgelder in Schlösser und Burgen beispielsweise meist um die 10 Euro betragen, lohnt sich oft ein Kauf der Luxembourg Card – aber wie gesagt: Für die individuelle Nutzung am besten an Hand Eures Urlaubplans durchrechnen.

Die Karte hat freie Datumsfelder. Die Benutzung startet, wenn man das erste Datum mit Kugelschreiber auf die Karte eingetragen hat.

Hat man einen Mehr-Tagespass erworben, so muss die Nutzung nicht an hinter einander folgenden Tagen passieren. Es kann durch aus ein 3-Tages-Pass der Card erworben werden und die Nutzung kann über ein ganzes Jahr hinweg erfolgen.

Die Karte ist nicht personenbezogen. Sie kann individuell genutzt werden. Bei der Benutzung ist die Karte vorzuzeigen.

Hier auch noch einmal der Hinweis zur App: Fast besser als ein Reiseführer! Die Luxembourg Card gibt es kostenfrei für iOS im Appstore als auch die Androidenwelt im Googleplaystrore, Offlinenutzung möglich.

Drei Ausflugsempfehlungen

Luxemburg ist nur 84km lang und 39km breit. Es ist ein kleines Land mit vielen Möglichkeiten und begeistert mich immer wieder. Von meiner letzten Reise habe ich Euch ein paar Sehenswürdigkeiten zusammengestellt, die Ihr mit der Luxembourg Card kostenfrei erleben könnt:

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Schloss Wiltz in den Ardennen – eine Führung kann gebucht werden

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Wiltz heißt luxemburgisch Wooltz

1) Nationalmuseum der Braukunst im Schloss Wiltz

Wiltz ist die Hauptstadt der Ardennen in Luxemburg. Zentraler Punkt des kleinen Ortes ist das Schloss Wiltz. Es wurde im 12. Jh. auf einem Felsvorsprung erreichtet. Heute beherbergt es Touristeninfo, Museum der Gerberei und das Nationalmuseum der Braukunst. Wer möchte, kann mit der Luxembourg Card bei der Touristeninformation kostenfrei Fahrräder inkl. Fahrradhelmen ausleihen und die Region erkunden. Es ist schön bergig – Ardennen halt. Ich schaue mir das Schloss von außen an und genieße danach ein kühles Wasser auf dem Burginnenhof. Ein Café wäre an diesem Ort für mich perfekt. Gibt es leider nicht, aber man kann Getränke in der Touristeninfo kaufen und im Burghof gemütlich trinken.

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Der Museumsrundgang startet mit einer alten Kneipe

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Flaschen aller Generationen sind in Museum zu bewundern

Im Ort befindet sich der Sitz der Brauerei Simon. Die Traditionsbrauerei wurde bereits 1824 von Georges Pauly gegründet und ist eine der letzten unabhängigen Brauereien in Luxemburg. Kreative Rebellen sollen heute am Werk sein und mit immer wieder neuen Produkten seine Fans begeistern. Ich begebe mich im Nationalmuseum der Braukunst auf eine Zeitreise, eine Reise der Bierentwicklung und der regionalen Geschichte.

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Im Museum gibt es nicht nur Bier, sondern auch regionale Geschichte

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Die Bierherstellung nach alter Tradition

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Auch damals wurde schon über Bierkonsum Buch geführt

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Altes Flaschenbier hat auch etwas für sich

Das Museum ist klein und ist in den ehemaligen Pferdeställen des Schlosses untergebracht. Es umfasst nur wenige Räume. Dafür allerdings die kleinste Micro-Brauerei Europas. Bierliebhaber finden Sonderstücke. Es gibt viel alte Gläser und Flaschen. Nach dem Motto: „Don’t drink and drive“ schaue ich mir die kleine Brauerei nur an und kaufe ein paar Flaschen Simonsbier für zu Hause. Wie einst unser Dosenbier kann man das Simons als Dosenflasche erwerben. Praktisch für unterwegs, da es sehr leicht ist, schmeckt es zugegebener Maßen allerdings auch ein wenig nach Dosenbier. Glasflaschen sind mir dann doch lieber.
Mit der Luxemburg Card ist der Eintritt frei. Ohne Karte kosten Eintritt, Audioguide und Verkostung für Erwachsene 5,50 Euro. Kinder und Studenten unter 21 haben freien Eintritt.

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Mitbringsel: Simonsbier in Aluflaschen

2) Mittelalterlichen Burg und Renaissance Schlosses in Beaufort

Wer zu spät kommt… steht vor verschlossenen Türen! Meinen Roadtrip durch Luxemburg habe ich etwas zu ambitioniert geplant. Das hab ich nach den ersten Stunden bemerkt, korrigiert, nur leider musste der Besuch der mittelalterlichen Burg und dem Renaissance Schloss in Beaufort darunter leiden.

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Beauforter Burg und Schloss können besichtigt werden

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Auch wenn nicht alles an der Beauforter Burg erhalten geblieben ist, so ist das Anwesen beeindruckend

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Neben der Burg unbedingt das Schloss besichtigen und den Cassis-Likör probieren und einkaufen :-)

Der älteste Teil der Burg wurde im 11 Jh. errichtet, danach gab es 4 Bauepisoden. Noch heute thront sie imposant hinter der nächsten Kurve. Es gibt zwei kleine Parkplätze nähe der Burg. Ich ergattere zum Abend hin einen Platz und schaue mir das Anwesen wenigstens von außen an. Während die Burg etwas in Mitleidenschaft gezogen ist, ist das Beauforter  Renaissanceschloss aus dem Jahr 1649 fast unversehrt geblieben.  Das Renaissanceschloss ist das Werk eines bedeutenden Luxemburgers, Jean Baron de Beck.

Lecker! Der Cassis-Likör aus dem Beauforter Schloss

Wer Zeit mitbringt, kann das Schloss von innen besichtigen und Cassero verköstigen. Ich trinke ihn später, ein Likör genau nach meinem Geschmack. Damit lassen sich – mal nebenbei bemerkt – auch prima Nachtische zaubern. Der Likör wird im Schloss hergestellt und ist als reines Naturprodukt mit schwarzen Johannisbeeren und viel Vitamin C sicherlich schon gesund!
Mit der Luxemburg Card sind Schloss und Burg im Eintritt frei, sonst zahlen Erwachsene 10 Euro.

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3) Drei auf einen Streich: Auf den Spuren der Dokumentarfotografie und Edward Steichen

Edward Steichen war ein US-amerikanischer Fotograf, der aus Luxemburg stammt. Sein Talent wurde jung bekannt, er wurde früh Mitglied des Pictorialismus. Danach widmete er sich der Kriegsfotografie, um danach dann in die Modefotografie einzusteigen. Er lichtete viele Prominente ab und war 1947 bis 1962 Direktor der Fotoabteilung des Museums of Modern Art (MoMa) in New York.

„Als ich mich der Fotografie widmete, war es mein Wunsch, sie als Kunst anerkannt zu sehen. Heute würde ich für dieses Ziel keinen Pfifferling geben. Die Aufgabe des Fotografen ist es, den Menschen den Menschen zu erklären und ihm zur Selbsterkenntnis zu verhelfen.“
– Edward Steichen

Edward Steichens größtes Werk ist die Sammlung „The Family of Man„. Von über zehntausenden internationalen Aufnahmen von knapp 300 Fotografen – Profis und Animateure – wählte er mit seinem Team Bilder zur Familie des Menschens aus. Mehr als 10 Millionen Menschen besuchten seine Ausstellung. Seit 2003 ist diese Ausstellung Weltdokumentenerbe und seit 1994 als Dauerausstellung im luxemburgischen Schloss Clervaux.

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Der ursprüngliche Teil des Schloss Clervauxs stammt aus dem 12 Jh.

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Heute befindet sich die berühmte Ausstellung „The Family of Man“ von Edward Steichen im Schloss Clervaux

Das Schloss an sich ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, die Ausstellung ein Krönung. Parkplätze gibt es unterhalb des Schlosses, ein kurzer Fußweg führt einem zum Schloss. Die Ausstellung selbst habe ich nicht fotografiert. Irgendwie kam ich mir vor, als würde ich den Künstler abfotografieren. Knapp 40 Themen vereinigt die Ausstellung. Es geht um die Geburt, um Liebe, Kinder, Krieg und Frieden. Die Fotografie sollte für Steichen dazu dienen, dass man sich ohne Sprachbarrieren versteht. Jeder mensch ist gleich, egal welche Rasse, Klasse oder Kultur er angehörte. Wie aktuell das Thema immer noch ist…
Lasst die Bilder auf Euch wirken. Bringt Zeit mit. Ich habe mich in der Ausstellung treiben lassen und ein Stück verloren. Die Kraft der Bilder ist immens: Von Liebe und Hass, Hoffnung und Leid.
Der Eintrittspreis der Ausstellung liegt bei 6 Euro, mit der Luxemburg Card ist auch dieser Eintritt für Euch frei. Eine kostenlose Führung gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr.

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Im alten Wasserturm in Düdelingen befindet sich eine weitere Fotoausstellung von Edward Steichen

Eine weitere Ausstellung von Edward Steichen erwartet Euch im Land der roten Erde, im Waassertuerm in Düdelingen. Die Fotoausstellung The Bitter Years ist eine Hommage an die Dokumentarfotographie mit mehr als 200 Bildern, die einem der größten Gemeinschaftsprojekte in der Geschichte der Fotografie entstammen: Dem Dokumentarwerk der Farm Security Administration (FSA) über das ländliche Amerika während der Weltwirtschaftskrise, der Großen Depression.
Mit der Luxemburg Card ist die Ausstellung im Wasserturm frei, sonst zahlen Erwachsene 6 Euro.

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Im Land der roten Erde auf einer Industriebrache in unmittelbarer Nähe des Centre National de l’Audiovisuel befindet sich der Wasserturm mit der Ausstellung

Alle guten Dinge sind drei: Noch mehr Lust auf Edward Steichen? Das ist ein besonderer Geheimtipp für Luxemburg: Es geht unterirdisch in den BankentunnelIm Jahr 1987 entschließt sich die BCEE, einen Verbindungstunnel zwischen den Bankgebäuden auf dem Plateau Bourbon zu graben. Dieser 350 Meter lange Tunnel verläuft 15 Meter unterirdisch und wurde zur Kunstgalerie umgestaltet. Es gibt wechselnde Kunstausstellungen und eine Dauerausstellung von Edward Steichen. Ein Besuch ist an die Öffnungszeiten der Banken gebunden, dafür ist der Eintritt komplett kostenfrei.

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Mein Fazit zur Luxemburg Card
Nach Schulnotenprinzip 1 bis 6 hat für mich die Luxembourg Card eine glatte 1 verdient! Auch wenn ich mit dem Auto unterwegs war und die öffentlichen Verkehrsmittel nicht genutzt habe, ist diese Inklusivmöglichkeit beim Preis-Leistungsverhältnis top. Darüber hinaus finde ich es sehr positiv, dass die Freizeitkarte nicht nur in der Stadt sondern im gesamten Land nutzbar ist. Es gibt keine „Nutzungshektik“, da ein Mehrtagespasse das ganze Jahr über eingesetzt werden kann. Besonders begeistert hat mich die App, die ich unterwegs viel genutzt habe. Hier findet man alle Sehenswürdigkeiten und Attraktionen mit Öffnungszeiten etc. kompakt beschrieben und mit Karte bestens nutzbar.

Offenlegung: Meine Reise wurde unterstützt von Luxembourg for Tourism. Ich erhielt kostenfrei eine Luxembourg Card. Lieben Dank dafür! Meine Meinung bleibt wie immer die eigene.

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