Mit dem RiverBus in Hamburg auf Stadtkreuzfahrt

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Wie ist die Fahrt mit dem RiverBus Hafencity – oder anders herum: Wie fährt es sich mit dem Schiff, dass auch auf der Straße fahren kann? 

Es ist immer das Gleiche – auf Entdeckertour durch Hamburg wählt man die obligatorischen Ausflugsziele: Landungsbrücken, Jungfernstieg, Hafen, Sankt Pauli – kennt man alles! Wer Hamburg für sich ganz anders erkunden möchte, dem bietet eine Stadtkreuzfahrt mit dem Hafencity RiverBus andere Perspektiven. Eine Fahrt mit dem Amphibienfahrzeug ist in Deutschland inzwischen einmalig – selbst in Europa kommt man in solch einen Genuss nur in fünf Ländern.

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Schulbusfeeling. Jeder hat seinen Platz eingenommen, ein letzter Kontrollblick, dann fährt die große Einstiegsrampe wie in einer Sicherheitszone mit einem warnenden Dauer-Piepton hoch. Mit sattem Schmatzgeräusch werden alle Fenster – oder sollte ich besser Luken sagen – verriegelt. Die Stadtkreuzfahrt beginnt. Reifen setzen sich in Bewegung, unser Busfahrer lenkt den RiverBus in den Verkehr der Hafencity.

„Bitte lächeln Sie, wenn man uns von draußen zu winkt. Es soll ja nicht wie ein Gefangenentransport aussehen!“, animiert uns Paul durch das Mikro.

Recht hat unser Tourguide, denke ich mir. Der RiverBus hat ein seltenes Anlitz, schön ist anders. Aber wer achtet bei einem Amphibienfahrzeug schon auf Schönheit? Ein wenig Ähnlichkeit hat das Vehikel mit einem Knast-Fahrzeug.

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ein seltener Antlitz

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Ganz Hamburg besucht die Philharmonie

Wir passieren die Elbphilharmonie. Menschenmassen drängen sich vor dem Neubau und dem gesamten Areal. Das man hier vor dem BER fertig geworden ist, scheint täglich gefeiert zu werden und lockt Pilger der ganzen Welt an. Kaum biegen wir um die Ecke, beäugt man uns im RiverBus ausgiebig und zückt fleißig die Kamera. Wir winken und lächeln, hanseatisch zurückhaltend mit einer Hand a la Queen Mum. So hatte uns Paul die Anweisung zuvor gegeben. Alles andere, am besten noch mit beiden Händen winken, könnte bei den zurückhaltenden Hamburgern eher nach einem Hilferuf aussehen. Ich mag den schwarzen trockenen Humor unseres Tourguides, auch wenn nicht alle sofort den Witz hinter so mancher Aussage sofort verstehen. Team Eifel vor mir war die Nacht wohl zu lang feiern und lacht erst Minuten nach dem Witz. 

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Bus und Schiff in einem: Der Hafencity Riverbus

Reiner, unser Busfahrer und Kapitän in spe, überquert mit uns durch die Hafencity so einige Brücken. Über 2.500 soll es davon in Hamburg geben. Nur Venedig bietet weltweit mehr Brücken. Die hanseatische Stadt belegt somit Platz 2 der Rangliste und hat nur 8% Wasserfläche im Stadtgebiet zu bieten. Diese und weitere Infos – Paul nennt diese Kategorie unnützes Partywissen – gibt er zum Besten, wenn wir mit dem Bus gerade mal nichts Sehenswertes auf unserer Tour erblicken.
Wir fahren weiter durch Hamburgs Speicherstadt. Teppiche im Warenwert von einer halben Milliarde Euro sollen hier lagern.

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Die Hafencity hat man sturmflutsicher gebaut. Unten an den Häusern kann man die Schotten zu machen, dann passiert nichts mehr. Daher hat man auch Wohnungen oberhalb bauen dürfen. In der Speicherstadt gibt es keine Wohnungen. Wenn eine Sturmflut kommt, müssen aus den Lagern die Waren in die obersten Etagen geschleppt werden.
Wir passieren Europas größtes innerstädtisches Bauvorhaben. Baakenhafen heißt der Stadtteil, der bald hier entstehen wird. Für 15.000 Menschen soll Wohnraum entstehen und 45.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Dagegen sieht unser Tourguide den Bau des Elbtowers kritischer: 200 Meter hoch soll er werden und Büros, Hotels und Wohnungen enthalten. Seiner Meinung ist das Bauprojekt spannend, da auf Baugrund der Norderelbe gebaut wird und fester Grund anders definiert ist. Es ist amüsant und lehrreich zugleich, Paul bei seinen Stadtbauplanungsgeschichten zu lauschen.

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Baustelle der U4 Elbbrücken Endhaltestelle

Was die U4 Elbbrücken Endhaltestelle vom BER und Hamburger Elbphilharmonie trennt, fragt uns Paul über sein Mikrophon. Futuristisch sehen sie alle aus, der entscheidende Unterschied: Die Haltestelle liegt aktuell vier Monate vor ihrem Zeitplan und rund 20 Millionen unter dem geplanten Budget. “Der Trick ist, die Politik hält sich aus dieser Baustelle raus!”, referiert Paul lachend seine Sightseeingtour.

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Die Kreuzfahrt nähert sich dem Höhepunkt. Rothenburgsort ist kein typischer Ort für Sightseeingtouristen. Wir passieren den trostlosen Stadtteil Hamburgs auf unseren Weg zur Elbeeinfahrt – schließlich wollen wir ja nicht nur Busfahren. Im zweitem Weltkrieg völlig zerstört, finden sich hier heute nur sehr selten prachtvolle Häuser aus der Gründerzeit, die es früher in Rothenburgsort sehr häufig gab. Jahre nach dem Krieg war das Gebiet eine Trümmerlandschaft, wobei die Nähe zur Elbe sonst nirgendwo in Hamburg so präsent ist. Erst als Gastarbeiter kamen wurde der Bereich wieder aufgebaut.

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Die Einfahrt des RiverBusses auf die Norderelbe

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Noch ist der RiverBus an Land…

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Die Frage: Schwimmt der Bus wirklich?

Wir erreichen unsere Einfahrt. Ein paar Angler schauen interessiert zu. Der RiverBusfahrer gibt noch einmal Gas, rollt dann der Elbe entgegen. Totenstille herrscht im Bus. Alle sind wir aufgeregt. Vorne schwappt gluckernd das Elbwasser die Scheibe hoch. An meinem Fenster steigt das Wasser rasant. Geräuschvoll werden die Räder des Busses hochgefahren, verschwinden in den Radkasten. Wir sind jetzt ein Boot und der MAN schippert uns mit der Strömung auf der Elbe. Von Innen ist die Einfahrt nicht ganz so spektakulär, wie ich es erwartet hatte. Von außen sieht die Fahrt wesentlich ungewöhnlicher aus.

Während der Bus mit einem 290 PS Dieselmotor auf der Straße maximal 63 km/h fährt, werden im Wasser die 18 Tonnen Eigengewicht von 2 Jetmotoren mit jeweils 160 PS angetrieben. Auf der Elbe erreicht der RiverBus rund sieben Knoten, was ca. 13 km/h beträgt. So drehen wir unsere Runde durch das Elbgebiet bei Rothenburgsort. Das Hafengebiet ist hier nicht ganz so spektakulär wie bei den Elbbrücken, dafür ist das Fahrgefühl einmalig.

Tipp: In Rothenburgsort gibt es direkt bei der Ein- und Ausfahrtstelle ein kleines Café. Es sieht ein Stück nach Hippizeiten aus. Ich war nicht drin, aber von da aus könnt Ihr von außen bestens den RiverBus bewundern. Eine Route des außergewöhnlichen Busses findet Ihr hier. Die genaue Tour ist tidenabhängig – je nach Ebbe und Flut im Hafen.

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Café bei der Ein- und Ausfahrtsstelle des RiverBuses an der Elbe

Eine Kreuzfahrt mit dem RiverBus dauert rund 70 Minuten, wobei Ihr eine gute halbe Stunde auf der Norderelbe seid. Eine Bordtoilette gibt es nicht. Das solltet Ihr bei Eurer Fahrt unbedingt einplanen. Es gibt nur einen Start- und Zielpunkt. Die Stadtkreuzfahrt hat keine weiteren Haltepunkte. Alle 90 Minuten startet eine neue Tour. Die Fahrten finden bis auf Januar täglich statt. Tickets könnt Ihr auf der RiverBus-Website erhalten.

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Ausblick aus dem schwimmenden Bus

Mein Fazit: Mit Paul an Bord ist die Fahrt ein Erlebnis. Das war Unterhaltung mit viel Humor. Die Fahrt an sich führt nicht durch spektakuläres Sightseeinggebiet, das fängt Paul mit seinen Anekdoten aber wieder auf.

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Von HafenCity RiverBus erhielt ich eine Freikarte. Für diese Veröffentlichung wurde weder meine Meinung beeinflusst, noch habe ich Honorar dafür erhalten.

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