Kloster Graefenthal: Zeitreise ins Mittelalter, Dattelkuchen & Tee im Quadrat

Mitte Februar und das Wetter lockt mit 16 Grad und Sonnenschein. Die Vögel zwitschern lauter als sonst. Man kann den Frühling wieder spüren. Gefühlt machen sich alle auf den Weg nach draußen. Wohin soll es uns heute führen? Am besten an einem schönen Ort, der nicht so überlaufen ist. Mit Recherche im Hereinspaziert-Buch viel unsere Wahl auf eine Stippvisite ins Mittelalter mit anschließendem Café-Genuss auf das Kloster Graefenthal. Dass die Zeitreise ins Mittelalter heute wörtlich zu nehmen ist, erfahren wir erst später.

Der Februar lockt mit ersten Frühlingsfeeling zu einem Ausflug

Das Kloster Graefenthal

Nahe der niederländischen Grenze hinter Goch bei Asperden liegt in wunderschöner Land- und Seenlandschaft das Kloster Graefenthal. 1248 wurde das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster von Graf Otto II. von Geldern gegründet. Weltabgeschieden sollte es für den Stifter liegen – das ist bis heute erhalten geblieben. Klostermauern grenzen großzügig das Areal von der umgebenden Landschaft und damals weltlichen Welt ab. Im Klosterbezirk selbst kann man bis heute die verschiedenen Epochen und Bauabschnitte sehen. Sogar die zahlreichen Tierställe und Scheunen sind erhalten geblieben. Wer möchte, kann mit öffentlichen Führungen zu festen Terminen tiefer in die Geschichte des Hauses und des Mittelalters eintauchen.

Eingang zum Kloster Grafenthal

Das Klosteranwesen ist groß

Grabstätte von Graf Otto II. von Geldern auf dem Klostergelände Graefenthal

Der Stifter des Klosters soll auf dem Gelände beerdigt sein, doch munkelt man, dass die Grabtumba leer sein soll und Otto II. von Geldern hier nicht seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Die neu überdachte Grabkammer befindet sich im Klosterhof Nähe des Cafés.

Auf gute Nachbarschaft – Rund ums Kloster

Die Umgebung reizt mit Abgeschiedenheit. Platt wie man es vom Niederrhein kennt, säumen sich Felder aneinander so weit das Auge reicht. Dazu fließt die Niers ruhig in ihren Bahnen, schafft mit den typischen Kopfweiden ihr eigenes Landschaftsbild. Pittoresk säumen sie die kleinen Wege, Straßen und zierlichen Teichen. Nördlich in Richtung Kleve befindet sich der Reichswald, das größte öffentliche Waldgebiet in NRW.
Fahrradfahrer und Wanderer können einen Klosterbesuch mit der Herrensitz-Route oder dem Nierswanderweg kombinieren. Wer via Roadtrip oder mit dem Cabrio die Region erkunden möchte, dem lege ich die Schlösserroute ans Herz.
Für einen Besuch in die Niederlande bietet sich vom Kloster aus das benachbarte Gennep an.

Teich im Klostergelände

Das Mittelalter hautnah – Events im Kloster

Es ist nicht das erste Mal, wenn ich alte Gemäuer bewundere, dass ich mir denke: „Die wussten schon damals, wo es besonders idyllisch und schön ist!“. Beim Einparken wundere ich mich allerdings über den vollen Parkplatz und die ausgewiesenen Sonderparkplätze. Mit Seitenblick auf meinen Vater hoffe ich, dass es heute im Kloster nicht voll wird. Mit seiner Demenz ist mein Vater zwar gern mit mir auf Tagesausflügen unterwegs, jedoch Menschenaufläufe mag er gar nicht. Auf dem Weg zum Eingang begrüßen uns zwei edle Ritter in voller Rüstung. Wir staunen nicht schlecht. Nein, es sei noch nicht Karneval, versichere ich meinem Vater der ungläubig den beiden Herren hinterher schaut. Mittelalterliches Flair wurde uns auf der Website angepriesen. Aber auch ich staune als uns zu den Rittern noch Mägde, Klosterbrüder und weitere mittelalterliche Gesellen begegnen.

Mittelalterliches Treiben auf Kloster Graefenrath

Am Eingang löst sich des Rätsels Lösung: Es ist Fight-Cup, ein Events für mittelalterliche Ritter in voller Rüstung und Blankwaffen mit Vollkontaktkämpfen – das erklärt vieles. Die Kämpfe interessieren uns weniger, aber die begleitenden Stände locken uns zu einem Bummel. Voll ist es auf dem großen Gelände nicht. Wenn Ihr wie wir spontan einen Klosterbesuch plant lohnt ein Blick auf deren Eventkalender.
Im Hereinspaziert-Buch wird bildlich die ruhige Klosteratmosphäre beschrieben – und trotz des Events spüren wir die Magie des besonderen Ortes, finden ruhige Plätze und genießen die Sonne. Auf dem kleinen Teich drehen Enten unbeirrt ihre Kreise, schnattern freudig vor sich hin. Vorbei an den Scheunen flanieren wir zum Klostercafé und erfreuen uns an die gemächlich gackernden Hühner, die unseren Weg queren.

Auch bei Events herrscht eine heimelige Atmosphäre auf dem Kloster Graefenthal

Im Sommer wird die Terrasse weit um das Kerngebäude des Klosters ausgebaut

Das Klostercafé

Die Sonne und der blaue Himmel sind im Februar trügerisch. Sehnsüchtig verwechselt man diesen Tag mit dem Frühling. Um so angenehmer ist es, dass im Café für uns das Feuer im Kamin knistert. Das schafft eine gemütliche Atmosphäre und wärmt das Herz. Behaglich nehmen wir im rustikal eingerichteten Klostercafé Platz.

Rustikal am Kamin im Café aufwärmen!

Mittelalterflair auch im Klostercafé

Beschützer bei unserer Teezeit

Das hat Atmosphäre, oder?

Empfohlen wird neben selbst gebrautem Graefenrather Klosterbier und Klosterbierkäse der hausgemachte Dattelkuchen. Den genehmigen wir uns mit einem leckeren Tee. Der wird im Klostercafé in einer edlen Holzbox mit vielen leckeren Pyramiden-Teebeuteln in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gereicht.

Dattelkuchen – dafür ist das Klostercafé bekannt

Wer Datteln nicht mag findet viele verschiedene Kuchen in der Auswahl

Die Teemarke kannte ich noch nicht – da macht die Auswahl Spaß

Teegenuss aus dem Quadrat – Schmeckt!

Nach der Stärkung streunen wir auf dem Rückweg wieder über das Klosteranwesen und erfreuen uns an dem beschaulichen Event. Ich hab solche Ausflüge in den letzten Wochen wirklich vermisst und freue mich jetzt schon auf weitere.

Buchtipp: „Hereinspaziert“

Die Serie Hereinspaziert* kaufe ich mir schon seit vielen Jahren. Mit dem im Klartext Verlag erschienenem NRZ-Buch erhält man viele Gutscheine. Das ist allerdings weniger meine Motivation zum Buchkauf. Vielmehr reizen mich die Tipps zu Bauernhofcafés am Niederrhein. Ich habe schon viele gute Anregungen erhalten, die ich ohne das Buch nicht entdeckt hätte. Meistens liegt das aktuelle Buch in meinem Auto und ist durchaus Ideengeber für eine spontane Cafétour am Wochenende. So haben wir das Kloster Graefenthal gefunden und uns zu einem Nachmittagsbesuch inspirieren lassen.

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2 Kommentare

  1. wow, ein schöner und ausführlicher Beitrag. Da macht das Lesen wirklich Spaß und man vergisst die Zeit :) Ich wünsche dir alles Gute und schreib weiterhin solch tolle Berichte. Liebe Grüße Marcel aus Berlin

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