Reisezubehör: Der Airpaq Rucksack im Produkttest

Wenn ich sage: „Ich liebe Handtaschen!“, ist das nur die halbe Wahrheit. Auf Reisen sind Rucksäcke meine erste Wahl. Mit Kamera in den Händen, das iPhone griffbereit an der Frau, würde eine Handtasche nur stören. Auf Dauer kommt dazu die einseitige Belastung der Schulter. Rucksäcke verteilen das Gewicht gleichmäßiger und sind daher für mich angenehmer. Was taugt der neue Airpaq-Rucksack auf Reisen? Ich habs getestet:

Was macht den Airpaq zu einem besonderen Rucksack?

Rucksäcke gibt es viele. Aber der Airpaq ist kein normaler Rucksack. Für die beiden Gründer Michael und Adrian ist Nachhaltigkeit sehr wichtig und nicht nur ein Modethema. 2015 gründeten sie gemeinsam eine Firma und machten sich unter der Prämisse Upcycling an die Entwicklung eines Rucksacks. Ihr Credo:

SOME CALL IT UPCYCLING, WE PREFER REINCARNATION

Ob im Grünen oder eher businessmäßig unterwegs: Der Stil des Airpaq-Rucksacks passt

ReinCARnation – Was steckt dahinter?

Alte PKWs sind Materialspender. Die im Airpaq verarbeiteten Rohstoffe stammen alle aus dem Auto: Sicherheitsgurte, Airbags und Gurtschlösser. Dabei sehen die Rucksäcke nicht nur hipp aus, sie sind auch alle ein Unikat. Es gibt verschiedene Modelle, je nach Modell für 60 bis knapp 160 Euro zu haben.
Die Hauptmaterialien bezieht die junge Firma von Schrottplätzen und Autoverwertungen. Autos mit schweren Unfallschäden kommen nicht in Frage. Auch braucht man keine Bedenken zur Hygienefrage haben: Alles Stoffe werden antibakteriell bei über 90 Grad gewaschen und desinfiziert.

Anschnallen bitte! Der Verschluss des Rucksacks ist ein ausgedientes Gurtschloss

Anschnallgurte in „kette und Schuss“ bilden das Rückenteil

Vorteile auf einem Blick

  • Aus alt mach neu: Der Airpaq besteht aus recycelten Sicherheitsgurten, Airbags und Gurtschlössern
  • Jeder Airpaq ist ein Unikat
  • stylisch und funktional

Rolltop ist höhenverstellbar

Was für mich ein guter Rucksack haben muss

Die Rahmenbedingungen klingen interessant. Aber wie sieht es mit der Nutzung aus? Jeder hat sicher etwas andere Anforderungen, was ein Rucksack haben muss, um sich zum Lieblingsteil zu entwickeln. Hier meine Checkliste auf dem Prüfstand mit dem Airpaq:

  • ausreichend Platz:
    Alles muss mit! Ich bin wirklich ein Typ des Survival-Bags. Mit meiner Handtasche kann man in der Not überleben! Das braucht Platz. Der Airpaq-Rucksack hat ein Volumen von 21 Liter ist 28 cm breit mit einer Tiefe von 15 cm. Die Höhe ist mit Rolltop variabel. Klassisch geschlossen ist der Rucksack knapp 40 cm hoch.
  • gefütterte, breite Träger:
    Ich hasse es, wenn die Träger rutschen und sich an meinen durchaus voluminösen Schultern eingraben. Der Airpaq hat gefütterte Träger. Sie liegen sanft auf, rutschten und spannen bei mir nicht – auch dann nicht, wenn ich den Rucksack prall gefüllt hatte. Darüber hinaus hat der Rucksack mit rund einem Kilo ein passables Eigengewicht.
  • Fach für Tablet und Notebook:
    Im Airpaq gibt es eine gefütterte Laptoptasche. Das beste Stück kann getrost auf den Rücken geschultert werden. Ein unsanftes Abstellen des Rucksacks gefährdete mein Macbook nicht (13 und 15 Zoll möglich). Diese Polsterung und ein gefütterter Boden halten ihn sanft. Darüber hinaus spendiert der Airpaq ein Fach für ein Tablet.
  • verschiedene Fächer und Taschen:
    Frau braucht einfach mehr Taschen für die innere Ordnung. Ich finde sonst gar nichts mehr (auch wenn ich zu Taschen in Taschen durchaus übergegangen bin). Der Airpaq hat ein Fach mit Reisverschluss im Rolltop, also der Bereich der beim Verschließen variabel runter gerollt wird. Dazu gibt es weiter unten eine weitere Innentasche. Das Innenfutter ist leuchtend gelb und scheint mal nicht die Sonne: Das Futter ist wasserabweisend.
    Eine Außentasche habe ich zunächst nicht gefunden. Der Clou: Sie ist unter dem äußeren „Deko-Gurt“ bestens versteckt und nicht auf den ersten Blick ersichtlich. So gut, dass ich sie ohne Hinweis gar nicht gefunden habe! Dennoch ist sie ausreichend groß und versteckt hinter ihrem Reisverschluss durchaus ein Handy und Tempos.

Das gelbe Innenfutter ist ebenfalls wasserabweisend

Mein Fazit

Der Airpaq ist sehr stabil. Die Träger schmiegen sich an, man spürt sie kaum, auch wenn der Rucksack von mir voll bepackt wurde. Die Fütterung im Bodenteil ist gold wert. Stelle ich den vollen Rucksack mit Schwung vom Rücken durchaus öfter unsanft ab. Upcycling heißt nicht, Abstriche in der Qualität zu machen. Die Stoffe und Materialien sind hochwertig. Für mich persönlich sind es innen noch zu wenig Taschen. Das iPhone X passt gerade eben in die Innentasche im unteren Teil und lässt sich (noch) nicht leicht aus der Stoffhalterung fischen. Eine Außentasche ist gut versteckt, aber – wenn man weiß wo – schnell erreichbar. Ansonsten ist alles im Rucksack sicher verstaut. Im Schulnotenprinzip bekommt der Airpaq von mir eine 2+ und geht künftig mit mir häufiger auf Reisen und Tagesausflügen.

Passt doch prima zu meinen Autositzen, oder?

Offenlegung: Der Airpaq wurde mir zum Testen zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt wie immer die eigene. Für den Beitrag erhielt ich kein Honorar.

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