Eskapaden am Niederrhein – Reiseführertipp

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Ein Reiseführer und Ausflugs-Tippgeber über meine Wahlheimat Niederrhein – ob ich da Neues entdecke?Jutta M. Ingala vom Reiseblog 6gradost hat dieses über 230 Seiten starke Buch frisch veröffentlicht. Als Fan des Blogs mit ihren schönen Fotos und hinreißenden Geschichten von unterwegs bin ich neugierig.

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Der Niederrhein bietet viele Orte zum Verlieben!

Aufbau des Reiseführers

Das Buch Am Niederrhein* aus der Buchserie 52 kleine und größere Eskapaden ist kein typischer Reiseführer. Er liefert spannende Reise- und Ausflugsgeschichten, unterteilt nach:

  • Abstecher, wenn man nur ein paar Stunden Zeit hat (20 Vorschläge),
  • Ausflüge, wenn man einen Tag Zeit hat (20 Vorschläge) und
  • Miniurlaub für ein Wochenende (12 Vorschläge).

Jedes Kapitel ist modern aufgemacht, erhält einen Hashtag (#) als Kapitelkennzeichnung. Jeder Tipp ist anschaulich beschrieben, vermittelt eher eine Reisegeschichte statt nüchterne Berichterstattung – das mag ich. Der Text ist prägnant mit den wichtigsten Informationen geschrieben. Dazu runden – wie immer bei Jutta wie ich finde – schöne Fotos das Ausflugsziel ab. Das Buch gibt Hinweise für jede Jahreszeit.

Neugierig stöbere ich in dem modern aufbereiteten Reiseführer, entdecke bekannte und vor allem auch neue Ziele. Manche davon stehen auf meiner ToDo-Liste, manche davon sind mir völlig unbekannt. Immer weiter vertiefe ich mich in die Reisegeschichten und bin begeistert.

Genusstour, Heilmannshof, Bauernhof, Bioladen, Shopping Bauernhof, Hofladen, Krefeld, NRW, #DeinNRW

Landidylle pur auf dem Heilmannshof in Krefeld

Wo Bienen schwärmen…

…so heißt ein Buchkapitel und ich erkenne meinen geliebten Hofladen aus der Nachbarschaft. Im Heilmannshof kaufe ich oft für mein Wochenende ein, genieße die frischen Lebensmittel und wenn Zeit bleibt eine Runde durch den angeschlossenen Park. Jutta flaniert durch das malerische Kleinod, nimmt uns in ihrem Buch mit durch die Niepkuhlen und schreibt anschaulich, dass ich fast die Bienen summen höre.

Fassadenkunst

Ein Ausflugsziel auf meiner ToDo-Liste und ich muss gestehen, es ist eine Schande, dass ich als Krefelderin noch nicht vor Ort war! Jutta nimmt uns mit in den Uerdinger Hafen. „Flüchtige Kunst“ betitelt sie ihren Ausflugstipp und schreibt einladend:

„Wer dem Fluss und den vorbeiziehenden Frachtern den Rücken zukehrt, der hat hier im Areal am Zollhof Kunst im Blick. An den Fassaden verlassender Gebäude, an Mauern unter Efeu versteckt oder zu seinen Füßen.“

Ich liebe diese Art von Lost Place und Rheinromantik. Farbenfroh mischt sich diese Galerie mit vergangenem Industriecharme. Gedanklich packe ich schon meinen Fotoapparat und freue mich über diesen erinnernden Hinweis, hier mal vorbei zu schauen.

Im Teegarten

Beim Durchblättern halte ich inne, als ich die Überschrift Teegarten lese. Ich liebe Tee und kenne tatsächlich nicht diesen Garten? Jutta nimmt uns kurz über die Grenze und entdeckt im nahe gelegenem Millingerwaard nicht nur malerische Natur, sondern auch einen mediterran anmutender Teegarten! Für mich als Laufmuffel stelle ich fest, dass er nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist, aber dafür würde ich den Weg in Kauf nehmen! ;-)

Eine Menge Tipps liefert Jutta Ingala in ihrem Niederrhein-Buch* und es gibt noch viel mehr, wie ich im folgenden Interview erfahre:

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Ein besonderes Erlebnis: Den Niederrhein von oben mit dem Ballon entdecken

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Die Schönheit des Niederrheins von oben

Interview mit der Autorin Jutta Ingala: Noch mehr Niederrhein-Tipps

In Deinem Reiseführer gibt 52 Eskapaden am Niederrhein. Was ist Dein persönliches Highlight?

Spontan denke ich da an die Ballonfahrt mit Benjamin Eimers (#30)! Ein unbeschreiblich schönes Erlebnis, wenn du so lautlos über die Landschaft schwebst, scheinbar den Schleifen des Rheins folgst, in Wahrheit aber ganz willfährig vom Wind an ein unbekanntes Ziel gelenkt wirst. Den Niederrhein von oben erleben, das hat auch etwas von Erdgeschichte im Zeitraffer: Denn landschaftlich tut sich da unten einiges! Doch so richtig auf Tuchfühlung gehst du mit dem Niederrhein natürlich am Boden. Und weil alles so schön flach ist, sind die Radtouren meine Favoriten. Ganz Sportliche können dem Lauf der Niers (#43) über 117 km bis zur Mündung in die Maas folgen. Immer ganz nah am Fluss. Der ist an vielen Stellen renaturiert und darf wieder ganz er selbst sein. Ein bisschen wild eben. Das lockt selten gewordene Wasservögel und Fische, auch Pflanzen und die wiederum Insekten. Wirklich spannend! Oder du bist radelnd auf den Spuren der Römer (#41) unterwegs. Dabei geht es in Schleifen um und über Rhein und Lippe. Seilfähren-Erlebnis inklusive. Der große Vorteil beim Radfahren: Du bewegst dich schnell, siehst viel und kannst Touren auch in Etappen aufteilen. Wenn dir nämlich die Puste ausgeht, radelst du einfach an einem anderen Tag weiter. Sehr praktisch fürs Etappenradeln ist übrigens das grasgrüne „Niederrheinrad“, das du fast überall in der Region ausleihen kannst.

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Jutta ist gern mit dem Rad am Niederrhein unterwegs

„Ab nach draußen!“ lautet der Buchuntertitel. Ich bin ebenfalls gern in der Natur, allerdings muss ich nicht wandern. Die Seele im Grünen baumeln lassen ist für mich auch schön. Was wäre ein Faulheit-Landschafts-Tipp am Niederrhein von Dir?

Schöne Wortschöpfung! Auf jeden Fall ist das ja eine Idee des Buchs: einfach draußen sein, genießen, wo und wie du gerade Lust hast, mal aktiver, mal entspannter. Ein Faulheits-Landschafts-Tipp könnte das Waldbaden (#15) sein: Decke und Kissen unterm Arm, ab in den Wald, schönes Plätzchen aussuchen und dich vom Spiel der Blätter berauschen lassen. Das Beste dabei: Bäume und Pflanzen setzen Duftstoffe frei, auf die wir positiv reagieren. Wir müssen also gar nichts dafür tun und kommen trotzdem energiegeladen nach Hause. Ganz faul sein, das geht vor allem am Wasser immer wunderbar, schließlich hast du dort quasi einen Logenplatz: Schiffe gucken in Rees (#7) oder auf den Sonnenuntergang warten an der alten Eisenbahnbrücke bei Griethausen (#10). Mit einem kleinen Picknick im Korb ist das doch der allerschönste Zeitvertreib. Oder setz dich einfach ans Ufer vom Hinsbecker Bruch – einem der Krickebecker Seen (#48) –, statt herumzulaufen. Die breiten Stufen sind wie ein Freilufttheater. Da wird der See mit seinen gefiederten Akteuren zur Bühne!

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Ich liebe das Wasser – und am Niederrhein gibt es wunderschöne Plätze am Wasser zum Verweilen

Du bist im Münsterland zuhause und hast irgendwann den Niederrhein für dich entdeckt. Welches Naturschauspiel und Landschaftserlebnis würdest Du einem Niederrhein-Neuling unbedingt ans Herz legen?

Am unteren Niederrhein, etwa zwischen Voerde und Emmerich, also bis an die niederländische Grenze und auch darüber hinaus, ist die Landschaft von zahlreichen Altrheinarmen durchzogen, von Gewässern, die einst durch Kiesabbau entstanden sind oder auch Kuhlen, die dich daran erinnern, dass der Torfabbau einmal vielen Menschen in der Region den Lebensunterhalt gesichert hat. Manchmal stößt du auf ganz ausgedehnte Wasserflächen. etwa an der Bislicher Insel (#47), manchmal sind es eher im Dickicht versteckte morastige Tümpel wie die Fleuthkuhlen (#39). Da darfst du gerne Gummistiefel im Gepäck haben. Und einen Feldstecher, weil du die Chance hast, Eisvögel zu beobachten, Frösche und andere Amphibien, schillernde Libellen. Und dann siehst du dort die typischen Kopfweiden mit ihrem starr abstehenden Geäst, die verborgene Bachläufe säumen. Die sehen so bizarr aus, besonders im Herbst, wenn das Laub gefallen ist. Da magst du unbedingt einmal im Morgennebel spazieren gehen: Das fühlt sich an wie in einer vergangenen Zeit!

Kastell Schloss Huis Bergh

Direkt an der Grenze zum Niederrhein liegt in ’s-Heerenberg in abgeschiedener Ruhe Huis Bergh

Huis Bergh entdecke ich auch in Deinem Buch und finde den Ort wundervoll. Allerdings war ich eher zu einer genussvollen Einkehr und kleinem Spaziergang dort, hatte nicht wie Du dort Hexen und Baumriesen entdeckt. Wie findest Du schöne Plätze?

Meist hat der Zufall seine Hand im Spiel! Will heißen: Ich lasse mich unterwegs gerne ablenken. Das kann ein simpler Wegweiser sein, etwas, das aus der Ferne grüßt und mich neugierig macht oder ein Weg, der sich so schön schlängelt und irgendwo im Nirgendwo verschwindet. Dem muss ich dann unbedingt nachspüren. Ganz oft lande ich dabei buchstäblich in einer Sackgasse. Manchmal entdecke ich aber wirklich tolle Ort! Oder ich treffe Menschen, die mir von ihren Lieblingsplätzen erzählen. Ich mag ja Begegnungen, bin ein guter Zuhörer und schnappe dabei viel Spannendes auf. Witzigerweise fesselt mich immer das Nebensächliche. Den goldenen Ginkgo-Baum in Wassenberg (#20) oder die Maronen in der Bönningerhardt (#18) habe ich gefunden, weil sie in netten Gesprächen ganz nebenbei erwähnt wurden.

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Schon mal auf einem Hausboot übernachtet? Auch das geht am Niederrhein!

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Oder wie wäre es mit einer Übernachtung in einem Schäferwagen? Der Niederrhein bietet so einige außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten!

Der Niederrhein lockt nicht nur für beschauliche oder auch sportive Tagesausflüge, er bietet auch eine Menge für einen Wochenendurlaub. Was ist Dein Übernachtungstipp?

Am schönsten ist es für mich immer dort, wo man auf Menschen trifft, die gerne über ihre Heimat erzählen. Warum sie dort leben, wie ihr Alltag aussieht. Und wenn sie dich dann teilhaben lassen, dann ist das ein Ort, an dem es sich zu bleiben lohnt. Wirklich urig ist es im Schäferwagen auf dem Rouenhof (#45), wo du übrigens beim Tiere füttern oder Eier sammeln mitmachen kannst. Viele von uns sind ja noch nie auf einem Bauernhof gewesen, haben nie ein Küken in der Hand gehalten oder sich von einer Kuh die Hand abschlecken lassen. Wer sich das noch nicht traut, einfach schön in der Natur sein möchte, Ruhe und eine Unterkunft sucht, dem empfehle ich eine Auszeit im Hausboot „Seehaus“ (#50). Übrigens festgemacht am Ufer des Xantener Nordsees, aber mit echtem Meeres-Feeling und Strandkorb auf der Mini-Terrasse, von der du die Beine ins kühle Wasser baumeln lässt und winzige Fische beim Spielen beobachtest.

Danke liebe Jutta für das Interview mit Deinen Tipps und Geheimtipps zum Niederrhein! Mehr von Jutta gibt es in ihrem Blog 6gradost zu lesen, so wie in weiteren zahlreichen Veröffentlichungen, die uns mit in die weite Welt nehmen und doch immer wieder auf besondere Weise persönliche Geschichten und Einblicke gewähren! Wie Ihr merkt, bin ich ein Fan von Juttas Reisegeschichten und Fotos. Das Niederrhein-Buch kann ich Euch ans Herz legen!

 

52 kleine & große Eskapaden am Niederrhein – Ab nach draußen! (DuMont Eskapaden)*
Jutta M. Ingala, 230 Seiten, Taschenbuch, EUR 16,95, erschienen im Mai 2019
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Auch Sonnenuntergänge gibt es einmalige am Niederrhein

Offenlegung: Das Buch erhielt ich als Rezensionsexemplar von der Autorin Jutta M. Ingala vom Reiseblog 6gradost über den Dumont-Reisebuchverlag. Herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt wie immer die eigene. Für den Beitrag erhielt ich kein Honorar.

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2 Kommentare

  1. Freu mich, dass du dir die Zeit zum Schmökern genommen hast und auch neugierig auf meine Lieblingsorte warst! Sehr schön geworden Tanja! Liebe Grüße, Jutta

    • Danke für das schöne Interview mit den vielen Tipps. Im Buch hab ich noch mehr gefunden, was ich als Wahl-Niederrheinerin auch nicht kannte – danke dafür!

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