Mit der Cedro wunderbare Frühlingsküche aus Italien

Die Cedro: Sie ist ein Pummelchen, etwas schrumpelig, die Mutter aller Zitrusfrüchte und dennoch mild im Geschmack. Die Citrus-Königin wird in Deutschland Zitronatzitrone genannt und zaubert mit ihrer dicker Schale im Winter ein Sommerfeeling von Süditalien auf den heimischen Tisch. Finde hier köstliche Rezepte und Wissenswertes zu dieser Delikatesse.

Cedro – was ist das eigentlich?

Ich bin ein Genussmensch, doch als Seyhan mich in ihrem schönen Lädchen auf dem Krefelder Großmarkt fragt, ob sie mir bei der nächsten Sonderlieferung eine Cedro mit bestellen sollte, weiß ich gar nicht, was das ist. Kann man das essen oder trinken? Ratlos, ahnnungslos, nichtwissend bestelle ich natürlich diese seltene Frucht. Meine Neugier ist geweckt. Jetzt muss ich wissen, was sich dahinter verbirgt und wie man den Sommer Italiens zu Hause im Winter genießen kann.

Cedri oder Cedro ist die Königin der Zitrusfrüchte! Sie duftet intensiv fruchtig. Das Aroma macht Lust auf Frühling. Die besondere Zitrone ist fast handballgroß, könnte optisch mit der schrumpeligen Schale eher das hässliche Entlein im Vergleich zu ihren zitronigen Schwestern sein. Aber wer einmal die dicke Schale der Zitronatzitrone gekostet hat, ist von dem milden Aroma begeistert! Richtig gelesen: Die Cedro besteht aus viel Schale, wenig Frucht. Es wird vor allem die dicke Schale mit gegessen. Das eher spärliche Fruchtfleisch dieser Zitronenart schmeckt leicht bitter. Die goldgelbe Schale hingegen verzaubert mit einem köstlichem Sommeraroma – so schmeckt Italien!

Herkunft der Cedro

Die besondere Zitrusfrucht hat viele Namen: Zitronatzitrone, Cedrizitrone, Zedrat, Cedro oder auch Cedri – wobei Cedri die Mehrzahl einer Cedro ist. Sie ist eine der ältesten Zitrusfrüchte der Welt. Ursprünglich stammt die besondere Frucht wohl aus Südostasien, genau konnte das nie heraus gefunden werden. Angebaut wird die Cedro heute primär in Sizilien und Kalabrien. Es gibt sogar einen Küstenstreifen, der nach der Frucht mit Riviera dei Cedri genannt wird. In Korsika gibt es die Ur-Zitrone auch, da heißt sie Cédrat.
Cedro ist eine Delikatesse, relativ teuer und fand bisher selten den Weg auf unsere Teller in Deutschland. Das ändert sich gerade und die Zitronatzitrone erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Gern wird die Cedro-Schale in der gehobenen Gastronomie zum Abschmecken und Verzieren verwendet – und es gibt eine Reihe von phantastischen Rezepten, die den Flair des Südens in unsere Küchen holt!

Wo bekommst Du Cedri?

Die Cedro ist nicht einfach zu bekommen und selten im heimischen Supermarkt zu finden. Erfolg werdet Ihr in gut sortierten Gemüselädchen haben. Wer aus Krefeld kommt, kann den „Frucht-Schatz“ in einem meiner Lieblingsgeschäfte als Delikatesse zu besonderen Zeiten bekommen: Dem Olio Mediterraneo, dem Magazzino am Großmarkt. Saison für die Zitronatzitrone sind die Wintermonate, perfekt in der kalten Zeit den Süden und den Sommer in die eigenen vier Wände zu holen! Die Früchte sind begehrt, eine Reservierung wird empfohlen.

Rezeptidee: Risotto mit Cedro

Schnell ist das folgende Risotto gezaubert. Der Aufwand ist überschaubar, dafür eine Gaumenfreude und geschmacksimpulsiv!

Zutaten:
(für 4 Personen)
Zubereitung:
  • 1 Cedro
  • 6-8 kleine Zweige Thymian
  • 3 TL Akazienhonig
  • 2-3 EL Olivenöl extra nativ für Topping und einen guten Schuss für das Risotto
  • 1 Porreestange
  • 200 ml Weißwein
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 250g Risotto
  • Meersalz
  • frisch geriebener Parmesan 
  • 100 g getrocknete Tomaten (in Öl)
  • 20 g Butter
Topping:

  • Thymian waschen, die Blättchen abzupfen und in einer kleinen Schale zusammen mit dem Olivenöl mischen. Dabei leicht die Blättchen des Thymians drücken, damit das Aroma an das Öl übergeht.
  • Mit der Microplane* gut 2 EL Schale von der Cedro reiben und zum Toppinggemisch einrühren. Bei Zimmertemperatur ziehen lassen.

Risotto:

  • Porree waschen und in feine Ringe schneiden.
  • Olivenöl in der Pfanne erhitzen und Porree darin bei geringer Hitze anschwitzen. Risotto zufügen und nochmal 3 Minuten andünsten. Dabei ständig rühren.
  • Mit Weißwein und Brühe ablöschen wieder aufkochen lassen.
  • Tomaten aus dem Öl nehmen, klein schneiden und ins Risotto geben.
  • Unter Aufsicht so lange köcheln lassen, bis das Risotto gar ist (siehe Packungsanweisung, je nach Sorte ist die Garzeit unterschiedlich. Mein Lieblingsrisooto Carnaroli ist in gut 18 Minuten fertig).
  • Weiter großzügig – nach Geschmack und belieben – die Schale der Cedro abreiben und ins Risotto geben.
  • Nach Wunsch die Parmesanmenge hobeln und unter das Risotto geben. Ich mag es gern käsiger und nehme gut 50-80 Gramm nach Augenmaß.
  • Butter unterheben und auf Teller anrichten. Das Topping großzügig darüber träufeln. Mit ein bis zwei Scheiben dünn geschnittener Cedro garnieren.
Varianten/ weitere Zutatenideen: schwarze Oliven, Gambas harmonieren gut zum Rezept

Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass ich bei meinem ersten Risotto die Tomaten vergessen habe. Das zweite Mal habe ich sie verwendet und dazu auch Garnelen zum Risotto gefügt – ein Gedicht! Davon gibt es leider aktuell nur kein Foto ;-)

Weitere Rezepte

Offenlegung: Für diesen Beitrag habe ich kein Honorar erhalten. Ich habe Euch ein paar Zutaten mit der Bezugsquelle, meinen Lieblings-Öl-Delikatessladen in Krefeld auf dem Großmarkt, verlinkt. Dieser Artikel ist keine Werbung mit Auftrag, allerdings finde ich besonders in heutigen Zeiten sollte man explizit den lokalen Handel fördern – außerdem gibt es dort phantastische Produkte und ein unheimlich gute, freundliche Beratung!

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1 Kommentare

  1. Aus diesen Zitronen kann man wirklich wunderbare Dinge machen. – Wenn man die Zedratzitronen mit anderen, etwas saftigeren Zitronen und etwas Bergamotte mischt, entsteht auch eine unwiderstehlich köstliche Marmelade.

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