Viele kennen die Costa Brava noch von einer Busfahrt ins Abenteuer: Lloret de Mar, Disconächte, Sonne satt – für viele war es die erste große Freiheit. Auch ich war mit 15 dabei. Fast vier Jahrzehnte später kehre ich zurück und stelle fest: Wer die Costa Brava nur mit Erinnerungen aus der Teenagerzeit verbindet, hat das Beste verpasst. Heute präsentiert sich Katalonien hier als Reiseziel, das überrascht, verführt und inspiriert.
Eine Küste, die nach Salz und Sonne, nach roter Garnele und prickelndem Cava schmeckt – und zugleich nach Tradition und Experiment. Die Costa Brava ist nicht nur eine Landschaft, sondern auch eine kulinarische Bühne – vom Hafen von Palamós bis zu den Brüdern Roca in Girona. Wer hier reist, entdeckt Geschichten zwischen Fischhalle und Avantgarde, zwischen Olivenhainen und Schokoladenlabor. Gerade die tiefe Verwurzelung regionaler Produkte und Kultur mit den leidenschaftlichen Menschen, die sie prägen, hat Katalonien die Auszeichnung „Weltregion der Gastronomie 2025” eingebracht.

Was macht die Costa Brava landschaftlich und kulinarisch so besonders?
Zerklüftete Felsküsten, über 200 Strände und kleine Buchten mit kristallklarem Wasser sowie mehr als 30 mittelalterliche Dörfer im Hinterland prägen die Costa Brava. Auf einer Länge von 220 Kilometern zwischen Blanes im Süden und Portbou an der französischen Grenze entfaltet sich eine beeindruckende Vielfalt: Steile Klippen, weite Sandstrände, Pinienwälder und ein Hinterland, das reich an Weinbergen und Olivenhainen ist. Drei Naturparks – darunter Cap de Creus – schützen die Landschaft und die Biodiversität. Diese Natur prägt nicht nur die Identität der Region, sondern auch die lokale Küche: Von Fisch aus der Tiefe des Mittelmeers über die roten Gambas aus Palamós bis zu den Weinen des Empordà und den fünf DOP-Olivenölen ist alles dabei. Katalonien ist vielfältig, doch hier, an der „wilden Küste“, zeigt sich seine kulinarische Seele besonders eindrücklich.
Die Beziehung zum Meer
Palamós ist nicht nur ein Hafen, sondern auch das Herzstück einer jahrhundertealten Fischereikultur. Im Museu de la Pesca erfahren Besucher mehr über die Familien, die seit Generationen mit dem Meer verbunden sind. Gleich nebenan wird es lebendig: Bei der Fischauktion wechseln die Schätze des Meeres schnell, laut und voller Gesten die Besitzer. Wer möchte, kann den Fang gleich nach der Auktion kaufen. Sowohl Einheimische als auch Besucher greifen zu, wenn die Fischer ihren Fang direkt vom Kutter in der Fischhalle anbieten. Davor ein kleines Büdchen. mit einem verheißungsvollen Duft: Streetfood direkt am Meer. Kulinarisch zeigt sich das im Einfachen und doch Besonderen: frisch gegrillte Sardinen oder ein Carpaccio von roten Gambas mit einem Hauch Zitrone – Gerichte, die die Essenz der Region widerspiegeln. Hier liegen Authentizität und Tourismus dicht beieinander – wer genauer hinschaut, entdeckt den feinen Unterschied.
Palamós zählt heute rund 60 zugelassene Fischerboote und gilt als einer der wichtigsten Häfen der katalanischen Küste. Jährlich werden hier mehrere tausend Tonnen Fisch und Meeresfrüchte umgesetzt, die roten Gambas tragen sogar eine geschützte geografische Angabe – ein Beweis für die Bedeutung und Qualität dieser regionalen Spezialität.





Warum wurde Katalonien zur „Weltregion der Gastronomie 2025” gewählt?
Die Auszeichnung würdigt weit mehr als nur die Spitzengastronomie. Es werden Faktoren wie die Balance zwischen Tradition und Avantgarde, nachhaltige Landwirtschaft, gesunde Ernährung, kulturelle Vielfalt und die Fähigkeit, all dies für Gäste erlebbar zu machen, berücksichtigt. Katalonien ist die erste europäische Region, die diesen Titel erhalten hat – und das mit eindrucksvollen Zahlen: 77 Michelin-Sterne in 62 Restaurants, fünf geschützte DOP-Olivenöle, rund 80.000 Hektar Rebfläche im Empordà und eine kulinarische Tradition, die vom Fischfang über Märkte bis hin zur Avantgarde-Küche reicht.
Revolution der Avantgarde
Nur wenige Kilometer weiter, in Cala Montjoi, begann eine kulinarische Revolution. Im ehemals besten Restaurant der Welt, dem elBulli, definierte Ferran Adrià die Küche neu: Kunst, Wissenschaft und Handwerk verschmolzen. In seiner Molekularküche wurden Texturen aufgebrochen, Schäume erfunden und Oliven in Sphären verwandelt, die wie kleine Perlen im Mund zerplatzten. Ein unscheinbarer Kartoffelchip konnte plötzlich als Mini-Tortilla erscheinen. Adriàs radikaler Ansatz prägte eine ganze Generation von Köchen und veränderte die internationale Gastronomie nachhaltig.
Heute ist der Ort als „elBulli1846” ein Ideenlabor: Es gibt keine Tische und keine Menüs, sondern Experimente, Modelle und Fragmente einer Denkweise, die die Weltküche bis heute beeinflusst. Der Ort ist inspirierend und faszinierend, aber auch intellektuell – ein Museum des Geschmacks, das mehr zum Nachdenken als zum Schlemmen einlädt.





Von Garnatxa bis Cava – Weintradition an der Costa Brava
Die Costa Brava ist vor allem durch die traditionsreiche Weinregion Empordà bekannt, die zu den ältesten Spaniens zählt. Bereits die Griechen und Römer pflanzten hier Reben. Heute entstehen auf rund 2.000 Hektar kräftige Rotweine, frische Weißweine, elegante Roséweine und nicht zuletzt Cava. Typische Rebsorten sind Garnatxa und Carinyena für die Rotweine sowie Macabeo oder Garnatxa Blanca für die Weißweine. Das mediterrane Klima, die kargen Schieferböden und der kalte Tramuntana-Wind prägen die Weine ebenso wie die Nähe zum Meer. Katalonien Tourismus hat dazu eine eigene Weinroute entwickelt, die Besucher zu fantastischen Weingütern und Landschaften des Empordà führt.
Hoch über dem Mittelmeer, am Cap de Creus, liegen die Weinberge des Weinguts Martí Faixó. Die Weinstöcke klammern sich an die Hänge und sind Sonne, Wind und salziger Gischt ausgesetzt. Garnatxa und Carinyena bringen hier Weine hervor, die mineralisch, kraftvoll und unverkennbar nach dieser katalanischen Landschaft schmecken.
Ganz anders ist es wenige Kilometer weiter im Landesinneren: Perelada. 2022 wurde dort das von RCR Arquitectes entworfene Weingut eröffnet. Das Gebäude gilt als eines der modernsten Europas und wurde für seine Architektur international ausgezeichnet. Im Zentrum stand die Nachhaltigkeit: Solarenergie, Regenwassernutzung und minimale Eingriffe ins Gelände sind Teil des Konzepts. Die Familie Suqué Mateu hat Perelada zu einem international anerkannten Produzenten von Cava, Rot- und Weißweinen entwickelt. Die Cuvées basieren auf Garnatxa und Carinyena, beim Cava dominieren Macabeo, Xarel·lo und Parellada. Damit steht Perelada gleichermaßen für moderne Architektur und für Weine, die in internationalen Wettbewerben ausgezeichnet werden. Typische Rebsorten wie Garnatxa, Carinyena, Syrah und Merlot prägen die Rotweine, während Macabeo und Garnacha Blanca die frischen Weißweine liefern. Cava bleibt das Aushängeschild – vielfach ausgezeichnet und in internationalen Wettbewerben prämiert.
Neben Wein ist auch Wermut ein fester Bestandteil der katalanischen Alltagskultur. Der mit Kräutern und Gewürzen aromatisierte und aufgespritete Wein ist ein klassischer Aperitif, der an der Costa Brava eine Renaissance erlebt. In Bars, bei Verkostungen oder zu Tapasrunden wird „Vermut” wiederentdeckt. Häufig stammt er aus kleinen Betrieben im Empordà, wo er nach traditionellen Rezepturen hergestellt wird. Die „Hora del vermut“ ist in Spanien ein festes Ritual am Wochenende: ein Glas Wermut auf Eis mit einer Orangenscheibe, dazu Tapas – ein geselliges Innehalten vor dem Mittagessen.








Einige der typischen Spezialitäten der Costa Brava
Pa amb tomàquet ist ein Klassiker der katalanischen Küche und wird zum Frühstück, als Vorspeise oder zwischendurch serviert. Ursprünglich ein Arme-Leute-Essen, wird dafür geröstetes Bauernbrot mit Tomate eingerieben und mit Olivenöl verfeinert. Umwerfend lecker!
Arròs negre ist ein schwarzes Reisgericht mit Tintenfischtinte und intensivem Meeresgeschmack. Es wird typischerweise mit Tintenfisch, Garnelen und Aioli serviert. Der Reis wird auch an der Costa Brava geerntet.
Botifarra amb mongetes ist eine grobe katalanische Bratwurst, die mit weißen Bohnen serviert wird. Es handelt sich um ein einfaches, aber kräftiges Alltagsgericht.
Crema Catalana macht süchtig! Die Vanillecreme mit karamellisierter Zuckerschicht wird gern mit Zitrone und Zimt aromatisiert. Es ist das bekannteste Dessert Kataloniens.
Escalivada: Im Ofen oder auf offener Flamme geröstete Paprika, Auberginen und Zwiebeln, die kalt mit Olivenöl serviert werden. Eine typische Vorspeise oder Beilage.
Die roten Gambas aus Palamós sind Garnelen mit intensivem Geschmack und zarter Konsistenz. Kurz gegrillt und mit Salz und Olivenöl serviert, sind sie eine vorzügliche Delikatesse.

Zwischen Olivenhain, Apfelbaum und Reisfeld
Auch wenn die Küste und das Meer an der Costa Brava wunderschön sind, sollte man unbedingt auch das Hinterland erkunden. Neben malerischen. Dörfern prägen Olivenhaine und Apfelbäume die Landschaft. Die Olivenölproduktion reicht hier bis in die Bronzezeit zurück und wurde maßgeblich von Griechen und Römern geprägt. Heute sind die Olivenöle der Region Empordà unter der geschützten Herkunftsbezeichnung DOP Empordà international bekannt. Typische Sorten wie Argudell, Corivell und Verdal liefern helle, klare und fruchtige Öle mit Noten von Fenchel, Mandeln oder Anis. Die neuere Sorte Arbequina steht für ein besonders mildes und nussiges Aroma.
Die Philosophie hinter diesen Ölen erschließt sich bei einem Besuch in einer der kleinen Ölmühlen, wie beispielsweise Fontclara. Ein Schweizer Auswanderer hat sich hier vor mehr als dreißig Jahren einen Traum erfüllt und produziert seitdem Olivenöl höchster Güte. Die Herangehensweise ist kompromisslos: Jede Olive wird von Hand geerntet, denn schon eine einzige schlechte Olive kann den Geschmack ruinieren. Innerhalb von Minuten nach der Ernte müssen die Früchte verarbeitet sein, um die Güteklasse „Extra Vergine” zu erreichen. Bei einer Degustation sitzt man auf einer Terrasse, umgeben von Olivenbäumen, und probiert unter fachkundiger Anleitung die verschiedenen Sorten. Dabei zeigt sich, wie unterschiedlich Olivenöl schmecken kann – von fruchtig-mild bis pfeffrig-würzig, immer geprägt vom Terroir der Region.
Ein weiteres prägendes Element ist die Apfelregion rund um Girona. Zwischen den weitläufigen Plantagen und modernen Produzenten wie Mooma wird deutlich, wie eng Landwirtschaft und Kulinarik miteinander verbunden sind. Äpfel gehören seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft dieser Region. Heute werden daraus nicht nur Tafeläpfel, sondern auch Säfte, Essige und vor allem Cidre hergestellt. Bei Mooma verbindet sich traditionelle Obstproduktion mit Innovation. Der Betrieb hat die Apfelkultur in Katalonien populär gemacht und einem Klassiker wie dem Cidre zu neuer Beliebtheit verholfen. Besucher können die ganze Vielfalt direkt probieren: vom frischen Apfelmost bis zu prickelnden Schaumweinen.
Nicht weniger typisch ist der Reis aus den Ebenen bei Pals. Der Reisanbau hat hier eine jahrhundertealte Tradition: Bereits im 15. Jahrhundert begann man aufgrund der günstigen Bedingungen durch den Fluss Ter und das spezielle Klima des Empordà mit dem Anbau. Heute bewirtschaften rund 20 Familien die Felder, meist mit nachhaltigen Methoden.
Typisch für Pals ist der Rundkornreis, der beim Kochen seine Form behält und durch das mildere Klima besonders fest und aromatisch wird. Er ist ideal für Gerichte wie Arròs negre oder L’arròs a la cassola, den klassischen katalanischen Reiseintopf. Kleine Reisbauern wie Terra de Pagès setzen auf nachhaltigen Anbau und alte Sorten, die den Reis aus Pals so unverwechselbar machen. Wer bei seiner Reise durch das Hinterland genau aufpasst, kann auch an kleinen Büdchen entlang der Felder direkt Reis vom Bauern kaufen. Der Reis aus Pals gilt heute als kulinarisches Aushängeschild der Region – ein Produkt, das für handwerkliche Qualität, nachhaltigen Anbau und die gastronomische Identität der Costa Brava steht.








Die kulinarische Handschrift besonderer Köche
Die Costa Brava steht nicht nur für Landschaft und Produktvielfalt. Sie ist auch die Heimat außergewöhnlicher Köche, die mit regionalen Zutaten arbeiten, diese bewahren und zugleich neu interpretieren. Damit prägen sie die kulinarische Identität der Region auf ihre ganz eigene Weise. Von traditionsbewussten Familienbetrieben bis hin zu international gefeierten Avantgarde-Restaurants spannt sich ein Bogen, der die kulinarische Vielfalt widerspiegelt. Einige der spannendsten Protagonisten, die ich auf meiner Reise durch Katalonien kennenlernen und erleben durfte:
Quim Casellas – Casamar, Llafranc
Wer im Casamar einkehrt, schmeckt das Meer. Quim Casellas arbeitet mit Produzenten aus der Umgebung zusammen und verwendet unter anderem Reis aus der nahen Ebene, Olivenöl aus dem Empordà und vor allem die legendären Gambas von Palamós. Sein berühmter Caneló de Porro – Lauchcannelloni mit Meeresfrüchten – ist eine Hommage an die Region. Hier verbindet sich Bodenständigkeit mit einer besonderen Kreativität. Jedes Gericht ist dabei eine Überraschung für den Gaumen – fein komponiert, auf dem Niveau der Sterneküche und doch tief in der Tradition verwurzelt. Die Gerichte, die ich hier probieren durfte, waren allesamt Höhepunkte, einzigartig in ihrer Art und Ausdruck seiner besonderen Handschrift als Koch. Der sympathische Ausnahmekoch kreiert wahre Kunstwerke auf jedem Teller. Ein Besuch bei Quim Casellas ist ein Muss für jede Costa-Brava-Reise!


Gerard Gelí und Damià Rafecas – Vicus, Pals
Im mittelalterlichen Ort Pals führen Gerard Gelí und Küchenchef Damià Rafecas gemeinsam das Restaurant Vicus. Es ist eine weitere der spannendsten kulinarischen Adressen im Baix Empordà. Untergebracht im alten Café de Can Barris verbindet das Restaurant Tradition mit moderner Eleganz. Die Küche setzt auf zeitgenössische Interpretationen katalanischer Klassiker mit frischen Produkten aus der Region und viel Gespür für Saisonalität. Besonders die Reisgerichte aus Pals, wie „Schwarzer Reis mit Tintenfisch und Birnen-Aioli” (Bomba L’Estany de Pals) oder „Gerösteter Lauch, Vinaigrette, geräucherter Aal und regionaler Terrós-Käse”, zeigen die enge Verbindung von Landschaft und Küche. Auch Fisch und Fleisch stammen aus nächster Nähe, Desserts und Petits Fours unterstreichen die kreative Linie.
Finedining mit Wohlfühlatmosphäre: Hohe Decken, alte Böden und Möbel erzählen vom früheren Dorfleben, während Service und Weinberatung – vor allem mit Gewächsen der DO Empordà – höchsten Genuss bieten. Jedes Gericht ist eine Entdeckung und jedes Detail spiegelt die Handschrift der beiden Gastgeber wider, die ihre Region auf besondere Weise kulinarisch erlebbar machen.


Brüder Roca – Girona
Die Brüder Joan, Josep und Jordi Roca haben sich zu stilprägenden Größen der internationalen Gastronomie entwickelt. Sie erzählen Geschichten. Und zwar mit Gabel, Löffel und Messer. 1986 gründeten sie ihr „El Celler de Can Roca“ direkt neben der Bar ihrer Eltern in Girona. Das war nur der Anfang. Seit 2009 erstrahlt das Restaurant mit drei Michelin-Sternen. Die Welt hat ihnen mehr als einmal zugejubelt und sie zum besten Restaurant der Welt gekürt. Joan, der Koch, ist das kreative Herz des Restaurants. Josep, der Sommelier, bewirtschaftet eine der spannendsten Weinkarten Europas. Und Jordi, der Pâtissier, erschafft Desserts, die längst Kultstatus haben. Zusammen erzählen sie mit jedem Menü eine poetische Geschmacksreise durch Katalonien: überraschend, experimentell und doch fest in der regionalen Tradition verwurzelt.
Mit der Casa Cacao hat Jordi Roca zudem ein eigenes kleines Schokoladenimperium geschaffen, in dem man den Weg von der Bohne bis zur Praline nachvollziehen und genießen kann. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Lorenzo Turina, der als Head Chocolatier bei Casa Cacao tätig ist. Der gebürtige Piemonteser bringt italienische Leidenschaft sowie fundiertes Know-how in den Bereichen Produktion, Organisation und Forschung ein. Unter seiner Leitung entstehen Schokoladenkreationen, die den hohen Qualitätsanspruch der Roca-Welt auch in diesem Bereich konsequent weiterführen.
Mit dem Eis-Atelier Rocambolesc bringen sie ihre Dessertkunst auf die Straße – im wahrsten Sinne des Wortes. Hier wird das traditionelle Konzept der Süßspeisen aufgebrochen, indem Klassiker neu interpretiert werden. Beispielsweise gibt es Eis am Stiel in Form eines Darth-Vader-Helms oder eines großen Dalí-Schnurrbarts sowie Waffeln, die wie ein Pop-Art-Comic aussehen. Mit solchen verspielten Kreationen machen sie ihre Kunst einem breiteren Publikum zugänglich und denken Schokolade, Eis und Desserts völlig neu. So haben die Roca-Brüder ein ganzes Universum erschaffen – von der Haute Cuisine bis zur Alltagskultur. Sie sind nicht nur Köche, sondern auch Botschafter, die ihrer ganzen Region Katalonien internationale Strahlkraft verliehen haben.



Die Jordà-Zwillinge – Hotel Empòrium, Castelló d’Empúries
Im historischen Zentrum von Castelló d’Empúries führen die Zwillingsbrüder Jordí und Màrius Jordà den elterlichen Betrieb in eine neue Zeit. Aus dem kleinen Traditionshotel ist mit dem Empòrium ein Haus geworden, das die Kulinarik in den Mittelpunkt stellt. Die beiden Brüder verfolgen zwei Konzepte: das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Gourmetrestaurant sowie das Bistrot1965, das für seine konsequente Nachhaltigkeitsphilosophie mit dem Michelin Green Star geehrt wurde. In beiden Küchen werden regionale Produkte verwendet, die die Landschaft des Alt Empordà widerspiegeln – vom Fisch der Küste bis zum Gemüse der nahen Felder.

Lesetipp: Costa-Brava-Reiseführer

Wer die Costa Brava individuell entdecken möchte, findet in diesem Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag einen wertvollen Begleiter. Das Buch bietet nicht nur Karten und fundierte Hintergrundinformationen zu Landschaft, Kultur und Kulinarik, sondern vor allem viele praktische Hinweise für eigene Touren. Besonders hilfreich sind die Tipps für versteckte Buchten, kleine Weingüter im Empordà oder Restaurants abseits der touristischen Pfade. Somit eignet sich der Reiseführer ideal für alle, die die Costa Brava auf eigene Faust und mit Genuss erkunden möchten.
Praktische Tipps zur Reise
Anreise: Die Costa Brava ist am besten über die Flughäfen Girona oder Barcelona zu erreichen.
Leihwagen – Für Ausflüge ins Landesinnere und zu kleineren Orten empfiehlt sich ein Mietwagen. Viele malerische Dörfer und Weingüter sind nur so bequem erreichbar. Direkt an den Flughäfen gibt es verschiedene Mietwagenanbieter. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und auch in kleinen Orten bequem befahrbar – ein kleines Auto ist dennoch vorteilhaft.
Hotels – Ob Boutique-Hotel am Meer oder kulinarische Adresse mit Übernachtungsmöglichkeit, die Auswahl reicht von charmant bis luxuriös. Meine persönlichen Empfehlungen sind das Hotel Sant Roc in Calella de Palafrugell, das Casamar in Llafranc und das Boutique-Hotel Can Liret. Ein Geheimtipp ist das Hostel Ses Negres in Sa Riera, das einfach, aber mit viel Charme ist und direkt an einer der schönsten Buchten der Costa Brava liegt. Hier kann man auch Apartments mit Hotelanschluss direkt am Meer buchen.
Beste Reisezeit – Frühling und Herbst gelten als ideale Zeit für Genussreisende. Dann sind die Strände ruhiger, das Klima mild und die kulinarischen Erlebnisse vielfältig. Mir allerdings gefällt jede Jahreszeit, da ich auch den Winter am Meer liebe. Zu dieser Zeit haben allerdings nicht alles Ausflugsziele, Museen und Hotels geöffnet.

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Karte zur Übersicht für deine kulinarischen Erlebnisse an der Costa Brava
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