Mykonos gehört zu den bekanntesten Inseln Griechenlands – und zu den meistfotografierten. Weiße Häuser, enge Gassen, Windmühlen und Partyleben. Doch es gibt auch eine andere Seite. Eine, die sich abseits des Trubels zeigt, vor allem in der Nebensaison. Wer mit dem Kreuzfahrtschiff ankommt und genau hinsieht, kann sie entdecken. Ich war im Mai mit der Majestic Princess auf Mykonos unterwegs – und habe sieben Erlebnisse mitgebracht, die zeigen, dass die Insel mehr kann als nur Jetset.
Inhaltsverzeichnis
Mykonos: Inselgeschichte, Piraten und Postkartenkulisse
Mykonos liegt im Herzen der Ägäis, ist Teil der berühmten Kykladen und etwa 150 Kilometer südöstlich von Athen entfernt. Ihre strategische Lage machte die Insel bereits in der Antike zu einem wichtigen Umschlagplatz für Seefahrer. Im Mittelalter stand Mykonos zeitweise unter venezianischer Herrschaft und wurde später immer wieder Ziel von Piratenangriffen. Aus dieser turbulenten Zeit stammt eine Besonderheit der Altstadt: Die engen, verwinkelten Gassen wurden absichtlich so angelegt, um Angreifern die Orientierung zu erschweren.
Heute bietet Mykonos eine faszinierende Mischung aus Tradition und Tourismus. Die Insel hat rund 10.000 Einwohner, deren Zahl sich in der Hochsaison oft vervielfacht. Ein weiteres beeindruckendes Detail ist, dass Mykonos über 400 Kirchen beherbergt, darunter einige der kleinsten Kapellen Griechenlands, die von der tiefen Frömmigkeit der Inselbewohner zeugen. Die ikonischen Windmühlen von Kato Mili, das Wahrzeichen der Insel, stammen ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert. Sie dienten einst dem Mahlen von Getreide, das per Schiff von anderen Inseln hergebracht wurde. Somit ist Mykonos nicht nur eine Postkartenkulisse, sondern ein Ort mit einer reichen Geschichte und überraschenden Facetten.

Antike trifft Ägäis: Mykonos‘ faszinierende Historie.
Sieben authentische Mykonos-Tipps und -Erlebnisse:
1. Agios Stefanos & Kalafati Beach – Deine entspannten Strandmomente
Für den ersten Kontakt mit Mykonos‘ Küste führt uns der Ausflug zum Agios Stefanos Beach. Dieser wunderschöne, entspannte Strand liegt nicht weit vom Kreuzfahrt-Anleger entfernt und ist somit auch bei einem individuellen Landgang schnell erreichbar. Im Mai ist er noch angenehm leer, und man kann von hier aus sogar auf die vor Anker liegenden Schiffe blicken. Hier gibt es zwar nette Bars, doch von Überfüllung war hier in der Nebensaison keine Spur. Wer möchte, kann hier problemlos einen ganzen Strandtag verbringen, um die Ruhe und das türkisfarbene Wasser ungestört zu genießen. Ein perfekter Ort, um anzukommen und die Seele baumeln zu lassen.
Als Alternative für alle, die das Meer aktiv erleben oder einen weiteren ruhigen Spot suchen, bietet sich der Kalafati Beach an. Dieser Strand ist bekannt für seine Wassersportmöglichkeiten. Auch hier findet man eine entspannte Umgebung und klares Wasser, perfekt für einen unaufgeregten Tag am Meer.

Strandglück auf Mykonos: Agios Stefanos lädt zum Verweilen ein.

Strandglück auf Mykonos

Sanfte Wellen, klare Weite: Entspannung am Kalafati Beach.
2. Die Vioma Organic Farm – Ein Blick hinter die Kulissen
Die Mykonos Vioma Organic Farm, ein Bio-Bauernhof im Herzen der Insel, bietet ein authentisches Erlebnis nachhaltigen Genusses. Hier kann man die Philosophie des biodynamischen Weinanbaus kennenlernen, umgeben von den Tieren der Farm wie Hühnern und Eseln. Besonders schön ist die offene und schattige Terrasse der Farm, sehr gemütlich im griechischen Stil gehalten. Hier fühlt man sich wohl und kann ganz entspannt ein interessantes Wein-Tasting und lokale Köstlichkeiten der Insel genießen.
Wer den Bio-Bauernhof auf eigene Faust erkunden möchte, sollte beachten, dass die Farm mitten auf der Insel liegt und eine Voranmeldung für den Besuch unerlässlich ist. Praktischer ist es oft, diesen Ausflug im Rahmen eines organisierten Kreuzfahrtpakets zu buchen, wie es beispielsweise bei der Majestic Princess angeboten wird.
Tipp: Informiere dich auf der Webseite der Farm über Öffnungszeiten und buchen deinen Besuch im Voraus. Die Farm hat nicht immer geöffnet – nur auf Anfrage. Ein ausführlicher Artikel über das Weintasting auf der Farm folgt bald hier im Blog.

Tasting unter der Pergola: Vioma Organic Farm erleben

Rosé-Genuss: Der Veggera Rosé – Mykonos‘ Sommer im Glas.

Griechische Gemütlichkeit: Die schattige Terrasse der Vioma Farm lädt zum Verweilen ein.
3. Ano Mera & Kloster Panagia Tourliani – Kultur im Landesinneren
Ano Mera ist das zweitgrößte Dorf Mykonos‘ und liegt zentral in einer hügeligen Gegend, etwa acht Kilometer östlich der Hauptstadt. Im Mai präsentiert es sich angenehm leer und ruhig. Das Leben spielt sich rund um den zentralen Platz ab, an dem sich Tavernen, Cafés und kleine Geschäfte aneinanderreihen. Hier lässt es sich entspannt bummeln, einen Kaffee genießen oder in den Souvenirläden stöbern.
Das eigentliche Highlight des Dorfes ist jedoch das Kloster Panagia Tourliani, das direkt am Hauptplatz liegt. Dieses bedeutende religiöse Zentrum wurde 1542 gegründet und im 18. Jahrhundert umfassend restauriert. Es verdankt seinen Namen einem besonderen Marienbild, das in der Nähe von Tourlos gefunden wurde und seitdem als Schutzpatronin der Insel gilt. Das Kloster beeindruckt mit seiner strahlend weißen Fassade, einem kunstvollen Glockenturm und einer farbigen Kuppel. Im Inneren offenbart sich ein prachtvoller, geschnitzter Holzaltar aus dem 18. Jahrhundert, umgeben von byzantinischen Fresken, einer vergoldeten Kanzel und zahlreichen Heiligenbildern. Ein kleines Museum im ersten Stock beherbergt zudem religiöse Artefakte, alte Werkzeuge und liturgische Gewänder. Im Klosterhof herrscht eine beeindruckende Ruhe, die zum Verweilen einlädt und das Gefühl vermittelt, in eine andere Zeit einzutauchen. Der Eintritt beträgt etwa 2 Euro (nur Barzahlung).

Stille Schönheit: Kloster Panagia Tourliani in Ano Mera.

Stille Oase: Klosterhof von Panagia Tourliani
4. Shuttle statt Fußmarsch: Mit dem Taxi-Boot “Sea Bus” zur Altstadt
Für Kreuzfahrer ist der SeaBus ein unschätzbarer Tipp. Von der Anlegestelle des Kreuzfahrtschiffs (nicht weit vom Hafen entfernt) bringt er dich für nur 1–2 € direkt in die Altstadt. Das spart den etwa zwei Kilometer langen Fußweg entlang der Bucht und ist besonders praktisch, wenn die Liegezeit begrenzt ist. Außerdem hat man von dieser kleinen Bootstour einen schönen Blick auf den alten Hafen von Mykonos vom Meer aus.
Der SeaBus macht mehrere Stopps (Kreuzfahrtterminal, Alter Hafen, Altstadt) und fährt alle 30 Minuten. Bedenke jedoch, dass er zum Ablegen des Kreuzfahrtschiffs sehr begehrt sein kann – plane also etwas Pufferzeit ein.
Tipp: Kaufe dein Ticket direkt am Schalter. Du kannst gleich zu Beginn Tickets für mehrere Fahrten kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden, besonders wenn viele Passagiere gleichzeitig unterwegs sind.

SeaBus: Der schnelle Weg in Mykonos-Stadt.

Mykonos-Stadt vom Wasser: Die Altstadt aus nächster Nähe bestaunen.

Kirchen am Hafen: Mykonos‘ weiße Gotteshäuser direkt am Meer.
5. Mykonos-Stadt clever erkunden: Dein Weg durch die verwinkelten Gassen
Wer zum ersten Mal durch die Altstadt von Mykonos spaziert, merkt schnell: Hier ist Verlaufen Teil des Erlebnisses. Die engen Gassen, die sich wie ein weißes Netz durch die Stadt ziehen, wurden einst bewusst so gebaut, um Piraten zu verwirren und vor den starken Winden zu schützen. Heute machen sie den ganz eigenen Reiz von Chora, wie die Hauptstadt der Insel offiziell heißt, aus.
Am späten Nachmittag wirkt Mykonos-Stadt wie ein lebendiges Postkartenmotiv. Weiße Häuser mit farbigen Fensterläden, Bougainvillea, die von den Balkonen ranken, und hinter jeder Ecke ein neuer Blickwinkel. Zwischen Boutiquen, Galerien und Cafés verliert man schnell jegliches Gefühl für Richtung und Zeit – und das ist genau richtig so.
Ein besonderes Highlight sind die berühmten Windmühlen von Kato Mili, die man vom westlichen Rand der Stadt aus erreicht. Wer vom SeaBus kommt, sollte sich rechts halten, an der Kirche Panagia Paraportiani vorbei, und dann dem Weg entlang der Küste folgen. Auch wenn es wie eine Sackgasse aussieht – einfach weitergehen. Der Blick über das Meer, das Klatschen der Wellen an die weißen Mauern und das erste Erscheinen der Mühlen am Horizont machen diesen Spaziergang zu einem der schönsten Momente auf Mykonos.
Tipp: Halte eine Offline-Karte auf dem Smartphone bereit oder mache ein Foto vom Stadtplan am Hafen. Das hilft, wenn der Orientierungssinn im Gassenlabyrinth doch einmal streikt. Ich habe auf dem Rückweg zur Majestic Princess durchaus von anderen Passagieren gehört, die nahe der Verzweiflung auf der Suche nach den Mühlen waren und sich in der Stadt nur im Kreis gedreht haben, ohne das Wahrzeichen von Mykonos letztlich zu sehen.

Verlieren erlaubt: Das Labyrinth von Mykonos-Stadt.

Verlieben erlaubt! Griechisches Flair: Ein leuchtend blauer Stuhl vor strahlend weißer Kulisse – Mykonos im Detail.

Chora-Charme: Durch die Gassen von Mykonos-Stadt.

Versteckte Schönheit: Malerisches Klein-Venedig.
6. Der perfekte Windmühlen-Blick – Dein Café-Moment
Ein absoluter Genussmoment ist ein Besuch der Veranda Bar. Es gibt viele Cafés, Bars und Restaurants in „Klein Venedig“, die alle ihren besonderen Charme haben. Aber dieser Ort bietet den perfekten Blick auf die ikonischen Windmühlen von Mykonos, direkt am Wasser. Hier sitzt man sprichwörtlich wie auf einem Postkartenmotiv. Nach dem Besuch der Weinfarm lasse ich den Nachmittag mit einem Glas regionalem Wein ausklingen und genieße die entspannte Atmosphäre. Ein Moment, der das Gefühl von „Griechenland at its best“ perfekt einfängt.
Tipp: Für die besten Fotos und einen ruhigeren Moment empfiehlt es sich, die Windmühlen oder die Veranda Bar entweder früh am Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang zu besuchen, um den größten Besucherandrang zu umgehen. Alternativ bietet sich die Nebensaison an, wie ich selbst erlebt habe – dann teilt man diese Postkartenkulisse mit nur wenigen anderen Gästen.

Wein und Weitblick: Dein Moment am Wasser.

Häuser, die direkt aus dem Meer zu wachsen scheinen – Klein-Venedig.

Kulinarik am Wasser: Charmante Restaurants und Bars direkt am Meer in Klein-Venedig.

Traumkulisse: Windmühlen-Blick von der Veranda Bar.
7. Mykonos als Fotoparadies: Deine besten Instagram-Momente
Mykonos ist ein einziges Fotomotiv. Überall bieten sich Gelegenheiten für beeindruckende Aufnahmen, die nicht nur für Instagram, sondern auch für das persönliche Fotoalbum zu Hause perfekt sind. Dabei braucht es gar keinen Filter, denn das natürliche Licht, die weiß getünchten Häuser, die bunten Fensterläden und das tiefblaue Meer liefern perfekte Kulissen. Ob die strahlend weißen Häuser von Klein-Venedig, die ikonischen Windmühlen, die verwinkelten Gassen, durch die immer wieder das Meer blitzt, oder die bunten Blumen, die die Landschaft sprenkeln – halte die Kamera bereit. Die Insel liefert unzählige Motive, die die Essenz Griechenlands einfangen. Selbst unscheinbare Ecken entfalten auf Fotos eine besondere Wirkung.
Tipp: Lass dich treiben, halte die Augen offen und fange die Details ein. Denn oft sind es genau diese kleinen Szenen, die später die schönsten Erinnerungen wecken.

Postkartenreife Schönheit: Einzigartige Motive, perfekte Bilder.
Mein Fazit: Mykonos neu entdeckt – abseits der Klischees
Ein Tag auf Mykonos – und doch das Gefühl, mehr erlebt zu haben als nur einen klassischen Landausflug. Für mich war dieser Stopp auf der Kreuzfahrt mit der Majestic Princess eine echte Überraschung. Die Insel, die ich bisher nur aus Erzählungen als luxuriöse Partyhochburg kannte, zeigte sich in ganz anderen Facetten: ruhig, traditionell, gastfreundlich und voller kleiner Entdeckungen.
Ob beim Blick auf die Windmühlen mit einem Glas Wein in der Hand, beim Schlendern durch das Gassenlabyrinth oder beim Staunen im Kloster von Ano Mera – Mykonos hat gezeigt, dass die Insel mehr zu bieten hat als Jetset-Leben. Besonders in der Nebensaison entfaltet die Insel ihren besonderen Reiz. Man hat Platz, Zeit und vor allem Raum zum Entdecken.
Wer offen ist für neue Perspektiven und nicht nur das sieht, was auf Instagram zur Hochsaison gepostet wird, wird auf Mykonos mit echten Momenten belohnt. Und vielleicht geht es dir wie mir: Du gehst abends zurück aufs Schiff und weißt, dass du wiederkommen und die Insel einmal länger erleben möchtest.

Weiß getüncht, geschichtsträchtig: Wiedersehen auf Mykonos.

Majestätischer Anblick: Die Majestic Princess im Kreuzfahrthafen von Mykonos – ein beeindruckender Anblick vom Agios Stefanos Beach.
📌 Infobox: Majestic Princess
Die Majestic Princess gehört zur „Royal-Klasse“ von Princess Cruises und erhielt im April 2025 ein Refresh. Mit einer Länge von rund 330 Metern, 19 Decks und Platz für etwa 3.560 Gäste zählt sie zu den größeren Schiffen der Flotte. An Bord erwartet Passagiere eine breite Auswahl an Restaurants, Bars, Freizeit- und Unterhaltungseinrichtungen – darunter mehrere Pools, ein Theater, ein Spa sowie Einkaufsmöglichkeiten. Neben klassischen Hauptrestaurants bietet die Majestic Princess auch Spezialitäten-Restaurants wie das italienische „Sabatini’s“ oder das Fischrestaurant „The Catch by Rudi“. Die MedallionClass-Technologie ermöglicht unter anderem das kontaktlose Bezahlen, das automatische Öffnen der Kabinentür und das Bestellen von Speisen oder Getränken über eine App direkt an den jeweiligen Aufenthaltsort an Bord. Die Majestic Princess verbindet zeitgemäßen Komfort mit einem vielfältigen Bordangebot. Sie eignet sich sowohl für organisierte Ausflüge als auch für individuelle Entdeckungstouren während einer Kreuzfahrt. Hier findet ihr mehr Informationen zum Schiff.
Mykonos in weiteren Bildern



























Übersichtskarte mit Tipps für deinen Landgang auf Mykonos
Dies ist ein redaktionell erstellter Artikel, der teilweise durch die Unterstützung von Princess Cruises ermöglicht wurde. Die Unterstützung hat jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und spiegelt meine eigene Meinung wider. Für den Beitrag habe ich kein Honorar erhalten.

