St. Thomas, einer der beliebtesten Häfen jeder Karibik-Kreuzfahrt, ist als sonniges Einkaufsparadies für zollfreie Schnäppchen bekannt. Doch hinter den Schaufenstern verbirgt sich eine faszinierende Geschichte: Die Karibikinsel blickt auf eine lange dänische Vergangenheit zurück, pflegt bis heute den Linksverkehr und in Charlotte Amalie klettern die bunten Gassen einer historischen Kolonialstadt den grünen Hang hinauf. In den ruhigen Buchten warten schließlich die samtweichen Sandstrände, die das echte Karibikgefühl perfekt machen.
Wenn am Morgen die Gangway der Star Princess heruntergelassen wird, strömen die meisten Passagiere mit einem ganz bestimmten Ziel von Bord: Sie wollen die Karibik finden, wie sie seit Jahrzehnten in Reiseprospekten versprochen wird. Die Insel liefert mit feinstem Sand und glasklarem Wasser die perfekte Kulisse. Doch St. Thomas hat zwei völlig verschiedene Gesichter. Neben entspanntem Badevergnügen bietet die Inselhauptstadt eine lebendige Zeitreise in die Epoche, als noch dänische Gouverneure die Geschicke der Zuckerrohrinsel lenkten. Mit der richtigen Zeiteinteilung lässt sich beides wunderbar an einem einzigen Tag erleben.



Karibik-Feeling an der Magens Bay
An der Nordküste wartet die unangefochtene Königin unter den Stränden von St. Thomas. Magens Bay empfängt Besucher mit feinem, hellem Sand, der sich über fast anderthalb Kilometer hufeisenförmig an das Ufer schmiegt. Durch die geschützte Lage gleicht das seichte Wasser einem ruhigen Naturpool, der zum ausgiebigen Baden einlädt, während Schnorchler an den steinigen Rändern auf ihre Kosten kommen. Das Lob der vielen Gäste hat sich längst verselbstständigt, weshalb National Geographic die Bucht stets auf den vorderen Plätzen der weltweiten Bestenlisten führt. Schon die etwa halbstündige Anreise vom Schiffsanleger gleicht einer Panoramafahrt über die grünen Bergkämme mit spektakulärer Aussicht auf das karibische Farbenspiel. Es gibt Umkleiden, Liegen und eine Bar mit karibischem Punsch.



Auf dänischen Spuren in Charlotte Amalie
Bei einem Landgang lohnt auch ein Spaziergang durch die Inselhauptstadt Charlotte Amalie. Die Namen der Gassen verraten skandinavische Ursprünge und die Fassaden zeugen von europäischer Baukunst. Hinter diesem Bild stehen fast zweieinhalb Jahrhunderte dänischer Herrschaft. Am Anfang war der Ort kaum mehr als eine Ansammlung von Holzhütten namens Taphus, was auf Dänisch schlicht Bierhaus bedeutet. Erst später gaben die Kolonialherren der Stadt zu Ehren ihrer Königin den Namen Charlotte Amalie. Mitten im Ersten Weltkrieg kauften die Amerikaner im Jahr 1917 die Inselgruppe, um die Zufahrtswege zum strategisch wichtigen Panamakanal abzusichern. Der bis heute praktizierte Linksverkehr ist ein charmanter Überrest der Kolonialgeschichte.
Weithin sichtbar thront das tiefrote Fort Christian am Rande des Hafengeländes. In der ehemaligen dänischen Festung ist heute ein Museum mit Exponaten zur lokalen Geschichte untergebracht. Aus ausgedienten Ballastziegeln alter Handelsschiffe bestehen die bekannten Treppenwege, die den Hügel hinauf zum Aussichtsturm Blackbeard’s Castle führen. Einen Moment der Ruhe schenkt die kleine Synagoge aus dem Jahr 1833, die ihre Besucher mit einem sandigen Boden empfängt. An der Stelle, an der einst der globale Handel mit Zuckerrohr und Rum florierte, reihen sich heute Boutiquen für zollfreie Uhren und Juwelen aneinander.
Zollfrei, aber nicht immer günstig
St. Thomas gilt als einer der traditionsreichsten zollfreien Häfen der gesamten Karibik. In den schmalen Gassen rund um die belebte Main Street reihen sich Juweliere, Luxusuhrenläden und Boutiquen dicht aneinander. Da auf der Insel keine Verkaufssteuer existiert, wirken die Auslagen auf den ersten Blick besonders verführerisch. Doch die reine Steuerbefreiung garantiert noch lange kein Schnäppchen. Wer die Vergleichspreise bereits im Kopf hat, erkennt beim Schaufensterbummel deutlich schneller, bei welchen edlen Stücken sich das Zugreifen tatsächlich auszahlt.



Zwischen Himmelsleiter und Riff: Fantastische Aussichten rund um die Insel
Für den besten Panoramablick über die Küste schwebt eine Seilbahn hinauf zum Paradise Point. Sie liegt nur wenige Gehminuten vom Schiffsanleger entfernt. Oben angekommen, liegen einem die ziegelroten Dächer, das weite Hafenbecken und das Meer zu Füßen. In der Bar mit grandiosem Ausblick gehört der eisgekühlte Bushwacker zum Pflichtprogramm. Ein samtiger Rumcocktail, allerdings mit unterschätzter Wirkung. Naturliebhaber sollten derweil einen Abstecher auf die benachbarte Insel St. John machen, die nach einer kurzen Überfahrt mit der Fähre erreicht ist. Große Teile dieser Schwesterinsel gehören zu einem geschützten Nationalpark. Dessen berühmtester Strand, Trunk Bay, begeistert mit einem markierten Unterwasserweg durch faszinierende Korallengärten.




Tipps für den Landgang
Anlegen: Havensight oder Crown Bay, gut 2 Kilometer bis in die Altstadt von Charlotte Amalie.
Unterwegs auf der Insel: Auch wenn man St. Thomas auf eigene Faust erkunden kann, habe ich mich bewusst für eine Rundfahrt mit Stopp an der Magens Bay entschieden, eine Mischung aus Stadtbummel, Panoramablicken und Strandzeit. So sieht man in kurzer Zeit viel und ist rechtzeitig zurück an Bord. Für Charlotte Amalie blieb trotzdem genug Zeit.
Vor Ort: Die Star Princess setzt Shuttlebusse ein, die zwischen Charlotte Amalie und dem Hafen pendeln, das lässt Raum für eigene Entdeckungen. Wer selbst fährt, nimmt die offenen Sammeltaxis, die Safari-Trucks, Zahlung nur in bar. Reguläre Taxis haben kein Taxameter, den Festpreis klärt man vor der Fahrt.
Strand: Magens Bay im Norden, rund 30 Minuten vom Hafen, flaches, ruhiges Wasser. Bei meiner Rundfahrt war der Eintritt im Ausflug enthalten. Wer eigenständig hinfährt, sollte Eintritt und Zahlungsweise vorab prüfen (Stand August 2026: Tagespreis 7 Dollar). Zu den Stränden kommt man nur mit einem Fahrzeug.
Aussicht: Seilbahn nach Paradise Point, gegenüber dem Hafenviertel. Tickets früh sichern, sie sind mittags oft ausverkauft.
Ausflug nach St. John: Am besten über Princess Cruises buchen. Fällt die Fähre wegen Tide oder Wetter aus, wartet das Schiff nur auf die eigenen Touren. Wer privat übersetzt, riskiert, drüben festzusitzen. Teilnehmer von Fährausflug und Schnorcheltour waren sehr angetan.
Geld: Bezahlt wird in US-Dollar. Bargeld für Safari-Trucks und Kleinigkeiten, Karten in größeren Läden.

Die Star Princess
Die Star Princess ist der jüngste und größte Flottenzuwachs von Princess Cruises. Das in der italienischen Fincantieri-Werft gebaute Schwesterschiff der Sun Princess folgt einem klaren architektonischen Konzept: Das Meer soll von fast jedem Winkel aus erlebbar sein. Mittelpunkt des Bordlebens ist die Piazza, ein lichter, über drei Decks offener Marktplatz mit Bars, Boutiquen und einer Bühne für Musik und Abendunterhaltung. Durch die namensgebende Glaskuppel, die sogenannte „Sphere“, fällt tagsüber herrlich viel Sonnenlicht in das Atrium. Am Bug spannt sich die imposante Glaskonstruktion „The Dome“ über Poollandschaft und Showbühne, während am Heck auf der „Wake View Terrace“ ein Infinitypool bis an eine raumhohe Glasscheibe reicht, hinter der das schäumende Kielwasser in die Ferne zieht.
Trotz einer Kapazität für rund 4.300 Passagiere auf 21 Decks überrascht das Schiff mit einer entspannten und großzügigen Atmosphäre. Ein echtes Komfortplus auf Reisen ist das Princess Medallion. Der münzgroße Chip öffnet die Kabinentür bei Annäherung automatisch, ermöglicht bargeldlose Zahlungen und sorgt dafür, dass Erfrischungen direkt an den persönlichen Liegestuhl auf dem Sonnendeck bestellt werden können. Auch technisch setzt der Neubau moderne Maßstäbe: Der Antrieb kombiniert das emissionsärmere Flüssigerdgas mit innovativer Batterietechnologie.
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Offenlegung: Dies ist ein journalistischer Artikel, der teilweise durch die Unterstützung von Princess Cruises ermöglicht wurde. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und spiegelt meine eigene Meinung wider. Für den Beitrag habe ich kein Honorar erhalten.
