Eine Plastikkarte sucht man auf der Star Princess vergebens. An ihre Stelle tritt ein münzgroßer Datenträger. Er öffnet das Kabinenschloss berührungslos bei Annäherung und lotst die Crew mit Speisen oder Drinks direkt an den Liegeplatz am Pool. Was das Medallion® von Princess Cruises kann, welche Bausteine im Grundpreis enthalten sind und wo der praktische Nutzen der buchbaren Pakete liegt.
Beim Einschiffen in Fort Lauderdale gibt es statt einer Bordkarte eine kleine runde Scheibe, kaum größer als eine Münze und einem Apple AirTag ähnlich. Mit dem Medallion in der Tasche und dem Handgepäckkoffer an der Hand geht es zur Kabine auf der Star Princess, die großen Koffer hat die Crew bereits vorausgebracht. Noch bevor die Tür erreicht ist, leuchtet daneben ein grünes Licht auf, das Schloss ist entriegelt. Dieses Gefühl wie von Geisterhand kannte ich von meiner ersten Kreuzfahrt mit Medallion, im Mai 2025 auf der Majestic Princess ab Piräus. Nun begleitete mich die Scheibe auf dem jüngsten Schiff von Princess Cruises durch die östliche Karibik.
Zwei Seetage, eine App
Zwei Tage Seereise trennten Florida von den Jungferninseln. Unterwegs schlägt die Stunde des Medallions, da so gut wie jeder Handgriff und jede Bestellung über die Elektronik läuft. Die ersten Meilen hing es an einem Lanyard um meinen Hals oder verschwand in der Tasche. Abhilfe schaffte ein Armband aus dem Sortiment des Bordfotografen. Seither stört kein Pendeln mehr vor der Brust oder Kramen im Rucksack, zum Verbuchen reicht das bloße Vorhalten des Arms. Kehrt man nach einem langen Tag an Land bepackt zum Zimmer zurück, reicht der Schritt auf die Schwelle. Eine grüne Leuchte springt an, das Schloss klickt auf. Nach einer Plastikkarte kramen musste ich auf beiden Kreuzfahrten kein einziges Mal.
An Deck sparte ich mir durchaus mal den Weg an die Bar mit Wartezeit und wählte den Drink über das App-Menü. Der Kellner lieferte direkt an die Liege. Auf seinem Bildschirm erscheinen das Passbild und der genaue Standort, den das Medallion kabellos an die Schiffsantennen meldet.



Was im Medallion steckt
Im Inneren des Tags befinden sich zwei getrennte Antennen für die Nahfeldkommunikation (NFC) und Bluetooth Low Energy (BLE). Das Medallion speichert keine sensiblen Reisedaten, sondern dient lediglich als digitaler Schlüssel. Sensoren, die auf dem gesamten Schiff verteilt sind, registrieren die Signale, während die eigentlichen Buchungsinformationen verschlüsselt auf den zentralen Servern liegen. Der Mutterkonzern Carnival stellte diese Innovation im Januar 2017 auf der Technikmesse CES in Las Vegas vor. Im November desselben Jahres feierte das System auf der Regal Princess seine Premiere auf den Weltmeeren.
Als eine Art Schaltzentrale fungiert die bordeigene Princess-Anwendung auf dem Mobiltelefon, alternativ der Fernseher in der Kabine oder die großen Touchscreens in den Gängen. Über diese lassen sich Tische in den Restaurants reservieren, Plätze im Theater buchen und Routen über die Decks abrufen. Auch die Aufenthaltsorte von Mitreisenden lassen sich einsehen, vorausgesetzt, beide Seiten willigen in die Ortung ein. Wer das nicht wünscht, wechselt in das Profil „Safety Only“: Dann beschränkt sich das Medallion auf seine Funktion als Ausweis, Zahlungsmittel und Schlüssel zur Kabinentür.
Kostenlos oder im Paket
Das Medallion gehört für jeden Gast zur Grundausstattung der Reise. Ohne Aufpreis übernimmt der Chip alle klassischen Aufgaben der Bordkarte, vom Öffnen der Kabine bis zur Abrechnung der Ausgaben an Bord. Wer sich Mahlzeiten oder Drinks über den Bordservice OceanNow® an ausgewählte Orte bringen lassen möchte, etwa an den Liegestuhl, zahlt ohne Tarifpaket eine einmalige Aktivierungsgebühr pro Person und Reise.
Im Tarif Princess Plus entfällt diese Gebühr. Das Paket bündelt darüber hinaus bis zu 15 Getränke pro Tag, das tägliche Trinkgeld für die Crew sowie schnellen Internetzugang über das Bord-WLAN MedallionNet® Max für ein Endgerät. Die Stufe Princess Premier weitet den Netzzugang auf bis zu vier Geräte pro Passagier aus. Die Getränke sind hier unbegrenzt, dazu kommen beliebig viele Besuche in den Spezialitätenrestaurants und alle Bordfotos in digitaler Form.

Princess Cruises
Princess Cruises wurde 1965 von Stanley McDonald gegründet. Die ersten Fahrten führten mit dem gecharterten Schiff Princess Patricia von Los Angeles an die mexikanische Riviera. Bekannt wurde die Reederei durch die Fernsehserie Love Boat, die überwiegend an Bord der Pacific Princess spielte. Seit 2003 gehört Princess Cruises zur Carnival Corporation, der Sitz liegt in Santa Clarita, Kalifornien. Die Flotte umfasst 17 Schiffe, darunter die Star Princess und die Sun Princess der Sphere-Klasse. Jährlich reisen rund zwei Millionen Gäste mit Princess, angesteuert werden mehr als 345 Häfen in über 90 Ländern auf allen sieben Kontinenten.
Das Medallion gibt es kostenlos im Abfahrtshafen oder gegen Gebühr vorab per Post. Die Princess-App sollte vor der Reise installiert und der Online-Check-in darin erledigt sein.
princesscruises.de
Offenlegung: Dies ist ein journalistischer Artikel, der teilweise durch die Unterstützung von Princess Cruises ermöglicht wurde. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und spiegelt meine eigene Meinung wider. Für den Beitrag habe ich kein Honorar erhalten.
