Zwischen Galley und Fünf-Gang-Menü: Restaurants und Bars der Star Princess

600 Liter Suppe am Tag, sieben Öfen, ein Team aus 180 Köchen. Sous Chef Joseph Abella führt durch die Galley der Star Princess und erklärt, wie das jüngste Schiff von Princess Cruises über 30 Restaurants und Bars zwischen Aurora-Dining-Room, Steakhouse und Fünf-Gang-Menü organisiert.

Unten wird gekocht, oben angerichtet

Joseph Abella ist Sous Chef auf der Star Princess, Second in Charge der gesamten Küchenorganisation. 68 Mitarbeiter arbeiten direkt unter ihm, im erweiterten Team sind es rund 180. Wer ihn durch die Galley auf Deck 6 begleitet, entdeckt ein durchdachtes, zweigeteiltes System.

Auf Deck 4 liegt die zentrale Küche. Hier entstehen Suppen, Fleisch-, Fisch- und Backwaren, während in der Patisserie, der Metzgerei und der Gemüseverarbeitung die Zutaten für das gesamte Schiff vorbereitet werden. Die Dimensionen sind gewaltig: Täglich kocht das Team 600 Liter Suppe in fünf verschiedenen Sorten parallel, während sieben große Bratöfen gleichzeitig laufen. Die Küchen auf den Decks 6 und 7 übernehmen schließlich das finale Anrichten und den Service für die beiden Hauptrestaurants. Um die Laufwege zu optimieren, ist die Struktur an Steuerbord spiegelbildlich zu der an Backbord aufgebaut. So wird Gegenverkehr in den Gängen verhindert. Ein digitales Bestellsystem namens „Table Side Order“ leitet die Wünsche aus den Speisesälen direkt in die einzelnen Sektionen weiter.

Vor jedem Service findet ein Food Tasting statt. Zudem hängt über jeder Sektion ein Foto des Tellers, das genau zeigt, wie das Gericht beim Gast ankommen soll. Joseph Abella nennt die interne Menüdatenbank seine Bibel. Dort ist für jeden Tag, vom Hafentag bis zum Seetag, alles exakt hinterlegt. Die kulinarische Planung passt sich dabei dem Fahrgebiet an: Während der Karibik-Saison läuft ein 21-Tage-Zyklus mit landestypischen Menüs, für die Alaska-Route im Sommer wird das Angebot komplett umgestellt.

Hauptrestaurants, Buffet und mehrere Stationen

Das Kulinarikkonzept der Star Princess beginnt bei den inkludierten Restaurants. Das „Aurora“ auf Deck 6 ist ein klassisches Restaurant mit festen Tischzeiten. Gäste genießen dort jeden Abend denselben Tisch und Service, was an Bord als „Fixed Seating“ bezeichnet wird. Das Celestial auf Deck 7 funktioniert nach dem Prinzip der flexiblen Essenszeiten, dem sogenannten „Anytime Dining“. Es lässt sich mit oder ohne Reservierung spontan besuchen. Das Sanctuary Restaurant auf Deck 8 ist ausschließlich für Gäste der exklusiven Sanctuary Collection geöffnet und bietet eine eigene Karte sowie separaten Service. In allen Hauptrestaurants wechseln die Menüs täglich.

Das Buffet-Restaurant „The Eatery“ auf Deck 9 bietet im Innen- und Außenbereich Platz für rund 1.300 Gäste. Die Stationen für Frühstück, Salate, Pasta und frisch aufgeschnittenes Fleisch wechseln je nach Tageszeit und Tagesthema. Abends steht mit dem Americana Diner eine gemütliche Alternative bereit, die klassisch amerikanische Küche mit Burgern, Sandwiches und Milchshakes ohne Aufpreis serviert. Den kleinen Hunger zwischendurch stillen das International Café in der Piazza, das Promenade Dining an den Außendecks und die Lido Eats direkt am Pool. Das International Café mit großer Kuchen-, Snack- und Kaffeeauswahl hat rund um die Uhr geöffnet.

Die Pizzeria Alfredo’s mit ihrer offenen Backstube direkt in der Piazza und das O’Malley’s Irish Pub bilden die Kategorie für ungezwungene Küche. Alfredo’s serviert Pizza nach neapolitanischer Art. Das O’Malley’s ergänzt das Angebot als klassisches Pub mit eigener Küche und bietet typische Gerichte wie Burger, Fish and Chips sowie weitere deftige Klassiker.

Beide Optionen sind im Princess Plus Paket mit vier Besuchen pro Reise enthalten, während das umfassendere Premier Paket unbegrenzten Zugang gewährt. Wer ohne ein solches Paket reist, zahlt für die Speisen in diesen beiden Lokalen einen moderaten Aufpreis.

Spezialitätenrestaurants mit eigenen Küchen

Die Spezialitätenrestaurants der Star Princess arbeiten unabhängig von den Hauptküchen, jedes verfügt über eine eigene Küche an Bord. Wer das umfassende Premier Paket gebucht hat, kann diese Restaurants nach Verfügbarkeit unbegrenzt nutzen. Für Gäste ohne dieses Paket fällt beim Besuch der jeweiligen Lokale ein fester Aufpreis an.

Crown Grill: Steakhouse mit offener Küche

Der Crown Grill auf Deck 7 ist das klassische Steakhouse von Princess Cruises, ein Format, das auf einem amerikanischen Schiff nicht fehlen darf. Die offene Küche gibt den Blick auf den Grill frei. Auf der Karte stehen Premium-Cuts von Beef und Seafood, dazu Steakhouse-Beilagen in amerikanischer Tradition.

Sabatini’s Trattoria: Italienisch mit ausgewählter Weinbegleitung

Sabatini’s auf Deck 7 hält sich an die italienische Originallinie. Auf der Karte stehen beispielsweise Arancini mit Trüffel, toskanische Ribollita, Tomatensuppe mit Languste, Muscheln und Fisch, eine vegetarische Parmigiana di Melanzane und Tiramisu nach italienischer Rezeptur. Die Arancini sind knuspri, das Tiramisu setzt authentisch auf Mascarpone und Espresso. In Partnerschaft mit dem toskanischen Weinhaus Frescobaldi serviert Sabatini’s eine Karte mit Frescobaldi-inspirierten Gerichten, dazu passende Weine aus dem Hause. Einmal pro Reise gibt es zusätzlich ein Grand Tuscan Dinner mit mehreren Gängen und abgestimmter Weinbegleitung.

The Catch by Rudi

The Catch by Rudi liegt auf Deck 7 nahe der Piazza. Das Seafood-Restaurant geht auf Rudi Sodamin zurück, Head of Culinary Arts bei Princess Cruises. Die Karte ist bewusst kompakt gehalten und dreht sich um den Catch of the Day, den Fisch, der tatsächlich frisch verfügbar ist. Gambas gehören zu den Stammgästen auf der Karte.

The Butcher’s Block by Dario: Grill nach toskanischer Methode

The Butcher’s Block by Dario setzt auf hochwertige Fleischstücke, an Bord Premium Cuts genannt, und eine vom Grill geprägte Küche. Namensgeber ist der toskanische Starkoch und Metzger Dario Cecchini, der international für seine Philosophie bezüglich Fleischqualität und Reifung bekannt ist. Das Restaurant arbeitet mit einer auf das Wesentliche beschränkten Karte, die das Produkt ganz in den Mittelpunkt stellt.

Makoto Ocean: Edomae-Sushi in der Sphere

Makoto Ocean liegt auf Deck 8 direkt an der Piazza, an der gläsernen Sphere mit Blick aufs Meer. Auf der Karte bringt Küchenchef Makoto Okuwa sich neben klassischen Nigiri und Maki, auch ganz eigene Kreationen des Hauses, sogenannte Signature Rolls. Dazu gehören Varianten mit knusprigem Hummer-Tempura, kurz angebratenem Wagyu-Rindfleisch oder Spargel und Lachs. Für den Mittagstisch steht eine traditionelle japanische Box mit verschiedenen kleinen Speisen, eine sogenannte Bentobox, als kompaktere Auswahl bereit.

Umai Teppanyaki und Hot Pot: Kochen als Programm

Das Umai liegt als japanisches „Doppelung-Restaurant“ auf einem Deck. Beim Teppanyaki sitzen die Gäste um eine erhitzte Stahlplatte, und der Koch legt los. Bekannte Songs werden gesungen, Zutaten fliegen durch die Luft, der Gast wird bei der Show und Kunststücken mit einbezogen. Black Tiger Shrimp und Wagyu landen vor den Augen des Tisches auf der Platte. Die Choreografie aus Klingen, Flammen und Timing ist Show und Handwerk zugleich.

Weiter hinten im selben Restaurant befindet sich das Umai Hot Pot. Hier gibt es nur wenige Tische. In der Tischmitte steht jeweils ein Topf mit heißer Brühe bereit. Frisches Fleisch, Fisch, Pilze und Gemüse werden gereicht, und die Gäste garen ihre Zutaten selbst am Platz. Das Tempo verlangsamt sich, und das Essen wird zum gemeinsamen Gespräch. Beide Restaurantbereiche sind im Premier Paket enthalten.

Chef’s Table: Mehrgang-Menü in kleiner Runde

Chef’s Table versammelt eine kleine Gruppe an einem eigenen Tisch und serviert ein Mehrgang-Menü mit Weinbegleitung, geleitet vom Executive Chef. Die Karte weicht von den übrigen Restaurants ab. Die Plätze sind begrenzt, eine Reservierung ist notwendig.

Love by Britto: Kulinarische Liebeserklärung in Pop-Art

Am Heck von Deck 17 hängen die unverkennbaren, bunten Bilder von Romero Britto an den Wänden. Der brasilianische Pop-Art-Künstler hat dieses besondere Restaurant gemeinsam mit dem Spitzenkoch Rudi Sodamin entworfen. Das Love by Britto serviert ein gehobenes Fünf-Gang-Menü, das für Gäste entweder gegen Aufpreis buchbar oder bereits im umfassenden Premier Paket enthalten ist. Sowohl das Design des Raumes als auch die Gestaltung der Speisen sind hier ganz dem Thema der Liebe gewidmet.

Das Menü startet mit einem Amuse-Bouche, bei dem Gäste die Wahl zwischen einer Auster mit Zitronengras oder einem Kürbis-Ricotta-Raviolo haben. Es folgt eine Vorspeise, an Bord Appetizer genannt, aus Thunfisch und Avocado, gefolgt von einem Wildpilz-Cappuccino sowie einem Salat aus Roter Bete, Feige und Ziegenkäse. Als erfrischendes Zwischenspiel, dem Intermezzo, wird ein Sorbet aus Rosé-Champagner und Rosenblättern gereicht.

Bei den Hauptgängen wählen die Gäste aus Kreationen wie Wagyu-Rind, chilenischem Seebarsch mit Kaviar-Mousseline, einer Pistazien-Lammkrone mit Dattelpudding und Trüffeljus, in Butter gegartem Hummerschwanz oder einer rein vegetarischen Variante. Zum süßen Abschluss stehen ein Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern, eine Beerenvariation mit Weinschaumcreme oder Käse mit Wabenhonig zur Auswahl. Auch die Cocktailkarte greift die verspielte Bildsprache der Kunstwerke auf: Kreationen wie der Strawberry Love Potion oder das Bubble Bath of Love runden das Erlebnis ab.

Die Bars: Von der Piazza bis zur Speakeasy

Die Star Princess verteilt ihre Bars über das gesamte Schiff. An der Piazza liegen Bellini’s Cocktail Bar und Crooner’s, beide mit Live-Musik und Blick durch die gläserne Sphere aufs Meer. Vines Wine Bar kombiniert Gourmet-Tapas mit Wein. Wheelhouse Bar bedient den klassischen Geschmack. Sea View Bar oben am Dome hat die ruhigste Lage an Bord, Wake View Bar am Infinity-Pool die spektakulärste, Star Bar überblickt den Lido Pool. Im Bereich von The Dome liegt die Cascade Bar, benannt nach einem Wasserfall-Element im Raum. Sie öffnet meist nur am Abend, passend zum dortigen Unterhaltungsprogramm.

Good Spirits at Sea auf Deck 8 fasst nur 40 Plätze. Die Bartender stellen in regelmäßigen Show-Einlagen einzelne Cocktails vor und demonstrieren deren Zubereitung. Die Spezialitäten orientieren sich an Ländern und Regionen und verwenden jeweils lokal typische Spirituosen und Zutaten. Hinter den Rezepten steht der Mixologe Rob Floyd.

Das ungewöhnlichste Barerlebnis an Bord liefert Spellbound by Magic Castle. Die Cardini Bar ist als Speakeasy angelegt, nostalgisch dekoriert, mit Cocktails, die Rauch und andere Effekte mitbringen. Erst zum zweiten Mal außerhalb des Original Magic Castle in Hollywood gibt es dieses Format auf See. Nach Drinks an der Bar folgt eine Close-up-Magie-Show im angrenzenden Peacock Theater, einem Raum mit wenigen Plätzen, in dem das Publikum direkt am Geschehen sitzt. Spellbound ist gegen Aufpreis buchbar, zwei Cocktails an der Cardini Bar sind enthalten.

Zurück in der Galley

Am Ende des Rundgangs steht Abella wieder zwischen den Sektionen auf Deck 6. Die Bestellungen laufen ein, die Fotos hängen über den Stationen. Was als Liste von über 30 Restaurants und Bars beginnt, ist im Kern eine Frage der Organisation. 4.300 Gäste, drei warme Mahlzeiten am Tag, ein Menüzyklus über drei Wochen. Abella formuliert es nüchtern mit einem Lächeln: „I don’t go in the comfort zone.“ Dann beginnt der Service.

Sous Chef Joseph Abella führt durch die Galley der Star Princess. 68 Mitarbeiter sind ihm direkt unterstellt, im erweiterten Verbund kommt er auf rund 180 Köche.
Sous Chef Joseph Abella führt durch die Galley der Star Princess. 68 Mitarbeiter sind ihm direkt unterstellt, im erweiterten Verbund kommt er auf rund 180 Köche.

Infobox: Kulinarik an Bord der Star Princess

Reederei: Princess Cruises (Carnival Corporation & plc)
Schiff: Star Princess, Sphere Class, in Dienst seit Oktober 2025

Ohne Aufpreis (im Reisepreis enthalten): Aurora (Deck 6, feste Tischzeiten), Celestial (Deck 7, flexible Essenszeiten), The Eatery (Deck 9, Buffet, rund 1.300 Plätze), Americana Diner, International Café, Promenade Dining, Lido Eats. Sanctuary Restaurant (Deck 8) ausschließlich für Gäste der Sanctuary Collection.
Mit Aufpreis, im Princess Plus Paket teilweise enthalten: Alfredo’s Pizzeria und O’Malley’s Irish Pub. Princess Plus: vier Besuche pro Reise. Premier Paket: unbegrenzt.

Mit Aufpreis, im Premier Paket enthalten: Crown Grill (Deck 7, Steakhouse), Sabatini’s Trattoria (Deck 7, italienisch, Frescobaldi-Partnerschaft), The Catch by Rudi (Deck 7, Fisch), The Butcher’s Block by Dario (Premium-Cuts, Dario Cecchini), Makoto Ocean (Deck 8, Sushi, Makoto Okuwa), Umai Teppanyaki, Umai Hot Pot, Chef’s Table (Mehrgang-Menü), Love by Britto (Deck 17 Heck, Fünf-Gang-Menü, Romero Britto und Rudi Sodamin).

Buchungspakete
Princess Plus: Standardgetränke, vier Casual-Dining-Besuche pro Reise, weitere Leistungen.
Princess Premier: Premium-Getränke, unbegrenzte Spezialitäten- und Casual-Mahlzeiten nach Verfügbarkeit, weitere Leistungen.

Programm gegen Aufpreis: Royal Afternoon Tea mit Chef Darren McGrady. L’Art de Vivre Weinverkostung mit Gérard Bertrand. Spellbound by Magic Castle (Speakeasy-Bar und Close-up-Magie).

Bars (Auswahl): Good Spirits at Sea (Show-Bar, Deck 8), Bellini’s Cocktail Bar (Piazza), Crooner’s (Piazza), Vines Wine Bar, Wheelhouse Bar, Sea View Bar (Dome), Wake View Bar (Infinity-Pool), Star Bar (Lido Pool), Cardini Bar (Speakeasy in Spellbound by Magic Castle).

Mehr Informationen: www.princesscruisesblog.com/blog/star-princess-complete-restaurant-guide


Offenlegung: Dies ist ein journalistischer Artikel, der teilweise durch die Unterstützung von Princess Cruises ermöglicht wurde. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und spiegelt meine eigene Meinung wider. Für den Beitrag habe ich kein Honorar erhalten.

Teile diesen Beitrag:

Verwandte Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert