Südafrika und Simbabwe: Ein Guide für die erste Afrika-Rundreise

Foto: Tanja Neumann

Lautlos schiebt sich ein Elefant durch das dichte Grün, nur das Knacken eines trockenen Zweigs unter seinen Füßen durchbricht die Stille des Morgens. Schon ein einziger Tag im Krüger-Nationalpark genügt, um die Zeit zu vergessen und sich ganz auf die Suche nach den Bewohnern der Wildnis zu konzentrieren, die jederzeit unvermittelt aus dem Busch treten können. Dem Moment der Ruhe im Krüger-Nationalpark steht die lebendige Weite Kapstadts gegenüber, wo der Blick über die glitzernde Tafelbucht schweift und sich die Meeresbrise mit dem Rhythmus der Stadt mischt. Zum Abschluss das mächtige Grollen der Victoriafälle in Simbabwe, ein feiner Nebel aus Wasser, der in der Sonne funkelt.
Südafrika und Simbabwe sind Reiseziele, die durch ihre Kontraste besonders wirken. Die Artikelserie zur Reise beginnt deshalb mit euren Fragen: unterwegs gesammelt und jetzt im Rückblick beantwortet – bevor ich die Reise in einzelnen Reisemomenten und Geschichten erzähle.

Januar, zurück zu Hause: Draußen liegt Schnee bei klirrenden Minusgraden, und die Wärmflasche ist auf einmal mein bester Freund. Ein harter Kontrast zu den Bildern auf meinem Monitor. Während ich die Fotos der letzten Wochen sichte, fühlt sich die Hitze Südafrikas plötzlich wieder erstaunlich nah an. Ich merke, wie schnell man wieder im Alltag landet, während der Kopf noch unterwegs ist.

Viele von euch waren auf dieser Reise dabei – zumindest in meinen Instagram-Stories. Täglich kamen Nachrichten: neugierige, praktische, manchmal auch skeptische. Wie läuft so eine Rundreise wirklich ab? Wie anstrengend ist das? Wie viel Freiheit bleibt zwischendurch? Wie sicher sind diese Länder und welche Dinge macht man vor Ort anders als zu Hause? Bevor ich mich den einzelnen Reisemomenten widme, stehen zunächst die praktischen Aspekte im Vordergrund: eure Fragen und meine Antworten, die ich von unterwegs mitgebracht habe.

Südafrika und Simbabwe zum ersten Mal – eignet sich diese Route für eine erste Reise nach Afrika?

Wer zum ersten Mal afrikanischen Boden betritt, sucht oft das Gleichgewicht zwischen Abenteuer und Sicherheit. Südafrika – vor allen mit Kapstadt – bietet eine Infrastruktur, die diesen Einstieg erleichtert. Man findet moderne Städte, exzellente Straßen und gewohnten Komfort in den Unterkünften. Die Kombination mit Simbabwe ergänzt das Bild um eine ursprünglichere Komponente. Es ist ein funktionierendes Kontrastprogramm, bei dem langsam intensiviert: von dem urbanen Kapstadt, über Erlebnisse im Busch und Wildnis bis zu den donnernden Wasserfällen. Für mich ist diese Route als Einstieg ideal, weil sie zeigt, wie vielfältig Afrika ist, ohne einen sofort zu überfordern.

Südafrika als Familienreise: Funktioniert das auch mit Teenagern?

Ja, das kann funktionieren, wenn man den Reise-Rhythmus mitdenkt. Südafrika ist kein Freizeitpark: Safaris beginnen in der Regel sehr früh. Die Fahrstrecken auf einer Rundreise sind teilweise lang, das Land ist halt sehr groß. Wie gut das für Teenager funktioniert, hängt vom Tempo und vom Mix der Route ab – und damit ganz konkret vom Programm der Reise.

Bei meiner Reise war genau dieser Wechsel der Schlüssel. In Kapstadt trifft Meeresluft auf Geschichte, Alltag auf Aussichtspunkte und Stadt auf Strand. Im Busch kommt eine andere Spannung hinzu: das konzentrierte Warten, ob sich hinter dem nächsten Gebüsch etwas bewegt. Sicherheit ist ein Thema, das man mit Jugendlichen vorher besprechen sollte, ohne dabei Panik zu verbreiten. Allein ins Kapstädter Nachtleben loszuziehen, würde ich nicht empfehlen. Gleichzeitig ist die Realität vor Ort oft entspannter als die Vorstellung zu Hause, sofern man ein paar einfache Regeln beachtet. 
Das Tempo der Reise ist hoch, was dem „Bewegungs- und Entdeckerdrang“ jüngerer Reisender entgegenkommen kann, solange die Mischung aus Natur und Stadt stimmt.

Wie ist eine geführte Reise organisiert und wie viel Freiraum bleibt dabei?

Natürlich hängt der Grad der Struktur individuell von der gewählten Reise und dem jeweiligen Anbieter ab. Fakt ist: Eine organisierte Rundreise ist keine individuelle Tour. Meist gleicht sie einem engmaschigen Netz, da das Ziel darin besteht, in vergleichsweise kurzer Zeit möglichst viele Eindrücke zu sammeln und besondere Momente zu erleben. Die Logistik ist bis ins Detail geplant. Das ist gerade bei den weiten Distanzen in Afrika und den bürokratischen Hürden an Grenzen, Gebührenabgaben oder bei Eintrittstickets von großem Vorteil. Zudem muss man nicht selbst nach dem Weg suchen, sondern kann sich entspannt im modernen Reisebus fahren lassen. Auf meiner Erlebnisreise mit Gebeco gab es trotz der straffen Organisation Zeitfenster für eigene Entdeckungen, etwa einen freien Nachmittag in Kapstadt oder die Gestaltung der Abende. Auch in den Lodges findet man nach der Safari Raum für sich. Während einige das freie WLAN für Social Media nutzen, lesen andere ein Buch am Pool oder gönnen sich eine Massage auf der eigenen Terrasse am See. 
Eine Gruppenreise bleibt ein Geben und Nehmen. Man folgt dem gemeinsamen Plan, um Ziele zu erreichen, die man allein kaum so effizient ansteuern könnte. Gleichzeitig entsteht ein Miteinander, bei dem man Rücksicht nimmt – sei es auf Mitreisende, die langsamer gehen, oder auf jemanden, der etwas mehr Zeit für das perfekte Foto braucht. Meiner Erfahrung nach pendelt sich dieses soziale Gefüge meistens von ganz allein ein.

Gruppenreise-Klischee: Fahne vorne, alle hinterher – stimmt das in Südafrika?

Gruppenreise klingt für viele nach festen Sitzplätzen und durchgetakteten Tagen. In der Praxis ist es oft weniger starr, als das Bild vermuten lässt. Gerade in Ländern wie Südafrika und Simbabwe hat eine Gruppenreise Vorteile: Man ist sicherer unterwegs, profitiert von lokaler Erfahrung und klaren Abläufen, ohne auf eigene Eindrücke verzichten zu müssen.
Das kann für Einsteiger entlastend sein. Man bewegt sich in bekannten Strukturen, lernt das Land kennen und sammelt Erfahrungen, ohne alles allein tragen zu müssen. Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, findet dazu einen eigenen Artikel über moderne Gruppenreisen und warum sie für Südafrika-Einsteiger eine gute Wahl sein können.

Wie frei kann man sich in Südafrika und Simbabwe bewegen?

Es gibt zwei Welten. In der Natur der Nationalparks und Lodges ist die Bewegungsfreiheit aus Sicherheitsgründen gegenüber der Tierwelt natürlich eingeschränkt – man bleibt im Wagen oder im gesicherten Bereich. Warnschilder wie „Vorsicht vor Löwen oder Schlangen“ sind durchaus ernst zu nehmen.
In Kapstadt dagegen, ist die Bewegungsfreiheit größer, aber sie unterliegt bestimmten Regeln. Touristische Gebiete wie die Waterfront sind unproblematisch. In anderen Stadtteilen sollte man sich vorab informieren. Man lernt schnell, die Umgebung zu lesen: Wo sind Menschen unterwegs? Wie ist die Stimmung? Eine gesunde Skepsis ist besser als blinde Sorglosigkeit, sollte aber nicht zu Starre führen.

Sicherheit vor Ort: Wie fühlt sich das Reisen an – und was macht man anders als zu Hause?

Es beginnt bei Kleinigkeiten: Wertsachen bleiben im Safe, die Handtasche wird nicht locker über die Stuhllehne gehängt und man verzichtet darauf, mit auffälligem Schmuck behangen durch die Stadt zu laufen. Es ist ein gewisses Maß an Mitdenken gefragt, das im Grunde dem gesunden Menschenverstand folgt. Man gewöhnt sich an Zäune und Wachpersonal vor Hotels. Das wirkt anfangs vielleicht befremdlich, gehört vor Ort aber zum Alltag. Das wichtigste Fortbewegungsmittel für kürzere Strecken ist Uber: Es ist zuverlässig, sicher und die Preise sind angenehm human. Für die sechs Kilometer von der Waterfront zu meinem Hotel habe ich beispielsweise gerade einmal vier Euro gezahlt. Ich war selbst mit Kamera und Handy im Waterfront-Viertel und auf der belebten Regent Road unterwegs, um den angesagten MoJo Market zu besuchen – beides war völlig problemlos.

Ganz anders ist das Gefühl in Johannesburg. Die Stadt wird in meinen Augen nie einen Schönheitspreis gewinnen, auch wenn mich das Künstlerviertel Maboneng mit seiner Energie, der Street Art und den Galerien wirklich begeistert hat. Gleichzeitig ist Johannesburg eine Stadt, in der man vorsichtig sein sollte. Kriminalität ist hier stark orts- und situationsabhängig, was die Orientierung schwierig macht – vor allem für Erstbesucher. Ich war deshalb froh, geführt und im Schutz der Gruppe unterwegs zu sein. Nicht aus Angst, sondern aus Vernunft. Allein hätte ich mich hier nicht frei bewegt. Zwar gilt Johannesburg nicht als „gefährlichste Stadt der Welt“, wie es reißerische Rankings behaupten, im internationalen Vergleich sind die Raten von Raub- und Gewaltkriminalität jedoch hoch. Wer sich auskennt, weiß, wo man sich aufhält – und wo besser nicht. Für Besucher ohne Ortskenntnisse ist eine geführte Erkundung keine Einschränkung, sondern eine echte Erleichterung.

Wenn man diese pragmatischen Regeln akzeptiert, fühlt sich das Reisen unbeschwert an. Ich war während der gesamten Reisezeit mit einem durchweg guten Gefühl unterwegs, auch in den Momenten, in denen ich allein war.

Traumhafte Ausblicke vom Chapman's Peak Drive
Traumhafte Ausblicke vom Chapman’s Peak Drive. Foto: Tanja Neumann

Was muss man für die Einreise nach Südafrika und Simbabwe wirklich wissen?

Südafrika ist für deutsche Staatsbürger bei der Einreise unkompliziert und erfordert für touristische Zwecke vorab kein Visum. Wichtig ist jedoch, dass der Reisepass bei der Ausreise noch mindestens 30 Tage gültig ist und über mindestens zwei freie Seiten verfügt. Detailinfos erhaltet ihr auf der Website vom Auswärtigem Amt.

Für Simbabwe ist mehr Vorbereitung nötig, da ein Visum erforderlich ist. Je nach aktueller Regelung erhält man dieses entweder bei der Ankunft am Flughafen bzw. an der Grenze (Visa on Arrival) oder sollte es vorab als E-Visum beantragen. „Visa on Arrival” kann zügig gehen, es können aber auch längere Wartezeiten entstehen – eine Garantie gibt es nicht. Wer das Visum vorab online beantragt, erspart sich an der Grenze oft eine Menge Stress und spart Zeit. Den Ausdruck des eVisums würde ich sicherheitshalber in Papierform dabeihaben, auch wenn bei der Kontrolle manchmal nur kurz darauf geschaut wird.

Ein oft diskutiertes Thema bei Familien ist die Geburtsurkunde. Südafrika hat die Pflicht zusätzlicher Dokumente für Touristen aus visumbefreiten Ländern wie Deutschland gelockert. In der Regel wird bei der Einreise mit beiden Elternteilen keine internationale Geburtsurkunde mehr verlangt. Trotzdem ist es sinnvoll, eine Kopie griffbereit zu haben. Wenn ein Elternteil allein reist oder Kinder von anderen Begleitpersonen begleitet werden, können Unterlagen wie die Geburtsurkunde und eine Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten weiterhin wichtig sein und in Einzelfällen auch verlangt werden.

Geld und Bezahlen unterwegs: Wie funktionieren Karte, Bargeld und Währungen?

In den Städten und touristischen Zentren Südafrikas ist die Kreditkarte als Zahlungsmittel Standard, selbst für kleinste Beträge in Cafés oder Supermärkten. Dennoch sollte man sich nicht ausschließlich darauf verlassen. In ländlichen Regionen ist Bargeld (Rand) weiterhin unverzichtbar. Auch für Parkwächter, kleine Dienstleistungen oder Trinkgelder ist es sinnvoll, einen Vorrat an Scheinen dabeizuhaben. Das Preisniveau liegt meist deutlich unter dem mitteleuropäischen Durchschnitt. Als grobe Orientierung dienen rund zwei Euro für einen Kaffee oder 10 bis 15 Euro für ein Essen im Restaurant, wobei diese Werte je nach Lage und Wechselkurs natürlich variieren können.

In Simbabwe ist die Lage deutlich dynamischer. Zwar existiert formal eine Landeswährung, doch diese unterliegt extremen Schwankungen und spielt im touristischen Alltag kaum eine Rolle. Das verlässliche Hauptzahlungsmittel ist der US-Dollar. Da Wechselgeld oft knapp ist, ist ein Vorrat an kleinen Scheinen – vor allem Ein- und Fünf-Dollar-Noten – für Taxis oder kleine Einkäufe absolut unerlässlich. Es empfiehlt sich, kurz vor der Abreise den aktuellen Stand der Währungsakzeptanz zu prüfen.

Bo-Kaap: Kapstadts farbenfrohes Viertel. Foto: Tanja Neumann
Bo-Kaap: Kapstadts farbenfrohes Viertel. Foto: Tanja Neumann

Was ist bei Malaria, Impfungen und Vorsorge zu beachten?

Malaria spielt auf dieser Route eine Rolle, und zwar sowohl im Krüger-Nationalpark als auch in Simbabwe, insbesondere rund um die Victoriafälle und das Sambesi-Tal. Meine Reise fiel in die Zeit Ende Dezember/Anfang Januar, also in die Sommermonate, in denen das Malariarisiko höher eingeschätzt wird als in der trockenen Winterzeit.

Ob eine Malariaprophylaxe sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden. Dies sollte man unbedingt vor der Reise mit dem Hausarzt oder einem Tropenmediziner besprechen. Ich habe mich bewusst aus persönlichen Gründen gegen eine Prophylaxe entschieden und stattdessen konsequent auf Mückenschutz gesetzt: lange Kleidung am Abend, Insektenspray, geschlossene Räume sowie Moskitonetze, wo sie angeboten wurden. Andere Reisende fühlen sich mit einer medikamentösen Vorsorge wohler – beides ist gängige Praxis.
Malaria ist heute behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Dennoch ist Malaria keine Lappalie. Vor allem Malaria tropica kann schnell schwer verlaufen und trotz Behandlung gefährlich werden. Wer nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet Fieber, starke Abgeschlagenheit oder grippeähnliche Symptome bekommt – auch noch Tage oder Wochen später –, sollte dies ernst nehmen und ärztlich abklären lassen. Genau diese Konsequenz ist Teil der Vorsorge – unabhängig davon, ob man sich für eine Prophylaxe oder „nur“ für konsequenten Mückenschutz entscheidet. Eine allgemeine Empfehlung gebe ich hier bewusst nicht, da persönliche Faktoren, Vorerkrankungen, das Reiseprofil und die Risikoeinschätzung sehr unterschiedlich sind.

Für die direkte Einreise aus Deutschland nach Südafrika oder Simbabwe gibt es keine Pflichtimpfungen. Es ist jedoch sinnvoll, den Standardimpfschutz zu überprüfen und je nach Route und Reisestil über Impfungen wie Hepatitis A, gegebenenfalls Hepatitis B oder Typhus zu sprechen. Ein Gelbfiebernachweis ist nur erforderlich, wenn man aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder sich dort für einen längeren Zeitraum aufgehalten hat. Bei direkter Einreise aus Europa ist er in der Regel nicht nötig.

Bewährt hat sich unterwegs eine pragmatische Vorsorge: eine kleine Reiseapotheke, Sonnenschutz, etwas gegen Magenprobleme und Pflaster. Leitungswasser sollte man besser nicht trinken, zum Zähneputzen ist es meist unproblematisch. Insgesamt gilt: Wer vorbereitet reist, nimmt dem Thema viel von seinem Schrecken. Im Reisealltag selbst spielt die Gesundheit meist eine deutlich kleinere Rolle als erwartet.

Was sollte man für Safaris und wechselndes Klima einpacken?

Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Man braucht weniger, als viele denken, aber die richtigen Dinge. Trotzdem habe ich natürlich wieder rund ein Drittel meines Koffers ungetragen mit nach Hause genommen. Wir Frauen mögen Auswahl, aber auf einer Rundreise zeigt sich schnell, dass man mit deutlich weniger Kilos auskommt, wenn man klug packt.

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die Regenzeit im Krüger-Nationalpark zeigte sich nur mit einem kurzen nächtlichen Schauer. Selbst früh am Morgen war es oft schon angenehm warm. Das kann Ende Dezember und Anfang Januar aber durchaus anders sein, insbesondere bei sehr frühen Safaris oder wenn Wind dazukommt. Deshalb ist Kleidung in Schichten die beste Wahl: ein dünner Fleece oder eine leichte Jacke für den Start in den Tag und luftige, atmungsaktive Teile für mittags. Der „Zwiebellook“ ist eine gute Kleidungsart. Und ja, Wärme und Kühle werden von jedem anders empfunden. Das merkt man spätestens, wenn im Jeep jemand noch fröstelt, während der nächste längst die Jacke ausgezogen hat.

Bewährt haben sich lange Hosen und Oberteile mit Ärmeln, die abends auch vor Mücken schützen. Auf Safari sind unauffällige Farben sinnvoll, zum Beispiel Beige, Khaki oder Oliv. Grelle Töne oder starke Kontraste lenken ab und sind unnötig. Im Nachhinein hätte ich meine vielen schwarzen Kleider ruhig reduzieren können. Dunkle Kleidung speichert Wärme und wird von Mücken stärker wahrgenommen. Helle, gedeckte Töne sind abends daher oft die angenehmere Wahl.

Praktisch sind außerdem:

  • ein Hut oder Cap gegen die Sonne
  • Sonnencreme und Lippenpflege
  • ein gutes Mückenschutzmittel
  • eine Sonnenbrille
  • ein kleiner Rucksack für Tagesausflüge.

Technisch sollte man an eine Powerbank und Ersatzakkus denken, da auf Safari viel fotografiert wird. Ein Fernglas ist kein Muss, aber ein echtes Plus, vor allem bei Tierbeobachtungen auf größere Distanz.

Und noch ein Punkt, der beim Packen hilft: Westkap und der Krüger-Nationalpark sind klimatisch zwei verschiedene Welten: Während rund um Kapstadt ein mediterranes Klima mit feuchten Wintern und trockenen, oft windigen Sommern herrscht, ist der Nordosten subtropisch geprägt. Regen fällt dort vor allem in den Sommermonaten, also in unserem Winter, was die Vegetation üppig macht, während die Winter trocken und mild sind. Wer beide Regionen kombiniert, packt deshalb nicht für „Südafrika“, sondern für zwei unterschiedliche Klimazonen.

Was man getrost zu Hause lassen kann, sind schicke Abendgarderobe, zu viele Schuhe und große Kosmetiksets. In Lodges und Hotels ist der Stil meist entspannt und praktisch. Wichtig ist nicht, perfekt ausgerüstet zu sein, sondern flexibel. Wer sich morgens schnell an die Temperatur und den Tagesplan anpassen kann, ist klar im Vorteil.

Strom, Stecker, Technik und mobiles Netz: Wie zuverlässig funktioniert der digitale Alltag unterwegs?

Kurz gesagt: besser als erwartet – allerdings gibt es ein paar Einschränkungen. Südafrika ist technisch gut aufgestellt, vor allem in Städten, Hotels und Lodges. Die Steckdosen sind dort dreipolig, weshalb ein Reiseadapter zwingend erforderlich ist. In den meisten Unterkünften gibt es ausreichend Steckplätze, oft auch zusätzliche USB-Anschlüsse. Trotzdem sollte eine Powerbank ins Gepäck, schon allein wegen langer Safariausflüge und vieler Fotos.

Ein Thema, das im Zusammenhang mit Südafrika oft genannt wird, sind Stromausfälle (Load Shedding). Davon hört man viel, doch vor Ort relativiert sich das Bild. Während meiner Reise hatte ich keinen einzigen Stromausfall. Viele Hotels, Lodges und Restaurants sind zudem vorbereitet und verfügen über Generatoren oder Batteriesysteme, sodass Ausfälle für Gäste kaum spürbar sind. Es ist also ein bekannter Faktor, der den Reisealltag aber nicht automatisch bestimmt.

Was den Alltag unterwegs zusätzlich erleichtert hat: In den modernen Reisebussen von Gebeco waren USB-Steckplätze vorhanden. So lassen sich Handy, Kamera oder Powerbank auch während längerer Fahrten problemlos laden – ein kleines Detail, das unterwegs einen spürbaren Unterschied macht.

Was das mobile Netz angeht, war ich positiv überrascht. In Städten, auf Hauptstrecken und sogar in vielen Lodges ist der Empfang stabil. Alle Unterkünfte auf meiner Reise haben freies WLAN angeboten. Natürlich gibt es unterwegs auch Funklöcher, etwa in abgelegenen Safari-Gebieten, aber das ist dort normal. Wer dauerhaft erreichbar sein möchte oder unterwegs arbeiten will, ist mit einer eSIM gut beraten. Ich habe mich bewusst für eine eSIM entschieden, da sie unkompliziert ist, sofort funktioniert und keinen SIM-Kartenwechsel vor Ort erfordert. Das mobile Internet war damit zuverlässig genug für Navigation, Nachrichten, Recherchen und auch das Hochladen von Storys. Für Simbabwe gilt: Das Netz ist weniger flächendeckend, funktioniert in Victoria Falls und größeren Orten aber ebenfalls ausreichend.

Wie anstrengend ist eine geführte Rundreise durch Südafrika?

Wer gerne lange ausschläft, wird mit dem Rhythmus einer Rundreise hadern. Safaris starten früh und die Fahrzeiten oder Flüge zwischen den einzelnen Stationen können mehrere Stunden betragen. Hinzu kommt die mentale Anstrengung, die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Man sollte sich keine Illusionen machen. Es ist eine Entdeckungsreise, kein Erholungsurlaub auf der Liege – aber genau deshalb macht man sie ja. Wer beides möchte, kann eine Rundreise gut mit ein paar Tagen Bade- oder Erholungsurlaub ausklingen lassen.

Ich bin kein sportlicher Typ und sicher nicht für lange Wanderungen geschaffen. Die Ausflüge und Spaziergänge waren für mich gut machbar, ohne Leistungsdruck. Niemand musste mithalten oder etwas „durchziehen“. Wenn jemand merkte, dass es an einem Tag zu viel wurde, konnte er oder sie Programmpunkte reduzieren und sich am vorher vereinbarten Treffpunkt wieder zur Gruppe gesellen. Ein Beispiel ist der Tafelberg: Wer den kompletten Rundgang machen wollte, konnte losziehen, alle anderen erkundeten das Plateau im eigenen Rhythmus und trafen sich zur Abfahrt wieder. Auch bei Aufstiegen, etwa zum Leuchtturm am Kap, konnte man oft wählen: hochlaufen oder die Bergbahn nehmen.

Was man nicht unterschätzen sollte: Man erlebt unglaublich viel, sieht ständig Neues, Anderes, Ungewohntes und kehrt abends manchmal mit dem Gefühl zurück, dass der Tag mehr Eindrücke geliefert hat, als man sofort verarbeiten kann. Selbst eine Ganztagssafari, bei der man bis auf zwei Pausen „nur“ im Auto sitzt, ist kein gemütliches Dahingleiten. Der Kopf arbeitet die ganze Zeit mit. Man ist auf der Pirsch, schaut in jedes Gebüsch, liest Fußspuren und wartet auf Bewegung zwischen Bäumen und Gras. Diese Mischung aus Erwartung und Konzentration zieht sich durch Stunden – und wenn dann tatsächlich ein Tier ins Blickfeld rückt und man einfach nur zusieht, ist das jedes Mal traumhaft. Nur ist es eben ein Tag voller Aufmerksamkeit – und genau das spürt man abends. Ich habe es geliebt!

Muss ich Englisch sprechen können?

Ob man zwingend Englisch sprechen muss, hängt stark vom gewählten Reiseveranstalter ab. Bei meiner Erlebnisreise mit Gebeco war das kein Hindernis, denn es ist dort Standard, dass die Gruppe von einem lokalen Guide begleitet wird, der fließend Deutsch spricht. Man bekommt die Geschichten über das Land, das Leben und die Tierwelt in der eigenen Muttersprache vermittelt, wodurch Nuancen erhalten bleiben, die in einer Fremdsprache schnell untergehen würden.

Ich persönlich liebe es allerdings, mich vor Ort auch direkt mit Einheimischen zu unterhalten: dieses kurze Plaudern im Café, ein Satzwechsel am Markt, ein Gespräch nebenbei. Dafür ist Englisch natürlich die Brücke und manchmal auch Voraussetzung. Der Guide kann jederzeit beim Übersetzen helfen. Die spontanen Mini-Begegnungen, gerade wenn man allein unterwegs ist, geben aber oft noch einmal eine andere Nähe zum Land. Gleichzeitig gilt: Wenn man geführt reist, kommt man auch ohne Englischkenntnisse sehr gut zurecht und nimmt trotzdem intensive, authentische Eindrücke mit nach Hause.

Programmpunkte auslassen: Wie flexibel ist eine geführte Rundreise?

Die Flexibilität einer solchen Tour hängt stark vom jeweiligen Punkt der Reiseroute ab. An Tagen, an denen ein Hotelwechsel ansteht, muss man selbstverständlich am Programm teilnehmen. Bleibt die Gruppe jedoch für mehrere Nächte am selben Ort – wie bei meinen fünf Tagen in Kapstadt oder in manchen Lodges –, kann man sich durchaus einmal ausklinken und an einem Tagesausflug nicht teilnehmen. Zudem gab es Tage, die als freie Zeit angeboten wurden. Dabei hatte man die Wahl, optionale Ausflüge dazu zu buchen. So lässt sich die Fülle der Eindrücke individuell steuern: Man informiert einfach die Reiseleitung und verbringt den Tag nach eigenem Rhythmus in der Unterkunft oder der näheren Umgebung.

Spinnen, Schlangen, Tiere im Zimmer: Wie realistisch sind diese Sorgen?

Die Vorstellung, nachts von exotischem Getier überrascht zu werden, ist weit verbreitet, entspricht aber selten der Realität – zumindest nicht in den Unterkünften, wie sie auf einer organisierten Rundreise üblich sind. Spinnen und Insekten lassen sich in warmen Regionen zwar nie völlig ausschließen, kommen aber eher draußen als drinnen vor. Schlangen sieht man, wenn überhaupt, mit viel Glück – oder Pech – auf Safari, aber nicht auf dem Weg zum Bett.

In Game Lodges gilt allerdings ein anderer Maßstab als im Stadthotel, denn man ist näher an der Natur. Das heißt vor allem, draußen aufmerksam zu sein. In den Lodges, in denen ich war, schauten abends Paviane vorbei, saßen auf Geländern oder bewegten sich neugierig über das Gelände. Das war interessant zu beobachten, solange man Abstand hielt und nichts liegen ließ. Die Zimmer selbst waren ruhig und gut gesichert.

In Simbabwe lag unsere Lodge direkt am Fluss. Dass dort Krokodile vorkommen, machen die Hinweisschilder unmissverständlich klar. In der unmittelbaren Nähe der Lodge habe ich allerdings keines gesehen. Begegnet sind sie mir erst auf unserer Sunset-Flusssafari auf dem Sambesi. Die Nähe zur Wildnis ist Teil des Erlebnisses und wie immer gilt auch hier: Mit Respekt und Vorsicht ist es nicht gefährlich.

Was bekommt man auf einer Tages-Safari im Krüger Nationalpark zu sehen?

Eine Safari ist kein Zoobesuch. Wer mit einer Checkliste für die „Big Five” anreist, wird am Ende möglicherweise enttäuscht sein, denn der Krüger-Nationalpark hat weit mehr zu bieten. Zu den Big Five zählen Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel. Manchmal sieht man sie tatsächlich an einem Tag, manchmal bleibt es bei ein oder zwei. Ich habe zum Beispiel keinen Löwen gesehen. Und trotzdem war dieser Tag für mich fantastisch. Denn der Krüger besteht nicht aus fünf Tieren, sondern aus Momenten: Elefanten am Straßenrand, Giraffen mit ihrer gelassenen Präsenz, Zebras und Impalas in der offenen Landschaft, dazu Warzenschweine, die plötzlich wie kleine Komiker durchs Gras trippeln, und unzählige Vögel, die den Busch mit Leben füllen. Eine Safari ist weniger ein „Abhaken“ als ein ständiges Entdecken.

Wann ist die beste Reisezeit?

Es gibt nicht die eine beste Reisezeit, sondern die, die zu den eigenen Reisevorhaben passt. Südafrika und Simbabwe sind Ganzjahresreiseziele.

Für Safaris im Krüger-Nationalpark sind in der Trockenzeit (etwa Mai bis Oktober) Tiere oft leichter zu entdecken, da die Vegetation niedriger ist und sich viele Tiere an den Wasserstellen versammeln. Gleichzeitig können die Morgen und Abende deutlich frischer sein. In den Sommermonaten (etwa November bis März) ist es wärmer und grüner, die Landschaft wirkt üppig und es gibt mehr Vogelleben. Dafür verteilen sich die Tiere stärker und Sichtungen sind weniger „planbar“.

Für Kapstadt und das Westkap ist der Sommer (ungefähr November bis März) für viele ideal, weil die Tage lang sind und die Stadt mit Summer-Vibes lebt, wenngleich der berühmte Wind eine Rolle spielen kann. Im Winter kann es dagegen feuchter werden.

Auch bei den Victoriafällen hängt die „beste Zeit“ davon ab, was man darunter versteht. Die größten Wassermassen sieht man typischerweise später in der Saison, wenn der Fluss nach der Regenzeit deutlich anschwillt. Das kann zwar spektakulär sein, bringt aber oft auch sehr dichte Gischt mit sich, die die Sicht beeinträchtigt. Ende Dezember und Anfang Januar hatte ich dagegen eine bessere Sicht: Die Fälle waren präsent, laut und eindrucksvoll, aber nicht in einem durchgehenden Nebelvorhang verschwunden.

Für wen ist diese Reise ideal – und für wen eher nicht?

Diese Reise ist perfekt für Menschen, die in kurzer Zeit möglichst viele Eindrücke gewinnen und dabei die Sicherheit einer Organisation schätzen möchten. Sie ist ideal für Neugierige, die viel sehen und erleben möchten, aber auch etwas Zeit vor Ort für sich haben wollen. Wer jedoch absolute Ruhe, eine individuelle Zeitplanung ohne Kompromisse oder einen reinen Strandurlaub sucht, für den ist dieses Format nicht geeignet. Man muss bereit sein, sich auf die Dynamik einer Gruppe einzulassen und längere Distanzen, frühe Starts und Ortswechsel in Kauf zu nehmen. Wer lieber an einem Ort bleibt und tiefer eintauchen möchte, ist mit einer Standortreise besser beraten.

Gleichzeitig ist das kein Entweder-Oder: Viele kombinieren eine Rundreise bewusst mit ein paar Erholungstagen am Strand – entweder vorab zum Ankommen oder danach zum Ausklingen. Wem das Tempo einer großen Route zu viel ist, kann statt Südafrika plus Simbabwe auch eine konzentrierte Variante wählen: ein Land, eine Region, weniger Stationen – dafür mehr Zeit zum Bleiben.

Würde ich diese Reise beim ersten Mal wieder genauso machen?

Ja, und das sage ich, obwohl ich schon einmal in Südafrika war. Vor über 20 Jahren war ich in Kapstadt und auf der Garden Route. Damals starteten eine Freundin und ich ins kleine Abenteuer: Wir buchten den Flug, organisierten die erste und letzte Übernachtung und improvisierten dazwischen. Die Vorbereitung hat enorm viel Zeit in Anspruch genommen und ehrlich gesagt hatten wir unterwegs manchmal mehr Glück als Verstand. Aus heutiger Sicht würde ich das nicht mehr empfehlen.

Gerade deshalb war es spannend, das Land jetzt noch einmal neu zu entdecken: strukturierter, sicherer und mit einer durchdachten Route. Zum ersten Mal war ich im Krüger-Nationalpark, der für mich ein Highlight war. Ich hätte gern ein oder zwei Tage mehr dort verbracht. Im Krüger-Nationalpark ist die Tierwelt nicht „zu sehen“, sondern zu erleben: nah genug, um den Respekt zu spüren, und doch weit genug entfernt, um zu verstehen, dass man nur Gast ist. Genau diese Mischung macht süchtig. Seitdem steht „mehr Safari in Afrika“ ziemlich weit oben auf meiner Wunschliste.

Und Simbabwe? Davon hatte ich mir ehrlich gesagt vorher nicht so viel erwartet – und genau deshalb war es am Ende ein überraschender Höhepunkt. Bei der Sunset-Flusssafari konnte ich die Tierwelt vom Boot ausgiebig beobachten: Elefanten mit ihren Jungen am Wasser in der Abendsonne, dazu Hippos, die im letzten Licht auftauchten und wieder verschwanden. Die Victoriafälle kannte ich bis dahin nur aus Filmen und Dokumentationen. In echt sind sie noch einmal eine ganz andere Dimension: lauter, wuchtiger und eindrucksvoller, als es je eine Postkarte vermitteln könnte. Die Entscheidung, nach dem Spaziergang entlang der Fälle auch noch den Helikopterflug zu machen, war der krönende Abschluss.

Wenn ich zum ersten Mal nach Südafrika reisen würde, würde ich genau diese Kombination wieder wählen: Kapstadt, Krüger-Nationalpark und zum Abschluss Simbabwe.
Diese Route schenkt maximale Eindrücke und macht vor allem eines: Lust auf eine baldige Rückkehr. Man kehrt mit vielen Bildern im Kopf und Erlebnissen im Herzen zurück – und mit dem Wunsch, dass man noch viel mehr von Afrika entdecken möchte.

Foto: Tanja Neumann

OffenlegungDies ist ein journalistischer Artikel, der teilweise durch die Unterstützung von Gebeco ermöglicht wurde. Die Unterstützung hat jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und spiegelt meine eigene Meinung wider. Für den Beitrag habe ich kein Honorar erhalten.

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2 Kommentare

  1. Manfred Rosenberger

    Auch dieser Beitrag über Südafrika ist wieder flott geschrieben, mit schönen Bildern illustriert und beinhaltet viele wertvolle Tipps.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag.
    Herzlichen Dank, liebe Tanja!

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