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Eine andere Welt, ein paar Stunden entfernt
Ich liebe Europa, und am meisten den Süden. Ein paar Stunden Fahrt oder ein kurzer Flug, und man ist schon in einer anderen Welt. Zwischen Niederrhein und Mittelmeer liegt nur ein halber Tag, und doch ändert sich alles: das Licht, das Brot, der Tonfall auf der Straße. Was mich jedes Mal überrascht, beginnt auch kurz hinter der Grenze. Das Leben läuft in einem anderen Takt, die Menschen begegnen einem offen und herzlich, und sie gehen ihrer Arbeit mit einer Leidenschaft nach, die ansteckt.
Hinter vielen Reisen habe ich eine zweite Geschichte gefunden. Einen Fischer, für den das Meer das ganze Leben ist. Einen Weinbauer, der auf Texel dem Wind ein paar Reben abtrotzt. Einen Ruheständler, der in Steyl Beet für Beet einen botanischen Garten pflegt. Das sind die Begegnungen, für die ich reise.
Italien, immer wieder
Ich liebe Italien. In Apulien bin ich über Land gefahren, vorbei an Olivenhainen, deren Stämme so alt und verdreht sind, dass sie wie Skulpturen wirken. Mittags Orecchiette, abends ein Wein, der nach Meer und Leidenschaft schmeckt. Weiter nördlich, in Südtirol, klingt dieselbe Sprache anders und schmeckt anders, nach Knödeln und Bergluft. Und in Venedig im November, wenn die Tagesgäste fort sind, gehört der Markusplatz für ein paar Minuten fast einem allein.
Die Niederlande, gleich nebenan
Mein liebstes Nachbarland liegt direkt vor der Tür. Von NRW aus bin ich schnell dort, mal für einen langen Urlaub, mal für ein Wochenende, manchmal nur für einen Nachmittag über die Grenze. Texel in der Nordsee gehört zu meinen festen Zielen, flach, windig, mit breiten Stränden und kleinen Höfen. Dieser Insel habe ich ein ganzes Buch gewidmet. Aber auch die Hansestädte, die Deiche und die ruhigen Kanäle holen mich immer wieder zurück.
Spanien
Im Süden bin ich schnell am Wasser. An der spanischen Mittelmeerküste beginnt der Tag spät und endet noch später. Auf den Märkten liegen Tomaten, Oliven und der Fisch vom Morgen, abends zieht sich das Essen über Stunden, und niemand drängt. Katalonien hat mich besonders gehalten, mit seiner Küste, seiner Küche und dem Hinterland, in dem aus Kakao und Zeit etwas Großes wird.
Europa fängt für mich gleich hinter der Grenze an. Und es hört so schnell nicht auf.
