Wissen und Kultur mit Spaßfaktor: 4 Ausflugstipps in Bonn

Museumsbesuche sind langweilig? Nicht in Bonn! An jeder Ecke gibt es Kunst und Kultur zu entdecken – Spaßfaktor garantiert.

„Dat is de Kopp von unserem Adenauer! Und auf den Hinterkopp hat man seinen Lebenslauf drauf gemeißelt!”, sagt mein Taxifahrer und bremst noch einmal ab, damit ich ein Bild vom Kunstwerk schießen kann. Er schaut mich von der Seite verschmitzt lächelnd an und ist mit seinen 75 nen echt Bönnsche Jung.

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Überall finden sich in Bonn Kunst und Kultur. Bonn gilt als Kulturstadt und bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten. August Macke, Clara und Robert Schumann und vor allem Beethoven sind wohl die berühmtesten Bonner Bürger. Aber damit nicht genug: Neben außergewöhnlichen Kunst- und Kulturhighlights bietet Bonn eine sehr abwechslungsreiche Museumslandschaft. Da verliert man schnell den Überblick. Hier meine vier Tipps für einen Ausflug in Bonn, der schlau und vor allem Spaß macht!

Gummibärchenworkshop und die Experimentierküche
Bonn und Haribo gehören einfach zusammen. Was ist also naheliegender, im Selbstversuch mal die kleinen Bärchen zu erstellen? Das geht im Deutschen Museum in Bonn. In der Experimentierküche des Deutschen Museums gibt es statt trockener Theorie und Formeln: Alltagschemie als Entdeckungsreise. In meiner Schulzeit war ich mehr die Versagerin in Chemie. Nach einer kurzen Einführung lerne ich von Dr. Georg Rajca: Wer lesen kann, kann auch Gummibärchen selbst machen! Na wollen wir mal hoffen, dachte ich mir im Stillen und zog schnell meine Lesebrille aus der Tasche.

Unter fachkundiger Anleitung lernten wir nicht nur, wie man Tanzbären (so hießen die Gummibärchen ursprünglich) herstellt, sondern auch nebenbei viel Chemie. Solch eine Praxisvermittlung hätte ich mir gern in der Schule gewünscht. Unsere Gummibärchen sind gelungen und schmeckten sogar auch vorzüglich (einen detaillierten Bericht zum Workshop gibt es im Blog Teilzeitreisender.de zum Themenmonat Kreativreisen).

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Die Experimentierküche hat viele weitere spannende Themen im Angebot. An jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat ist die Küche für jedermann geöffnet.
Das Deutsche Museum in Bonn ermöglicht einen besonderen Spaß für Groß und Klein und gehört zu recht zu den Erlebnismuseen Rhein Ruhr. Besonders empfehlen kann ich neben den Hauptexponaten auch das Schlauspielhaus, ebenfalls im Deutschen Museum. Hier gibt es eine erlebnisorientierte Zeitreise von den 1950er Jahren bis heute. Nicht nur Kindern macht es Spaß, naturwissenschaftliche Phänomene durch eigenes Ausprobieren spielerisch zu entdecken… – wir konnten uns selbst von diesen „Exponaten“ kaum trennen und ließen Musik erklingen, testeten Pusterohre, Schwerkraft, Filmherstellung und vieles mehr – Blogger außer Rand und Band… ;-)

Haus der Geschichte 
Im Haus der Geschichte kann man immer auf einen Besuch vorbei schauen – und das bei kostenfreiem Eintritt! Neben der Hauptausstellung gibt es Wander- und Wechselausstellungen. Es wird also nie langweilig. Im Haus der Geschichte präsentiert sich als Dauerausstellung die jüngste Vergangenheit Deutschlands vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart. Auf 4.000 qm kann man 7.000 Ausstellungsstücke deutscher Zeitgeschichte bewundern. Trocken ist das ganze nicht: Viele Medienstationen und besondere Inszenierungen machen den Museumsbesuch lebendig. Da der Besuch kostenfrei ist, kann man auch immer mal wieder einen Teilbereich des großen Museums besuchen. Mit einer iPhone-App kann man sich über die Dauerausstellung informieren und auf dem Laufenden halten. Eine Android-App ist in Vorbereitung.

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Is(s) was?!? – Essen und Trinken in Deutschland 
Is(s) was?!? – Essen und Trinken in Deutschland ist eine Sonderausstellung im Haus der Geschichte. Sie läuft noch bis zum 12. Oktober 2014 und kann ebenfalls kostenfrei besucht werden. Vorbei an dem freundlich lächelnden Tisch betreten wir die Ausstellung. In einem Spiegelraum werden wir fast erschlagen von Zeitschrift-Covern. Künstlerisch inszeniert wird uns klar: Essen und Trinken haben für die Deutschen seit je her einen hohen Wert und das schlägt sich auch auf das Angebot im Zeitschriftenmarkt nieder. iss_was_ausstellung_bonn

„Die Stimme kenne ich doch?“, denke ich mir, als wir den nächsten Raum betreten. Ekel Alfred von „Ein Herz und eine Seele“ tönt aus einem laufenden Fernsehgerät. Unter dem Motto „Ernährungsgewohnheiten in Deutschland“ werden auch Lebensstile und ihre Entwicklung rund um das tägliche Essen dargestellt. Die Zeiten ändern sich und damit auch der gesellschaftliche Wandel rund ums Essen. Wie wurde im Westen und im Osten gekocht? Wer steht hinter dem Herd? Wie veränderte sich im Laufe der Jahre unser Einkaufsverhalten? Interessant aufbereitet liefert die Ausstellung Antworten auf diese Fragen. Wir sehen das erste, deutschsprachige Kochbuch aus dem Jahr 1350 und bewundern Exponate der Kochgeschichte. Wen wundert’s, dass mich der Raum der „Lust“ besonders angesprochen hat ;-) Nicht nur, dass hier Gewürze der Lust beschrieben werden, in diesem Ausstellungsraum findet sich auch eine interessante multimediale Umsetzung. Ich setze mich an einen Tisch und wie von Zauberhand wird der Tisch gedeckt. Teller, Gabel und Messer bewegen sich entlang der eingedeckten Tafel im Zeitraffer virtuell und schnell. Es macht Spaß, diesem Kunstwerk zu zuschauen.

Deutschlands einziges Museum mit Gleisanschluss
Nicht in Bonn, aber zu einem festen Bestandteil der Bonner Museenlandschaft hat sich das Arp Museum im Bahnhof Rolandseck entwickelt. Reist man mit dem Auto an, liegt das Arp Museum fast unscheinbar auf der rechten Seite direkt nach dem Ortseingangsschild. bonn_rolandsdorf

Die schlichte Erscheinung lässt viele nur vorbei fahren. Ein Fehler, denn hier findet sich ein echtes Juwel. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof nicht mehr genutzt. Ohne Bewirtschaftung war er fast dem Verfall preisgegeben und sollte abgerissen werden. Ein Kunst- und Künstlerzentrum erweckte den Bahnhof wieder zu neuem Leben. Mit der Bonner Welcome Card hat man hier freien Eintritt in das Museum. Wer nicht das Museum besuchen möchte, sollte auf jeden Fall hier in das Interieur No 253 einkehren und so einen tollen Tag in Bonn beginnen oder ausklingen lassen. Hier treffen Kunst, Kultur, Restaurant und Bistro aufeinander. Innen mit einer traumhaften klassizistischen Stuckdecke vermittelt das Restaurant einen sehr edlen Charme. Auf der Terrasse genießt man einen märchenhaften Blick auf den Rhein und das Siebengebirge. Leider war zu meiner Besuchszeit und Sonnenschein die Terrasse voll ausgebucht. Lockt der schöne Blick der Terrasse zum Frühstück doch so manchen in die Lokalität. Eine Reservierung am Sonntag Morgen ist daher ratsam. Um die Besucher nicht bei ihrem Frühstück zu stören, konnte ich leider keine Fotos machen. Schaut am besten auf der Internetseite des Interieur No 253 oder am besten direkt vor Ort vorbei ;-)

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Von hier aus startet übrigens auch gleich eine Fähre nach Bad Honnef. Doch zu Reisen auf und am schönen Rhein folgt ein weiterer Blogartikel in Kürze…

Links einer „Museums-Spaß-Tour“ in Bonn im Überblick:

Weitere Artikel zur Blogtour #BNboe14 findet Ihr bei:

Offenlegung: Ich durfte für Teilzeitreisender an einem Wochenendtrip der Blog-Tour #BNboe14 teilnehmen. Ich wurde von der Tourismus & Congress GmbH Region Bonn / Rhein – Sieg / Ahrweiler eingeladen. Vielen Dank dafür. Meine Meinung bleibt die eigene. Besonderen Dank auch an das Deutsche Museum in Bonn für die individuelle Führung durchs Museum und den tollen Gummibärchenworkshop.

9 Kommentare

  1. Ich bin überrascht, wie viel Schönes in Bonn zu finden ist :) Da ist die Stadt bei mir um die Ecke und ich weiß nichts über Bonn. Das muss sich ab jetzt ändern. Besonders der Gumminbärchen-Workshop hat es mir angetan.

  2. Jetzt, wo der Winter wieder vor der Tür steht, kann ich nur jedem empfehlen, mal den Bonner Weihnachtsmarkt abzuchecken. Ich selber bin ja ein riesiger Fan solcher Märkte und habe mir schon einige in ganz Deutschland angesehen. Aber der in unserem kleinen Bonn ist einer der Besten, weil er ein Maximum aus seinen Möglichkeiten herausholt, schön kompakt angeordnet ist (und nicht so „zerrissen“ ist wie der in Koblenz) und eine Vielzahl an kulinarischen Entdeckungen bietet. Okay, die Eisbahn für die Schlittschuhläufer ist vom Friedensplatz verbannt worden, die war ja immer kostenlos, aber die war eh nur eine Art Bonus obendrauf. Ich meine auch, dass es vor dem Kunstmuseum jedes Jahr ebenfalls eine solche Bahn gäbe.

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  6. blogARTig

    Aloha,

    wir haben deinen Beitrag auf unserer Facebookseite „blogARTig“ verlinkt.
    Solltest du etwas dagegen haben, bitte laut schreien.
    Liebste Grüße
    blogARTig

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