Was ich mir von Hotels wünsche – und Du Dir vielleicht auch?

boppard rhein kurzreise kurztrip

Zugeben, dass ist kein typischer Artikel für diesen Blog, gibt er Dir keine Tipps für eine Reise oder Unterkunft. Aber ich weiß, dass auch einige Menschen aus der Hotelbranche meinen Blog lesen und vielleicht regt der ein oder andere Wunsch von mir eine Verbesserung an – das wäre traumhaft! Und wenn Du Wünsche hast, ergänze Sie doch gern am Ende des Artikels, vielleicht schaffen wir zusammen noch schönere Hotelerlebnisse. Denn eines ist mal sicher: Reisen und auswärts übernachten macht (fast) immer Spaß!

Vorwort oder: Was ich schon immer mal sagen wollte…

Ich übernachte oft privat oder dienstlich in Hotels, bin gern in schönen B&Bs oder besonderen Pensionen. Sicherlich bin ich keine zertifizierte Hoteltesterin, muss ich auch nicht! Meine Wünsche sind oft banaler Natur, einfach umzusetzen und würden mich glücklich machen – sicher auch so manchen anderen Gast.
Ich werde hier kein Hotel an den Pranger stellen. Denn: Was ist ein gutes Hotel? Qualitätsstandard Sauberkeit setze ich voraus. Mir geht es auch nicht um Sterneklassifizierungen oder Strandlage sondern um Service und die kleinen Dinge, die „Gastfreundschaft“ im Hotel vermitteln. Ich werde bald 50, aber bisher hat in all den Jahren erst eine Pensionsbesitzerin mit Zeit und offenen Worten bei mir nachgefragt, wie es mir gefallen hat und ob ich Verbesserungsideen hätte. Ihr schickes B&B hatte erst wenige Monate geöffnet und ihr Charme vermittelte einladend, dass konstruktive Kritik willkommen war. Tatsächlich hatte ich einen Wunsch: Die Dusche war so neu und stylisch, dass ich fast einen Sittich bei der morgendlichen Benutzung gemacht hatte. Der Boden war so glatt und abschüssig, dass hätte auch ins Auge gehen können. Sie war dankbar für den Tipp. Hatte daran nicht gedacht. Wie auch, man übernachtet sicher selten selbst in der eigenen Unterkunft – wobei man das durchaus mal tun sollte. Einige Monate später erhielt ich eine Mail mit einem Dank und dass sie die Anregungen inzwischen umgesetzt hatte. Beeindruckt habe ich übrigens dort wieder gebucht – solche ehrlichen Nachfragen bei Gästen erhöht das Stammkundenpotenzial.

Einzelbelegung im Doppelzimmer ist Einzelzimmer!

Wir lassen es Dich spüren, dass Du diese Nacht heute alleine verbringst! So, oder wie muss ich mir den Hintergedanken vorstellen, wenn bei einer Doppelzimmerbuchung im Einzelzimmer nur ein Bett bezogen und das zweite Bett vorsorglich mit Decken hermetisch abgeriegelt ist. Ja, da kommt Freude auf, sich mal im Traum so richtig um die eigene Achse zu drehen. Allein die Vorstellung auf diese Schutzdecke zu rollen verschafft mir beim Einschlafen eine starre Haltung, die nicht gerade schlaffördernd ist.
OK, ich kann mir vorstellen, dass es als Hotelier ungünstig ist, dass bei einer Einzelnutzung gleich zwei Betten neu zu beziehen sind (auch wenn der Preis oft kaum spürbar niedriger für ein Doppelzimmer ist). Der Wäscheverbrauch wird gesteigert, was aus nachhaltiger Sicht nicht gut ist. Letzteres Argument nehme ich den meisten Betreibern allerdings nicht ab – spätestens wenn ich die Nutella-Plastikdosen oder sonstige Umverpackungen beim Frühstück sehe. Aber vielleicht kann man sich ja in der Mitte treffen: Bezieht nur ein Oberbett, das Laken und die Kissen und lasst diese Schutzdecke weg. Das würde ich mir als Einzelreisende wünschen…
Und noch etwas zum Thema Einzelzimmer: Bitte lasst die schmalen Einzelbetten aussterben.

Ein Kissen reicht (nicht)

Lacht nicht, aber ich nehme – wenn mein Koffer es zu lässt – ein kleines Kissen mit auf Reisen. Wie das Schnuffeltuch von Charlie Brown ist es meistens dabei. Abends lege ich mein Haupt gern zusätzlich auf dieses Kissen auf dem Kissen. Das rutscht so schön in den Nacken und beschert mir einen guten Schlaf. Ich dachte, ich bin mit dieser Macke alleine, aber jedes Mal wenn ich das erzähle, höre ich von anderen Reisenden meistens: „Ich auch! Zwei Kissen brauche ich mindestens zum Schlafen!“
Leider passiert es mir in letzter Zeit immer häufiger, dass mein Kissen nicht mehr in den Koffer passte und ich nach einem zweiten Kissen fragen muss. Meistens ist es dann  schon sehr spät am Abend, die Nachtbesetzung am Empfang hat nicht so viel Zeit und ich muss auf das Kissen angezogen warten, auch wenn alles in mir schon nach dem Nachthemd ruft. Ein bezogenes Ersatzkissen im Schrank würde Gäste wie mich glücklich machen.

Vienna House QF Dresden Hotel, Dresden, Elbland

Gut schlafen ist so wichtig!

Gute Nacht – wenn’s denn geht…

Matratzen – für mich eines der wichtigsten Themen in Hotels. Als dicker Mensch bringt es teilweise noch andere Herausforderungen mit. Bei einer bekannten Hotelkette beispielsweise durfte ich leider auf einer 10 cm Matratze auf Pressspan statt Lattenrost das Schlafen üben. Das waren zwei gruselige Tage für mich. Als erneut eine Reise anstand und die Kette erneut in Erwägung gezogen wurde, fragte ich vor Buchung nach, ob eine Modernisierung inzwischen umgesetzt wurde. Leider habe ich bis heute nur die Antwort erhalten: Manche Hotels sind noch so, andere inzwischen auf Boxspringbetten umgestiegen. Mir riet man zum Austesten. Das wollte ich allerdings nicht. Es gab keine Aussage, welche Betten in welcher Stadt sind, auch nicht zu meiner konkreten Anfrage. Manche scheint das nicht zu stören, ich hätte mir gern Transparenz gewünscht und wäre dann ggf. ein neuer Gast gewesen.

Deine Karte, meine Karte

Die Geschichte ist kein Witz. Am Nachmittag hatte ich im Hotel eingecheckt. Wie das bei uns Onlinern so ist, war eine Powerbank bereits down und das Macbook könnte auch noch etwas Strom vertragen. Das Hotelzimmer hatte ein Kartenschloss, so dass ich eine andere Karte von mir in den Schlitz steckte, dass beim Verlassen des Zimmers die Geräte laden konnten. So war der Plan. Bei Rückkehr stellt ich fest, dass die Karte weg und die Geräte nicht aufgeladen waren. Beim Nachtportier hatte man mich bereits erwartet. Lächelnd überreichte man mir meine Karte und tadelte mich für mein Verhalten. Das Hotel sei schließlich keine Stromversorgungsanstalt. Ich war fassungslos. Was machte es für das Hotel für einen Unterschied, wenn ich bereits schon diese Dinge geladen und am späteren Abend nutzen konnte? Geladen hätte ich sie sowieso im Hotel. Dazu noch die Erziehungsmaßnahme mir meine Karte aus dem Kartenschlitz zu nehmen, fand ich schon dreist. Das ist leider kein Einzelfall und passiert mir immer wieder…
Und wo wir gerade dabei sind. Ausreichend Steckdosen in Bettnähe sind wunderbar. Das kommt leider selten vor. Ältere Hotels sind aus meiner Erfahrung sparsamer mit Steckdosen ausgestattet. Mein Wunsch: Legt eine Steckerleiste ins Nachtschränkchen, oder wenn Angst zur Mitnahme besteht, kündigt diesen Service an, dass man sich solch eine am Empfang ausleihen kann. Früher hatte ich so eine Leiste selbst im Gepäck. Inzwischen muss ich selektieren, dass nicht jede Reise einer Auswanderung gleich kommt – somit wäre dies ein schöner, weiterer Service zur Kundenzufriedenheit.

Licht aus, Spot an: Oder wo ist noch mal der Lichtschalter?

Modern ist toll. Ich mag stylische Hotelzimmer. Gern darf es auch mal futuristisch und ganz anders als zu Hause sein. Aber: Sagt mir dann wo die Lichtschalter sind! Ich hab aufgehört zu zählen, wie viele Nächte ich bei Deckenflutlicht im Hotelzimmer geschlafen oder ich mir zig blaue Flecke geholt habe, wenn ich nach Ausschalten des Hauptlichtschalters wieder mein Bett im Dunkeln finden musste. Bei manchen Hotels habe ich bis heute noch nicht diesen „Alles-Licht-aus-Knopf“ am Bett gefunden. Die Krönung war ein Hotel, welches ein irres Lichtkonzept eingebaut hatte. Je nach dem, wo ich mich befand, gingen andere Lichtkonstruktionen an oder aus. Das war so lange spannend und faszinierend, bis die Müdigkeit mich überkam. Wie all das ganze Licht wo ausschalten? Ich lief durchs Zimmer, hatte fast alle Lichter aus, bis ich wieder zum Bett ging und das Licht wieder auf helles Ambiente umstieg. Ich suchte. Animierte Twitter, mir beim Suchen zu helfen. Der Ehrgeiz packte mich und ich suchte über eine halbe Stunde weiter. Es wurde weit nach Mitternacht und ich saß verzweifelt hellwach im ultrahellen Hotelzimmer – immer noch ahnungslos! Die Rezeption war bei diesem Hotel längst im Feierabend. Ich musste tatsächlich in dem bequemen Bett bei hellem Licht schlafen bzw. das versuchen. Erst am nächsten Tag berichtete man mir, dass der Hauptschalter in der Schublade, neben der dort liegenden Bibel eingebaut war. Tja, was soll ich sagen: Da suche ich immer nach Lichtschaltern. Nicht! Ok, inzwischen aus Erfahrung doch. Liebe Hoteliers, habt Ihr auch so tolle Lichtanlagen dankt es Euch der Gast, wenn Ihr eine kurze Info auf dem Hotelzimmer auslegt.

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Parkplatz mit Namen reserviert – da fühlt man sich schon beim Ankommen wohl

Persönlicher Empfang

In einem Hotel wurde ich auf dem Hotel-Parkplatz bereits mit einem Reserviertschild empfangen. Auf einem Herz stand handschriftlich „Reserviert für Tanja“. Verzückt, dass ich keinen Parkplatz suchen musste, zauberte mir diese Geste bereits ein Lächeln auf das Gesicht. Besser noch: Der Empfang sah mein Einparken und kam mir, während ich mein Gepäck auspackte, bereits entgegen. Da er nun wusste, dass ich Tanja war, wurde auch der weitere Empfang individuell und ein schöner Aufenthalt konnte beginnen.
Übrigens, im gleichen Hotel gab es morgens auf meinem Frühstückstisch einen morgendlichen Gruß mit meinem Namen mit einer handgeschrieben Karte, dazu lag eine kleine Hauszeitung: Auf einem Doppelseiter fand ich die Wetterprognose und News aus der Welt und Region im kurzen, knappen Twitter-Stil. Mit einer individuellen, persönlichen Ansprache fühlt sich der Gast gleich doppelt willkommen.

Ein Willkommenstrunk

Kennt Ihr das? Man fährt lange mit dem Auto, kommt nach Stunden Verzögerung an und freut sich, dass nun der Kurzaufenthalt beginnen kann. Wie schön wäre es dann, beim Einchecken ein kühles Getränk zu sich nehmen zu können? Richtig, das wäre toll – gibt es leider nur selten.
Auch immer wieder schön: Wenn ich nach langer Fahrt durchaus als allererstes mal wohin muss und nach der Toilette frage, höre ich oft: „Wir können einchecken, dann können Sie gleich auf ihr Zimmer.“ Nein, das ist nicht die Antwort auf meine Frage, die ich ja nicht ohne Grund gestellt habe.

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Tee-Kaffee-Bar in den Zimmern

Lust auf Tee?

Inzwischen hat sich glücklicher Weise in den meisten Hotels durchgesetzt, dass der olle Teebeutel ausgedient hat und oft lose Teesorten oder hochwertige Teebeutel angeboten werden. Die Krönung des Teetrinkens auf Reisen ist für mich, wenn im Hotelzimmer ein Wasserkocher bereit steht, dass ich mir meinen abendlichen Tee und zum Aufstehen schon gleich den ersten Tee zum Wachwerden vor der Dusche zubereiten kann. Warum setzen so wenige Hotels das um? Die Investitionskosten sind gering und ich weiß von vielen Reisenden, dass sie sich diese Möglichkeit ebenfalls wünschen.

Besonderer Gruß aus der Hotelküche

Kennt Ihr den Koch, der Euch aus der Hotelküche Euer Essen mit viel Liebe und Leidenschaft zubereitet? Wenn ich auf Recherchereise bin, komme ich glücklicher Weise öfter in den Genuss, sonst ist dies eher eine Seltenheit. Positiv hat mich ein Hotel überrascht, als ich mit dem Gruß aus der Küche etwas Brot erhielt und dazu eine handgeschriebene Karte. Ich war begeistert! Es ist schon Jahre her und mir bis heute sehr positiv in Erinnerung geblieben – das könnte von mir aus gern Schule machen!

Ein besonderer Gruß aus der Küche

Betteln um digitales Feedback

Onlinebewertungen werden für Hotels immer wichtiger zur Neukundenakquise. Ich kann verstehen, dass man sich über positives Feedback freut und das gern auch bei Bewertungsplattformen verewigen möchte. Schade ist es zum einen, wenn Erinnerungsmails nach meinem Aufenthalt nach dem Motto: „Wie fanden Sie unseren Aufenthalt bei uns und bewerten Sie uns doch bei XY!“ eintrudeln, man mich vor Ort aber nicht gefragt oder kurz angebunden beim Auschecken war. Sehr modern scheint in letzter Zeit diese Erinnerungsmail mit gleich Angabe von mehreren Bewertungsplattformen zu sein, wo man doch bitte sich die Mühe machen soll, als Gast gleich alle Portale zu befriedigen. Das schreckt ab. Gefällt mir das Hotel gut, bewerte ich es gern von selbst online. Ist diese Erinnerungsmail allerdings persönlich und nett geschrieben, dann komme ich diesem Aufruf ebenfalls nach – aber bitte liebe Hotels, nutzt nicht diese vorgefertigten, lieblosen Schreiben mit Bitte um Feedback.

Was andere zum Thema schreiben

Ich hab mich bei anderen Bloggern umgehört und gefragt, was sie zum Thema schreiben. Hier Artikel anderer Blogger:

Anmerkung zum Schluss

Last but not least: Liebe Hoteliers, ob wir eine Kooperation hatten oder ich auf eigene Kosten bei Euch übernachtet habe: Euch gefällt mein Artikel? Jedenfalls schreibt Ihr mir das meistens und dann frage ich mich jedes Mal: Warum teilt Ihr ihn dann nicht im Social Web?!? Das ist doch eine positive Empfehlung als „Mundpropaganda“ für Euch. Dieses „Nicht-Teilen“, obwohl der Artikel gefällt, werde ich wohl nie verstehen…
Auch wenn dies kein Punkt auf der Wunschliste zum Gästethema ist, wollte ich ihn hier aufgreifen.

Und nun seid Ihr – liebe Leser – gefragt: Was sind Eure Wünsche zu Aufenthalten in Hotels? Was habt Ihr Negatives aber auch Positives erlebt? Freue mich auf Eure Geschichten!

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33 Kommentare

  1. @Tanja und Kissenliebhaber. Was mir noch eingefallen ist: Wir reisen mit unseren Kopfkissen und haben die im Vakuumbeutel. Das spart einiges an Platz. Vielleicht passt dann das Fritzchen doch noch in den Koffer. Die Beutel gibt es in verschiedenen Ausführungen. Achtet darauf, dass sie nicht mit Staubsauger zu bedienen sind, weil dann haben sie einen dicken Knubbel. Der stört.

  2. Toller Artikel. Hat Spaß gemacht, den zu lesen und ich habe mich in vielen, vielen Punkten wiedergefunden.

    Eine Sache, die mir meist in Hotels fehlt, bleibt allerdings unerwähnt: HAKEN.
    Oft ist Platz und man kann ja auch hübsche Haken anbringen, aber die wenigstens Hotels achten darauf.

    Wofür ich die Haken brauche? Vor allem einen im Bad für meine aufhängbare Kulturtasche, die sonst oft großflächig und verloren auf irgendeinem Tisch herumlungert. Ich kenne so viele Leute, die solche Kulturtaschen haben. Sie sind einfach total praktisch, bloß nicht im Liegen, wo sie eine maximale Fläche in oft winzigen Zimmern verschlingen.

    Und ein, zwei Hakten im Bad oder im Zimmer haben eigentlich überall Platz. Trotzdem findet man sie in den seltensten Fällen. Da spielt auch das Alter des Hotels keine Rolle, moderne Häuser sind oft genauso hakenlos wie ältere Kaliber. Für mich sind Haken und Steckdosen die Königsdisziplin der Hotelzimmer. Wer davon genug und an die richtigen Stellen platziert, hat die Bedürfnisse des Gastes verstanden :)

  3. Ich hab auch mal was dazu geschrieben:

    https://meurers.net/bisher-hat-sich-noch-keiner-beschwert-das-buch/

    Viele Hoteliers sagen mir, dass die Gäste Ihnen keine Hinweise geben. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, weil es beim Check-out oft nicht passt und weil die (Standard)Fragebögen in den Häusern einfach keinen Raum bieten für solche Dinge wie Handtuchhaken oder Lichtschalter. Da geht es um das Frühstück, den Empfang und den Zimmerservice und sonst nichts. Und dann ist da noch nicht mal Platz für eigene Anmerkungen. Und so wichtig ist der Haken im Bad jetzt auch nicht, dass er den gesamten Aufenthalt verhagelt hat. Und deswegen sagt der Gast nichts.

    Oder der Gast sagt es der Rezeptionistin und der ist es „scheißegal“ wie eine Teilnehmerin auf einem Barcamp neulich meinte (die mal als Rezeptionistin gearbeitet hat) Wie kommuniziert Ihr das?

    Kennt Ihr auch den einen Schalter im Hotelzimmer, der keine Funktion hat? Wir entdecken den in fast jedem Haus.

    Wir reisen inzwischen mit Mehrfachstecker, Saughaken für die Handtücher und knobeln, wer aus dem Bett aufstehen muss, um das Licht auszumachen.

  4. Vergangenes Wochenende haben mein Partner und ich in einer kleinen Pension verbracht. Die ältere Dame, die beim Check-In und am nächsten Morgen beim Frühstück eingesetzt war, war sehr nett aber leider total überfordert. Da es scheinbar eine Überbuchung gab, war sie völlig aus dem Konzept und konnte uns noch nicht bestätigen, ob wir die die zwei gebuchten Nächte bleiben können. Beim Frühstück lief Sie herum wie ein angestochenes Huhn und hatte kein System. Ein polnischer Gast kam auf uns zu und fragte, ob wir Englisch sprechen und übersetzen können. Er wollte ein Ei haben, die Damen sagte, dass sie gerade nur gekochte Eier anbieten kann und redete irgendwas von einer Sicherung. 15 Minuten später haben andere Gäste dann doch Spiegelei und Rührei bekommen..
    Am nächsten Morgen war eine andere äußerst kompetente Dame da und das Frühstück war schon entspannter.
    Die Tür-Schlösser zu den Zimmern waren leider sehr ausgelutscht und fordern viel Geduld und Gefühl von demjenigen, der die Tür aufbekommen will. Teilweise sind wir nachts davon wach geworden, wie andere Gäste eine gefühlte Ewigkeit am Schloss rumgefummelt haben um ins Zimmer zu kommen.
    Da ich ein Freund von offenen Worten bin hab ich der Pension Sonntag Abend dann eine Mail geschrieben und auf die oben genannten Punkte hingewiesen. Prompt hatte ich heute Morgen eine Antwort im Postfach, in der sich die Besitzerin für die Kritik bedankt und erklärt, dass das mit den Türen bekannt ist und schon vor Wochen neue Türen bestellt worden sind. Da war ich doch sehr positiv überrascht, dass eine Rückmeldung kam :)

  5. Krass, was du schon alles erlebt hast. Besonders das mit der Karte für den Stromkreislauf, das ist ja dreist! Das hätte ich mir aber auch ganz genau erklären lassen, wie sie das begründen, das zu verbieten. Wahrscheinlich wieder mit dem Totschlagargument Sicherheit/Brandschutz, dass nichts elektronisches laden darf, wenn niemand im Raum ist?
    Als Familie sind wir eher selten in Hotels, da Selbstverpflegerunterkünfte für uns gravierend günstiger sind. Wenn wir in Deutschland welche von innen sehen, dann sind es meistens Blogger-Kooperationen und wir kriegen natürlich alles von der besten Seite präsentiert. Insofern kann ich wenig beisteuern. Was ich jetzt aber kürzlich eine super Sache fand: Dass man in einem Hotel gleich beim Einchecken angeben kann, dass man auf den täglichen Zimmer-Service mit Reinigung verzichtet und dafür pro Tag 5 Euro für die Hotelbar gutgeschrieben bekommt. Minibar, Klopapier etc. werden trotzdem aufgefüllt, aber „im Zimmer kein Strom verbraucht“. Und schon hat man als Hotel Arbeitskraft gespart und kann sich das auch noch auf die grüne Fahne schreiben. Find ich voll gut.
    Überhaupt ist es der Zimmerservice, der mir im Hotelkonzept auf den Senkel geht. Das System kommt ja aus dem herrschaftlichen Bereich, wo es normal war, dass Personal überall ein und aus geht und einen pampert. Aber das ist doch nun wirklich überholt! In meinem heutigen Werteverständnis finde ich es vielmehr gruselig, dass in einem Zimmer, das zu mieten ich viel Geld bezahle, mir völlig Unbekannte rumlaufen, ohne dass ich was dagegen machen kann. Und total unangenehm ist es mir auch, dass mir dann Fremde hinterherräumen. Wenn wir überhaupt in Hotels absteigen, bleiben wir meist maximal zwei Nächte und versuchen darauf zu achten, kontinuierlich das „Bitte nicht stören“-Schild hängen zu haben, damit eben niemand reinkommt. Wenn wir es doch vergessen haben, fühle ich mich immer total schuldig, dass ich Leuten mit meiner Unordnung Arbeit gemacht habe, das stresst mich total.

    • Interessant, wie unterschiedlich Meinungen und Empfinden sein können. Danke Dir sehr für Deinen Kommentar!
      Ich beispielsweise finde den Zimmerservice durchaus prima. Entweder ich reise spät an, habe keine Lust mehr auf ein Restaurant zum Abendessen, dann finde ich es genial, dass ich mir etwas aufs Zimmer bestellen und im Nachthemd genießen kann. Ebenso frühstücke ich gern (insbesondere auf Dienstreisen) auf dem Zimmer. Ich esse morgens eh nicht viel, kann gezielt aussuchen und habe dann morgens noch ein bisschen Ruhe, statt schon in aller Herrgottsfrühe über Jobthemen zu sprechen oder Projekte zu diskutieren.

      Spannend, und was ich schon öfter auch von Reisebloggern gelesen habe und Du auch schreibst: „…sind es meistens Blogger-Kooperationen und wir kriegen natürlich alles von der besten Seite präsentiert.“ Das kann ich nicht bestätigen. Meistens ist es anders. Und frage mich wirklich manchmal, dass man doch weiß, dass ich/wir kommen und ggf. über das Hotel berichten, dass ein besserer Service durchaus angebracht wäre. Beispielsweise habe ich vor einigen Wochen im Hotelrestaurant jedes Mal mehrfach auf mich aufmerksam machen müssen, um bestellen zu können. Mich hatte man bei einer Dreier-Besetzung im Service und insgesamt fünf Gästen einfach ignoriert.

      Aber so unterschiedlich sind die Eindrücke ;-)

    • Das mit den 5 Euro für die Hotelbar ist toll. In einem Hotel haben wir dadurch Stadtbienen mit eine Spende unterstützt. Fand ich auch toll. Wir verzichten auch immer auf den Serive. Einmal aus Umweltschutzgründen und weil wir unsere Sachen ausgebreitet haben und manche Zimmerservicemitarbeiter diese zusammen räumen oder mit dem Staubsauger gegen den Tisch klappern auf dem eine Festplatte rotiert. Geht gar nicht! Allerdings verstehen manche das „Bitte nicht stören“ Schild so, dass der Zimmerservice endlich ins Zimmer kann, wenn die Gäste das Haus verlassen haben. Da hatten wir auch schon Diskussionsbedarf.

  6. Gerade heute früh habe ich aus einem Hotel ausgecheckt, da stolpere ich auf dem Heimweg über deinen Artikel. Es war eine stinknormale Dienstreise, und Hotel und Frühstück waren okay. Das Frühstück sogar sehr gut – leider morgens an mich verschwendet, aber das ist ja nun mein Problem… Eigentlich nichts zu meckern. Aber was ich oft vermisse und hier auch wieder: Ja, das zweite Kissen! Werden die Kissen denn immer kleiner!?! Was ich toll finde: Early morning coffee, egal wo – auf dem Flur oder am Bett. Ich reise ebenfalls oft mit Kaffee-Equipment. Und Toilettebeutel zum Aufhängen am einzigen Haken – hilfreiche Erfindung! Was noch nicht erwähnt wurde: Billige Flüssigseife!! Nach dem Benutzen schrumpft die Haut und brennt schlimmstenfalls noch. Geht gar nicht – auch wenn es sicher unempfindlichere Menschen gibt. Und Schalter mit unergründlicher Menüführung für die Klimaanlage. Gestern ( 36 Grad draußen) ist es mir wieder mal passiert, daß es mir auch nach einigen Wutschreien und konzentrierten wiederholten Versuchen ganz brav nach ausgehängter Bedienungsanleitung nicht gelang, die Klimaanlage zu bedienen. Hotel an vierspuriger Hauptstraße – Fenster aufmachen war keine Alternative. Es sollte doch möglich sein, dass man diese Dinger einfach nur kälter oder wärmer einstellt, oder!? So, nun ist’s genug geschimpft! LG aus einem pünktlichen Zug, Jutta

    • Stimmt, Klimanalagen sind auch so eine Falle ;-) Aber da kann ein Hotel nie etwas dafür, ich dafür in der Bedienung wohl zu 60% zu blöd ;-)
      Danke für Deinen Kommentar

    • Ja, wir rufen auch immer an der Rezeption an, um die Klimaanlage zu bedienen. Allerdings wollen wir sie immer komplett abschalten. Oder wir googeln die Bedienungsanleitungen. Ihr seid damit nicht allein. Heizung, Klimaanlage, Lichtsysteme und elektrische Jalousien sind Herausforderungen. Und dann noch diskutieren in Fremdsprachen..

  7. Das Meiste hab ich auch schon mehr als einmal erlebt – inklusive Bilder abhängen, um an die Hauptsicherung zu gelangen, in der Hoffnung, das plötzlich angegangene Flutlicht um 2 Uhr morgens auszuschalten. Deine Liste sind also „keine bedauerlichen Einzelfälle“. Eine Ergänzung hätte ich noch: Für Kurzsichtige ist es nicht so ganz einfach, 60 cm vom Badezimmerspiegel entfernt, etwas im Gesicht zu erkennen, möglichst noch bei schlechtem Licht. Ein verstellbarer Kosmetikspiegel wäre super.
    Lieben Gruß, Antje

    • Die Spiegel sind toll – auch wenn ich bei grellem Licht immer gar nicht alles entdecken mag, was ich sonst zu Hause nicht sehe! :-)
      Danke für Deinen Kommentar.

  8. Gerne gelesen. Die Sache mit der rafinierten Lichinstallation fand ich sehr lustig – auch wenn es das für Dich an dem Abend sicher nicht war.
    Mir sind dazu zwei Anekdoten eingefallen: Ich war in den 90ern zum ersten mal in den USA. Dort haben wir einige Nächte in Hotels verbracht. Die waren nicht in der Top-Kategorie, eher so Motel-mäßig. Ich war basserstaunt und begeistert, dass es in jedem Zimmer eine kleine Kaffeemaschine und Wasserkocher gab – natürlich inkl. Teebeutel und Kaffee.
    Ebenfalls in den 90ern machte ich ein paar Dienstreisen. Meistens war ich in so klassischen Business-Ketten untergebracht. Einmal hatte ich eine recht lange Anreise und kam auch erst recht spät an. Ich war komplett ausgehungert und es war in diesem Hotel nicht möglich, eine Kleinigkeit zu Essen zu bekommen! OhneWorte.

  9. Bei manchen Deiner Wünsche möchte ich mich gern anschließen: Ein Wasserkocher auf dem Zimmer und nachvollziehbar auffindbare (und funktionierende) Lichtschalter fallen mir vor allem dann auf, wenn sie fehlen. Da ich ja nur dienstlich in Hotels übernachte, weil ich ansonsten Zelt oder Ferienhaus bevorzuge, bin ich nach langen Workshoptagen für ein Heißgetränk am Abend sehr dankbar. Inzwischen reise ich mit Tasse, Tee und Tauchsieder … Oh, und verständlich bedienbare Duschen. Erinnere mich gut an ein Hotel kürzlich, dass kräftig in neue Bäder investiert hatte – und ich morgens leicht verzweifelt unter der Regenwalddusche umherhopste, um sie in Betrieb zu bringen.

    Was ich mir wünsche: Keine Raumbeduftung. Mir wird regelmäßig leicht übel, wenn ich in parfümierte Räume komme. Am liebsten auch kein Teppich. Und dafür bitte Fenster, die man weit öffnen kann. Wenn nicht gerade arktische Temperaturen herrschen, finde ich geschlossene Fenster sehr beklemmend.

    Für einen Arbeitsplatz im Zimmer bin ich auch dankbar. Blöd nur, wenn der völlig vollgestellt ist (Fernsehzeitschrift, Prospekte, Fernbedienung, Technikkrempel) und man sich einen Arbeitsplatz erst freischaufeln muss.

    Inzwischen fällt mir positiv auf, wenn ein Hotel sich wirklich um Müllvermeidung bemüht: keine überflüssigen Plastikfläschchen im Bad, keine extra verpackten Lebensmittel beim Frühstück. Ohnehin: Die Hotels, die sich dem Frühstück mit Liebe und Anspruch widmen, vergesse ich nicht. Ich frühstücke nämlich gar nicht mal so gern und viel. Umso mehr fällt mir auf, wenn das Frühstück nur vielfältig aussieht und einfach sättigen soll.

    Übrigens mag ich ja Familienbetriebe mit angeschlossener Gastronomie sehr.

    Gerade fällt mir noch ein, dass ich ja gern die Sauna benutzen würde, wenn es im Hotel eine gibt. Aber da alleinreisende Frauen eher selten sind, hätte ich keine Lust, auf alleinreisende Außendienstler oder beschwingte Herren auf Geschäftsreise zu stoßen. Wäre super, wenn sich Hotels da was einfallen lassen könnten …

  10. Hallo, Tanja,
    vieles von dem, was Du schreibst, entspricht auch meinen Erfahrungen – sowohl negativen wie positiven.
    Ich bin Viel-Alleinreisende, bzw. Viel- Allein-Reisende mit Hund. Mit Hund hat man ja noch seine eigenen Probleme! Besonders treibt mich da um, wenn auf der Website eines Hotels nicht auch ein nur kurzer HInweis aufgeführt ist, ob man bereit ist, einen Hund aufzunehmen. Auch mich kostet es Zeit, erst anzufragen, Antwort abzuwarten, und, je nach Antwort, eine neue Unterkunftssuche zu starten, oder nachzufragen, was denn die Unterbringung meines Hundes an Zusatzkosten verursacht.

    Ich möchte aber Deiner Liste der Anregungen einen Punkt hinzufügen, den ich als extrem ärgerlich empfinde: das ist die Kombischaltung von Beleuchtung und Lüftung in Hotel-Badezimmern. Lüftung bei innenliegenden Bädern ist notwendig, das bestreite ich nicht! Angenehm sind die Lösungen, bei denen die Lüftung sich erst nach ein paar Minuten anstellt, nachdem das Badezimmerlicht angeknipst wurde. Ein schnelles, nächtliches Pippimachen braucht keine Entlüftung, wohl aber etwas Licht, damit man sich in einem fremden Zimmer nicht die Zehen anhaut.
    Die Schaltungen hingegen, bei denen Beleuchtung und Entlüftung gleichzeitig angehen, sind leider oft auch noch extrem laut und laufen nach Ausschalten des Lichtes noch gefühlt ewig und drei Stunden nach – den Rest der Nachtruhe kann man damit vergessen.
    Als Lösung des Problems habe ich im Gepäck immer ein Nachtlicht, das als eine der ersten Amtshandlungen bei Bezug eines Hotel-Zimmers in die Steckdose im Badezimmer gesteckt wird. Blöd nur, wenn die Stromversorgung dieser Steckdose mit Ausschalten der Bad-Hauptbeleuchtung (und damit der Lüftung) unterbrochen wird.
    Das eigene Nachtlicht löst leider auch nicht das Problem, dass aus dem Bad des Nachbarzimmers die Lüftung bis ins eigene Zimmer dröhnt. Wenn im Nachbarzimmer eine wenig sensible, mehrköpfige Familie untergekommen ist, kommt man während der Nacht kaum zur Ruhe, irgendeiner muss immer zum Klo!

  11. Ich gestehe, dass die meisten Dinge mir noch nicht unterkamen. Manche schon.. das mit dem DZ als EZ, wo nur ein Bett bezogen ist. Solange auf dem zweiten Bett ein Bettlaken drauf ist, muss da nicht mehr sein.
    Bei den Kissen bin ich ganz anders gepolt. Ich schmeiß immer erst mal sämtliche Kissen raus – und frag mich dann: Wohin damit? :D

    Was mich nervt, WIRKLICH nervt, ist gerade bei deutschen Hotels, dass man Einzelreisende in bessere Besenkammern sperrt und dann auch noch mehr verlangt, als in einem DZ. Wenn ich sehe, dass ein EZ mal wieder nur 10-12qm hat und auch noch ne Schräge und liebevoll eingerichtet ist wie eine Einzelzelle, aber ich 20-30 Euro mehr zahlen soll, als mit einer Begleitperson in einem großen, hellen Doppelzimmer… nö. Dann buch ich da nicht.

    Auch, dass es so viele Pauschalangebote nur für 2 Personen gibt, nervt mich. Ich hab inzwischen angefangen, direkt nachzufragen: Gibt es dieses Pauschalangebot auch für eine Person? Mitunter funktioniert das.

    Ich schmeiß, werbemäßig, mal einen Artikel von mir hinterher, wo einfach alles gepasst hat: In einem kleinen B&B in Italien… :) https://wandernd.de/2015/05/07/bei-lidia-in-como/

    • Kleine Zimmer, am besten unter dem Dach, kenne ich leider auch zu oft als EZ. Baulich kann ich das verstehen, als Gast weniger. Buche daher meistens DZ als EZ.

    • Zum Thema Einzelzimmer , Größe und Preis, fällt mir noch ein besonderes Hotel in Burghaslach/Oberfranken ein: Ich hatte für eine Nacht vorgebucht, war auf der Durchfahrt nach Süden. Einzelzimmer mit Du/WC. Als ich ankam, wurde mir ein Doppelzimmer zugewiesen, schön groß und, wie sich am nächsten Tag herausstellte, ohne Aufpreis. Ein paar Monate später buchte ich erneut für eine Übernachtung ein Einzelzimmer, per e-Mail wurde ich gefragt, ob ich mit einem Aufschlag von € 10 für ein Upgrade auf ein Doppelzimmer einverstanden sei. Das Angebot lehnte ich ab, mir genügte das Einzelzimmer für eine Nacht. Das zugewiesene Zimmer war mit 12 qm nicht das größte, aber für eine Nacht ok. Noch einmal zwei Monate später buchte ich in diesem Hotel erneut ein Einzelzimmer, wieder für eine Nacht. Die Wirtin erkannte mich, ich wurde sehr herzlich begrüßt. Als ich mich über enge steile Treppen unters Dachgeschoss bis in das Zimmer gekämpft hatte, verschlug es mir die Sprache: nicht einmal 10 qm, inclusive Badezimmer, der Platz zum Stehen war zusätzlich noch eingeschränkt durch die Dachschräge. Im Zimmer standen ein Einzelbett, mangels ausreichender Stellfläche unterm Fenster, der Rippenheizkörper drückte sich nachts unsanft an einen, wenn man sich unvorsichtig bewegte. Ein etwa 1.20m breiter Kleiderschrank, ein Tisch von etwa 60x100cm und ein Stuhl komplettierten die Einrichtung. Reklamation war nicht möglich, um 9.00 Uhr abends war niemand von der Hotelleitung oder andere Mitarbeiter zu finden.
      Um sich in dem Zimmer bewegen zu können, musste man den Stuhl, der nicht unter den Tisch zu schieben war, ständig woanders hinstellen. Ich habe ihn schließlich in den Schrank gestellt, außerhalb des Zimmers bot der Flur nämlich auch keinen Platz. Nicht nur mein Hund, sondern auch ich habe mich wie in einer Sardinenbüchse gefühlt. Als ich am nächsten Tag gegenüber der Besitzerin eine Bemerkung machte, dass die Zimmer, je öfter ich käme, immer kleiner würden, ist sie verbal reichlich ausgerastet.
      Verwunderlich: Als ich das erste Mal in diesem Hotel übernachtet hatte, war das Hotel ausgebucht. Dennoch hat man mir ein Doppelzimmer zur Einzelnutzung gegeben. Bei beiden späteren Übernachtungen war ich der einzige Gast. Bevor ich bei einer weiteren Übernachtung in diesem Hotel im Karnickelstall lande, habe ich mir lieber eine Alternative gesucht.

  12. Danke für diesen hochinteressanten Artikel! Finde mich da bei einigen Punkten wieder. Nun bin ich mir ein wenig unsicher, welchen meine Artikel dazu bei Dir einreichen könnte. Da gibt es zum einen einen ausführlichen Bericht darüber, nach welchen Kriterien ich bei meiner letzten China-Reise meine Hotels ausgesucht habe: https://www.bambooblog.de/2017/11/05/china-2017-die-wahl-des-richtigen-hotels/
    Dann hab ich noch diesen zum Thema Hotel-Technik (Lichtschalter usw.) zu bieten: https://www.bambooblog.de/2014/08/13/abenteuer-hotelzimmer-in-china/
    Zu den Wasserkochern, die ich übrigens auch sehr liebe, hat mir mal Ein Hotel-Direktor eines 4-Sterne-Hotels folgendes erklärt: Es ist nicht damit getan, Wasserkocher aufs Zimmer zu stellen. Man muss die auch sauberhalten. Bei seinem Hotel mit rund 170 Zimmern sei ein Mitarbeiter praktisch den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigt. Dazu kommt auch das Problem, dass wenn eine Tagung stattfindet und alle Gäste gleichzeitig den Wasserkocher einschalten, es zu einer großen Belastung des Stromnetzes führt. Dafür braucht man ein besonderes Stromnetz, das auch Geld kostet.
    Nach diesen Ausführungen war mir klar, warum das nicht alle Hotels anbieten. In China ist der Wasserkocher normal. Hier in Deutschland kenne ich Chinesen, die ihren eigenen Wasserkocher mitnehmen.
    LG
    Ulrike

    • Danke für Deine Links und Deinen Kommentar. Das so viel an einem Wasserkocher hängt, war mir auch nicht bewusst. Allerdings gerade jetzt am WE in einem Hotel erlebt: Dann steht einer auf dem Flur, wo es auch die gemeinsame Hausbar gab. Damit könnte ich auch leben und der andere Gast, der mich dort ggf. im Nachthemd erwischt, müsste das eben auch ;-)
      Spannend, wie andere Länder ticken. Fand Deine Artikel sehr interessant!

  13. Danke für Deine Wünsche, die ich alle so unterschreiben kann.

    Was unsere Erlebnisse angeht: was ich nie verstehen werde ist der Hotelgeschäftsführer, der sein Auto auf dem einzigen Behindertenparkplatz (etwas größer, wichtig beim Ein- und Aussteigen mit dem Rollstuhl und nahe zum Aufzug) parken musste und selbst bei freundlicher Nachfrage keine Notwendigkeit sah, sein gekennzeichnetes Auto (mit Hotellogo etc.) umzuparken. Und was mich auch in 20 Jahren noch auf die Palme bringen wird: Personal (egal ob Rezeption oder Service), welches konsequent nicht mit meinem Mann spricht, sondern nur mit mir (und dann am besten noch nach seiner Nachfrage in der dritten Person antwortet: „Wir könnten dem Herrn einen Kaffee bringen“…)

    • Die Parkgeschichte ist sehr dreist!
      Dass man nur mit mir spricht, habe ich auch schon unterwegs mit meinem Vater oder Bruder erlebt. Weiß nicht, was manche Menschen dazu denken? Ist es Unbeholfenheit?

    • Das ist wirklich schon dreist. Hab Deinen Artikel oben aufgenommen.
      Was mir zu Deiner Geschichte noch einfällt: Ich kann verstehen, wenn keine Kostenübernahme vorliegt oder eine Buchung via Kreditkarte, dass man seine beim Checkin angeben muss. Passiert mir öfter. Schade war nur, dass es manchmal auch erforderlich ist, auch wenn eine Kostenübernahme vorliegt. Hatte daher – leider schon mehrfach – Doppelabbuchungen und einen langen Lauf eine davon zurück zu bekommen. Als Grund für die Hinterlegung der Kreditkarte gab man eventuelle Plünderung der Minibar an. Ich glaube, auch Hotels erleben so einiges mir ihren Gästen ;-)

  14. Heftiges Kopfnicken meinerseits an sehr vielen Stellen deines Artikels. Wie oft tapse ich im Dunkeln ins Bett, ein Schalter, um das Deckenlicht am Bett auszuschalten wird in Holland leider noch sehr oft als unnötiger Luxus betrachtet.
    Und was beinahe in allen Hotels fehlt: eine ausreichende Anzahl an Haken im Bad. Handtücher und evtl. sogar Bademäntel für 2 Personen unterzubringen, ist jedesmal eine sehr große Herausforderung.
    Und deine Anmerkung zum Schluss – DAS werde ich niemals verstehen.

    • Tut gut zu lesen, dass ich mit meiner Wunschliste nicht alleine bin ;-)
      Mir war nicht bewusst, dass niederländische Hotels wohl öfter das Lichtschalterproblem haben.
      Ausreichend Platz im Bad, ist auch für mich noch ein Punkt auf meiner Wunschliste! Manchmal frage mich, ob nur Männer das Bad konstruiert haben – wo soll Frau mit den ganzen Tübchen und Cremes hin? ;-) Ich hab inzwischen so einen rollenden Kulturbeutel mit Haken, damit komme ich sonst ganz gut klar.

  15. Leider zieht sich das Thema Gastfreundschaft durch alle Preisklassen der Hotels. Fachkräftemangel ist das eine Thema, dass andere sind aber auch teilweise bauliche Dinge, die einfach nicht gehen. Schon mal in einem 5 Sterne Hotel im Einzelzimmer bei letztjährigem Sommer unter dem Dach übernachtet? Die Größe war eine Abstellkammer, der Preis enorm. Meiner Bitte auf Zimmerwechsel konnte nicht entsprochen werden, weil das Hotel voll sei. Am nächsten Tag beim Auschecken erfuhr ich, dass es nur zur Hälfte belegt wäre…

  16. Liebe Tanja,
    das ist eine schöne Zusammenstellung und ich teile alles mit Dir! Okay, für mich sollte es Kaffee sein statt Tee, aber sonst würde ich mich über all das auch sehr freuen.
    Ich stelle auch fest, dass man als Blogger oft gepampert wird und frage mich immer, warum das nicht immer so ist. Vieles davon macht ja vergleichsweise wenig Aufwand.
    Was mich betrifft: Ich mag es, mich im Hotel zuhause zu fühlen. Dazu gehören für mich zwei weitere Dinge:
    Eine persönliche Begrüßung und echten Kontakt, bei dem ich das Gefühl habe, wirklich gemeint zu sein. Dafür nehme ich auch mögliche Einbussen an anderer Stelle in Kauf. Diese Häuser, die sehr professionell und dafür eher distanziert sind, passen für mich persönlich meist nicht so gut. Und die Hotels, wo ich mich ähnlich herzlich empfangen fühle wie im Parkhaus wähle ich selten ein zweites Mal.
    Ein weiterer Punkt ist das WLAN. Ich bin echt total genervt, wenn ich alle Nase lang das Passwort neu eingeben muss. Nirgendwo fühle ich mich so wenig zuhause wie in dem Moment… Oder schlechtes WLAN geht natürlich auch nicht.
    Bleiben wir dran und entdecken unsere Lieblingshäuser. 😄
    Liebe Grüße
    Maike

    • Du wirst als Blogger in Hotels oft gepampert? Ich mache mehr individuelle Recherche- als Pressereisen und ehrlich gesagt, passiert dort ein „gepampert werden“ selten. Und da stelle ich mir erst recht oft die Frage: Warum? Habe in den letzten Monaten zu einigen Hotels keine Specials – wie ich es sonst hier gern mache – geschrieben, weil sie es durch fehlende Gastfreundschaft o.ä. leider dann nicht Wert waren. Und wenn empfehle ich hier ein Hotel, wo ich voll hinter stehe.>

      Das Thema WLAN hab ich in meinem Artikel ganz vergessen – und das mir! ;-) Danke für Deinen Hinweis.
      Ich hab zwar mit 14 GB schon einen guten Handyvertrag und nutze in Hotels oft meinen eigenen Hotsport, aber das auch nur, weil das erneute Anmelden nervt, ich aus dem Netz ständig fliege oder ich die Pixel einzeln tragen könnte. Stimmt: Gutes WLAN steht ganz oben auch auf meiner Hotel-Wunschliste!

  17. Du schreibst mir aus der Seele. Frage mich, warum man im GASTgewerbe arbeitet, wenn man es doch nicht von Herzen liebt. Könnte viele gute als auch kritische Geschichten beisteuern. Danke für den Artikel, vielleicht nützt es ja etwas, wenn es das ein oder andere Hotel liest ;-)
    Mein Favorit und Dauerbrenner in Hotels: Nur einen Schlüssel zu bekommen. Schließlich wären wir ja ein Ehepaar. Man wollte auch schon mal Pfand für einen zweiten Schlüssel von uns erhalten…

    • Pfand für den zweiten Schlüssel mussten wir auch schon zahlen und man konnte uns nicht wirklich erklären wofür. „Wenn der verloren geht.“ Und wenn der erste Schlüssel verloren geht, was dann?

      Wir fragen immer sofort nach einem Zweitschlüssel. Manchmal gibt es keinen, was uns wirklich erstaunt.

      Und kennst Du auch diese Situationen, wo dann ein Gast an die Tür klopft und ins Doppelzimmer möchte, aber der Partner nichts mitbekommt? Und das klopfen wird immer lauter und die Stimme auch? Die tun mir immer so leid.

      Aber als Ehepaar verbringt man anscheinend 24 Stunden zusammen…

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