Besondere Gastronomie in Berlin

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Wohin in Berlin? Besondere Gastrotipps für die Hauptstadt

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, man könnte in Berlin jeden Abend ausgehen und hätte nach mehreren Jahren immer noch unentdeckte Cafés und Restaurants. Auf meinem letzten Berlintrip gab es am Abend oder am Morgen kleine Spots zum Schlemmen und Bestaunen: Leckere Frühstückseier im Glas zwischen Politik und Zeitungen, schmackhafte Pizza unter Brückenbögen, Tee mit Meerblick auf das größte Zylinderaquarium der Welt und meine erste Zigarre im Herzog am Hafen.

 

Tee mit Meerblick mitten in Berlin

Bisher habe ich im Radisson Blue in Berlin noch nicht übernachtet. Aber ein Tee wollte ich mir im Hotel mit Aquadom nicht entgehen lassen. Es ist interessant, seinen Tee zu genießen, wenn eine Millionen Liter Salzwasser über einem liegen. Es ist das größte, zylindrische Aquarium der Welt. 16 Meter hoch und über 11 Meter breit präsentiert es sich stolz in der Hotellobby. Mit einem Aufzug können Besucher des Aquadom/Sealife Berlin durch das lebendige Aquarium fahren, leider nur ausschließlich in Kombination mit einem Besuch dieses Wasserzoos. Einen Zugang über das Hotel gibt es nicht.
Während ich meinen Tee genüsslich schlürfe, bekomme ich fast Genickstarre, da ich meinen Blick nicht von diesem Riesenaquarium wenden kann. 1200 Fische aus rund 95 Arten kreisen im Zylinder. 12,8 Millionen Euro hat dieses Bauwerk gekostet, sein Anblick lohnt und irgendwie beruhigt es mich auch, dieses maritime Treiben zu beobachten.

 

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Wiener Melange, Politik und weiche Eier

Vorbei an dem dunklen, schweren Vorhang am Eingang empfängt mich eine angeregte Kaffeehaus-Atmosphäre: Kaffeetassen klirren, Zeitungen werden geblättert, angeregte Unterhaltungen füllen den Saal. Das Café Einstein in Berlin Unter den Linden (Ecke Neustädtische Kirchstraße) ist schon morgens um 7 Uhr gut gefüllt. Frisch angereist bahne ich mir mit meinem Köfferchen einen Weg um die Tische. Das Einstein ist nicht nur gut gefüllt, auch die Tische stehen nah bei einander. Ich habe Glück und kann noch ein kleines Plätzchen für mich ergattern. Am Nachbartisch zur neben mir wird gerade schwer verhandelt, während an einem anderen Nachbartisch auf englisch über Politik diskutiert wird.
Das Kaffeehaus gilt als der Treffpunkt für Berliner Politik und Prominenz. Ich persönlich kehre gern hier bei meinem Berlinbesuchen ein, bevor die Termine los gehen, um hier entspannt und gut zu frühstücken. Ab 7 Uhr ist das Einstein geöffnet. Der Service ist sehr freundlich und verbindlich. Der Milchkaffee oder besser stilecht für ein österreichisches Caféhaus: Die Wiener Melange schmeckt umwerfend. Auch der „große Braune“ ist zu empfehlen. Die Frühstücksvariationen lassen jeden glücklich werden. Ich bevorzuge das Wiener Frühstück für rund 5 € und genieße leckere, österreichische Marmelade mit frischen Brötchen. Dazu gibt es zwei Eier im Glas. Ich frage mich jedes Mal, wie sie diese so „ganz“ hinbekommen und dazu noch so perfekt wachsweich – ein Genuss! Mit diesem kulinarischen, vorzüglichen Start, gepaart mit Zeitungsgenuss aus echtem Papier geht es perfekt in den Tag.

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Italienischer Genuss bei 12 Händlern unter der Brücke

Wir laufen vorbei an Brückenbögen und befinden uns mitten im belebten Berlin. Ein Laden nach dem nächsten reiht sich aneinander. Ziel: Georgenstraße 2. Bei jedem Brückenbogen sehen wir zwei Zahlen und wundern uns. Es hat etwas gedauert, bis wir begriffen haben, dass Hausnummern nur selten hier zu finden sind. Prominent sind Brückenbogenzahlen an der Hauswand notiert. Wir suchen weiter nach 180, was der Georgenstraße 2 entspricht.

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Bei den 12 Aposteln wollen wir eine leckere Pizza genießen. Aus dem mit Holz befeuerten Steinofen gibt es die italienische Köstlichkeit seit 10 Jahren. Während über uns die S-Bahn hinweg donnert, sitzen wir gemütlich unter antik gestalteten Brückendecken und geben unsere Bestellung auf.

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Der Name „12 Apostel“ hat übrigens keinen biblischen Hintergrund. In Verona gab es eine Herberge „12 Apostel“, bei der sich im 18 Jahrhundert 12 Händler bei einem gutem Glas Wein per trafen und Handschlag ihre Geschäfte abschlossen. Die Inhaber des Berliner Restaurants fanden bei einer Italienreise die Idee und den Namen zu ihrer Lokalität in Berlin.
Appetit sollte man mitbringen, denn die Pizza ragt weit über den Teller hinaus. Ich hab mich für Pizza Bartolomeo entschieden: Ein Genuss von Feige an Ziegenkäse mit Rucula und Bresaula (Rinderschinken). Guter Service rundete unseren italienischen Pizzaabend ab.

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Zum Habanos Specialist im Hafen

Was bitte ist Habanos? Zigarrenliebhaber werden meine Frage milde belächeln. Herzog am Hafen ist schon lange kein Geheimtipp mehr für kubanische Zigarren. Selbst eine Akademie gibt es hier für den speziellen Genuss. Wir flanieren etwas durch den Hafen bevor wir bei Herzog einkehren. Ein wenig erinnert mich das Ambiente an Köln. Großzügig ist das Hafenareal des Berliner Osthafens an der Spree – da macht sich See-Feeling breit.

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Im abgetrennten Zollfreilager in der Stralauer Allee 9 findet sich Zigarren Herzog in einem alten Hafengebäude von 1909. Wir werden freundlich begrüßt, fast ist es eine Wohnzimmeratmosphäre. Inmitten des Raumes findet sich ein 60 m² Humidor mit ausschließlich reifegelagerten kubanischen Zigarren (Habanos). Eigentlich ist das Zigarrenrauchen eine Männerdomäne. Aber warum nicht auch einmal ausprobieren? Gesagt – getan. Als Zigarettenraucherin ist es gar nicht so einfach nicht zügig zu rauchen und vor allem nicht zu tief einzuatmen ;-) Bei leckerem Kaffee Latte und ein wenig dunkler Schokolade probiere ich meine erste Zigarre. Wer ebenfalls mal hier einkehren möchte, sollte etwas Zeit für einen Spaziergang East Side Gallery einplanen. Ein Openair Museum: 101 Bilder schmücken den längsten, noch bestehenden Mauerabschnitt. Auf 1300 Meter wird Ost und West als Denkmal getrennt.

 

Genießertipps im Überblick:

 

 

Weitere Tipps zu Berlin:

1 Kommentare

  1. Im Sea Life Center in Berlin hatte meine Firma mal Ihre Büros – unter dem Dach – und ich kam in den Genuss täglich diese Fischwelt betrachten zu dürfen.

    Meine Tochter (heißt übrigens Tanja :-)) hatte das zum Anlass genommen jedem zu sagen, dass ich im Fischbüro arbeite.

    Beste Grüße
    Jens

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