Lohnt sich die Lyon City Card?

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Fast jede größere Stadt hat Freizeit- oder Citykarten im Angebot. Sie bieten Rabatte oder kostenfreien Eintritt für Sehenswürdigkeiten in der Stadt und Region an. Was beinhaltet die Lyon-Touristenkarte? Lohnt ein Kauf der doch eher teueren Lyon City Card für Eure Städtereise? Ich habe die Karte und das Angebot getestet:

Vor der Reise online oder vor Ort in Lyon kaufen?

Als ich in Lyon lande, liegt eine A-ROSA-Flusskreuzfahrt auf der Rhône vor mir. Dazu habe ich mir 24 Stunden für einen Städtetip Lyon vorab reserviert. Knapp bemessen, für eine Stadt, die so viel Kultur zu bieten hat. Doch sicher wird dieses Mal nicht meine letzte Reise nach Lyon sein und manchmal muss man die Feste feiern wie sie fallen.
Beim Tourismusbüro am Flughafen kaufe ich mir eine Lyon City Card für zwei Tage inkl. Flughafentransfer in die Stadt für den Hin- und Rückweg. Damit begehe ich gleich zwei Fehler. Zum einen wäre eine vorherige Onlinebuchung günstiger gewesen. Zum anderen ist die Karte nach Aktivierung nur an zwei auf einander folgenden Tagen und nicht einzelnen, separaten Tagen gültig. Mein Anreisetag ist Sonntag. Montags haben alle Museen geschlossen! So natürlich auch Lyon. Im Reisefieber geht das allerdings völlig an mir vorbei und mir wird das erst bewusst, als ich vor der verschlossenen Museumstüre stehe. Man sollte meinen mit einem Reiseblog als Hobby hätte man die Reiseorganisation besser im Griff. Aber perfekt kann ja jeder, oder?
Bucht man die Option Flughafentransfer zur Citycard, dann erhält man für den Flughafentransfer eine zusätzliche Karte für den Rhônexpress. Eine Aktivierung der Lyon City Card ist unabhängig vom Transfer, muss also nicht zwingend auf Kauftag oder Nutzung des Express benutzt werden.

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Die Altstadt von Lyon liegt zwischen den Flüssen Rhône und Saône

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Mit über einer halben Millionen Einwohnern ist Lyon nach Paris und Marseille die drittgrößte Stadt Frankreichs. Betrachtet man die Fläche als Metropolregion, ist Lyon sogar die Zweitgrößte.

Ab durch die Stadt

Ich checke nahe der Rhône ins Hotel ein und stürze mich in die Altstadt. Als Morgenmuffel lohnt sich die Anreise mit dem ersten Flieger – vor allem, wenn man so ein Traumwetter hat. Ich spaziere entlang der Rhone, kaufe mir einen Kaffee und setze mich wie die Einheimischen ans Ufer. Da werden Vögel gefüttert, mit Freundinnen geklönt und weiter hinten sogar an Stangen Sport gemacht. Ich sauge die Stadt in mich auf, genieße die Atmosphäre am Wasser.
Mit der Lyon City Card habt Ihr eine Schiffsrundfahrt frei. Da auf mich ab morgen Mittag die A-ROSA wartet, nehme ich das Angebot nicht wahr. Dafür suche ich das Tourismusbüro auf und erkundige mich nach einer von mir so geliebten Hop-on-hop-off-Busfahrten.

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Das Tourismusbüro Lyon ist zentral gelegen und zu Fuß oder mit Bus/Bahn gut zu erreichen

Im Tourismusbüro erfahre ich, dass zeitgleich die nächste Stadtführung oder meine Bustour startet. Als bekennende Lauffaule fällt mir eine Entscheidung leicht. Besitzt Ihr die Freizeitkarte, so gibt es täglich eine Städteführung kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung lohnt sich. Wenn Ihr lieber alleine durch die schöne Stadt an der Rhône und Saône streifen wollt, werden Euch – je nach Verfügbarkeit – kostenfreie Audioguides mit der Freizeitkarte beim Tourismusbüro ausgehändigt. Wollt Ihr lieber mit dem Fahrrad durch die Stadt? Mit der City Card bezahlt Ihr lediglich 5 Euro für 3 Tage-Leihgebühr.
Meine Bustour startet in wenigen Minuten gleich hinter dem Büro. Das nenne ich perfektes Timing. Dazu spare ich mit der Karte: Zwei Euro Rabatt gibt es auf das Hop-on-hop-off-Busticket.
Und noch eine Stadterkundungsmöglichkeit bietet sich mit der Freizeitkarte mit einer Bahn an: Kostenfrei geht es mit einer speziellen Tram durch das Viertel der Seidenarbeiter. Das habe ich leider bei meinem Besuch nicht geschafft. An Bord der A-Rosa habe ich von Mitreisenden gehört, dass sich die Tour lohnen soll.

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11 Stationen zum Ein- und Aussteigen bietet der Bus auf der Tour durch Lyon

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Frisch und schön: Mit dem Cabriobus „Hop-on-hop-off“ durch Lyon

Ich mache es mir an Deck gemütlich. Der Wind ist Ende Oktober frisch, aber bei dem Wetter ist mit Cabriofeeling das Fotografieren schöner und besser. 11 Stationen werden zum Ein- und Aussteigen angeboten. Über Kopfhörer kann man in verschiedenen Sprachen der Geschichte Lyons lauschen – zum Glück für mich auch auf Deutsch.

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Die Basilika von Fourvière thront auf einem kleinen Hügel

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Basilika von Fourvière: Markantes Wahrzeichen von Lyon

Erstes Ziel: Die Wallfahrtskirche auf einem der Hügel von Lyon. Seit der Antike ist Fourvière, auch Gebetsberg genannt, Zentrum von Spiritualität und kulturellem Leben. Die erste Marienkapelle entstand hier im 11. Jahrhundert. Die Basilika von Fourvière wurde zu Ehren der Jungfrau Maria Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und ist Magnet für jeden Lyon-Touristen. Eine Besichtigung ist mit der Karte kostenfrei. Vom Garten hat man einen herrlichen Blick auf Lyon.
Mehr zum Städtesightseeing mit Details und weiteren Tipps lest Ihr in meinem Blogartikel: Städtereise Lyon: Außergewöhnliches zwischen Rhône und Saône.

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Die Fresken von Lyon sind faszinierend und eich echter Hingucker

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Realität trifft gekonnte Malerei

Ab ins Museum

Hätte ich am Sonntag realisiert, dass Sonntag ist und darauf ein Montag folgt, hätte ich anders geplant. Völlig verklärt von den Impressionen der schönen Stadt ist das aber völlig an mir vorbei gegangen. Ich habe mich vom schönen Wetter am Sonntag verführen lassen und die vielen Outdoor-Attraktionen wie beispielsweise die vielen schönen Fresken und bemalten Hauswände bewundert. Dabei ist Lyon ein Paradies für Museumsliebhaber und für die, die es noch werden wollen – und für jeden anderen Besucher auch! Hier gibt es spektakuläre und ausgefallene Museen, die es nur in Lyon gibt. Selbst von außen sind sie schon ein Hingucker.

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Schon von außen ist der Bau des Musée des Confluences spektakulär

Aushängeschild ist sicherlich das Musée des Confluences. 2014 wurde das von der österreichischen Agentur Coop Himmelb(l)au erbaute Museum eröffnet. Das futuristische Haus bietet in seinen Ausstellungsräumen eine ausgefalle Reise in die Geschichte der Menschheit und gibt zudem besondere Einblick in die Geschichte der Technik.
Spannend finde ich auch das Musée des Tissus in dem die Geschichte der Textilproduktion zu bewundern ist. Hier befindet sich die größte Textilkollektion der Welt in der Ausstellung und vermittelt 
die Geschichte der Lyoner Seide und das Genie ihrer Canuts (Seidenweber in Lyon). Diese beiden stehen bei meinem nächsten Lyon-Besuch ganz oben auf der Liste. Da Lyon gut und schnell von Düsseldorf zu erreichen ist, überlege ich auch, einfach mal für eine Kultur- und Museumstour nach Lyon zu reisen und wieder französische Luft zu schnuppern – gutes Essen und höchste Kulinarik gibt es inklusive!
Lasst mich Euch noch weitere Museen nennen, denn es lohnt sich wirklich! Steht Ihr auf Filme? Dann gibt es zwei interessante Museen in Lyon: Als der Film laufen lernte… – diese Reise in die Filmgeschichte könnt Ihr im Musée Lumière erleben. Das Museum ist im 1899 erbauten Wohnhaus der Familie Lumière. Entdeckt in der Ausstellung die Erfindung des Cinématographen. Indem die Technik und die damaligen Fotografiemaschinen verbessert wurden, konnten August und Louis Lumière im Jahre 1895 ein neues Verfahren entwickeln: Das Kino war geboren!
Das Musée Cinéma et Miniature liegt nicht nur toll im Herzen der Altstadt Lyons, sondern es ist einzigartig: Nirgendwo sonst findet Ihr Miniaturen der Welt des Films mit seinen Spezialeffekten, Dekoren und Kostümen der Filmproduktionen. Von dem Museum hat man mir im Hotel vorgeschwärmt. In der Nachbarschaft findet sich fußläufig das 
Musée des Arts de la Marionnette. Es ist das Zuhause von Guignol, er ist Pendant des deutschen Kasperle. In Frankreich ist es das einzige Museum, welches sich dieser Kunstform widmet. Da ich schon die Augsburger Puppenkiste spannend fand, wäre ich gern hier eingekehrt.

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Guignol ist Pendant des deutsches Kasperle

Alle genannte Museen und noch viele weitere könnt Ihr kostenfrei mit der Lyon City Card besuchen. Somit ist Lyon auch perfekt für eine Reise im Winter oder bei Schlechtwetter geeignet.

Kompakt die wichtigsten Infos zur Karte in Kürze

PreiseWo erhältlich?Was ist inklusive?Öffentlicher NahverkehrFür wen?Besonderheiten & Hinweise

Lyon City Card
(ohne Flughafentransfer)

Lyon City Card
(mit Flughafentransfer)
1 Tag 25 € 42 €
2 Tage 35 € 51 €
3 Tage 45 € 59 €
4 Tage 55 € 67 €

Dies sind die Preise für 2018. Stets aktuelle Informationen findet Ihr auf der Seite der Lyon City Card. Es gibt keine Familienkarten. Für Kinder müssen einzelne Tickets gebucht werden. Sie sind wie die Karten für Studenten günstiger als die Karten für Erwachsene.
Tipp: Online vorher buchen ist preislich wesentlich günstiger. Man kann bis zu 5 Euro je Karte bei Onlinebestellung einsparen.

Die Freizeitkarte Lyon City Card kann vor Ort auf jeden Fall beim Tourismusbüro in Lyon oder am Flughafen gekauft werden. Kostengünstiger ist der Online-Vorabkauf. Es gibt eine Reihe von Verkaufsstellen in den Museen, Hotels und vielen weiteren touristischen Einrichtungen.
Die Karten sind 18 Monate gültig. Darüber hinaus gibt es weitere Vorverkaufsstellen, die online gelistet sind.

  • Mit der Lyon City Card ist der gesamte öffentliche Nahverkehr in Lyon für Euch inklusive.
  • Zudem habt Ihr entweder kostenfreien oder ermäßigten Eintritt bei sehr vielen Freizeitaktivitäten. So gibt es aktuell  freien Eintritt in 23 Museen inkl. deren Sonderausstellungen.
  • Auch ein Schiffsausflug auf der Saône ist bereits in der Freizeitkarte enthalten.
  • Informiert Euch beim Tourismusbüro nach geführten Touren durch die Stadt. Pro Tag wird für Karteninhaber eine kostenfreie Tour angeboten.
  • Kostenfreie Audioguides gibt es mit der Freizeitkarte beim Tourismusbüro.
  • Ein Fahrrad könnt Ihr mit der City Card für lediglich 5 Euro für 3 Tage-Leihgebühr buchen.
  • Bei meinem Besuch gab es ausreichend freies WiFi in Lokalen. Wer aber immer online sein möchte, kann bei hippocketwifi ein Modem buchen und erhält mit der Card 50% auf die anfallenden Kosten.
  • Zusätzlich zum Stadtplan erhalten Ihr einen Mini-Reiseführer.

Schaut Euch im Detail das gesamte Programm der Freizeitkarte an: Das Angebot ist so umfangreich, wie ich es selten kenne. Teilweise habt Ihr mit der Karte einen schnelleren Zugang bei großem Andrang quasi als VIP-Eintritt. Neben o.g. Angeboten gibt es noch mehr Vergünstigungen bei weiteren Attraktionen, Shopping oder beim Essen gehen. Ausführlich wird das Angebot auf der Website lyoncitycard.com – auch auf Deutsch – beschrieben.

Metro, Tram, Bus oder Seilbahn – es fällt kein weiterer Cent für Euch an. Mit der Lyon City Card ist der gesamte öffentliche Nahverkehr in Lyon für Euch kostenfrei. Wie im vorherigen Reiter „Was ist inklusive?“ beschrieben, kann man günstig ein Fahrrad mieten und auch kostenfrei eine Schiffstour unternehmen.

Reist Ihr mit dem Flugzeug an, lohnt sich eine Karte meistens, wenn man die Kosten mit dem Transfer dagegen rechnet. Kombiniert man die Lyon City Card mit einer Rhônexpress-Karte für eine Hin- und Rückfahrt Rhônexpress von und zum Flughafen Lyon Saint-Exupéry entfallen 26,20 Euro, die aktuell der Transfer gesondert kosten würde.

Lohnenswert ist die Karte vor allem für Besucher, die ebenfalls eine Hin- und Rückfahrt zum Flughafen benötigen und gern Museen besichtigen wollen. Lyon bietet eine Menge Sightseeing, welches kostenfrei ist, wie beispielsweise die Fresken, die Altstadt Le Vieux Lyon oder die Hallen von Paul Bocuse – um nur ein paar Dinge zu nennen. Letztlich solltet Ihr bei Eurer Planung einmal die Kosten möglicher Eintritte gegen rechnen.
Für Familien kann es kostspielig werden, da es bisher noch keine Familienkarte gibt.
Für eine weitere Einschätzung lese mein Fazit unten im Blog.

Die Lyon City Card ist nicht übertragbar und wird vom Nutzer bei erstmaliger Verwendung aktiviert. Ohne Aktivierung ist die Card 18 Monate gültig. Zutritt beschränkt sich auf den einmaligen Eintritt pro Attraktion für die jeweilige Dauer der Card. Bei Mehrtagestickets gilt: Die City Card kann nur an aufeinanderfolgenden Tagen benutzt werden.

Zur Karte erhaltet Ihr einen Stadtplan und einen Mini-Reiseführer. Frühe Onlinebuchung lohnt daher auch, weil Ihr dies zur Planung mit verwenden könnt.

Wollt Ihr die Karte im öffentlichen Nahverkehr nutzen, haltet die City Card an die entsprechenden Kartenleseschnittstelle.

Geführte Touren müssen im Voraus bei der Touristeninformation gebucht werden.

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Lyon – eine Stadt von Welt

Mein Fazit
Ein Kauf der Karte lohnte sich für mich. Allein schon die Vergünstigungen beim Transfer vom und zum Flughafen rechneten sich. Hinzu kamen die freie Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel über drei Tage. Ein Tagesticket im öffentlichen Nahverkehr kostet sonst derzeit 5,80 €.
Allerdings: Wer wie ich seinen Hauptausflugstag in Lyon auf einen Montag legt, dem sollte bewusst sein, dass die Museen geschlossen haben!
Letztlich sollte jeder für sich die Karte im Vergleich zu seinen geplanten Ausflugszielen durchrechnen: Museen kosten im Durchschnitt 9 Euro, eine geführte Tour schlägt mit rund 12 Euro zu Buche, eine Schifffahrt startet ab 14 €. Überlegt man sich ein Museum zu besuchen, mit dem öffentlichen Nahverkehr zufahren, eine Bootstour zu unternehmen und sich durch die Altstadt führen zu lassen, ist man schon bei einem Tag mit der Lyon City Card günstiger unterwegs. Für mich hat sich durch den Montag eine Museumstour mit der Karte nicht gelohnt, aber sagen wir, dass ist Lehrgeld für meine schlechte Planung.
Für das vielfältige Angebot würde ich trotz der doch relativ hohen Kartenpreise eine 1 im Schulnotenprinzip vergeben. Für mich hatte sich die Anschaffung voll gelohnt.

Noch mehr Lust auf Lyon? Hier habe ich einen Film von Lyon und meiner Flusskreuzfahrt. Lyon findet Ihr am Anfang und am Ende des Films.

Offenlegung: Für diese Veröffentlichung habe ich kein Honorar erhalten. Die Citycard habe ich selbst bezahlt.

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