Cabriotour an der Mosel: Von kulinarischen Lieblingsplätzen und Geheimtipps

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Bald erreicht das Thermometer die 30 Gradmarke. Dabei ist es noch nicht einmal 7 Uhr. In der Nacht hat es kaum abgekühlt. Leise surrt die Klimaanlage vor sich hin. Wie dankbar bin ich dem Hotel, dass man mir für mein Zimmer unter dem Dach so ein kostbares Stück besorgen konnte. Man könnte meinen ich, wäre in die Tropen gereist. Nein, ich bin nur rund 200 km von meiner Heimat entfernt. Für meinen Wochenendtrip an die Mosel habe ich das heißeste Wochenende des Jahres erwischt. Ich schlage das Laken zurück. Keine Wolke am Himmel. Zeit, aufzustehen, Zeit, sich mit dem Cabrio den Wind durch die Haare wehen zu lassen und die schönen Mosellandschaften zu erkunden. 

Die Strecke – rund 200 km entlang der Mosel

Eine der schönsten Umwege der Welt: Entlang der Mosel werden 50 km Luftlinie schnell 100 gefahrene Kilometer entlang des Flusslaufs. Herrlich schön! Namenhafte Weinlagen, romantische Berge, pittoreske Städtchen und historische Burgen und eine einmalige Flusslandschaft: Die Moselregion ist ein wunderbares Urlaubsgebiet. Von der Grenze Frankreichs bis Koblenz windet sich die Mosel in Schleifen und Kurven wie im Bilderbuch – Fahrspaß garantiert! Neben schönen Strecken direkt an der Mosel lockt das Gebiet mit fast hochalpinen Bergstraßen in die Weinberge. Dazu ist ein phantastischer Ausblick garantiert.

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Die folgenden Ausflugstipps und Strecken bin ich an zwei Tagen angefahren. Start und Zielpunkt war jeweils das Hotel Moselschlösschen in Traben-Trabach. Ihr könnte daraus auch eine Tagestour machen. Es ist phantastisch, am Fluss direkt entlang zu cruisen.

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Die Tour bringt Euch entlang der Mosel vorbei an schönen Weinbergen, kleinen Dörfern und einige Male auch hoch in die Weinberge. Vom Calmunt in Bremm erblickt Ihr die phantastische Moselschleife mit einem Traumausblick. Weiter südlich der Mosel entlang Richtung Luxemburg liegt Trier. Bei meiner Tour habe ich einen Besuch der alten Stadt ausgelassen, lohnt aber auf jeden Fall. Hier allein könnte man schon ein ganzes Wochenende verbringen. Wollt Ihr nur kurz verweilen, so verpasst nicht die Porta Nigra und besucht unbedingt den Dom. Nach Trier verlasse ich die Mosel und fahre ein kleines Stück weiter der Saar entlang. Beim Weingut Othegraven endet meine Tour. Über Luxemburg (auch zum Tanken!) geht es für mich heimwärts. Für eine Rundtour einfach den Weg zurück auf der anderen Moselseite genießen.
Ein ausführliches Roadbook habe ich Euch hier zusammengestellt.

Calmont – mehr als ein Weinberg

Das Windschott habe ich in den Kofferraum verstaut und alle Fenster heruntergefahren. Ich genieße den Wind. Es ist 10 Uhr morgens. Das Grün der Weinberge leuchtet kräftig, während die Sonne vom Himmel scheint. Immer der Mosel entlang drehe ich mit ihr meine Schleifen und Kurven. Ziel der ersten Etappe ist der Calmont, einer der steilsten Weinberge Europas. Er ist zwar nur 380 Meter hoch, aber hat an der Mosel durchaus 65 Grad Neigungswinkel.
In Bremm angekommen sehe ich Wanderer, die sich von der Hitze nicht abhalten lassen, das Gipfelkreuz des Calmonts zu Fuß zu erreichen. Die Tour wäre auch im Winter nichts für mich. Etwas Lauffaule aber dafür Mutige können den Calmont auch mit einer Monorackbahn erklimmen. Hier werden von den Winzern extra Fahrten mitten in die Weinberge angeboten.

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Monorackbahn in der Calmont-Region

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Steilhanglage an der Mosel mit bis zu 65% Neigungswinkel

Eine Monorackbahn ist das Hilfsmittel der Alpenisten-Winzer. Ohne dieses Gefährt wäre die Arbeit im Weinberg noch schwerer. Diese Einzahnradbahn hat einen starken Dieselmotor und eine mehrfache Bremssicherung, aber ich trau dem Braten nicht so ganz, ob mein geschmeidiger Körper in seiner ganzen Masse auch oben heil an oder unten wieder gesund ankommen würde. Für Mutige – wie gesagt – sicher ein Erlebnis. Ich dagegen steige lieber wieder in mein Auto und verfolge den Geheimtipp, um auch ohne dem Winzervehikel zum Gipfelkreuz zu gelangen.

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Zum Calmont kann man auch fahren

Ich verlasse Calmont wieder (siehe Roadbook) und biege ca. 4 km später nach rechts in einen Wirtschaftsweg Richtung „Römische Tempelanlage“ ein. Ein braunes Schild weist den Weg und hier darf wirklich gefahren werden. Ich zweifle und halte auf der Schotterpiste an.

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Auf dem Weg zum Calmont mit dem Auto – hier dürft Ihr weiterfahren…

Kurze Zeit später überholen mich Autos, hinterlassen eine Staubwolke, aber wenigstens weiß ich jetzt, dass der Weg erlaubt ist und hefte mich an deren Fersen. Nach ca. 2,5 km kommt ein Parkplatz, wer möchte darf aber sogar noch weiter fahren bis zu einer Schranke, die nur 50 Meter vom Gipfelkreuz entfernt ist. Wildparken ist erlaubt. Etwas grenzwertig für meinen Geschmack, aber wo ich dort bin, stelle ich auch mein Auto zwischen den bereits parkenden ab. Nach einem kurzen Stück durch den Wald eröffnet sich einem ein Traumblick auf die Moselschleife!

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Blick vom Calmont auf die Moselschleife

Hier oben gibt es noch ein besonderes Highlight: Am Wochenende kann auf dem Calmont neben dem Gipfelkreuz und freiem Blick auf die Mosel ein Frühstück mit Weitblick gebucht werden. Während ich den Ausblick aus jeder Perspektive in Bild und Film festhalte, werden die Tische des Frühstücks abgeräumt und Omi wieder zum Auto begleitet. Ein kulinarischer Spaß für jedermann.

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Genuss vom Feinsten: Weinbergpfirsich von der Mosel

Weinbergpfirsiche – Zu Gast bei Dreis

Ich kann mich vom Gipfel des Calmonts kaum satt sehen. Wanderer und weitere Ausflügler wie ich lassen sich nieder und genießen schweigend. Eine lange Zeit habe ich dort verbracht und die Seele baumeln lassen.
Vom Gipfelkreuz geht es weiter für mich mit dem Auto wieder nach Bremm, um eine besondere Köstlichkeit zu entdecken: Den Moselweinbergpfirsich. Die Moselbauern können nämlich nicht nur Wein. Wusstet Ihr nicht? Ich auch nicht. Mein Tipp: Besucht Familie Dreis, erfahrt viel Wissenswertes über die Frucht in dieser Region und genießt anschließend kühle, erfrischende Getränke. Mehr Infos lest Ihr hier in einem Extrapost.

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Richtung Starkenburg verlasse ich die Mosel und fahre eine kurvenreiche Strecke den Weinberg hoch durch kleine Dörfer

Timetunnel „Schöne Aussicht“ – wo der Restaurantname Programm ist

Entlang der Mosel geht es zurück Richtung Starkenburg. Ich lasse die Mosel rechts liegen und fahre eine schöne kurvenreiche Strecke den Berg hoch. An einem eher altem Restaurant halte ich an. Hier muss es sein. Einige Motorradfahrer halten ebenfalls an und rollen mit ihrer Kluft auf den Parkplatz. Bei der Hitze ist Zweiradfahren auch nicht unbedingt vorteilhaft. Das Weinhaus ist ein beliebter Treffpunkt für Motorradfahrer. Sie wissen oft, wo es schöne Kurven zu fahren gibt.
Der Blick auf die Mosel von hier oben auf Traben-Trabach ist wunderbar. Ich klettere ein wenig auf der niedrigen Mauer beim Parkplatz, um einen besseren Blick durch das Grün ins Tal zu erhalten. Für weitere Fotos  und eine kühle Erfrischung kehre ich ein. Das Weinhaus und Restaurant Schöne Aussicht wirkt wie ein Relikt aus der Vergangenheit. „Draußen gibts nur Kännchen!“, wird man hier nicht hören, auch wenn der Blick auf die Mosel von hier so phänomenal ist: Das Schöne Aussicht hat überhaupt keine Terrasse zur Moselsseite. Die Terrasse ist als Wintergarten voll überdacht und verglast. Kein Lüftchen weht. Der Ausblick ist dennoch grandios.

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Im „Schöne Aussicht“ scheint die Zeit stehen geblieben zu sein

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Moselblick vom Weinhaus Schöne Aussicht auf Traben-Trarbach

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Keine Moselreise ohne Weinprobe: Wein direkt vom Winzer

Zugegeben: Als Selbstfahrer eine Weinprobe zu machen, ist suboptimal. Die kurvenreiche Strecke zum Öko-Weingut Bastgen lohnt dafür. Wer wie ich selbst fährt, darf durchaus mal an den köstlichen Weinen nippen. Bei noch heißen Abendtemperaturen lieg der Haushund faul auf dem Anwesen. Im Tastingraum blicke ich den Berg hinunter zur Mosel – ein großartiger Blick! Wieder einmal beschleicht mich mein Gefühl, ich bin in Italien im Urlaub und nicht an der Mosel. Wie Gäste bei Freunden genießen wir zusammen den frühen Abend. Wir erfahren während unserer Weinprobe Wissenswertes zur Steilhanglage und zum Anbau von Ökowein. Praktisch, dass mein Auto auch noch genügend Platz für Wein zur Mitnahme hat. Der Silvaner schmeckte mir außerordentlich gut.

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Zu Gast beim Ökowinzer Bastgen

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Leckeren Wein gibt es im sehr gemütlichem Tastingraum bei Bastgen mit grandiosem Ausblick ins Tal

Kulinarischer Genuss im alten Kelterhaus

Wie zu einer Gartensommerparty sind die Tische im Garten unter den alten Bäumen des Alten Kelterhauses mit weißen Tischdecken gedeckt. Bevor wir unsere Plätze einnehmen empfängt uns der Hausherr persönlich mit einem kühlem Drink und dem besten Eistee, den ich je getrunken habe. Dazu reicht er Flammkuchen frisch aus dem eigenem Ofen. Bei der Hitze diesen Ofen zu betreuen, ist eine harte Aufgabe.

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Gartenparty im alten Kelterhaus

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Markus Plein an seinem Ofen vor dem alten Kelterhaus

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Umwerfend lecker: Flammkuchen vom Chefkoch

Wer mit langer Lockenpracht für uns gerade noch hinter dem Ofen stand, ist kein geringerer als Markus Plein. Er ist nicht nur Kochbuchautor, Musiker und TV-Gourmetkoch mit eigener Sendung auf dem SWR, sondern besitzt in Wintrich auch das Restaurant Altes Kelterhaus. Bekannt ist Markus vor allem durch seine besonderen Amuse Gueule Menüs, mit viel regionalen Produkten und extravaganten Ideen.

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An originellen Ideen fehlt es dem phantasievollem Koch Markus Plein nicht

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Jeder Happen ein Genuss

Eine Reservierung ist ratsam. In Restaurantführern von Sternen und Hauben der guten Küche ist das Restaurant nicht zu finden, was mich wirklich verwundert. Die einzelnen Gänge der verschiedensten Amuse Gueules werden wunderbar präsentiert und schmecken auf einzigartige Weise phantastisch. Mit viel Kreativität sind die Gerichte umgesetzt, überraschen Auge und Gaumen. Viele Zutaten sind „home made„, selbst gesammelt oder stammen aus unmittelbarer Region. Es war ein köstlicher und schöner Abend in netter Runde. 

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Zu Besuch bei Günter Jauch: Weingut von Othegraven

Auf der Cabriotour fahre ich bis Trier, um mit der Saar abzubiegen. Unsere nächste Genuss-Station: Das Weingut von Othegraven. Es ist Saar-Riesling-Sommer und Günther Jauch lädt zu seinem Weingut zum Kosten und Genießen ein.

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Im Garten vom Weingut von Othegraven stehen wir zwischen ganz alten, seltenen Baumarten. Als Kind war er oft bei seiner Tante und Onkel zu Besuch und hat hier viel gespielt, erfahren wir von Günter Jauch und er berichtet uns, dass sein Uronkel neben der Liebe zu Wein ein Faible für seltene Bäume hatte. So ist das Anwesen nicht nur ein Qualitätsweingut, sondern auch eine Ruheinsel mit besonderer Botanik.

Das Weingut stammt aus dem 16. Jahrhundert und liegt in langer Tradition in der Familie. 2010 haben Günther Jauch und seine Frau das Weingut übernommen. Er ist Nachkomme von Emmerich Grach und seine Oma war eine geborene von Othegraven. So idyllisch wie heute uns der Platz sich hier präsentiert, war es aber nicht immer, weiß der Journalist zu berichten. Das Weingut wieder herzurichten, war viele Jahre ein harter Kampf und bedurfte vieler Investitionen. Inzwischen führt das Ehepaar Jauch das Weingut in der 7. Generation.
Wie man Günther Jauch aus dem Fernsehen kennt, steht er vor uns und plaudert über seine Familiengeschichte. Immer mehr Besucher reihen sich um uns und hören gespannt zu, welche Anekdoten er uns mit spitzbübischen und jugendlichem Lachen zum Besten gibt.

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Erinnerungsfoto

Weingewinnung ist bei den zugehörigen Weinbergen bei von Othegraven nicht einfach. Fast könnte man es als „Wer wird Millionär?“-Frage deklarieren: Was haben das Matterhorn und der Kanzemer Altenberg gemeinsam? Beide sind nur über eine Neigung von 65% zu erklimmen. Der steile Südhang des Kanzemer Altenbergs ist das Herzstück des Weinguts und zählt zu den längsten Steillagen der Welt. Er kann nur Stock für Stock einzeln von Hand geerntet werden. Die Jauchs haben sich dafür exquisite Weinbauern auf das Anwesen geholt. Ohne ihr Können und Wissen wäre der Weinbau in der heutigen Qualität nicht möglich. Der besondere Schieferboden und das Klima erheben Weine aus dem Altenberg in den Rang der Spitzenweine. Ich nippe an dem Riesling und schmecke eine herbe Süße, die mir gefällt. Nicht umsonst wird das Weingut von Othegraven vom Gault Millau Weinguide 2017 empfohlen.

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Steillage wie beim Matterhorn

Übernachtungstipp: Residieren im Moselschlösschen

Das Moselschlösschen liegt direkt an der Moselpromenade in Traben-Trarbach. Ich war schon öfter hier und der Kurzurlaub war jedes Mal ein Highlight. Das 4-Sterne-Hotel umfasst drei historische Gebäude inklusive einem imposanten Fachwerkhaus und einer Jugendstilvilla. Ob von der Grünanlage, dem Café, dem Frühstücksraum oder den Außenanlagen: Von überall hat man einen Blick auf die Flusslandschaft mit seinen Weinbergen. Die Zimmer sind modern und sehr großzügig ausgestattet. Nicht alle Zimmer verfügen über eine Klimaanlage, aber der nette Service konnte mir bei der aktuell außergewöhnlichen Hitze mit einer mobilen Klimaanlage freundlich aushelfen.

Auf der Terrasse im Moselschlösschen lässt sich wunderbar frühstücken

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Lasst Euch am Morgen reichlich Zeit. Das Frühstücksbuffet lohnt sich und lässt keine Wünsche offen. Das Hotel ist bekannt für seine gehobene Küche, bisher habe ich allerdings noch nie hier abends gegessen. Das nehme ich mir für das nächste Mal vor.
Während mein Auto auf einem schattigen Plätzchen in der Hotelgarage parkt, genieße ich bei einem kühlen Getränk den Blick auf die Mosel und lasse mich treiben. Ab und zu tuckern Ausflugsschiffe an mir vorbei und ich könnte unendlich hier sitzen bleiben…

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Das neue Moselschlösschen besteht aus mehreren Häusern und schönen Grünflächen zum Herholen direkt an der Moselpromenade

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Ausblick auf die andere Moselseite in Traben-Trabach (wobei ich mir nie merken kann, welcher Ortsteil auf welcher Seite ist)

Jugendstil und Gourmetküche: Das Belle Epoque

Zum neuen Moselschlösschen gehört auch das Schwesterhotel Bellevue ein paar Meter weiter. Nach einem kleinem Spaziergang am lauen Sommerabend kehren wir zu einer Weinprobe und Abendessen in dem zugehörigen Restaurant Belle Epoque ein. Früher habe ich als Kind öfter Kurzurlaub mit meinen Eltern an der Mittelmosel verbracht und das Haus schon damals besucht. Als ich das Bellevue betrete, kommt es mit vor als wäre es gestern gewesen. Hier waren wir früher schon öfter mit meinen Großeltern essen, haben den Tag kulinarisch ausklingen lassen. Damals wie heute begeistert mich der Jugendstil-Zeitgeist, der einem hier überall begegnet.

1756 wurde das einstige Wohnhaus gebaut, 1899 umgebaut und als Hotel eröffnet. Damals gab es 32 Zimmer, allesamt mit feinstem Jugendstil ausgestattet. Es war das modernste Hotel in der Region und sehr begehrt. 1903 wurde hier erstmalig sogar eine elektrische Rufanlage eingebaut. Der Luxus um Komfort sprach sich schnell herum und zu Hochzeiten waren im Bellevue kaum Zimmer zu erhalten. 1993 zerstörte leider ein Hochwasser das alte Paket und musste nach Renovierung einem Teppich weichen. Ich kann mich noch an den künstlerisch filigranen Bodenschmuck erinnern.

Neben dem Hotel beherbergt das alte Haus ein wunderbares Restaurant, in dem der Küchenchef Matthias Meurer seine Gäste verwöhnt. Passend zum heißen Wetter genießen wir ein kulinarisches Sommermenü: Als Vorspeise wird uns marinierter Kaisergranat mit eingelegten Zwergorangen, Feta mit frischem Radicchio gereicht. Die Hauptspeise ist ein gefüllter Kaninchenrücken mit krossemWeißbrot an Sommertrüffeljuis. Vegetarische Gerichte werden ebenfalls angeboten. Der Nachtisch ist eine Rieslingüberraschung im wahrsten Sinn: Eine besondere Rieslingcreme wird mit Rieslingschaum in einer eigens angefertigten Nachtischschale gereicht, die eine halbierte Weinflasche ist – sehr originell und lecker!

Sommerliche Vorspeise

Hauptgang mit Kaninchen

Riesling Dreierlei

Bergrettung im Glas

Unser Menü im Belle Epoque wird abgerundet durch vorzügliche Weine vom klitzekleinen Ring. Dem Ring haben sich junger Winzer angeschlossen und vermarkten ihren Wein auf ganz besondere Art. Sie sind „Steillagenretter im Auftrag des Rieslings“ und haben seit 2006 den gemeinsamen Wein „Bergrettung“ ins Leben gerufen. Jan Klein vom Staffelter Hof und Thorsten Melsheimer berichten mit Esprit und Witz aus ihrem Winzerleben, obwohl die Steilhanglagen ein Stück echt harte Handarbeit sind. Wer wie wir auch in den Genuss einer Verkostung dieser besonderen Weine kommen mag, dem empfehle ich zunächst den Wagen stehen zu lassen, im Hotel einzuchecken und die Tafelrunde in Traben-Trachbach zu besuchen. Die Tafelrunde ist ein vom klitzekleinen Ring organisiertes Weinfest, das jedes Jahr im frühem Herbst mit schönem Ambiente stattfindet.
Die Mosel, wie sie früher einmal war und vielleicht auch mit einem etwas verstaubtem, spießigem Image, hat sich komplett gewendet. Hier gibt es viele „hipster“ Plätze und außergewöhnliche Gastronomie. Eine Cabriotour zur Mosel lohnt – testet es selbst aus!

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Weitere Infos und Inspirationen für Eure Cabriotour an der Mosel

Mein Roadtrip an der Mosel ist etwas für Genießer – und da gibt es noch viel mehr zu entdecken und zu erkunden! Viele weitere Anregungen und Informationen findet Ihr bei:

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Roadbook

Traben-Trabach – K65 Moselstraße – Kövenig – Reil – hier Wechsel der Moselseite über L 105 auf Landstr. 53 – Pünderich – Zell – Bullay – Neff – hier über K41 Moselüberquerung – Bremm – über L106 bergauf, Achtung: Vor Beuren Hinweisschild Gipfelkreuz Calmont folgen – Retour Bremm – auf der Moselseite bleiben (49) – St- Aldegund – in Alf der 49 bergauf folgen, Mosel verlassen – bis Hammermühle dann die 49 verlassen und weiter auf der L 105 Richtung Reil – Mosel überqueren – auf die 53, nur dieses Mal Richtung Burg (Mosel) – Enkirch – bei Enkirch Steffensberg links hoch in den Berg, später auf L192 wechsle – Einkehrmöglichkeit „Schöne Aussicht“ – Starkenburg – weiter L192 – rechts abbiegen auf L190 – bergab Richtung Mosel und Traben Trarbach (vorbei am Buddha Museum, Einkehr lohnt) – auf der 53 die Mosel überqueren – Kröv – Richtung Zeltingen Mosel überqueren und weiter auf der 53 bleiben – Graach an der Mosel – in Mülheim (Mosel) die Mosel überqueren, wenn man zum Weingut Bastgen möchte, sonst der 53 weiter folgen – Einkehr zum Essen in Wintrich – danach weiter der Mosel folgen entweder auf der 53 oder der anderen Moselseite – bei Trier von der 53 auf die 51 – Mosel überqueren und weiter auf der 51 Richtung Konz- hier abbiegen von der Mosel Richtung Saar auf der L 137 Richtung Weingut Othegraven (ist ausgeschildert) – Nach Weingut besuch entweder Retour auf der jeweils noch nicht befahrenen Moselseite oder wer wie ich den Himweg antreten muss: Über Luxemburg nach Hause. Am besten in Oberbillig mit der Fähre nach Wasserbillig an der Mosel übersetzen. Tanken nicht vergessen – unschlagbar günstig und heimwärts. (Abstecher lohnt auch für Retour zur Mosel, da vom Weingut Othegraven weniger als 20 km entfernt)

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Hinweis: Die Reise war mein Preis und Gewinn zum 2. Platz des Foodblogawards 2015. Besonders dem Burda Verlag und Mathias und Franz von Connecting Companies für die Ermöglichung dieser einmaligen Genussreise. Besten Dank auch an Weinland MoselMosellandtouristik.de und dem Tourismusverband Rheinland Pfalz. Meine Meinung bleibt natürlich wie immer meine eigene.

 

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3 Kommentare

  1. Hach, die Mosel ist toll! Wir haben mal eine Woche lang eine Tour mit unserem Bulli entlang der Mosel von Koblenz nach Trier und weiter nach Luxemburg gemacht und waren jeden Tag auf einem anderen Campingplatz in einem anderen Ort. Das war ein schöner, abwechslungsreicher Urlaub.

    Viele Grüße
    Jessi

    • Mit dem Bulli ist ja auch eine spannende Sache. Auch die luxemburgische Mosel ist toll, wenn auch ganz anders. Da war ich im letzten Jahr. Liebe Grüße, Tanja

  2. Was für ein toller, umfangreicher Artikel ! Ich kenne die Mosel eigentlich gar nicht, aber Deine Fotos und die kulinarischen Beschreibungen machen die Region zu einem „Must“. Ausserdem gibt es auch noch guten Wein, was will man mehr ? Und dann noch mit dem Cabrio, super !

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